Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit den Deserteuren des 2. Weltkrieges. Sie zeigt auf, wie mit Deserteuren, unter Hitlers Herrschaft, umgesprungen wurde und was sie nach dem Krieg an "Gerechtigkeit" erfahren haben.
Gliederung
1. Einleitung
2. Deserteure der NS-Zeit
2.1. Umgang mit Deserteuren zu NS-Zeit
2.2. Die Überlebenden
2.3. Der Umgang mit den Deserteuren in der Nachkriegszeit und Jahre später
3. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht das Schicksal der Deserteure während der NS-Zeit, hinterfragt die Stigmatisierung als "Verräter" oder "Feiglinge" und analysiert den schwierigen Prozess ihrer gesellschaftlichen und juristischen Rehabilitierung in der Nachkriegszeit.
- Die militärische Verfolgung und drakonische Bestrafung von Fahnenflüchtigen im NS-Staat.
- Die persönlichen Beweggründe zur Desertion und der Kampf um das nackte Überleben.
- Die literarische Aufarbeitung durch Überlebende wie Alfred Andersch.
- Die langwierige politische Auseinandersetzung um die Rehabilitierung der Deserteure im Nachkriegsdeutschland.
Auszug aus dem Buch
2. Deserteure der NS-Zeit
„Erfahrungsgemäß rekrutieren sich die Fahnenflüchtigen zum größten Teil aus psychopathischen Minderwertigen[...]. Das Hauptkontigent stellen die Gruppen der Stimmungslabilen und Willensschwachen (Haltlosen), daneben spielen auch die Hysterischen und Phantasten eine Rolle.“ So definiert die Militärjustiz was Deserteure sind, Feiglinge die einen viel zu schwachen Willen haben um im Krieg zu kämpfen oder eben geistig verwirrte (Psychopathen).
Selbst in der Bevölkerung wird dieser Irrglauben verstreut und der Hass auf die Deserteure damit geschürrt, das Deserteure der Gemeinschaft die Treue brechen. Doch was sind Deserteure wirklich? Deserteure sind Menschen, die keineswegs psychisch labil sind. Der Beweis dafür liegt besonders in den letzten Monaten des 2. Weltkrieges, wo es vermehrt Fahnenflüchtige gab. Deserteure gab es immer in der Geschichte, immer wenn es Krieg gab. Das Hitler so stark gegen diese Gruppe von Menschen vorgehen wollte, lag allein daran das er glaubte, dass Deutschland den 1. Weltkrieg wegen den Deserteuren verloren habe. Neben den Juden sind sie die Sündenböcke, die er nun versuchte auszulöschen. Hitler artikuliert sich bezüglich der Deserteure so, dass er sagt, dass er den Willen der Volksgemeinschaft ausdrückt und das jeder der sich gegen dem von ihm formulierten Volkswillen verstößt, Treuebruch gegenüber der Gemeinschaft begeht und dies ein Verbrechen sei.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Problematik der Deserteure während des Zweiten Weltkriegs ein und wirft die Kernfrage auf, ob diese Menschen als Verräter oder als Helden zu betrachten sind.
2. Deserteure der NS-Zeit: Dieser Abschnitt beleuchtet die ideologische Stigmatisierung der Deserteure durch die NS-Justiz, die tatsächlichen Fluchtgründe der Soldaten sowie die Erfahrungsberichte Überlebender wie Alfred Andersch und den Prozess der Rehabilitierung in der Nachkriegszeit.
3. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Deserteure keine homogene Gruppe waren, sondern Menschen, die sich in einem menschenverachtenden Krieg gegen ein verbrecherisches Regime entschieden und dafür lange Zeit gesellschaftliche Ausgrenzung erfuhren.
Schlüsselwörter
Deserteure, Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg, Fahnenflucht, NS-Justiz, Widerstand, Rehabilitierung, Wehrmacht, Militärstrafrecht, Alfred Andersch, Kirschen der Freiheit, Kriegsdienstverweigerung, Stigmatisierung, Sündenböcke, NS-Aufhebungsgesetz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Einordnung von Deserteuren der Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs und deren Behandlung durch den NS-Staat sowie die spätere bundesdeutsche Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die NS-Kriegsjustiz, die Stigmatisierung als "Verräter", Überlebensstrategien im Untergrund und der späte Prozess der juristischen Rehabilitierung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die einseitige Wahrnehmung der Deserteure als Feiglinge kritisch zu hinterfragen und die moralische Dimension ihrer Entscheidung gegen den NS-Krieg aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Primärdokumenten, zeitgenössischen Gesetzen und autobiografischen Berichten basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der NS-Propaganda, die Schilderung der Flucht und die juristische Nachgeschichte nach 1945.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Deserteure, NS-Aufhebungsgesetz, Rehabilitierung, Wehrmacht, Fahnenflucht, Widerstand.
Welche Rolle spielt Alfred Andersch in der Arbeit?
Alfred Andersch dient als ein zentrales Beispiel für einen überlebenden Deserteuren, der seine Erfahrungen in "Kirschen der Freiheit" literarisch verarbeitete und reflektierte.
Wie wurde mit Deserteuren in der frühen Nachkriegszeit umgegangen?
Sie wurden lange Zeit nicht als Opfer des Nationalsozialismus anerkannt und mussten weiterhin um ihre Rehabilitierung kämpfen, da die Urteile des NS-Regimes oft noch als rechtmäßig galten.
- Arbeit zitieren
- Christine Hirsch (Autor:in), 2010, Deserteure. Vergessene Helden oder erinnerte Verräter?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/161936