Eine wichtige Größe für den Unternehmenserfolg ist auch das Unternehmenswachstum. Als Unternehmenswachstum kann man eine positive Veränderung der Unternehmensgröße definieren. Im Bezug auf leistungsbezogene Messgrößen lässt sich ein Unternehmenswachstum an der Sortimentsbreite, der Fertigungstiefe oder an der Anzahl der Patentanmeldungen bemessen.
Über eine Diversifikation des Unternehmens lässt sich das Sortiment verbreitern oder die Fertigungstiefe vergrößern. Da Geoinformations- und Facility Management-Systeme auf eine ähnliche Datenbasis zurückgreifen, liegt der Gedanke eines CAFM-Software-Unternehmens nicht fern sich im Bereich der Geoinformationssysteme zu erweitern.
Da durch eine derartige Erweiterung zusätzliche Produkte und Dienstleistungen vertrieben werden können, ist es möglich die Kundenbindung bei Bestandskunden zu steigern.
Ein Verbund von computerunterstützten Facility Management und Geoinformationssystemen ist insbesondere interessant für Unternehmen mit einer hohen Anzahl an Immobilien und Grundstücken. Dies trifft überwiegend auf Großunternehmen zu.
Des Weiteren bietet eine Diversifikation die Möglichkeit das Risiko des Unternehmens auf mehrere Produkte zu verteilen. Sollte der Markt für CAFM-Software schrumpfen, bedeutet dies nicht zwangsläufig auch eine Marktverkleinerung für Geoinformationssysteme.
Allerdings bedeutet eine Diversifikation des Unternehmens auch, dass zunächst Geld investiert werden muss um das Unternehmen zu erweitern oder um den neuen Zweig des Unternehmens erfolgreich an die Kunden zu kommunizieren. Daher stellt sich die Frage ob der zukünftige Nutzwert die Investitionen rechtfertigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Diversifikation
2.1.1 Vertikale Diversifikation
2.1.2 Horizontale Diversifikation
2.1.3 Laterale Diversifikation
2.2 Facility Management
2.2.1 Computer Aided Facility Management
2.3 Geoinformationssysteme
3 Analyse
3.1 Vorteile
3.1.1 Potential bei Bestandskunden
3.1.2 Risikodiversifikation
3.1.3 Kundenbindungs-Potentiale
3.1.4 Synergieeffekte
3.2 Nachteile
3.2.1 Umstellungskosten
3.2.2 Markteintrittststrategie
3.2.3 Kompetenzvorschuss sinkt
3.2.4 Komplexere Betriebsstruktur
4 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die strategische Fragestellung, ob es für ein Unternehmen aus dem Bereich der CAFM-Software (Computer Aided Facility Management) erstrebenswert ist, sein Portfolio durch eine Diversifikation in den Bereich der Geoinformationssysteme (GIS) zu erweitern, wobei insbesondere das Verhältnis zwischen Investitionsaufwand und zu erwartendem Nutzwert analysiert wird.
- Grundlagen der Unternehmensdiversifikation und ihre Unterformen.
- Definition und Abgrenzung von CAFM und Geoinformationssystemen.
- Analyse der Vorteile einer Diversifikation hinsichtlich Kundenpotenzial und Risikostreuung.
- Untersuchung der betriebswirtschaftlichen Risiken und Implementierungshürden.
- Bewertung des strategischen Nutzens für Bestandskunden.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Potential bei Bestandskunden
In der Abbildung 1 erkennt man eine ABC-Analyse eines CAFM-Software Unternehmens. In einer ABC-Analyse können z. B. Kunden aufgelistet und dann nach einem oder mehreren Kriterien (z. B. dem Anteil am Gesamtumsatz) sortiert und anschließend anhand ihres Anteiles am Gesamtumsatz klassifiziert werden. In diesem Fall wurde eine Auflistung aller CAFM-Produkt-Kunden zur Hilfe genommen. Das heißt, dass die aufgelisteten Umsätze nicht von weiteren Leistungen wie z. B. Beratungsaufwände, Installationsaufwände oder kundenspezifische Dienstleistungen beeinflusst werden.
Demnach sind 9% aller Kunden des Unternehmens A-Kunden und erzeugen 58% des Umsatzes, weitere 53% sind B-Kunden mit 38% des Umsatzes und 38% C-Kunden mit 4% des Umsatzes. Unter den A-Kunden besteht vollständiges GIS-Potential, unter den B-Kunden besitzen 46,81% GIS-Potential und unter den C-Kunden 7,89%.
Das vollständige GIS-Potential ist dadurch zu erklären, da es sich bei den Bestandskunden der Klasse A komplett um Großkunden (Einzelhandelskette, Chemie- und Maschinenbaukonzerne) handelt, welche in der Regel eine hohe Zahl an Immobilien und Grundstücken haben. Die Anzahl der B-Kunden dürfte allerdings von Unternehmen zu Unternehmen variieren. Das vorliegende CAFM-Software-Unternehmen hat eine hohe Anzahl an Städten und Gemeinden in ihrer Liste der B-Kunden. Aufgrund dieser Tatsache dürfte es sich bei dem hier genannten Anteil des GIS-Potentials um eine verfälschte Größe handeln. In der Regel dürfte dieser Anteil geringer ausfallen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Unternehmenswachstum und führt die Idee ein, durch Diversifikation in GIS-Systeme neue Synergien im CAFM-Markt zu schaffen.
2 Grundlagen: In diesem Kapitel werden die theoretischen Konzepte der Diversifikation sowie die technischen Definitionen von Facility Management und Geoinformationssystemen dargelegt.
3 Analyse: Die Analyse bewertet detailliert die strategischen Chancen wie Kundenbindung und Risikostreuung sowie die Herausforderungen wie Umstellungskosten und Komplexität.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine Diversifikation unter Berücksichtigung des Risikomanagements und der bestehenden Kundenstruktur für CAFM-Unternehmen durchaus erstrebenswert sein kann.
Schlüsselwörter
Diversifikation, CAFM-Software, Geoinformationssysteme, Facility Management, Unternehmenswachstum, Kundenbindung, Risikodiversifikation, ABC-Analyse, Synergieeffekte, Markteintritt, Investitionskosten, Betriebswirtschaft, Strategisches Management, GIS-Potential, Rendite.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die betriebswirtschaftliche Sinnhaftigkeit einer Sortimentserweiterung eines spezialisierten CAFM-Software-Anbieters um Geoinformationssysteme.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Diversifikationsstrategie, der technischen Schnittmenge zwischen CAFM und GIS sowie der Kosten-Nutzen-Analyse bei der Marktexpansion.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu beurteilen, ob der potenzielle Nutzwert einer solchen Erweiterung die notwendigen Investitionen für ein CAFM-Unternehmen rechtfertigt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt zur fundierten Analyse insbesondere die ABC-Analyse zur Kundensegmentierung sowie qualitative Bewertungsansätze für Chancen und Risiken.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Vorteile (wie Synergien und Kundenbindung) gegenüber den Nachteilen (wie Umstellungskosten und strukturelle Komplexität).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Diversifikation, CAFM, GIS, Risikodiversifikation, Kundenpotenzial und Strategisches Management.
Wie hoch ist das GIS-Potential bei A-Kunden laut Analyse?
Die Analyse zeigt ein vollständiges GIS-Potential bei den A-Kunden auf, da es sich hierbei primär um Großkunden mit umfangreichen Immobilienbeständen handelt.
Warum könnte die Betriebsstruktur durch die Diversifikation leiden?
Eine Erweiterung erfordert neue Verwaltungsstrukturen, was bei einer größeren Anzahl an Mitarbeitern und Abteilungen zu erhöhtem Kommunikationsaufwand und Konfliktpotential führen kann.
- Arbeit zitieren
- Dennis Große-Venhaus (Autor:in), 2010, Ist es für ein CAFM-Software-Unternehmen erstrebenswert sich in Geoinformationssysteme zu diversifizieren?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/163312