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Die Beziehung von Bürgertum und Kunst in Thomas Mann 'Tonio Kröger'

Title: Die Beziehung von Bürgertum und Kunst in Thomas Mann 'Tonio Kröger'

Term Paper , 2009 , 23 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Matthias Billen (Author)

German Studies - Modern German Literature

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Summary Excerpt Details

Die Auffassungen über das Bürgertum und Künstlertum unterscheiden sich im gesellschaftlichen Diskurs stark voneinander. Doch die Problematik, die diesen beiden Begriffen und deren Verhältnis zueinander unterliegt, ist weitgehender, als es triviale Auffas-sungen vermuten lassen. Thomas Mann verarbeitet dieses Sujet in seiner Novelle „Tonio Kröger“ , in welcher sein Titelheld, eingenommen zwischen den Sphären Bürgerlichkeit und Kunst, mit verschiedenen Affekten, Einstellungen und Reaktionen mit dieser Prob-lematik umzugehen versucht. Der schiere Versuch, sich in der bürgerlichen Welt zu etablieren, scheitert, ebenso leidet er an der Perspektive des Künstlerischen auf das Leben, was für ihn das Bürgerliche darstellt. Hin- und hergerissen zwischen diesen Polen ver-sucht er, sein eigenes, neues Konzept des „Künstlers“ zu entwickeln.
Doch hier stellt sich die Frage, ob dieses neue Konzept tragfähig sein wird und ob Tonio die Rolle eines Künstlers einnehmen können wird, der zwischen den beiden in ihm ange-legten Polen zu moderieren verstehen lernt. Dies veranlasst zu der These, dass Tonio, wenngleich er einen vielschichtigen Prozess der Selbstreflexion und Selbsterkenntnis vollzieht, diese grundlegende Spannung nie völlig auflösen können wird. Obschon er ein neues Künstlerkonzept entwickelt, bleiben seine alten Affekte und Neigungen erhalten. Die entscheidende Wandlung ist jedoch, dass er gelernt hat, diese Neigungen und Span-nungen zu kanalisieren und sein künstlerisches Schaffen durch die bewusste Distanznahme vom Leben fortzuführen.
Im Folgenden sollen daher die Struktur der Novelle sowie die Darstellung der bürgerlichen und künstlerischen Welt und die daraus resultierenden Implikationen analysiert werden. Zudem wird die der Novelle zugrunde liegende Stimmung von Dekadenz und Melancholie beleuchtet werden, da diese relevant für die Motivik und entscheidend für den Kunstbegriff Tonios sind. In einem letzten Schritt werden die Rückkehr Tonios zu seinen bürgerlichen Wurzeln sowie die vermeintliche innere Wandlung, die der Protago-nist erlebt, thematisiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Struktur der Novelle

3. Symbolisierung und Problematisierung von Bürgertum und Künstlertum

3.1 Bodenständiger Norden

3.2 Kreativer Süden

3.3. „Erkenntnisekel“

4. Dekadenz und Melancholie

4.1 Aspekte einer dekadenten Entwicklung

4.2 Kunst und Psyche

5. Erneuertes Kunstkonzept als vermeintliche Lösung seines Konflikts?

5.1 Rückkehr in den Norden

5.2 Innerer Wandel als realistische Selbstrezeption?

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht Thomas Manns Novelle „Tonio Kröger“ hinsichtlich der tiefgreifenden Spannungen zwischen bürgerlicher Lebenswelt und künstlerischer Existenz. Das zentrale Ziel ist es, den Prozess der Identitätsfindung des Protagonisten zu analysieren und zu prüfen, ob die Entwicklung eines neuen, auf Distanznahme basierenden Kunstkonzepts eine tragfähige Lösung für seine innere Zerrissenheit darstellt.

  • Analyse der strukturellen und symbolischen Gegensätze zwischen bürgerlichem Norden und künstlerischem Süden.
  • Untersuchung der psychologischen Auswirkungen von Dekadenz und Melancholie auf den Künstler.
  • Deutung der „Erkenntnisekel“-Thematik im Hinblick auf das Verhältnis zwischen Kunst und Leben.
  • Bewertung von Tonios Rückkehr in die Heimat und die damit verbundene Selbstrezeption.
  • Kritische Würdigung der künstlerischen Neuorientierung am Ende der Novelle.

Auszug aus dem Buch

3.3. „Erkenntnisekel“

Tonios Ablehnung des Bürgerlichen ist eng verbunden mit seiner sehr spezifischen, persönlichen Wahrnehmung der anderen Menschen, die keine Künstler sind. In seinem Gespräch mit Lisaweta bezeichnet er dies als „Erkenntnisekel […]: Der Zustand, in dem es dem Menschen genügt, eine Sache zu durchschauen, um sich bereits zum Sterben angewidert (und durchaus nicht versöhnlich gestimmt) zu fühlen“ (TK: 36). Relativiert wird dies noch weiter durch den Umstand, dass der Künstler dieses Durchschauen oftmals ablehnt, es vermeiden will, und dennoch nicht verhindern kann, was ihm persönlich zur Qual wird. Mit dem ironischen Kommentar, dass „eine andere, nicht minder liebenswürdige Seite der Sache […] dann freilich die Blasiertheit, Gleichgültigkeit und ironische Müdigkeit aller Wahrheit gegenüber“ (TK: 36) sei, zeigt er die destruktive Wirkung des Erkenntnisekels auf: Das Leiden, welches sich eingräbt in die Persönlichkeit des Künstlers und innere Ablehnung hervorruft. „Der Erkenntnisekel spiegelt sich in der zitierten Gestalt des Hamlet“, in welcher Tonio sein Leiden dargestellt sieht durch das „zum Wissen berufen werden, ohne dazu geboren zu sein“ (TK: 36).

Hier setzt Tonio allerdings auch zur Kritik am Literaten an, dem er vorwirft, durch sein Schaffen dieses Erlebnis zu analysieren und zu verarbeiten. Er könne „das Ganze für alle Zeit erledigen und gleichgültig machen und keinen Dank dafür nehmen“ (TK: 37). Was der Literat aber verkenne, ist der Umstand, „daß das Leben noch fortfahren mag, zu leben, daß es sich dessen nicht schämt, nachdem es doch ausgesprochen und ›erledigt‹ ist. Aber siehe da, es sündigt trotz aller Erlösung durch die Literatur unentwegt darauf los; denn alles Handeln ist Sünde in den Augen des Geistes“ (TK: 38). Den (auf der textuellen Ebene überraschenden) Umkehrschluss, den Tonio daraus zieht, ist sein Bekenntnis, dass er das Leben liebe. Doch er schränkt diese Liebe ein: Denn es ist letztlich die Einfachheit und die Offenheit des Lebens, sofern es sich in seinem eigenen Rahmen befindet, den die Kunst ihm zugesteht bzw. den es nicht überwinden sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zentrale Problemstellung von Thomas Manns „Tonio Kröger“ ein, die Spannung zwischen Bürgerlichkeit und Künstlertum, und formuliert die These, dass Tonio diese Zerrissenheit trotz Selbstreflexion nie vollständig auflösen kann.

2. Zur Struktur der Novelle: Das Kapitel analysiert den Aufbau der Novelle in neun Kapiteln und arbeitet heraus, wie der Zerfall der Kröger-Familie einerseits und das Gespräch mit Lisaweta andererseits als zentrale Wendepunkte die Entwicklung Tonios prägen.

3. Symbolisierung und Problematisierung von Bürgertum und Künstlertum: Hier werden die gegensätzlichen Pole Norden (bürgerliche Stabilität) und Süden (künstlerische Kreativität) sowie das Phänomen des „Erkenntnisekels“ als belastende Komponente des künstlerischen Sehens untersucht.

4. Dekadenz und Melancholie: Dieses Kapitel beleuchtet, wie der Niedergang der Lebenskräfte bei gleichzeitigem Aufstieg intellektueller Differenzierung die Dekadenzthematik in der Novelle bestimmt und wie Tonio versucht, seine Melancholie in künstlerische Produktion zu transformieren.

5. Erneuertes Kunstkonzept als vermeintliche Lösung seines Konflikts?: Es wird analysiert, ob Tonio durch eine bewusste Distanznahme zum Leben eine neue, tragfähige Form der Künstlerschaft findet, wobei seine Rückkehr in den Norden eine ambivalente Rolle einnimmt.

6. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bilanziert, dass die Spannung zwischen Kunst und Leben in der Novelle zwar nicht gelöst wird, Tonio sie jedoch durch eine neue, distanzierte Kunstauffassung fruchtbar für sein Schaffen machen kann.

Schlüsselwörter

Tonio Kröger, Thomas Mann, Bürgerlichkeit, Künstlertum, Dekadenz, Melancholie, Erkenntnisekel, Identitätsfindung, Nord-Süd-Dichotomie, Distanznahme, Kunstkonzept, Literaturanalyse, ästhetische Autonomie, Selbstreflexion, Lebenskunst.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Novelle „Tonio Kröger“ von Thomas Mann und analysiert die existenzielle Zerrissenheit des Titelhelden zwischen seiner bürgerlichen Herkunft und seinem Dasein als Künstler.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die antithetische Gegenüberstellung von bürgerlicher Welt und künstlerischer Sphäre, die Thematik der Dekadenz, die Rolle der Melancholie sowie die Suche nach einer neuen künstlerischen Identität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu untersuchen, ob Tonio Kröger eine Brücke zwischen den Polen Bürgerlichkeit und Kunst schlagen kann und ob sein neues, auf Distanz basierendes Kunstkonzept eine tragfähige Lösung für seinen inneren Konflikt bietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die eng am Text arbeitet, die Struktur der Novelle untersucht und intertextuelle Bezüge (z.B. zu Schopenhauer) sowie fachwissenschaftliche Sekundärliteratur einbezieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Symbolik der Herkunft (Norden/Süden), die psychologischen Auswirkungen des „Erkenntnisekels“, die Bedeutung der Dekadenz- und Melancholie-Motivik sowie die Interpretation der Rückkehr des Protagonisten in seine Heimatstadt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Tonio Kröger, Bürgerlichkeit, Künstlertum, Dekadenz, Erkenntnisekel, Distanznahme und ästhetische Autonomie geprägt.

Welche Rolle spielt die „Glasscheibe“ als Symbol in der Novelle?

Die Glasscheibe symbolisiert Tonios beobachtende, aber passive Distanz zum Leben; er nimmt zwar am Geschehen teil, bleibt jedoch durch seine reflektierende Haltung ein Außenseiter, der das Leben nur noch aus der Distanz betrachtet.

Warum lehnt Tonio den „Dilettantismus“ ab?

Tonio lehnt dilettantische Kunst ab, weil er wahre Kunst als das Ergebnis einer schmerzhaften Erkenntnis und bewussten Distanz zum Leben begreift, während Dilettanten sich seiner Ansicht nach auf eine peinliche Weise an Lebensnähe versuchen.

Ist Tonios Schlussfolgerung am Ende der Novelle als Triumph zu verstehen?

Dies bleibt in der Interpretation ambivalent: Während einige Aspekte auf ein Finden seines künstlerischen Weges hindeuten, bleibt die grundlegende Zerrissenheit und die Sehnsucht nach dem Leben, die ihn weiterhin inspiriert, auch für die Zukunft bestehen.

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Details

Title
Die Beziehung von Bürgertum und Kunst in Thomas Mann 'Tonio Kröger'
College
University of Trier
Grade
2,0
Author
Matthias Billen (Author)
Publication Year
2009
Pages
23
Catalog Number
V162177
ISBN (eBook)
9783640760305
ISBN (Book)
9783640760473
Language
German
Tags
Beziehung Bürgertum Kunst Thomas Mann Tonio Kröger
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Billen (Author), 2009, Die Beziehung von Bürgertum und Kunst in Thomas Mann 'Tonio Kröger', Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/162177
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