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Zwischen Relief und Development - Die Umsetzung welcher Maßnahmen begünstigt die Friedenskonsolidierung nach Bürgerkriegen?

Titel: Zwischen Relief und Development - Die Umsetzung welcher Maßnahmen begünstigt die Friedenskonsolidierung nach Bürgerkriegen?

Bachelorarbeit , 2009 , 56 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Hannes Krüger (Autor:in)

Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Preis von bewaffneten Konflikten ist hoch. Sie kosten Geld und Sicherheit, schränken Freiheiten ein und vernichten unzählige Chancen und Möglichkeiten. Leidtragende sind dabei insbesondere die Menschen, deren Leben und Existenzen zerstört werden.
Um dieses Leid zu verhindern, wurden zum Ende des zweiten Weltkrieges internationale Gremien und Institutionen geschaffen, die ein friedliches Miteinander in der Welt überwachen und durchsetzen sollten. Dieser herkulischen Aufgabe sind die damals ins Leben gerufenen Organisationen wie die Vereinten Nationen (UN) und die Bretton Woods Institutionen (der Internationale Währungsfond und die Weltbank) jedoch nur teilweise gerecht geworden.
Die Anzahl der Konflikte steigt seit dem Jahr 2003 wieder, so dass die Wirksamkeit der von der In-ternationalen Gemeinschaft genutzten Konfliktlösungsstrategien zu hinterfragen ist.
In dieser Arbeit werden, nach einer theoretischen Einführung zu den Konzepten und Diskursen zu dem Thema, die praktischen Rahmenbedingungen von erfolgreichen friedenbringenden Maßnahmen im Spannungsfeld zwischen der Nothilfe für die betroffenen Bevölkerung und den langfristigen Aufbauprogrammen untersucht.Dafür werden exemplarisch unterschiedliche Maßnahmen durchgesprochen und auf deren Nachhaltigkeit und Erfolgswahrscheinlichkeit hin untersucht.
Die Anzahl der für eine Friedenskonsolidierung umzusetzenden Maßnahmen ist dabei nicht zu beziffern: Abertausende Verhaltensnormen, Ansichten, Institutionen und Strukturen müssen reformiert, verändert oder neu geschaffen werden. Für eine leichtere Übersicht werden die friedenskonsolidierenden Maßnahmen in die drei Kategorien Sicherheit, sozio-ökonomische Faktoren und politische Rahmenbedingungen eingeordnet. Aus jeder Kategorie habe ich zwei zentrale Maßnahmen (z.B. Demilitarisierung und Demobilisierung, Stärkung der Zivilgesellschaft, wirtschaftliche Grundlagen,..) herausgesucht und näher erläutert.

Diese Ausarbeitung bietet dem Leser eine umfangreiche Übersicht über die verschiedenen Maßnahmenkategorien zur Friedenskonsolidierung und zeigt die Differenzen zwischen den theoretischen Überlegungen und den praktischen Umsetzungen auf. Der (Wieder-)Aufbau funktionierdender Gesellschaftsstrukturen nach einem Bürgerkrieg ist eine höchst komplexe Angelegenheit und stellt die internationale Gemeinschaft immerwieder vor große Herausforderungen. Ob sie diese bewältigen kann, hängt von der erfolgreichen Implementierung der Lehren vorheriger Friedenseinsätze ab.

Leseprobe


Gliederung

1. Einleitung

2. Friedenkonsolidierung durch Friedensmissionen – Begriff und Entwicklung

3. Zwischen Relief und Development – theoretische Ansätze und praktische Aufgabenverteilung

3.1. Konfliktbewältigung in der akademischen Debatte

3.2. Konfliktphasen und das Kontiguum Modell

4. Einflussnehmende Rahmenbedingungen

4.1. Spoiler

4.2. Gestaltungswille der Internationalen Gemeinschaft

5. Friedenskonsolidierende Maßnahmen

5.1. Sicherheit

5.1.1. Demobilisierung und Demilitarisierung

5.1.2. Öffentliche Sicherheit

5.2. Sozio-ökonomische Faktoren

5.2.1. Schaffung von Bildungsmöglichkeiten

5.2.2. Wirtschaftliche Grundlagen

5.3. Politische Rahmenbedingungen

5.3.1. Stärkung der Zivilgesellschaft

5.3.2. Demokratisierung und Menschenrechte

6. Defizite und Gefahren bei der Friedenskonsolidierung

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, welche Maßnahmen nach dem Abschluss eines Friedensabkommens in Bürgerkriegsgesellschaften am wirksamsten zur Friedenskonsolidierung beitragen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Prioritätensetzung zwischen verschiedenen Maßnahmenkatalogen das höchste Potenzial bietet, den Friedensprozess erfolgreich und nachhaltig abzuschließen, wobei Sicherheit als Grundvoraussetzung definiert wird.

  • Analyse theoretischer Ansätze der Konfliktbewältigung (Relief vs. Development).
  • Untersuchung von Rahmenbedingungen wie Spoilern und dem Engagement der Internationalen Gemeinschaft.
  • Kategorisierung friedenskonsolidierender Maßnahmen in Sicherheit, sozio-ökonomische und politische Faktoren.
  • Bewertung der Rolle von Demobilisierung, Bildung, Wirtschaftsförderung und Zivilgesellschaft.
  • Diskussion von Defiziten und Problemen bei der Umsetzung moderner Friedensmissionen.

Auszug aus dem Buch

3.1. Konfliktbewältigung in der akademischen Debatte

In der Friedensforschung wird zwischen vier unterschiedlichen Denkschulen unterschieden: Konfliktmanagement, Konflikt-Resolution, Komplementärtheorie und Konflikt-Transformation. Die verschiedenen Ansätze bauen nicht direkt aufeinander auf, ergänzen sich allerdings und finden allesamt in der praktischen Friedenskonsolidierung Anwendung. Bis Mitte der 1990er Jahre konzentrierten sich die Theorien auf die reine Schlichtung von Konflikten. In den folgenden Jahren verstärkte sich die Erkenntnis, dass zusätzliche Vorgehensweisen vonnöten sind, um einen Konflikt erfolgreich bewältigen zu können.

Das Konfliktmanagement zielt auf das kurzfristige Management und damit die Lösung von bewaffneten Konflikten durch neutrale und freiwillige diplomatische Initiativen. Der Ansatz ist ergebnisorientiert. Die agierenden Diplomaten sind Vertreter bilateraler oder multilateraler Organisationen und vermitteln nur zwischen den Führungsspitzen der Konfliktparteien. Zusätzlicher Druck kann durch angedrohte Sanktionen oder Waffengewalt seitens externer Drittstaaten ausgeübt werden. Lederach kritisiert diesen Ansatz wegen seines alleinigen Fokus auf die Anführer. Auch verhalten sich die eingreifenden Akteure, insbesondere in innerstaatlichen Konflikten, nicht immer neutral und übergehen aufgrund einer möglichst schnell zu findenden Lösung tiefer greifende Ursachen der Konflikte, wodurch keine langfristige Stabilität gewährleistet werden kann. Anwendung fand dieser Ansatz unter anderem in Bosnien 1995 und im Friedensabkommen im Sudan 2005.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Schwierigkeiten der Friedenskonsolidierung nach Bürgerkriegen und stellt die Forschungsfrage nach einer effektiven Priorisierung von Maßnahmen.

2. Friedenkonsolidierung durch Friedensmissionen – Begriff und Entwicklung: Dieses Kapitel definiert Friedenskonsolidierung als komplexen Prozess nach einem Krieg und skizziert die historische Entwicklung von Friedensmissionen.

3. Zwischen Relief und Development – theoretische Ansätze und praktische Aufgabenverteilung: Es werden verschiedene wissenschaftliche Denkschulen zur Konfliktbewältigung vorgestellt und das Modell des Kontiguums zur Verbindung von Soforthilfe und langfristiger Entwicklung erläutert.

4. Einflussnehmende Rahmenbedingungen: Der Fokus liegt hier auf Faktoren, die den Erfolg von Missionen beeinflussen, insbesondere die Rolle von Spoilern und die Bedeutung eines kohärenten Gestaltungswillens der Internationalen Gemeinschaft.

5. Friedenskonsolidierende Maßnahmen: Das Kernkapitel gliedert notwendige Maßnahmen in die Bereiche Sicherheit, sozio-ökonomische Faktoren und politische Rahmenbedingungen und bewertet deren Bedeutung.

6. Defizite und Gefahren bei der Friedenskonsolidierung: Hier werden strukturelle Probleme wie fehlende zentrale Koordination und mangelnde Berücksichtigung lokaler Gegebenheiten bei der Umsetzung von Friedensmissionen kritisch diskutiert.

7. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Sicherheit die höchste Priorität genießen sollte, da sie die Grundvoraussetzung für wirtschaftliche und soziale Stabilisierung sowie langfristigen Frieden schafft.

Schlüsselwörter

Friedenskonsolidierung, Bürgerkrieg, Friedensmissionen, Konfliktmanagement, Sicherheit, Demobilisierung, Zivilgesellschaft, Wiederaufbau, Internationale Gemeinschaft, Konflikttransformation, Failed States, Friedensprozess, Ressourcen, Demokratisierung, Menschenrechte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie nach dem Ende eines Bürgerkrieges ein nachhaltiger Frieden in einem betroffenen Land aufgebaut werden kann und welche Rolle internationale Friedensmissionen dabei spielen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit deckt ein breites Spektrum ab: von der theoretischen Einordnung der Konfliktbewältigung über sicherheitstechnische Aspekte wie Demobilisierung bis hin zu sozio-ökonomischen Grundlagen und dem politischen Staatsaufbau.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu bestimmen, welche Priorisierung von Maßnahmen – basierend auf Maßnahmenkatalogen – das größte Potenzial bietet, eine Friedenskonsolidierung erfolgreich abzuschließen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse der Friedens- und Konfliktforschung sowie die Auswertung zahlreicher internationaler Studien zu verschiedenen Friedensmissionen und deren Erfolgs- oder Misserfolgsfaktoren.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse verschiedener Maßnahmenkategorien (Sicherheit, Sozio-Ökonomie, Politik) und deren Zusammenspiel im Kontext des sogenannten multidimensionalen Ansatzes.

Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch?

Zentrale Begriffe sind Friedenskonsolidierung, Spoiler, multidimensionaler Ansatz, Demobilisierung, zivile Sicherheit und die Rolle der Internationalen Gemeinschaft.

Warum wird Sicherheit als höchste Priorität eingestuft?

Der Autor argumentiert, dass Sicherheit eine Grundvoraussetzung ist; ohne ein stabiles und berechenbares Umfeld können weder wirtschaftliche Entwicklung noch soziale Reformen oder politische Teilhabe wirksam umgesetzt werden.

Welche Rolle spielen "Spoiler" bei der Friedenskonsolidierung?

Spoiler sind Akteure oder Gruppierungen, die den Friedensprozess aus persönlichen oder politischen Gründen stören oder untergraben wollen. Der Umgang mit ihnen ist entscheidend, da sie ein hohes Risiko für das Scheitern einer gesamten Mission darstellen.

Wird der "multidimensionale Ansatz" als Erfolg gewertet?

Der Autor sieht den multidimensionalen Ansatz als das derzeit sinnvollste theoretische Modell an, merkt jedoch an, dass die praktische Umsetzung bisher häufig an fehlender Koordination und mangelnder Einbeziehung lokaler Akteure scheitert.

Ende der Leseprobe aus 56 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zwischen Relief und Development - Die Umsetzung welcher Maßnahmen begünstigt die Friedenskonsolidierung nach Bürgerkriegen?
Hochschule
Hochschule Bremen
Note
1,3
Autor
Hannes Krüger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
56
Katalognummer
V161790
ISBN (eBook)
9783640765560
ISBN (Buch)
9783640765669
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Friedenskonsolidierung Bürgerkrieg Demilitarisierung und Demobilisierung DDR Kontiguum Modell Development Wiederaufbau humanitäre hilfe humanitarian aid schwache staaten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hannes Krüger (Autor:in), 2009, Zwischen Relief und Development - Die Umsetzung welcher Maßnahmen begünstigt die Friedenskonsolidierung nach Bürgerkriegen?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/161790
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  56  Seiten
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