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Dort, wo der Staat nicht hinkommt

Beschreibung des Phänomens Zeitratgeber als eine besonders effektive Form der Selbsttechnologie im neoliberalen Zeitalter

Titel: Dort, wo der Staat nicht hinkommt

Seminararbeit , 2009 , 20 Seiten , Note: 1

Autor:in: Markus Kocher (Autor:in)

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit untersucht das Phänomen des Zeit-Ratgebers als eine Form von Selbsttechnologie, die darauf abzielt, den Menschen als "unternehmerisches Selbst" zur Optimierung seines Humankapitals anzuleiten. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer im neoliberalen Zeitalter vorherrschenden Arbeitsweise, die dem Individuum zunehmend Flexibilität und Mobilität abverlangt. Die als unverbindlichen Ratschläge getarnten Anleitungen des Zeit-Ratgebers werden hier als besonders rezente Weise von Gouvernementalität (Michel Foucault) dechiffriert. Warum der Ratgeber funktioniert, mit welchen Techniken er uns die Entscheidung abnimmt, vor die er uns selber stellt - dies wird in dieser Arbeit gezeigt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung ins Thema

2. Arbeit im Wandel - dem Zeitratgeber auf der Spur

2.1. Die Zeit der Stempeluhr ist abgelaufen

2.2. Von der Entgrenzung zur Erschöpfung

3. Gouvernementalität und der Aufstieg des Selbst-Unternehmers

4. Der Zeitratgeber – wie funktioniert er, was will er?

4.1. Zeitratgeber älterer Herkunft

4.2. Der neue Zeitratgeber

4.3. Funktion und Wirkung neuer Zeitratgeber

4.3.1. Das Ich als Andockstelle

4.3.2. Entscheidungshilfen

4.3.3. Pakt mit der Wissenschaft, Flirt mit der Religion

5. Schlüsse

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht Zeitratgeber als gouvernementale Instrumente innerhalb der neoliberalen Arbeitswelt. Ziel ist es aufzuzeigen, wie diese Literatur das Individuum dazu anleitet, sich selbst zu einem unternehmerischen Selbst zu formen, um trotz steigender Anforderungen und Entgrenzung der Arbeit effizient zu funktionieren.

  • Wandel der Arbeitswelt und Entgrenzung von Arbeit
  • Gouvernementalität und das Konzept des Arbeitskraftunternehmers
  • Wirkungsweise moderner Zeitratgeber als Selbsttechnologien
  • Verhältnis von Individuum, Verantwortung und ökonomischem Kalkül

Auszug aus dem Buch

4.3.2. Entscheidungshilfen

Es gibt keine Verpflichtung, keinen Zwang, kein Muss. Alles ist frei-willig. Ratgeber sind gepackt voll mit Beispielen unterschiedlicher Lebensführung und -entwürfen. Nur sind nicht alle rat-sam. „Was ist das ‚Beste für Sie?“, fragt Stephen R. Covey gleich zum Auftakt. „Was hält Sie davon ab, diesen ‚besten’ Dingen soviel Zeit und Energie zu widmen, wie Sie es eigentlich wollen?“ (Covey 1997: 15). Das Spezielle an Coveys oder Seiwerts Vorgehen ist, dass sie in der Folge kein spezifisches Programm ausrollen, an das sich alle – unbesehen ihrer je persönlichen Präferenzen – zu halten hätten.

Entscheidend ist letztlich nur das: „wie Sie es eigentlich wollen“. Insofern bieten die modernen Zeitratgeberautoren lediglich Hilfe darin, dieses „wollen“ zu wollen. Doch dieser Schritt ist und bleibt die eigene Entscheidung. Nur: „Wenn Sie wirklich tief in diesen Prozess der Selbsterkenntnis eintauchen, werden Sie unweigerlich verändert daraus hervorgehen.“ (ebd.: 10). Und wer will das nicht – sich verändern?

Das weiss auch Seiwert: Es ist „nie zu spät für die Entscheidung, sich zu ändern und das Leben anders zu leben“ (Seiwert 2000: 30). Diese Eröffnung kommt im Tonfall einer freundlichen Einladung daher; in Wirklichkeit verbirgt sich dahinter eine Psycho-Taktik, die mit unserer Rolle und unserem Verständnis als soziale Wesen spielt: So geht dem Zitat die Warnung voraus, dass es zu spät für einen Neuanfang sein könnte, „wenn ein erwachsenes Kind dann zu Ihnen sagt, dass Sie früher nie für es dagewesen seien“ (ebd.). Das, was als Selbsttechnologie an uns verrichtet werden soll, ist nicht an einen Befehl oder gar eine Drohung gekoppelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung ins Thema: Die Einleitung beleuchtet die Verbreitung von Ratgebern als Reaktion auf die zunehmende Eigenverantwortung des Individuums und führt in die Fragestellung nach der Funktion von Zeitratgebern ein.

2. Arbeit im Wandel - dem Zeitratgeber auf der Spur: Dieses Kapitel analysiert die Neoliberalisierung der Arbeitswelt, die durch Entgrenzung und gesteigerte Selbstkontrolle gekennzeichnet ist und das Individuum psychisch belastet.

3. Gouvernementalität und der Aufstieg des Selbst-Unternehmers: Hier wird der theoretische Rahmen durch Foucaults Begriff der Gouvernementalität gesetzt, um zu zeigen, wie Individuen durch Selbsttechnologien zu unternehmerischem Verhalten angeleitet werden.

4. Der Zeitratgeber – wie funktioniert er, was will er?: Dieser Abschnitt analysiert die Funktionsweise verschiedener Generationen von Zeitratgebern und ihre Techniken zur Steuerung der Lebensführung.

5. Schlüsse: Das Fazit fasst zusammen, dass Zeitratgeber gouvernementale Instrumente sind, die das Individuum zur aktiven Bewirtschaftung des eigenen Humankapitals anhalten.

Schlüsselwörter

Zeitratgeber, Gouvernementalität, Arbeitskraftunternehmer, Selbstmanagement, Neoliberalismus, Subjektivierung, Selbsttechnologien, Entgrenzung von Arbeit, Lebensführung, Verantwortungsübertragung, Arbeitswelt, Effizienz, Lebensqualität, Diskurs, Individuum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Zeitratgeber als gouvernementale Phänomene in einer postfordistischen Arbeitswelt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Neoliberalismus, die Entgrenzung von Arbeit, das Konzept des Arbeitskraftunternehmers und die Steuerung des Individuums durch Selbsttechnologien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Zeitratgeber das Individuum dazu bringen, sich selbst zu einem unternehmerischen Subjekt zu formen, das seine Zeit und Lebensführung ökonomisch verwertet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die diskursanalytische Perspektive der Gouvernementalität nach Michel Foucault, um die Funktionsweise der Ratgeberliteratur zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil untersucht den Wandel der Arbeitswelt, die theoretische Verankerung in der Gouvernementalität und analysiert exemplarisch Zeitratgeber als Arrangement von Mikrotechniken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Gouvernementalität, Zeitratgeber, Arbeitskraftunternehmer und Selbsttechnologien.

Warum spielt das Konzept der „Sorge um sich selbst“ eine wichtige Rolle?

Es dient dazu, die Arbeit an sich selbst mit ökonomischen Zielsetzungen zu verbinden und das Individuum zu einem „unternehmerischen Selbst“ zu formen.

Wie unterscheidet sich der „neue“ Zeitratgeber von älteren Modellen?

Ältere Modelle fokussierten auf reine Effizienzsteigerung und Zeitklauberei, während neue Ansätze mit dem Versprechen von „höherer Lebensqualität“ und Selbstverwirklichung operieren, um ein tieferes Engagement des Individuums zu erreichen.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Dort, wo der Staat nicht hinkommt
Untertitel
Beschreibung des Phänomens Zeitratgeber als eine besonders effektive Form der Selbsttechnologie im neoliberalen Zeitalter
Hochschule
Universität Basel
Veranstaltung
Technologien des Selbst und des Sozialen
Note
1
Autor
Markus Kocher (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
20
Katalognummer
V163415
ISBN (eBook)
9783640804269
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zeit Ratgeber Gouvernementalität Foucault unternehmerisches Selbst Neoliberalismus Postfordismus Selbsttechnologie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Markus Kocher (Autor:in), 2009, Dort, wo der Staat nicht hinkommt, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/163415
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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