Wenn Sie an Marketing denken, fallen Ihnen wahrscheinlich Begriffe wie Wettbewerber, Marktpartner oder auch noch Marktbegleiter ein, wie es immer wieder in der Literatur zu lesen und auf Seminaren zu hören ist.
Aber denken Sie mal nach. Was ist ein Wettbewerber, ein Marktpartner oder ein Marktbegleiter?
Der Reihe nach
Ein Wettbewerber ist einer, mit dem man mit gleichen Mitteln um den Sieg kämpft, um festzustellen, wer der Bessere ist. Und in einem fairen Wettbewerb treten Gleichberechtigte gegeneinander an. 100m Läufer gegen 100m Läufer, Kanuten gegen Kanuten und Boxer in der gleichen Gewichtsklasse. Der Sieger gewinnt aber vernichtet nicht seinen Gegner.
Auch wenn der Begriff „Wettbewerb“ nicht sportlich interpretiert wird, sondern im Sinne eines kreativen Leistungsvergleichs gesehen wird, wie z. B. bei Architektur-Wettbewerben, sind die Chancen gleich und die Verlierer nicht generell aus dem Marktgeschehen entfernt.
Noch fairer müssten Marktpartner oder Marktbegleiter miteinander umgehen. Sie würden sich, wenn sie wirklich Partner oder Begleiter wären, gegenseitig unterstützen und helfen, weil sie das gleiche Ziel haben.
Im wirtschaftlichen Bereich wird aber der Begriff „Wettbewerb“ von den Volkswirtschaftlern mit Verdrängung, Abnahme von Marktanteilen, schöpferische Zerstörung, Preiskrieg, usw. gleich gesetzt.
Noch konkreter und direkter ist der verpönte Begriff Konkurrenz. Die Ökonomen erklären dieses Wort so: „Konkurrenz ist der Kampf verschiedener Anbieter um die Kunden.“
Diese stark vereinfachten aber dennoch richtigen Interpretationen zeigen, dass Marketing kein Wettbewerb sondern Krieg ist. Das beweisen schon die wichtigsten Handlungsoptionen die es im Marketing gibt: „Strategie“, „Taktik“ und „Operative Maßnahmen“, drei militärische Begriffe, die –richtig ausgefüllt– das Ziel haben, die Schlachten und damit letztendlich den Krieg zu gewinnen.
Die Praxis:
Inhaltsverzeichnis
1. Marketing ist Krieg. Die Chancen der Kleinbetriebe.
1.1 Der Reihe nach
1.2 Die Praxis
2. Die falschen Vorstellungen
3. Die Kardinalfehler
4. Die falschen Berater
5. Konzentrieren Sie sich auf die Vorteile die Sie besitzen
5.1 Ihre Vorteile im Einzelnen
5.1.1 Die Nähe
5.1.2 Der Direktkontakt zum Kunden
5.1.3 Das persönliche Verhältnis
5.1.4 Die Vertrauenswürdigkeit
5.1.5 Die Individualisierung
5.1.6 Die Schnelligkeit
5.1.7 Die Flexibilität
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Inhabern von Klein- und Familienbetrieben ein grundlegendes Verständnis für die Notwendigkeit strategischen Marketings zu vermitteln und sie zu befähigen, ihre spezifischen Wettbewerbsvorteile gegenüber Großunternehmen effektiv einzusetzen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, wie kleine Unternehmen durch eine konsequente Ausrichtung auf Kundennähe, Individualität und Agilität in einem als "Krieg" interpretierten Marktumfeld erfolgreich bestehen können.
- Die Neuinterpretation von Marketing als strategischer Wettbewerbskampf.
- Analyse typischer Fehlvorstellungen und Kardinalfehler in der Unternehmensführung von Kleinbetrieben.
- Die kritische Auseinandersetzung mit der Rolle externer Berater und Marketing-Begrifflichkeiten.
- Die Identifikation und gezielte Nutzung von sieben spezifischen Wettbewerbsvorteilen kleiner Unternehmen.
- Die strategische Bedeutung von Schnelligkeit und Flexibilität in der direkten Kundenkommunikation.
Auszug aus dem Buch
Die Kardinalfehler
Bei Fragen der Werbung ist die Ästhetik wichtiger als die konsequente Darstellung der Vorteile, die man zu bieten hat. Oder man orientiert sich an den visuellen Erscheinungsformen und den Aussagen der Konkurrenten, weil man diese gut findet und so ähnlich im Markt auftreten will.
Bei Entscheidungen im Bereich des Service hat die Vermeidung von Leistungen Vorrang vor der Kundenzufriedenheit.
Im Vertrieb wird erst über neue Möglichkeiten nachgedacht, wenn die Konkurrenten sich dort bereits erfolgreich etabliert haben und man feststellen muss, dass die eigenen Kunden abwandern.
Entschließt sich dann ein Inhaber doch einmal einen Profi zu engagieren, muss er sehr oft feststellen, dass er zwar viel Geld bezahlen muss aber spürbare Erfolge oft ausbleiben. Der Grund ist einfach. Die wirklich guten Marketingprofis sind rar und sitzen gut bezahlt in den (internationalen) Beratungsfirmen, Agenturen und Großunternehmen. Die, die sich bei Handwerk, Handel und Dienstleistern anbieten und für 30.-, 50.-, 70.- EURO die Stunde arbeiten, sind meistens 2. Wahl. Für sie ist oft der eigene Verdienst das Wichtigste.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Marketing ist Krieg. Die Chancen der Kleinbetriebe.: Der Autor definiert Marketing als aggressiven Verdrängungswettbewerb und betont, dass Kleinbetriebe durch strategisches Handeln in diesem Umfeld bestehen können.
2. Die falschen Vorstellungen: Es wird dargelegt, warum viele Inhaber von Kleinbetrieben Marketing unterschätzen und sich fälschlicherweise ausschließlich auf die operative Arbeit statt auf strategische Zukunftsplanung konzentrieren.
3. Die Kardinalfehler: Dieses Kapitel identifiziert verbreitete strategische Fehler in den Bereichen Werbung, Service und Vertrieb sowie bei der Zusammenarbeit mit unqualifizierten externen Beratern.
4. Die falschen Berater: Es wird vor Beratern gewarnt, die durch die Verwendung modischer Managementbegriffe Kompetenz vortäuschen, ohne echten Mehrwert für Kleinbetriebe zu liefern.
5. Konzentrieren Sie sich auf die Vorteile die Sie besitzen: Der Kernteil der Arbeit erläutert sieben spezifische Stärken kleiner Unternehmen, die auf der Nähe zum Kunden basieren und einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil darstellen.
6. Fazit: Die abschließende Zusammenfassung bekräftigt, dass der konsequente Einsatz der Kundennähe die beste Strategie für Kleinbetriebe ist, um ihre Marktposition zu behaupten.
Schlüsselwörter
Marketing, Kleinbetrieb, Familienbetrieb, Wettbewerb, Kundennähe, Strategie, Taktik, Servicequalität, Direktkontakt, Individualisierung, Flexibilität, Unternehmertum, Marktvorteil, Kundenzufriedenheit, Unternehmensführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der strategischen Positionierung von Klein- und Familienbetrieben in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld, das der Autor als "Marketing-Krieg" einstuft.
Welche zentralen Themenfelder deckt das Dokument ab?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Führungsfehlern, der richtigen Interpretation von Marketing als Wettbewerbsinstrument sowie der praktischen Anwendung von sieben spezifischen Wettbewerbsvorteilen kleiner Betriebe.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Firmeninhaber für die strategische Relevanz von Marketing zu sensibilisieren und ihnen aufzuzeigen, wie sie durch ihre natürliche Kundennähe gegenüber Großkonzernen bestehen können.
Welche wissenschaftliche Perspektive oder Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine praxisorientierte, analytische Perspektive, die sich stark auf betriebswirtschaftliche Realitäten und die strategische Abgrenzung von Kleinunternehmen gegenüber Industriekonzernen stützt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert Fehler bei der Auswahl von Beratern und Werbemaßnahmen und detailliert die sieben Stärken, angefangen bei der Nähe zum Kunden bis hin zur individuellen Flexibilität im Angebot.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Kundennähe, Wettbewerbsvorteil, Strategie, Kleinbetrieb und Marketing-Krieg.
Warum sieht der Autor Großunternehmen als "langsam" an?
Großunternehmen leiden laut Autor unter bürokratischen Strukturen, langwierigen Entscheidungsprozessen und einem fehlenden direkten Kundenkontakt, was ihre Reaktionsfähigkeit im Vergleich zu Kleinbetrieben massiv einschränkt.
Wie sollten Kleinbetriebe mit Marketing-Beratern umgehen?
Der Autor rät zur Skepsis gegenüber Beratern, die komplexe Fachbegriffe verwenden, und empfiehlt, sich stattdessen auf die eigenen Stärken und das unmittelbare Kundenbedürfnis zu konzentrieren.
- Arbeit zitieren
- Hans-Jürgen Borchardt (Autor:in), 2010, Marketing ist Krieg, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/162034