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Die DDR im Geschichtsunterricht. Chancen und didaktische Umsetzung

Ein integrierter Ansatz

Title: Die DDR im Geschichtsunterricht.  Chancen und didaktische Umsetzung

Master's Thesis , 2010 , 57 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christian Töreki (Author)

Didactics - History

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Summary Excerpt Details

Zunächst erfolgt jedoch die Zusammenfassung einer qualitativen Studie, die untersucht, wie und aus welchen Quellen Jugendliche ihre Vorstellungen über die DDR konstruieren. Dem schließen sich Ausführungen zur quantitativen Untersuchung von Monika Deutz-Schroeder und Klaus Schroeder an, welche die oben erwähnten Reaktionen in Presse und Politik hervorgerufen haben. Neben der Darstellung der wichtigsten Ergebnisse der empirischen Erhebung wird auch das methodische Vorgehen der Wissenschaftler bei der Auswertung bewertet. Ebenfalls in diesem Kapitel wird auf den Prozess des Historischen Lernens eingegangen, der eng verbunden ist mit den Reflexionen zur deutsch-deutschen Geschichte nach 1945.

Im vierten Kapitel der Masterarbeit werden eindimensionale Erklärungsansätze zur Nachkriegsgeschichte vorgestellt, kritisch beleuchtet sowie dargestellt, wie die Geschichtswissenschaft die jüngste deutsche Vergangenheit erzählt. Im folgenden Kapitel steht schließlich die Theorie des Konzepts einer integrierten deutsch-deutschen Geschichte en detail im Mittelpunkt der Ausführungen. Neben Vorüberlegungen zum Konzept werden sechs Leitlinien beschrieben, an denen sich eine asymmetrisch verflochtene Parallelgeschichte erzählen lässt. Ausgehend von einer gemeinsamen Ausgangslage des Jahres 1945 gingen die beiden deutschen Staaten im Kalten Krieg scharf voneinander getrennte, im Wesentlichen durch ihre Blockzugehörigkeit geprägte Wege. Hinzu traten Eigendynamiken in beiden Staaten. So entwickelten sich zwei verschiedene Gesellschaften, die aber auf komplizierte Weise miteinander verbunden und aufeinander bezogen sowie mit gemeinsamen Problemen konfrontiert waren. Ebenfalls in diesem Kapitel werden Chancen einer integrierten deutschen Nachkriegsgeschichte herausgestellt.

Im sechsten Kapitel steht der Unterricht im alten Bundesgebiet zur DDR im Zentrum meiner Betrachtungen. Dabei wird vor allem auf Vereinbarungen der Kultusministerkonferenz sowie frühere Analysen von Schulbüchern eingegangen. Abschließend erfolgt eine Untersuchung der didaktischen Umsetzung der gemeinsamen Geschichte in Lehrwerken. Eine eigenständige Analyse eines Geschichtsbuchs bildet den Abschluss der Masterarbeit, da vorliegende Publikationen sich nur auf Lehrwerke beziehen, welche bis zum Jahr 2005 herausgegeben wurden. Hier wird untersucht, ob und wie sich der integrierte Ansatz in diesem ausgewählten Buch wieder findet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Schülervorstellungen zur DDR

2.1 Eine qualitative Untersuchung

2.2 Eine quantitative Untersuchung

2.2.1 Ergebnisse

2.2.2 Schlussfolgerungen

3. Reflexion über die deutsch-deutsche Geschichte

4. Eindimensionale Erklärungsansätze zur Nachkriegsgeschichte

5. Das Konzept einer integrierten Nachkriegsgeschichte

5.1 Vorüberlegungen

5.2 Das Konzept

5.2.1 1945 als Endpunkt und Chance

5.2.2 Blockbildung

5.2.3 Eigendynamik der DDR und BRD

5.2.4 Abgrenzung und asymmetrische Verflechtung

5.2.5 Problemlagen von Industriegesellschaften

5.2.6 Erosionserscheinungen

5.3 Chancen einer integrierten Nachkriegsgeschichte

5.4 Kritik am Konzept

6. Die DDR im Unterricht und in Schulbüchern

6.1 Westdeutscher Geschichtsunterricht und die DDR

6.2 Didaktische Schulbuchkonzepte seit 1990

6.2.1 Schulbücher für das Fach Geschichte

6.2.2 Neuere Analysen von Schulbüchern

6.2.3 Eigene Analyse eines Lehrwerks

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Masterarbeit untersucht, wie die deutsche Nachkriegsgeschichte, insbesondere die Rolle der DDR, sinnvoll und didaktisch reflektiert in den Geschichtsunterricht integriert werden kann, um eine bloße Kontrastdarstellung zu überwinden und ein differenziertes historisches Bewusstsein zu fördern.

  • Schülervorstellungen zur DDR im Ost-West-Vergleich
  • Kritische Analyse bisheriger eindimensionaler Geschichtserzählungen
  • Theoretische Fundierung eines Konzepts der integrierten Nachkriegsgeschichte
  • Untersuchung der DDR-Thematisierung in westdeutschen Schulbüchern
  • Didaktische Möglichkeiten zur Förderung von Multiperspektivität

Auszug aus dem Buch

5.2.1 1945 als Endpunkt und Chance

Viele Probleme, denen sich die Deutschen in der Nachkriegszeit ausgesetzt sehen, stellen auch für viele Europäer große Herausforderungen dar. Flucht, Vertreibung, zerbombte Städte und die Kapitulation als das Ende und der Beginn neuer Diktaturen sind die Schlagworte, die diese Jahre bestimmen. Für Deutschland bietet das Jahr 1945 die Chance zu einem Neuanfang mit unterschiedlichen Entwicklungspotentialen. Eine Teilung war zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar und in ganz Europa herrschten materielles Elend und geistige Desorientierung. Die Deutschen in Ost und West sind von den Folgen des Krieges unterschiedlich betroffen, aber dennoch sind sie mit dem totalen Zusammenbruch und der bedingungslosen Kapitulation konfrontiert. Das Fehlen eines Staates, eine sozial durchmischte Zusammenbruchsgesellschaft und der Überlebenskampf des Einzelnen oder der Familie machen die äußere Gleichförmigkeit des Landes aus. Die Alliierten verbindet bei unterschiedlichen Interessen das Bestehen auf der „Haftungsgemeinschaft“ der deutschen Bevölkerung. Allerdings differieren bereits in den ersten Nachkriegsjahren die Ansichten über die politische Zukunft.

Deutsche in allen Besatzungszonen beteiligen sich aktiv am politischen Aufbau, lassen die Dinge jedoch überwiegend apathisch geschehen, da sie belastet oder perspektivlos sind. Deutsche Geschichte ist in dieser Phase dennoch nicht nur Besatzungsgeschichte. An vielen Beispielen lässt sich verdeutlichen, dass es auch Interaktion zwischen Siegern und Besiegten gibt. Eine funktionierende Verwaltung ist für jeden Wiederaufbau eine elementare Voraussetzung, ebenso sind Fachkräfte für eine intakte Wirtschaft unerlässlich, auch wenn diese nicht den Entnazifierungskriterien entsprechen. Festzuhalten ist somit, dass trotz aller Unterschiede in den vier Besatzungszonen politische Differenzen zunächst von gemeinsamen sozialen Problemlagen überlagert werden, so dass jede Rekonstruktion der Nachkriegsgeschichte daher an dieser Anfangskonstellation ansetzen muss.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, wie die DDR-Geschichte im Geschichtsunterricht behandelt werden sollte, und stellt die Forschungsfrage nach einem integrierten didaktischen Ansatz.

2. Schülervorstellungen zur DDR: Hier werden qualitative und quantitative Studien zusammengefasst, die aufzeigen, wie Jugendliche ihre subjektiven DDR-Bilder aus heterogenen Quellen konstruieren.

3. Reflexion über die deutsch-deutsche Geschichte: Dieses Kapitel erörtert die Notwendigkeit, DDR und BRD nicht beziehungslos nebeneinander zu betrachten, sondern ihre Geschichte integrativ zu reflektieren.

4. Eindimensionale Erklärungsansätze zur Nachkriegsgeschichte: Es wird kritisch dargelegt, warum rein nationale Meistererzählungen oder die bloße Gegenüberstellung von Erfolg (BRD) und Misserfolg (DDR) dem komplexen Geschehen nicht gerecht werden.

5. Das Konzept einer integrierten Nachkriegsgeschichte: Das zentrale Kapitel entwickelt ein theoretisches Modell, das an einer asymmetrisch verflochtenen Parallelgeschichte ansetzt und dabei Gemeinsamkeiten, Verflechtungen sowie Eigendynamiken beider Staaten berücksichtigt.

6. Die DDR im Unterricht und in Schulbüchern: Basierend auf einer Analyse von Schulbüchern wird untersucht, inwieweit integrierte Konzepte in der aktuellen Schulpraxis bereits umgesetzt wurden oder weiterhin vernachlässigt werden.

7. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Plädoyer, Geschichtsunterricht multiperspektivisch und gegenwartsorientiert zu gestalten, um eine kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Nachkriegsgeschichte zu ermöglichen.

Schlüsselwörter

DDR, Bundesrepublik Deutschland, Geschichtsunterricht, Nachkriegsgeschichte, integrierter Ansatz, asymmetrisch verflochtene Parallelgeschichte, Schülervorstellungen, historisches Lernen, Geschichtsbewusstsein, DDR-Geschichte, Schulbuchanalyse, Systemvergleich, deutsch-deutsche Geschichte, Diktatur, Demokratie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Herausforderung, die deutsche Nachkriegsgeschichte (DDR und BRD) im Unterricht nicht als getrennte Narrative, sondern als ineinander verwobene Gesamtgeschichte zu vermitteln.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die empirisch erhobenen Schülervorstellungen über die DDR, die Kritik an traditionellen, eindimensionalen Erklärungsmodellen sowie die Erarbeitung und Evaluation eines Konzepts der "asymmetrisch verflochtenen Parallelgeschichte".

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Lehrer durch einen integrierten Ansatz die DDR-Geschichte so in den Geschichtsunterricht einbinden können, dass Schüler ein differenziertes und multiperspektivisches Verständnis der deutschen Teilungsgeschichte entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse, die Zusammenfassung empirischer Studien zu Schülervorstellungen sowie eine eigene qualitative Analyse ausgewählter moderner Geschichtslehrwerke.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der Konzepte zur deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichte, eine Analyse der schulischen Defizite in der Vermittlung und eine kritische Untersuchung konkreter Schulbuchbeispiele anhand eines Kerncurriculums.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind "asymmetrisch verflochtene Parallelgeschichte", "DDR-Bild", "Integrationsmodell", "Geschichtsbewusstsein" und "didaktische Umsetzung".

Warum wird das Konzept der "asymmetrischen Verflechtung" bevorzugt?

Es wird bevorzugt, weil es einerseits die gravierenden Unterschiede zwischen Demokratie und Diktatur wahrt, andererseits aber die tiefgreifenden ökonomischen, sozialen und kulturellen Verbindungen beider Staaten sichtbar macht.

Wie bewertet der Autor die aktuelle Schulbuchpraxis?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass viele Lehrwerke die DDR noch immer als isolierte Ereigniskette oder Anhängsel der BRD-Geschichte darstellen und somit die Chancen eines integrierten, vergleichenden Ansatzes weitgehend ungenutzt lassen.

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Details

Title
Die DDR im Geschichtsunterricht. Chancen und didaktische Umsetzung
Subtitle
Ein integrierter Ansatz
College
Free University of Berlin  (Zentrum für Lehrerbildung)
Grade
1,3
Author
Christian Töreki (Author)
Publication Year
2010
Pages
57
Catalog Number
V163318
ISBN (eBook)
9783640781744
ISBN (Book)
9783640781942
Language
German
Tags
Geschichtsunterricht Ansatz Umsetzung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Töreki (Author), 2010, Die DDR im Geschichtsunterricht. Chancen und didaktische Umsetzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/163318
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