Studienseminar für Lehrämter an Schulen Hamm
- Seminar für das Lehramt GHR (G) -
Schriftliche Unterrichtsplanung
zum 4. Unterrichtsbesuch im Fach Mathematik
Name:
Datum: 17.06.2009
Zeit: 9:00 Uhr- 9:45 Uhr
Klasse: 1a 16 Schülerinnen 11 Schüler
1 Thema der Reihe
„Wir spielen mit Formen.“- eine handlungsorientierte und kreative Auseinandersetzung mit ebenen, geometrischen Grundformen durch Legen, Nachlegen und Auslegen zur Erlangung räumlichen Vorstellungsvermögens, zur Förderung der visuellen Wahrnehmungsfähigkeit und geometrischer Grunderfahrungen sowie zur Anbahnung einer geometrischen Sprachkultur.
2 Thema der Einheit
„Wir legen Tangram- Figuren aus und finden Tricks.“- Erweiterung und Anwendung der Vorkenntnisse durch Auslegen von Umrissfiguren mit allen sieben Teilen des Tangrams und erstes Entdecken/ Verbalisieren von individuellen Legestrategien zur Förderung des räumlichen Vorstellungsvermögens und des geometrischen Darstellungsvermögens.
3 Aufbau der Reihe
1. Einheit: „Wir wiederholen die geometrischen Formen.“- Wiederholung der Formeigenschaften von Kreis, Dreieck, Rechteck und Quadrat in einer Lernecke und erweitern der Kenntnisse über geometrische Grundformen durch kennen lernen des Begriffes Parallelogramm, um das Wissen über ebene Figuren aufzufrischen und die begrifflichen Vorraussetzungen für das Tangram- Spiel vorzubereiten.
2. Einheit: „Wir lernen das Spiel Tangram kennen und erzeugen damit eine Sommerlandschaft.“- Kennen lernen der Teilfiguren eines Tangrams durch Zählen und Beschreiben dieser und erstes Erproben der Spielregeln durch freies Legen zum Thema `Sommerlandschaft` mit anschließender Veröffentlichung der Collage in der Klasse, um die visuelle Wahrnehmungsfähigkeit und geometrische Sprachkultur zu fördern.
3. Einheit: „Wir legen Tangram- Figuren aus und finden Tricks.“- Erweiterung und Anwendung der Vorkenntnisse durch Auslegen von Umrissfiguren mit allen sieben Teilen des Tangrams und erstes Entdecken/ Verbalisieren von individuellen Legestrategien zur Förderung des räumlichen Vorstellungsvermögens und des geometrischen Darstellungsvermögens.
4. Einheit: „Wir legen Tangram- Figuren nach und benutzen unsere Tricks.“- Anwendung der gewonnenen Kenntnisse auf weitere Tangram- Figuren, indem die Kinder in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden Tangram- Figuren nachlegen, damit das räumliche Vorstellungsvermögen gefördert wird.
5. Einheit: „Wir erstellen eine Tangram- Kartei für die Freiarbeit.“
usw.
Inhaltsverzeichnis
1 Thema der Reihe
2 Thema der Einheit
3 Aufbau der Reihe
4 Kernanliegen der Einheit
4.1 Zentraler Arbeitsauftrag
4.2 Reflexionsauftrag bzw. Leitimpuls für die Reflexionsphase
5 Begründung des Kernanliegens aus didaktischer und methodischer Sicht
5.1 Sachanalyse
5.2 Didaktische Analyse
5.3 Lehrplan
5.4 Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler
5.5 Didaktische Reduktion
5.6 Methodische Analyse
5.7 Teilziele des Kernanliegens
5.7.1 Sachkompetenz
5.7.2 Methodenkompetenz
5.7.3 Sozialkompetenz
5.7.4 Selbstkompetenz
6 Verlaufsplanung der Einheit
Zielsetzung & Themen
Die Unterrichtseinheit zielt darauf ab, durch das chinesische Legespiel "Tangram" geometrische Grunderfahrungen zu erweitern, das räumliche Vorstellungsvermögen zu schulen und durch die Anwendung von Legestrategien die visuelle Wahrnehmungsfähigkeit sowie die geometrische Sprachkultur der Schülerinnen und Schüler der Klasse 1a zu fördern.
- Handlungsorientierte Erarbeitung geometrischer Grundformen.
- Entwicklung und Verbalisierung individueller Legestrategien.
- Förderung der prozessbezogenen Kompetenzen "Darstellen und Kommunizieren".
- Differenzierte Aufgabenstellung zur Stärkung der Problemlösungskompetenz.
- Soziales Lernen durch Partnerarbeit und Austausch über Vorgehensweisen.
Auszug aus dem Buch
5.1 Sachanalyse
Inhalt dieser Einheit ist das chinesische Legespiel „Tangram“. Es gehört zu den berühmtesten Denkspielen der Welt.1 Im Gegensatz zum klassischen Puzzle besteht das Tangram ausschließlich aus sieben gleichfarbigen ebenen Formen. Diese entstehen durch das einfache Halbieren von Seiten und Diagonalen eines Quadrates (Abb. 1): zwei große, kongruente gleichschenklige Dreiecke; zwei kleine, kongruente gleichschenklige Dreiecke; ein Quadrat; ein Parallelogramm und ein mittleres, gleichschenkliges Dreieck.
Alle entstanden Figuren sind somit flächen- und zerlegungsgleich. Der Sinn des Spiels besteht darin, dass man immer wieder neue Figuren aus Teilstücken legt. Derzeit sind über 1600 Legefiguren bekannt.2 Die Regeln des Tangrams sind einfach. Es sollen immer alle sieben Formen zum Nachbilden der Bildvorlagen verwendet werden, das heißt keine Form darf übrig bleiben.3 Die Formen werden immer aneinander (die Berührung an einem Punkt genügt schon, das heißt, es muss nicht immer eine Formseite vollständig angelegt sein) und nie übereinander gelegt. Die Nachbildung muss exakt der Bildvorlage entsprechen, sonst wurde die Aufgabe nicht gelöst. Geringste Veränderungen in der Nachbildung verändern die ausgelegte Figur sichtbar.4
Zusammenfassung der Kapitel
1 Thema der Reihe: Beschreibt die ganzheitliche Ausrichtung der Unterrichtsreihe auf das spielerische, geometrische Experimentieren zur Förderung der Raumvorstellung.
2 Thema der Einheit: Definiert den spezifischen Fokus auf das Tangram-Spiel zur Anwendung von Vorkenntnissen und Entdeckung von Legestrategien.
3 Aufbau der Reihe: Detailliert die schrittweise Einführung und Vertiefung, vom Wiederholen der Formen bis zur Erstellung einer eigenen Tangram-Kartei.
4 Kernanliegen der Einheit: Benennt die Erweiterung geometrischer Grunderfahrungen durch das gezielte In-Beziehung-Setzen von Flächenformen.
5 Begründung des Kernanliegens aus didaktischer und methodischer Sicht: Liefert die wissenschaftliche Fundierung durch Sachanalyse, didaktische Prinzipien, Lehrplanbezug und die Berücksichtigung der individuellen Lernvoraussetzungen der Schüler.
6 Verlaufsplanung der Einheit: Umreißt konkret die zeitliche Struktur der Unterrichtsstunde in Einstiegs-, Erarbeitungs- und Reflexionsphasen.
Schlüsselwörter
Tangram, Geometrie, Grundschule, Raumvorstellung, Ebene Figuren, Legestrategien, Handlungsorientierung, Entdeckendes Lernen, Wahrnehmungsfähigkeit, Flächeninhalt, Kongruenz, Differenzierung, Kommunikation, Didaktische Reduktion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtsplanung grundsätzlich?
Die Arbeit beschreibt eine schriftliche Unterrichtsplanung für einen Unterrichtsbesuch im Fach Mathematik in einer ersten Klasse, wobei das Thema "Tangram-Figuren auslegen" im Zentrum steht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die Geometrie in der Grundschule, die Förderung des räumlichen Vorstellungsvermögens, die Anwendung von Legestrategien und die prozessbezogene Kompetenzentwicklung durch entdeckendes Lernen.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Das Ziel ist es, dass die Kinder durch das Legen von Tangram-Silhouetten geometrische Grundformen besser verstehen, erste Legestrategien entwickeln und ihre visuelle Wahrnehmungsfähigkeit trainieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Stunde verwendet?
Es wird ein handlungsorientierter und entdeckender Unterrichtsansatz verfolgt, bei dem die Kinder aktiv mit konkretem Material arbeiten, um mathematische Zusammenhänge eigenständig zu erschließen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die didaktische und methodische Begründung, eine Sachanalyse zum Tangram-Spiel, die Analyse der Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler sowie eine didaktische Reduktion der Aufgabenstellungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie Tangram, Raumvorstellung, entdeckendes Lernen, Geometrie, Legestrategien und die prozessbezogenen Kompetenzen des Lehrplans.
Wie geht die Lehrkraft mit den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in der Klasse um?
Es erfolgt eine qualitative Differenzierung durch unterschiedliche Schwierigkeitsgrade der Aufgaben (Feder/Stein) sowie gezielte individuelle Unterstützung für Kinder mit speziellen Förderbedarfen.
Warum wird im Unterrichtsverlauf auf Lösungsblätter verzichtet?
Die Lehrkraft verzichtet darauf, weil der Fehler durch das unmittelbare Auslegen der Silhouetten für die Kinder selbst direkt sichtbar ist, wenn die Umrissfigur nicht korrekt abgedeckt wurde.
- Arbeit zitieren
- Stefanie Hiller (Autor:in), 2009, Wir legen Tangram-Figuren aus und finden Tricks. Das Auslegen von Umrissfiguren im Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/161655