Sie kennen das, der Interessent lehnt ein Angebot mit einer klassischen Standardformulierung ab.
„Das ist mir zu teuer.“
„Ich muss mir das noch einmal überlegen.“
„Eigentlich hatte ich mir das anders vorgestellt.“
„Ich verschiebe das auf später.“
In vielen Fällen ist hier das Verkaufsgespräch zu Ende, weil der Verkäufer nicht erkennt, dass diese Argumente oft nur ein Vorwand sind, um die Entscheidung zu verschieben. Die Gründe für die „Nicht-Entscheidung“ sind vielfältig, z. B.:
• Der Interessent ist sich nicht sicher, ob er Ihnen
vorbehaltlos vertrauen kann.
• Er ist nicht sicher, ob er sämtliche Informationen, die für
die Entscheidung notwendig sind, besitzt.
• Das Angebot ist seiner Meinung nach nicht ausreichend
detailliert. Er vermutet irgendwelche Lücken.
• Er hat das Gefühl, dass Sie seinen Bedarf, seine Wünsche
nicht richtig kennen.
• Er ist misstrauisch, weil er früher schon schlechte
Erfahrungen gemacht hat.
• Er glaubt, dass ein anderes Unternehmen es wahrscheinlich
besser machen wird.
• Er ist unsicher, weil er kein Fachmann ist und die Details
nicht versteht.
• Er erkennt die Vorteile, die (nur) Sie bieten, nicht.
Aber: Mit dem Einwand -dem versteckten „Nein“- beginnt erst das eigentliche Verkaufsgespräch. Voraussetzung ist jedoch, dass man die Motive der Einwände erkennt, um sie zu entkräften.
Inhaltsverzeichnis
1. Der Defizit-Einwand
2. Der Zeit-Einwand
3. Der Preis-Einwand
Zielsetzung & Themen
Das Werk verfolgt das Ziel, Verkäufern praxisnahe Strategien an die Hand zu geben, um typische Einwände von Interessenten als Einstieg in ein tiefergehendes, vertrauensbildendes Verkaufsgespräch zu nutzen, anstatt diese als bloße Ablehnung hinzunehmen.
- Analyse und Entkräftung von Defizit-Einwänden
- Strategischer Umgang mit zeitlichen Verzögerungstaktiken
- Professionelle Reaktion auf Preis-Einwände und Konkurrenzvergleiche
- Techniken zur Vertrauensbildung durch Kundenberatung
- Methoden zur wertorientierten Differenzierung vom Wettbewerb
Auszug aus dem Buch
1. Der Defizit-Einwand
Der Interessent ist im Normalfall kein Profi. Zusammenhänge, Terminologie, Details sind ihm fremd. (Denken Sie an den IT-Bereich oder an Marketingberater) Aber das will er nicht direkt zugeben. Damit ist sein Einwand keine Ablehnung, sondern eine indirekte Aufforderung zur (umfassenden) Erklärung. Er will mehr wissen, über Hintergrund, Technik, Software, Ablauf, Zusammensetzung der Kosten, Service etc.
Man erkennt diese Einwände relativ schnell, wenn sie etwa wie folgt formuliert werden:
„Ich habe gehört (mir sagen lassen, gelesen), dass eine Funktion nicht immer gewährleistet ist.“
„Das Produkt XYZ kann zusätzlich noch …“
„Ihr Wettbewerber XYZ bietet außerdem noch eine kostenlose Einarbeitung.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der Defizit-Einwand: Dieses Kapitel erläutert, dass Wissenslücken des Kunden oft als Einwand getarnt werden und durch umfassende Erklärungen sowie fachliche Beratung in Chancen umgewandelt werden können.
2. Der Zeit-Einwand: Hier wird dargelegt, wie man bei Verzögerungstaktiken des Kunden den Gesprächsfaden wieder aufnimmt, indem man die Entscheidung sachlich unterstützt und auf die Risiken der Untätigkeit hinweist.
3. Der Preis-Einwand: Das Kapitel beschreibt den Umgang mit Preisvergleichen und Wettbewerbsdruck, wobei der Fokus auf dem detaillierten Vergleich von Leistungen und der Verdeutlichung des individuellen Nutzens liegt.
Schlüsselwörter
Verkaufsgespräch, Einwandbehandlung, Kaufentscheidung, Kundenvertrauen, Preisverhandlung, Wettbewerbsvorteil, Beratungsansatz, Defizit-Einwand, Zeit-Einwand, Preis-Einwand, Fachkompetenz, Verkaufsstrategie, Angebotsvergleich, Kundenorientierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen und methodischen Aufarbeitung typischer Kundeneinwände im Verkaufsprozess.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Identifikation versteckter Kaufmotive hinter Standardabsagen wie Preisbedenken, Zeitnot oder Informationsdefiziten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Verkäufer dazu zu befähigen, Einwände nicht als Ende des Gesprächs, sondern als Beginn einer beratenden Argumentation zu betrachten.
Welche wissenschaftliche oder methodische Herangehensweise wird verwendet?
Es wird ein praxisorientierter Ansatz gewählt, der durch konkrete Dialogbeispiele und psychologische Taktiken zur Vertrauensstärkung ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die drei Hauptkategorien der Einwände: den Wissensmangel des Kunden, die zeitliche Verzögerungstaktik und die Preisverhandlungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Einwandbehandlung, Vertrauensaufbau, Verkaufspsychologie, Angebotsberatung und wettbewerbsorientierte Nutzenargumentation.
Wie sollte ein Verkäufer reagieren, wenn ein Kunde den Preis des Wettbewerbers als günstiger anführt?
Anstatt in eine defensive Rechtfertigung zu gehen, sollte der Verkäufer den Vergleich gemeinsam mit dem Kunden im Detail durchführen, um Leistungsunterschiede transparent zu machen.
Warum ist das Loben des Kunden in einer Verhandlungssituation wichtig?
Loben fungiert als Bestätigung für die Person und deren Handlungen, was maßgeblich zur Vertrauensbildung beiträgt und eine kooperative Gesprächsatmosphäre schafft.
Was bedeutet der „Defizit-Einwand“ konkret für den Vertriebsprozess?
Er signalisiert, dass der Kunde überfordert ist oder Informationen vermisst; er ist somit eine verdeckte Aufforderung an den Verkäufer, mehr Beratungsleistung zu erbringen.
- Arbeit zitieren
- Hans-Jürgen Borchardt (Autor:in), 2010, Die drei wichtigsten Absagen erkennen und verkaufen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/161895