In der vorliegenden Arbeit werden Graffiti als kulturelles und linguistisches Phänomen untersucht. Es wird eine mögliche Typisierung vorgeschlagen und Beispiele rings um das Campusgelände, auf den Tischen eines Hörsaals und an den Toilettenwänden der Technischen Universität Darmstadt analysiert. Des Weiteren beinhaltet die Hausarbeit einen kurzen historischen Abriss und eine knappe Erörterung zu Graffiti im gesellschaftlichen Kontext und in der Stadt. Das Ziel dieser Arbeit ist es zu verdeutlichen, dass Graffiti in jeglicher Form Kommunikationsmedien Jugendlicher und auch junger Erwachsener sind und diesen zur Erschließung und Gestaltung der eigenen Umwelt dienen.
Inhaltsverzeichnis
0. Abstract
1. Einleitung
1.1 Historische Vorbetrachtungen
1.2 Vorgehensweise
2. Graffiti an der Universität Darmstadt
2.1 Die bunten Wände des „Campus Stadtmitte“
2.2 „Tischgraffiti“ im Hörsaal
2.3 Klokritzelei an der „Lichtwiese“ - Die Toilette als öffentlicher Raum
3. „Darmstadt Sucks!“ – Graffiti im gesellschaftlichen Kontext
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht Graffiti als linguistisches und kulturelles Phänomen im Kontext der Technischen Universität Darmstadt. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Graffiti – sei es an Wänden, Tischen oder in Toiletten – als wichtiges Kommunikationsmedium für Jugendliche und junge Erwachsene dienen, um sich ihre Umwelt erschließend anzueignen.
- Typisierung und Analyse von Graffiti im universitären Umfeld
- Historische Einordnung und gesellschaftliche Funktion
- Die Rolle von Anonymität und Machtausübung in der Kommunikation
- Graffiti als Form jugendkultureller Ausdrucksweise und Raumaneignung
- Semiotische und pragmatische Aspekte von Wand- und Tischkritzeleien
Auszug aus dem Buch
2.3 Klokritzelei an der „Lichtwiese“ - Die Toilette als öffentlicher Raum
Die Öffentlichkeit brauchte seit jeher Räume, um sich zu entfalten. Früher fanden Diskussion und Meinungsäußerung in Kaffeehäusern und Salons statt (vgl. Busse 1996: S. 347), heute hingegen sind selbst die Toiletten öffentlicher Raum der Kommunikation. Das heißt es soll im Folgenden davon ausgegangen werden, dass sich Öffentlichkeit und dadurch auch Kommunikation in der Toilette als abgegrenztem Raum gesellschaftlicher Wirklichkeit abspielen (vgl. Busse 1996: S. 348). In diesem Sinne zeichnet sich das ‚stille Örtchen’ als Medium des sprachlichen Austausches eben darin aus, da es „nicht Zwecken und Interessen unterworfen ist, sondern lediglich die Form gibt, in der Zwecke und Interessen artikuliert (…) werden können“ (Busse 1996: S. 348).
Dadurch wird die Toilette zu einem sprachlichen Raum, der maßgeblich von Faktoren wie Anonymität und Zensur als einer Art Machtausübung, beeinflusst wird. In diesem Abschnitt stehen nun, die unter diesen Bedingungen entstandenen Sprüche, Gespräche, Bildchen und Symbole an der Toilettenwand der Mensa des Campus Lichtwiese im Mittelpunkt.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Abstract: Kurzer Überblick über die Untersuchung von Graffiti als kulturelles Phänomen und Kommunikationsmedium unter Verwendung von Beispielen der Universität.
1. Einleitung: Einführung in die Graffiti-Thematik als Gegenstand linguistischer Forschung und Darstellung der Relevanz für Jugendliche.
1.1 Historische Vorbetrachtungen: Historischer Abriss von den Ursprüngen der Wandmalerei bis zur modernen Rezeption und wissenschaftlichen Betrachtung.
1.2 Vorgehensweise: Erläuterung der Auswahl und Untersuchungsmethodik der exemplarischen Graffiti an der TU Darmstadt.
2. Graffiti an der Universität Darmstadt: Kategorisierung der untersuchten Graffiti in Schriftgraffiti, Symbole, Tags, Throw Ups und Pieces.
2.1 Die bunten Wände des „Campus Stadtmitte“: Analyse von Ausrufen, Protesten und Tags an öffentlichen Mauern des Campus.
2.2 „Tischgraffiti“ im Hörsaal: Untersuchung der anonymen Kommunikation und Machtverhältnisse durch Kritzeleien in universitären Lehrräumen.
2.3 Klokritzelei an der „Lichtwiese“ - Die Toilette als öffentlicher Raum: Betrachtung der Toilette als kommunikativer Raum und Analyse der dortigen Interaktionen.
3. „Darmstadt Sucks!“ – Graffiti im gesellschaftlichen Kontext: Einordnung der Graffiti als Ausdruck gesellschaftlicher Realitäten und als Werkzeug zur Territorialisierung städtischen Raums.
4. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Aufzeigen von Potenzialen für zukünftige, langfristigere Forschungsansätze.
Schlüsselwörter
Graffiti, Jugendsprache, Kommunikation, TU Darmstadt, Tischgraffiti, Toilettenkritzeleien, Anonymität, Urbaner Raum, Subkultur, Linguistik, Semiotik, Jugendkultur, Öffentlicher Raum, Tags, Stückwerk
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht Graffiti an der Technischen Universität Darmstadt als ein linguistisches und kulturelles Phänomen, das als Kommunikationsmedium für Studierende und Jugendliche dient.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit konzentriert sich auf die Kategorisierung von Graffiti, ihre gesellschaftliche Funktion im urbanen Raum sowie die spezifische Kommunikation an Orten wie Hörsälen und Toiletten.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit möchte verdeutlichen, wie Graffiti als Medium zur Erschließung und Gestaltung der eigenen Umwelt durch Jugendliche und junge Erwachsene genutzt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine exemplarische qualitative Analyse von fotografisch dokumentierten Graffiti-Beispielen vorgenommen, ergänzt durch theoretische Bezüge zur Semiotik, Linguistik und zur Soziologie des Raumes.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Graffiti auf dem Campus, an Hörsaaltischen und auf Toiletten, wobei insbesondere Aspekte wie Anonymität, Machtausübung, Ästhetik und Protest behandelt werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Graffiti, Jugendkultur, Kommunikation, urbaner Raum, Anonymität und linguistische Zeichensetzung.
Welche Rolle spielt die Anonymität bei der Graffiti-Kommunikation?
Die Anonymität bietet einen Schutzraum, der es den Schreibern ermöglicht, ihre Meinung ungefiltert zu äußern, wobei sie gleichzeitig als „Nahtstelle zwischen Subkultur und Öffentlichkeit“ fungiert.
Wie unterscheiden sich Graffiti in Hörsälen von denen an Außenwänden?
Während Außenwände oft als Protestflächen oder zur Territorialisierung dienen, bilden Hörsaaltische Orte für „Tischgespräche“ und interaktive Ergänzungen, die stark von Langeweile und Machtausübung durch Überstreichen geprägt sind.
- Arbeit zitieren
- Ulrike Roder (Autor:in), 2010, Graffiti an der Technischen Universität Darmstadt, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/161968