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Jugend und Rechtsextremismus in Leipzig

Eine empirische Untersuchung im Kontext differentieller Lerntheorien

Titel: Jugend und Rechtsextremismus in Leipzig

Magisterarbeit , 2009 , 146 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Steffen Schönfelder (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Psychologie

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Rechtsextremismus und Rassismus erfahren in Alltag und Wissenschaft eine widersprüchliche Behandlung. Zum Einen gibt es heftige und kontroverse Diskussionen über die begriffliche und inhaltliche Bestimmung dieser Phänomene, zum Anderen gilt es, eine schier endlose Fülle von Erklärungsansätzen zu überblicken. Ausgehend davon versucht die folgende Arbeit einen Überblick zu geben über die Phänomene Rechtsextremismus und Rassismus und maßgebende Erklärungsansätze aufzuzeigen. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die differentiellen Lerntheorien gegeben, deren Erklärungskraft zu oft unterschätzt wird. In einem zweiten Schwerpunkt der Arbeit wird eine Untersuchung vorgestellt, die an Leipziger Berufsschulen durchgeführt wurde und die spezifischen Lebensbereiche untersucht, in denen Rassismus gelernt wird. Dazu wurde eine Befragung von 123 Berufsschülern ausgewertet, die einerseits das bedenkliche Ausmaß rassistischer und rechtsextremer Einstellungen offen legt und andererseits – mit Hilfe der differentiellen Lerntheorien – verdeutlicht, dass vor allem die Familie und Peer Groups beim Erlernen rassistischer Einstellungen von Bedeutung sind. Daraus werden erste Annahmen abgeleitet, wie der Verbreitung von Rassismus in der Praxis begegnet werden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Zusammenfassung

2. Einführung

3. Theoretische Grundlagen

3.1 Rechtsextremismus – Rassismus – Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

3.1.1 Rechtsextremismus – Definition und Probleme

3.1.2 Rassismus und Diskriminierun

3.1.3 Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

3.1.4 Auswirkungen der Begriffsvielfalt

3.2 Erklärungsansätze

3.2.1 Sozialwissenschaften

3.2.1.1 Modernisierungstheorien

3.2.1.2 Subkulturtheorien

3.2.1.3 Theorien der Politischen Kultur

3.2.1.4 Soziale Konflikttheorien

3.2.1.5 Faschismustheorien

3.2.2 Psychologie

3.2.2.1 Autoritarismustheorie

3.2.2.2 Dogmatismusansatz

3.2.2.3 Sozialisationstheorie

3.3 Allgemeine Lerntheorien

3.4 Differentielle Lerntheorien

3.4.1 Differentielle Assoziation nach SUTHERLAND

3.4.2 Differentielle Verstärkung nach BURGESS & AKERS

3.4.3 weitere Ansätze differentiellen Lernens

3.4.4 Bedeutung für die Erklärung von Rechtsextremismus und Rassismus

4. Die Untersuchung

4.1 Zielsetzungen

4.2 Forschungsdesign

4.2.1 Grundgesamtheit und Stichprobe

4.2.2 Datenerhebungsinstrument

4.2.3 Durchführungsphase

4.3 Datenauswertung

4.3.1 Datenaufbereitung

4.3.2 Datenanalyse – erste deskriptive Befunde

5. Ergebnisse

5.1 Rassismus

5.2 Andere Teilaspekte des Rechtsextremismus

5.3 Differentielle Lernerfahrungen

6. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Ausmaß rassistischer und rechtsextremer Einstellungen bei jugendlichen Berufsschülern in Leipzig und analysiert, welche spezifischen Lebensbereiche einen Einfluss auf deren Erlernen ausüben. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, welchen Beitrag differentielle Lerntheorien zur Erklärung von Rechtsextremismus leisten können.

  • Analyse des Rechtsextremismus im Kontext verschiedener Erklärungsansätze
  • Untersuchung der Bedeutung der Familie und von Peer Groups als Lernorte rassistischer Einstellungen
  • Empirische Befragung von 123 Auszubildenden
  • Kritische Beleuchtung des Rassismusbegriffs und der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit
  • Integration lerntheoretischer Erkenntnisse in die Präventionsarbeit

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Rassismus und Diskriminierung

Im vorliegenden Text wird besonders der Rassismus aus dem vielschichtigen Phänomenbereich des Rechtsextremismus hervorgehoben. Das Konstrukt Rassismus stellt die entscheidende Grundlage meiner Arbeit dar, da in der Untersuchung vor allem nach rassistischen Einstellungen von jugendlichen Auszubildenden gefragt wird. Dazu habe ich mich mit verschiedenen Arbeiten zum Thema Rassismus auseinander gesetzt und versucht, einen gewissen Grundkonsens der Autoren herauszustellen und mir auf dieser Grundlage ein eigenes Begriffsverständnis zu erarbeiten. Da die Fülle der Schriften zum Rassismus stetig zunimmt, sich die meisten Autoren dabei jedoch an die Pioniere dieser Begriffstradition halten, werde ich mich diesem Vorgehen anschließen und lediglich auf die bedeutendsten Vertreter eingehen: Stuart Hall, Robert Miles, Albert Memmi, Étienne Balibar und Nora Räthzel. Diese Autoren haben das heutige Begriffsuniversum des Rassismus entscheidend geprägt, was u.a. daran zu erkennen ist, dass die anderen von mir ausgewählten Schriften, etwa von SIEGFRIED JÄGER oder HELENA FLAM, sich auf mindestens einen der vorgenannten Autoren stützen. Der folgende Definitionsversuch stellt eine Art Essenz der von mir behandelten Texte dar und versucht, das Phänomen möglichst genau zu erfassen, um es für meine Untersuchung nutzbar zu machen.

Rassismus ist ein historisch gewachsener Begriff. Dies impliziert einerseits, dass das Phänomen schon seit Menschengedenken einen funktionalen Bestandteil der Gesellschaft darstellt – und dieser nicht etwa als ein künstliches, abnormes Gebilde gegenüber steht. Es deutet andererseits aber auch auf einen stetigen Bedeutungswandel hin, der sein heutiges Erscheinen grundlegend bestimmt hat. Rassismus war und ist – in seiner jeweiligen Form – deswegen so erfolgreich, weil er den Menschen eine scheinbar einfache und doch logische Lösung für ihre Probleme und Unsicherheiten anbietet. Entsprechende Entwicklungen und Zusammenhänge werden auf pseudowissenschaftlicher Grundlage erklärt, um somit die Privilegien der bedeutungsgebenden Gruppe zu legitimieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zusammenfassung: Ein kurzer Überblick über die inhaltliche Ausrichtung, die theoretische Verankerung in der Lerntheorie und die Untersuchung an Leipziger Berufsschulen.

2. Einführung: Darstellung der Problematik des Rechtsextremismus in Deutschland sowie der speziellen Situation in der Stadt Leipzig.

3. Theoretische Grundlagen: Definitorische Klärung von Rechtsextremismus und Rassismus sowie Herleitung verschiedener Erklärungsansätze, insbesondere der differentiellen Lerntheorien.

4. Die Untersuchung: Beschreibung der methodischen Vorgehensweise, des Forschungsdesigns und der Datenerhebung unter 123 Berufsschülern.

5. Ergebnisse: Präsentation der empirischen Befunde zu rassistischen Einstellungen und der Analyse der differentiellen Lernerfahrungen.

6. Schlussfolgerungen: Synthese der Ergebnisse mit der theoretischen Basis und Ableitung praktischer Handlungsempfehlungen für die pädagogische Arbeit.

Schlüsselwörter

Rechtsextremismus, Rassismus, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Differentielle Lerntheorien, Sozialisation, Berufsschüler, Leipzig, Diskriminierung, Ideologie, Sozialwissenschaften, Psychologie, Prävention, Politische Kultur, Vorurteile, Fremdenfeindlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Magisterarbeit untersucht das Phänomen des Rechtsextremismus und Rassismus mit Fokus auf Jugendliche, insbesondere Auszubildende, und deren Umfeld.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Zentrale Themen sind die theoretische Definition von Rechtsextremismus, die Analyse von Sozialisationsprozessen sowie die Rolle von Familie, Peer Groups und Berufsschule beim Erlernen rassistischer Einstellungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die empirische Ermittlung des Ausmaßes rassistischer Einstellungen bei Berufsschülern und die Identifizierung der Lebensbereiche, in denen diese Einstellungen gelernt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde eine quantitative Querschnittsanalyse mittels schriftlicher Befragung von 123 Berufsschülern in Leipzig durchgeführt, deren Daten statistisch ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden theoretische Erklärungsansätze (Sozialwissenschaften, Psychologie, Lerntheorien) dargelegt und die eigene empirische Untersuchung sowie deren Ergebnisse ausführlich präsentiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Rechtsextremismus, Rassismus, differentielle Lerntheorien, Sozialisation und Prävention beschreiben.

Warum spielt die Familie eine so große Rolle beim Erlernen von Rassismus?

Den Ergebnissen zufolge ist die Familie eine der "Hauptquellen der Verstärkung", da Einstellungen und rassistisches Verhalten hier besonders regelmäßig und mit hoher persönlicher Bedeutung vermittelt werden.

Welche Rolle spielt der Schultyp beim Erlernen von rassistischen Einstellungen?

Die Untersuchung zeigt, dass der Berufsschule als Lernort eine geringere Bedeutung zukommt als dem familiären Umfeld oder dem Peer-Group-Verhalten, dennoch gibt es Verflechtungen zwischen diesen Lernorten.

Ende der Leseprobe aus 146 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Jugend und Rechtsextremismus in Leipzig
Untertitel
Eine empirische Untersuchung im Kontext differentieller Lerntheorien
Hochschule
Universität Leipzig  (Fakultät für Erziehungswissenschaften)
Note
1,0
Autor
Steffen Schönfelder (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
146
Katalognummer
V162805
ISBN (Buch)
9783640776139
ISBN (eBook)
9783640776306
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rechtsextremismus Rassismus Lerntheorien differentielle Lerntheorien Berufsschule
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Steffen Schönfelder (Autor:in), 2009, Jugend und Rechtsextremismus in Leipzig, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/162805
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