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Fähigkeit, Argument und Kommunikatorinformationen

Ein Vergleich der Dualen-Prozess-Modelle mit dem „Unimodell“

Titel: Fähigkeit, Argument und Kommunikatorinformationen

Diplomarbeit , 2004 , 134 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Julia Hornisch (Autor:in)

Psychologie - Sozialpsychologie

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Einstellungskonzept gehört zu den bedeutsamsten Konzepten der zeitgenössischen Sozialpsychologie. Wie ein roter Faden ziehen sich dabei vor allem die Dualen-Prozess-Modelle durch viele Ansätze zu diesem Thema. Diese Modelle nehmen an, dass neben der Verarbeitung von Überzeugungsbotschaft zusätzliche Randinformationen einen Einfluss auf die Einstellungsänderung haben können. In einem neueren Forschungsansatz wird die Notwendigkeit der Zweiteilung dieser Prozesse in Frage gestellt. Kruglanski et al. gehen in ihrem "Unimodell" davon aus, dass sowohl inhaltliche Argumente als auch periphere Hinweisreize funktional äquivalente Evidenzen darstellen, die über einen syllogistischen Schlussfolgerungsprozess zur Einstellungsänderung führen.
Die Autoren kritisieren, dass die Forschungsarbeiten zu den Dualen-Prozess-Modellen methodische Konfundierungen aufweisen, die sich als zwei unterschiedliche Verarbeitungsrouten interpretieren lassen.

Die Zielsetzung der vorliegenden Arbeit: Die Reihenfolge, Länge, Anzahl und Komplexität der unabhängigen Variablen umzukehren und auf der Basis dieser Umkehrung die Dualen-Prozess-Modelle und den Ansatz des Unimodells zu vergleichen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Theoretischer Teil

1 Einstellungsdefinitionen

1.1 Theoretische Konzepte

1.2 Empirische Befunde

2 Entstehung und Veränderung von Einstellungen

2.1 Theoretische Konzepte

2.2 Empirische Befunde

3 Das Informationsverarbeitungsparadigma

3.1 Theoretische Konzepte

3.2 Empirische Befunde

4 Das Modell der kognitiven Reaktionen

4.1 Theoretische Konzepte

4.2 Empirische Befunde

5 Duale-Prozess-Modelle

5.1 Das Elaborationswahrscheinlichkeitsmodell

5.1.1 Theoretische Konzepte

5.1.2 Empirische Befunde

5.2 Das Heuristisch-Systematische Modell

5.2.1 Theoretische Konzepte

5.2.2 Empirische Befunde

6 Das Unimodell

6.1 Theoretische Konzepte

6.2 Empirische Befunde

7 Grundlagen für die empirische Arbeit

7.1 Die Untersuchung von Petty, Cacioppo & Goldman (1981)

7.2 Zielsetzung der Arbeit

III Empirischer Teil

1 Hypothesen

2 Methoden

2.1 Wahl des Untersuchungsthemas

2.2 Voruntersuchung

2.3. Hauptuntersuchung

2.3.1 Stichprobe

2.3.2 Design

2.3.3 Ablauf

2.3.4 Untersuchungsmaterial

2.3.5 Operationalisierung der unabhängigen Variablen

2.3.6 Operationalisierung der abhängigen Variablen

3 Ergebnisse

3.1.Manipulationschecks

3.1.1 Fähigkeit

3.1.2 Qualität des Arguments

3.1.3 Expertise des Kommunikators

3.1.4 Glaubwürdigkeit des Kommunikators

3.1.5 Konsens

3.2 Einstellungen

3.3 Kognitive Reaktionen

3.4 Explorative Analysen

3.4.1 Einstellungen und Need for Cognition

3.4.2 Einstellungen und Relevanz des Themas „Medikament gegen Kopfschmerzen“

3.5 Korrelative Analysen

3.6 Urteilsicherheit

IV Diskussion

1 Zusammenfassung der Ergebnisse

2 Die Perspektive der Dualen-Prozess-Modelle

3 Implikationen für den Unimodell-Ansatz

4 Fazit

V Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die theoretische Zweiteilung der Informationsverarbeitung in Dualen-Prozess-Modellen (wie ELM und HSM) methodisch gerechtfertigt ist oder ob diese durch ein Ein-Prozess-Modell (Unimodell) ersetzt werden kann, indem die Parameter Reihenfolge, Länge, Anzahl und Komplexität der Informationen systematisch variiert werden.

  • Vergleich von Dualen-Prozess-Modellen mit dem Unimodell.
  • Analyse der kognitiven Prozesse bei der Einstellungsänderung.
  • Kritische Prüfung methodischer Konfundierungen in der klassischen Persuasionsforschung.
  • Empirische Untersuchung der Interaktion von Fähigkeit, Argumentqualität und Hinweisreizen.
  • Rolle individueller Unterschiede wie Need for Cognition und Themenrelevanz.

Auszug aus dem Buch

Die Zielsetzung der Arbeit

Die Zielsetzung der vorliegenden Arbeit besteht nun darin, die Reihenfolge, Länge, Anzahl und Komplexität der unabhängigen Variablen im Vergleich zu den „klassischen“ Studien der Dualen-Prozess-Modelle umzukehren und auf der Basis dieser Umkehrung die Zwei-Prozess-Modelle und den Ansatz des Unimodells miteinander zu vergleichen.

Da in den Arbeiten zu den Zwei-Prozess-Modellen nahezu immer erst die peripheren Hinweisreize (in geringer Anzahl und Komplexität) präsentiert werden und dann erst die Botschaft mit den Argumenten (in größerer Menge und höheren Anforderungen bezüglich dem Verarbeitungsniveau), wird in der folgenden Untersuchung erst ein kurzes und leicht verständliches Argument präsentiert, dem dann mehrere komplexere Hinweisreize folgen. Sollten sich damit für die Interaktionen von Motivation und Fähigkeit mit den Variablen Argument und Hinweisreiz umkehren, würde sich die Kritik von Kruglanski et al. (1999) bestätigen und die Annahmen bezüglich zweier qualitativ unterschiedlicher Prozesse und der qualitativ unterschiedlichen Wirkung von Argument und Hinweisreiz wären grundsätzlich in Frage zu stellen.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des Einstellungskonzepts in der Sozialpsychologie und führt in die Debatte zwischen Dualen-Prozess-Modellen und dem Unimodell ein.

II Theoretischer Teil: Dieser Abschnitt bietet einen fundierten Überblick über klassische Einstellungsdefinitionen, das Informationsverarbeitungsparadigma, das Modell der kognitiven Reaktionen sowie die detaillierte Darstellung von ELM, HSM und dem Unimodell.

III Empirischer Teil: Hier wird das experimentelle Design der Untersuchung beschrieben, das auf der systematischen Manipulation von Fähigkeit, Argumentqualität und Hinweisreizen basiert, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Ergebnisse.

IV Diskussion: Im Diskussionsteil werden die Ergebnisse interpretiert und die theoretischen Implikationen für die Persuasionsforschung im Kontext der Dualen-Prozess-Modelle und des Unimodells kritisch reflektiert.

Schlüsselwörter

Einstellungsänderung, Persuasion, Duale-Prozess-Modelle, Unimodell, Informationsverarbeitung, Need for Cognition, kognitive Reaktionen, Elaborationswahrscheinlichkeit, Hinweisreize, Argumentqualität, Motivationspsychologie, Sozialpsychologie, Urteilsbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob die Unterscheidung in zwei unterschiedliche Verarbeitungsrouten bei der Einstellungsänderung, wie sie in klassischen Modellen postuliert wird, tatsächlich existiert oder ob ein einzelner Prozess ausreicht, um diese Phänomene zu erklären.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Persuasionspsychologie, insbesondere der Vergleich zwischen dem Elaborationswahrscheinlichkeitsmodell (ELM), dem Heuristisch-Systematischen Modell (HSM) und dem sogenannten Unimodell.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, durch eine methodische Umkehrung klassischer Studienparameter (Reihenfolge, Länge, Anzahl und Komplexität der Informationen) die Validität der Dualen-Prozess-Modelle gegenüber dem Ein-Prozess-Ansatz (Unimodell) zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um ein experimentelles Design, bei dem die kognitive Kapazität (Fähigkeit), die Qualität der Argumente und die Valenz der Kommunikatorinformationen manipuliert wurden, um deren Einfluss auf die Einstellungsänderung zu messen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Bereich, der die bestehende Literatur aufarbeitet, und einen empirischen Teil, der das eigene Experiment, die durchgeführten Analysen und die Diskussion der Befunde präsentiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Persuasion, Einstellungsänderung, Unimodell, Duale-Prozess-Modelle, Informationsverarbeitung und Need for Cognition.

Inwiefern beeinflusst das „Need for Cognition“ die Ergebnisse?

Das Need for Cognition dient als Moderatorvariable, da Personen mit hoher Ausprägung eher dazu neigen, Informationen systematisch zu verarbeiten, was die Wirkung der Argumentqualität und der Hinweisreize beeinflussen kann.

Was ist die Schlussfolgerung bezüglich des Unimodells?

Die Arbeit stützt den Ansatz des Unimodells, da die Ergebnisse darauf hindeuten, dass keine qualitativen Unterschiede zwischen Verarbeitungsrouten notwendig sind, um Einstellungsänderungen zu erklären, sondern dass quantitative Faktoren wie Komplexität und Reihenfolge entscheidend sind.

Ende der Leseprobe aus 134 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Fähigkeit, Argument und Kommunikatorinformationen
Untertitel
Ein Vergleich der Dualen-Prozess-Modelle mit dem „Unimodell“
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Psychologisches Institut)
Note
1,0
Autor
Julia Hornisch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
134
Katalognummer
V161550
ISBN (eBook)
9783640914128
ISBN (Buch)
9783640914449
Sprache
Deutsch
Schlagworte
o Psychologie Sozialpsychologie Attribution Einstellung Einstellungsänderung Persuasion Kommunikation Kommunikator Duales-Prozess-Modell Zwei-Prozess-Modelle Argument periphere Hinweisreize Kruglanski Eagly Chaiken Petty Cacioppo
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Hornisch (Autor:in), 2004, Fähigkeit, Argument und Kommunikatorinformationen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/161550
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