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Mythologie und Geschichte in Handschriften. Literarische Verarbeitung des Weltendes in althochdeutschen Texten

Title: Mythologie und Geschichte in Handschriften. Literarische Verarbeitung des Weltendes in althochdeutschen Texten

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sebastian Großhans (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies

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Summary Excerpt Details

Im Zuge dieser Arbeit werden die Handschriften des Muspilli, die Monseer Fragmente (Matthäus 24,29 - 35) und die Verse 4278-4360 des Heliand auf Kohärenzen untereinander untersucht und in einen Zusammenhang mit christlicher und heidnischer Mythologie und Geschichte gebracht. Gerade für das Muspilli galt lange Zeit in der Forschung, dass altgermanische Mythologien in der Handschrift weiterlebten, was schließlich im frühen 20. Jahrhundert gänzlich verworfen wurde. Die Ablehnung altgermanischer Verbindungen wurde später gar dadurch bekräftigt, dass die Grundsteine schriftlicher Überlieferungen der germanischen bzw. nordischen Mythologie, die eddischen Ragnarökdichtungen, ihrerseits christlich geprägt waren. Diese Arbeit soll zeigen, dass das Muspilli und die anderen Handschriften auf ihre Weise zwar keine Relikte heidnischer Sagenkultur sind, jedoch gezielt Elemente untergebracht wurden, für deren Verständnis auch erst kürzlich missionierte Christen Parallelen zu ihrem vorherigen Glauben ziehen konnten.
Beachtet werden muss die Datierung, wobei die Stabreimverse des Heliand auf eine Zeit vor 850 nach unserer Zeitrechnung datiert werden, das Muspilli zwischen Ende des 8. Jahrhunderts und Mitte des 9. Jahrhunderts und die Monseer Fragmente auf das Ende des 8. Jahrhunderts. Ebenso von zentraler Bedeutung ist, dass man „in der Sprache des Heliand den Niederschlag in der altsächsischen Oberschicht gültigen Rechts- und Verkehrssprache“ sehen kann. Ferner soll laut dem Text selbst ein Sachse mit der Abfassung betraut worden sein. Dagegen sind die Monseer Fragmente in Althochdeutsch mit bairischem Dialekt geschrieben und auch das Muspilli ist in bairischem Althochdeutsch gehalten und weist südrheinfränkische Spuren auf.
Nachdem sich der fränkische König Chlodwig I. aus der Dynastie der Merowinger zwischen 496 und 506 nach unserer Zeitrechnung in Reims zum Christentum taufen ließ, kam es während und nach der Christanisierung der Franken immer wieder zu Spannungen und Kriegen zwischen den christlichen und den heidnischen Germanen, welche unter Karl Martells Feldzügen gegen die Sachsen und schließlich den Sachsenkriegen Karls des Großen ihren Höhepunkt im 8. und 9. Jahrhundert erreichten. Das bairische Stammesherzogtum war bereits von den Merowingern unter fränkische Oberherrschaft gezwungen worden. Im Jahr 788 wurde es schließlich vom Frankenkönig Karl dem Großen gänzlich seinem Reich einverleibt, wurde jedoch nicht in kleinere Gebiete zerschlagen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

  • Einleitung
  • Vom Ende der Welt
    • Monseer Fragmente
    • Heliand
  • Das Muspilli
    • Seelenheil vor dem Ende der Zeiten
    • Die Zerstörung der Welt
    • Das Jüngste Gericht
    • Das Jenseits
  • Endbetrachtung

Zielsetzung und Themenschwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Handschriften des Muspilli, der Monseer Fragmente (Matthäus 24,29-35) und des Heliand hinsichtlich ihrer Kohärenzen. Sie analysiert, wie diese Texte christliche und heidnische Mythologie und Geschichte miteinander verknüpfen. Die Arbeit beleuchtet, wie diese Texte Elemente aus alten Glaubensvorstellungen integrierten und sie für ein missioniertes Publikum zugänglich machten.

  • Literarische Verarbeitung des Weltendes in althochdeutschen Texten
  • Verknüpfung von christlicher und heidnischer Mythologie
  • Missionstätigkeit und Rezeption in unterschiedlichen Ständen
  • Sprachliche und stilistische Besonderheiten der Handschriften
  • Die Rolle des Jüngsten Gerichts in den Texten

Zusammenfassung der Kapitel

Das erste Kapitel führt in das Thema der literarischen Verarbeitung des Weltendes in althochdeutschen Texten ein. Es beschreibt die Zielsetzung und den Fokus der Arbeit. Das zweite Kapitel untersucht die Monseer Fragmente und den Heliand, die beide den Weltuntergang aus einer christlichen Perspektive beschreiben, jedoch Elemente aus der germanischen Mythologie integrieren. Das dritte Kapitel analysiert das Muspilli, das sich mit der Zerstörung der Welt, dem Jüngsten Gericht und dem Jenseits auseinandersetzt. Die Arbeit zeigt auf, wie diese Handschriften das Thema des Weltuntergangs für ein missioniertes Publikum zugänglich machten und dabei gleichzeitig Elemente des alten germanischen Glaubens einbezogen.

Schlüsselwörter

Althochdeutsche Literatur, Weltuntergang, Jüngstes Gericht, Muspilli, Monseer Fragmente, Heliand, Christliche Mythologie, Germanische Mythologie, Mission, Sprache, Stil, Rezeption, Standesunterschiede.

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Details

Title
Mythologie und Geschichte in Handschriften. Literarische Verarbeitung des Weltendes in althochdeutschen Texten
College
University of Stuttgart  (Literaturwissenschaft)
Course
Alles auf Anfang – Althochdeutsche Sprache und Literatur
Grade
1,3
Author
Sebastian Großhans (Author)
Publication Year
2010
Pages
22
Catalog Number
V162071
ISBN (eBook)
9783640756896
ISBN (Book)
9783640757145
Language
German
Tags
Literaturwissenschaft Mediävistik Muspilli Weltuntergang Mittelalter Heliand Heiland Nordische Mythologie Christentum Religion Althochdeutsch Weltende Ragnarökdichtung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Großhans (Author), 2010, Mythologie und Geschichte in Handschriften. Literarische Verarbeitung des Weltendes in althochdeutschen Texten, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/162071
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