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Zur Shop-Startseite › Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)

Über das Böse in der Welt

Ein Vergleich zwischen Immanuel Kant und Hannah Arendt

Titel: Über das Böse in der Welt

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 46 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Fernando Correia da Ponte (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Über das Böse in der Welt.
Ein Vergleich zwischen Immanuel Kant und Hannah Arendt.

"Schlaf wie ein Tier, mein Herz; hör auf zu fragen." schreibt Charles Baudelaire in "Die Blumen des Bösen". Das Herz erscheint hier als Ort des Sprechens, als Ort der Fragen, den es zum schlafen zu bringen gilt. Dieses schlafende Herz macht den Mensch zum Tier, oder anders formuliert, der Mensch hört auf Mensch zu sein. Der Titel des Gedichtes: "Neigung zum Nichts", aus dem diese Zeile stammt, verstärkt diese Lesart. Bei Kant findet sich mit dem Hang zum Bösen beim Menschen ein vergleichbarer Ausdruck zur Neigung zum Nichts.

In dieser Arbeit soll der Versuch eines Vergleichs gewagt werden zwischen Kant und Arendt hinsichtlich der Frage, woher das Böse im Menschen komme.
In einem klassischen Dreischritt soll zuerst Kants und darauf Arendts Verständnis des Bösen nachgezeichnet werden, um in einem dritten Abschnitt auf dem Sockel dieser Ausführungen die kommunikativen Elemente als Schnittpunkt beider Konzepte zu thematisieren. Überlegungen in einem synthetischen Sinne – aus Kantschen und Arendtschen Gedanken – bilden den Abschluss. Hierbei geht es um die These, dass der Mensch immer auch anders handeln kann; er kann in dunklen Zeiten seine und die aller Menschen Menschlichkeit erhalten, indem er von seiner Freiheit Gebrauch macht und Mut zeigt.

Leseprobe


1. Das Böse

2. Kant über das Böse in der Welt

2.1 Muthmaßlicher Anfang der Menschengeschichte

2.2 Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft

2.2.1 Von der ursprünglichen Anlage zum Guten in der menschlichen Natur

2.2.2 Von dem Hange zum Bösen in der menschlichen Natur

2.2.3 Von der Wiederherstellung der ursprünglichen Anlage zum Guten in ihre Kraft

2.3 Zusammenfassung

3. Hannah Arendt über das Böse in der Welt

3.1 Nach-Denken über das Böse

3.2 Arendts Konzeption des Selbst und des Bösen

Exkurs zu Kant: "An Stelle [je]des Andern Denken" – Über das kommunikative Element der Vernunft

3.3 Adolf Eichmann, oder: Von den Pflichten eines gesetzestreuen Bürgers

3.3.1 Eichmanns Gewissen

3.3.2 Pflicht und Gesetz – Hannah Arendts moralphilosophische Betrachtungen

4. Mut

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit unternimmt den Versuch eines philosophischen Vergleichs zwischen Immanuel Kant und Hannah Arendt, um der grundlegenden Frage nachzugehen, woher das Böse im Menschen stammt und wie es sich in menschliches Handeln übersetzt.

  • Analyse des kantischen Begriffs des "radikal Bösen" als eine Entscheidung der freien Willkür.
  • Untersuchung von Hannah Arendts Konzept der "Gedankenlosigkeit" und der "Banalität des Bösen".
  • Kritische Betrachtung von Adolf Eichmann als Fallbeispiel für eine fehlende moralische Integrität.
  • Herausarbeitung der Bedeutung des "Zwiegesprächs mit sich selbst" als Bedingung für moralisches Handeln.
  • Synthese beider Ansätze zur Frage der Freiheit und der Möglichkeit, auch unter totalitären Bedingungen moralisch zu widerstehen.

Auszug aus dem Buch

2. Kant über das Böse in der Welt

Tercium non datur - um moralisch gut, muss der Mensch nach Kant Rigorist, d.h. Dualist sein. Für Kant gibt es nur Gut oder Böse, nichts Drittes. Gut und Böse werden dem entsprechend von Kant als radikal handlungstheoretische Kategorie bestimmt. In der Schrift Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft entfaltet Kant seine Theorie über das Böse im Menschen, die im Hinblick auf die Freiheitsproblematik vorgestellt wird.

Entgegen der Erfahrung, die den Menschen als zum Teil sittlich gut und sittlich böse beschreibt (vgl. RGV: 668), wendet Kant ein, dass eine solches moralisches Mittelding innerhalb der Sittenlehre eine Gefahr für die Bestimmtheit und Festigkeit von Maximen bedeute. Für die Beurteilung der Moralität einer Handlung wäre ein solches Mittelding fatal. Das innere Prinzip der Maximen, d.h. eine böse oder gute Gesinnung, muss eindeutig geregelt sein, entweder gut oder böse, damit das Urteil eine Grundlage besitzt um diese Handlung, die als eine freie verstanden werden muss, einem Menschen zuzuordnen. Die Zuordnung einer Handlung aufgrund ihrer Absichten bestimmt die absolute Verantwortung des Menschen für seine Gesinnung. Als frei gedachtes Wesen kann der Mensch in seiner Willkür entscheiden, ob er das moralische Gesetz in seine Maxime, der Regel für den Gebrauch der Freiheit, als oberstes Prinzip aufnimmt und ein moralisch gutes Wesen sein möchte oder nicht: er ist frei in seiner Willkür, gleichwohl hat er einen natürlichen Hang zum Bösen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Böse: Einführung in die Problematik und die methodische Verbindung zwischen Kant und Arendt über die Frage nach dem "schlafenden Herzen" und der Gedankenlosigkeit.

2. Kant über das Böse in der Welt: Darstellung von Kants Theorie, in der das Böse als eine bewusste Umordnung der Maximen aus Freiheit verstanden wird.

2.1 Muthmaßlicher Anfang der Menschengeschichte: Analyse der Entstehung der menschlichen Freiheit und der moralischen Wahlfähigkeit anhand des biblischen Sündenfalls.

2.2 Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft: Untersuchung der zwei Thesen zum radikal Bösen als Pervertierung des Grundes aller Maximen.

2.2.1 Von der ursprünglichen Anlage zum Guten in der menschlichen Natur: Erläuterung der drei ursprünglichen Anlagen des Menschen zur Tierheit, zur Menschheit und zur Persönlichkeit.

2.2.2 Von dem Hange zum Bösen in der menschlichen Natur: Analyse des "radikalen, angeborenen" Bösen als habituelle Begierde und Verkehrung der sittlichen Ordnung.

2.2.3 Von der Wiederherstellung der ursprünglichen Anlage zum Guten in ihre Kraft: Diskussion der Möglichkeiten einer Herzensänderung durch die Aufnahme des moralischen Gesetzes in die eigene Maxime.

2.3 Zusammenfassung: Resümee von Kants handlungstheoretischer Konzeption, in der Freiheit die notwendige Bedingung für moralische Zurechnung bleibt.

3. Hannah Arendt über das Böse in der Welt: Auseinandersetzung mit Arendts Suche nach Verstehen und ihrem Konzept der Banalität des Bösen.

3.1 Nach-Denken über das Böse: Kritische Reflexion der Rolle Eichmanns und der Bedeutung von Gedankenlosigkeit bei der Entstehung von Verbrechen.

3.2 Arendts Konzeption des Selbst und des Bösen: Untersuchung des Verhältnisses zum Selbst als notwendiges "Zwiegespräch" und Bedingung für moralische Integrität.

Exkurs zu Kant: "An Stelle [je]des Andern Denken" – Über das kommunikative Element der Vernunft: Einordnung von Kants Maximen in Arendts dialogisches Modell und Widerlegung des Solipsismus-Vorwurfs.

3.3 Adolf Eichmann, oder: Von den Pflichten eines gesetzestreuen Bürgers: Analyse der Transformation des Gewissens bei Eichmann unter den Bedingungen totalitärer Herrschaft.

3.3.1 Eichmanns Gewissen: Untersuchung der Pervertierung des Gewissensbegriffs in das Gegenteil seiner ursprünglichen moralischen Funktion.

3.3.2 Pflicht und Gesetz – Hannah Arendts moralphilosophische Betrachtungen: Kritik an der deutschen Gesetzestreue und der Ersetzung des moralischen Gesetzes durch den Führerwillen.

4. Mut: Schlussbetrachtung zur Möglichkeit des Widerstands und zur Bedeutung der moralischen Persönlichkeit als frei handelndes Subjekt.

Schlüsselwörter

Böses, Kant, Arendt, Freiheit, Moral, Maxime, Willkür, Gedankenlosigkeit, Radikales Böses, Banalität des Bösen, Gewissen, Zwiegespräch, Vernunft, Verantwortung, Gesetzestreue.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die philosophischen Konzepte des Bösen bei Immanuel Kant und Hannah Arendt, um zu ergründen, wie das Böse im Menschen entsteht und welche Rolle die menschliche Freiheit und die Fähigkeit zum selbstreflexiven Denken dabei spielen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die Themen Freiheit, moralische Zurechnungsfähigkeit, die Struktur von Maximen, die Rolle des Gewissens sowie das Phänomen der Gedankenlosigkeit in totalitären Systemen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Konzepte des "radikal Bösen" bei Kant und der "Banalität des Bösen" bei Arendt aufeinander zu beziehen und zu zeigen, dass Arendts Beobachtungen an Eichmann auch mit kantischen Begriffen als ein Versagen des moralischen Selbstverhältnisses gedeutet werden können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit verwendet eine textanalytische und komparative Methode, bei der zentrale Schriften Kants (vor allem zur Religion) und Vorlesungen sowie Berichte Arendts in einen systematischen Vergleich gestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Ausarbeitung des kantischen Freiheits- und Böse-Begriffs sowie eine anschließende Untersuchung von Arendts Verständnis des "Zwiegesprächs mit sich selbst", welches sie am Fallbeispiel Adolf Eichmanns exemplifiziert.

Was charakterisiert die in der Arbeit verwendeten Schlüsselwörter?

Die Begriffe wie "Maxime", "Willkür" und "Gedankenlosigkeit" dienen dazu, die Übergänge von der inneren moralischen Haltung zur äußeren, oft verheerenden Handlung analytisch präzise zu erfassen.

Wie bewertet Arendt Eichmanns moralische Lage?

Arendt sieht in Eichmann keinen "Dämon", sondern einen Menschen, der durch das Fehlen von Selbstreflexion und die Aufgabe des eigenen Denkens an den Willen des Führers die Fähigkeit verlor, moralisch zu urteilen – eine Gedankenlosigkeit, die den Horror der Banalität des Bösen ausmacht.

Warum ist das "Zwiegespräch mit sich selbst" bei Arendt so wichtig?

Dieses "Zwei-als-Einer" ist für Arendt das Fundament moralischer Integrität; wer mit sich selbst nicht im Dialog bleibt, kann nicht mehr prüfen, ob sein Handeln mit dem eigenen Selbstbild vereinbar ist, und verliert somit den inneren Kompass für moralisches Handeln.

Ende der Leseprobe aus 46 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Über das Böse in der Welt
Untertitel
Ein Vergleich zwischen Immanuel Kant und Hannah Arendt
Hochschule
Universität Hamburg  (Philosophisches Seminar)
Veranstaltung
Immanuel Kant über Religion
Note
1,0
Autor
Fernando Correia da Ponte (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
46
Katalognummer
V162017
ISBN (eBook)
9783640757404
ISBN (Buch)
9783640757756
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kant Arendt Böse Eichmann Wurzel zum Bösen Einsamkeit Verlassenheit Mut Religionsschrift Über das Böse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Fernando Correia da Ponte (Autor:in), 2007, Über das Böse in der Welt, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/162017
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Leseprobe aus  46  Seiten
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