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Die jüngere Geburtenentwicklung im europäischen Vergleich

Title: Die jüngere Geburtenentwicklung im europäischen Vergleich

Term Paper , 2010 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anna-Katharina Dhungel (Author)

Geography / Earth Science - Demographics, Urban Management, Planning

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Diese Hausarbeit vergleicht den Prozess der Geburtenrückgänge in den Ländern Europas. Zunächst werden Begriffe und wichtige statistische Maße erklärt. Es folgt eine Analyse der Geburtenrückgänge in Deutschland, wobei DDR gesondert betrachtet wird. Darauf aufbauend werden europäische Fertilitätsentwicklungen erläutert, wobei Europa in Ländergruppen eingeteilt wird um diese miteinander zu vergleichen. Im Anschluss werden theoretische Ansätze zur Erklärung von Geburtenrückgängen vorgestellt. Schließlich wird die Frage aufgeworfen, inwiefern die europäische Geburtenentwicklung ein Problem darstellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung

3. Geburtenrückgänge in Deutschland:

3.1 Fertilität im vorindustriellen Deutschland

3.2 Die erste demographische Transformation

3.3 Die zweite demographische Transformation

3.4 Geburtenrückgänge in der DDR

4. Europäische Fertilitätsvergleiche:

4.1 Die demographische Transformation in Europa

4.2 Unterschiede zwischen Nord-, Süd-, West- und Reformstaaten

4.3 Der Zusammenhang von Heirat und Geburt

5. Theorien der Fertilität:

5.1 Einflüsse auf die Geburtenentwicklung

5.2 Die Bevölkerungstheorie von Gerhard Mackenroth

5.3 Das Mikro-Meso-Makro-Modell von Jürgen Bähr

6. Diskussion

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, den komplexen Prozess der Geburtenrückgänge in europäischen Ländern vergleichend zu analysieren, theoretisch zu fundieren und die daraus resultierenden gesellschaftlichen Herausforderungen zu hinterfragen.

  • Statistische Grundlagen der Fertilitätsmessung
  • Historische Analyse der Geburtenentwicklung in Deutschland und der DDR
  • Vergleichende Untersuchung europäischer Ländergruppen
  • Zusammenhang zwischen Institution Ehe und Geburtenraten
  • Theoretische Erklärungsansätze für Fertilitätswandel

Auszug aus dem Buch

3.4 Geburtenrückgänge in der DDR

In Ostdeutschland stieg die zusammengefasste Geburtenrate ab 1975 wieder an, da die Regierung der DDR verschiedene politische Maßnahmen zur Familienbildung einführte, z.B. verbesserte Kinderbetreuung oder bezahlte Freistellung von erwerbstätigen Müttern. Anfang der 1980er lag die TFR in Ostdeutschland bei 1,8 Kindern pro Frau. Danach begann die Rate jedoch wieder zu sinken und erreicht kurz vor der Vereinigung in etwa wieder das Niveau von Westdeutschland (Abb. 2). Bevölkerungssoziologen sind deshalb skeptisch was die Wirksamkeit familienpolitischer Maßnahmen betrifft (HRADIL 2006: 49).

Nach der Vereinigung von Ost- und Westdeutschland sank die TFR in Ostdeutschland vorübergehend auf 0,77 Kinder je Frau, ein bisheriger „Negativ Weltrekord“(KRÖHNERT et al. 2008: 21). Bähr nennt drei Ursachenbündel für diesen drastischen Einbruch:

1. Der Umbruch führte zu einer Krisensituation, Arbeitslosigkeit breitete sich aus, von der vor allem die Frauen betroffen waren, viele Menschen hatten finanzielle Probleme und viele Kinderbetreuungseinrichtungen wurden geschlossen.

2. Die Wahlfreiheiten stiegen an, es gab alternative Lebensformen zu einer frühen Heirat und einem jungen Erstgebäralter, man orientierte sich an der späteren Familienbildung in Westdeutschland.

3. In der Wertehierarchie stand nun nicht mehr die Familie an erster Stelle, sondern der Arbeitsplatz und materieller Wohlstand.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der europäischen Geburtenrückgänge ein und erläutert den Aufbau der Untersuchung sowie die methodische Vorgehensweise.

2. Begriffsbestimmung: Hier werden zentrale demographische Maße wie die allgemeine Geburtenrate und die totale Fruchtbarkeitsrate definiert, um eine statistische Grundlage für die Analyse zu schaffen.

3. Geburtenrückgänge in Deutschland: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung der Fertilität in Deutschland vom vorindustriellen Zeitalter über die beiden demographischen Transformationen bis hin zu den spezifischen Entwicklungen in der DDR.

4. Europäische Fertilitätsvergleiche: Hier wird der Prozess der demographischen Transformation auf europäischer Ebene verglichen, regionale Unterschiede zwischen Ländergruppen herausgearbeitet und der Zusammenhang zwischen Heirats- und Geburtenverhalten erörtert.

5. Theorien der Fertilität: Dieses Kapitel stellt theoretische Erklärungsansätze vor, darunter die Bevölkerungstheorie von Mackenroth und das Mikro-Meso-Makro-Modell von Bähr, um die komplexen Einflussfaktoren auf das generative Verhalten zu verdeutlichen.

6. Diskussion: Das abschließende Kapitel diskutiert die negativen Folgen der Geburtenrückgänge, wie die Alterung der Gesellschaft und die Gefährdung des Generationenvertrags, und beleuchtet die politische Problematik pronatalistischer Maßnahmen.

Schlüsselwörter

Fertilität, Demographie, Geburtenrückgang, Geburtenrate, Bevölkerungswachstum, Transformation, Deutschland, DDR, Europa, Familienpolitik, Fertilitätstheorie, Bevölkerung, demographischer Wandel, Generationenvertrag, Kinderlosigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Prozess des Fertilitätsrückgangs in europäischen Ländern mit einem besonderen Fokus auf die historische Entwicklung in Deutschland sowie die theoretischen Hintergründe dieser demographischen Trends.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die statistische Erfassung von Geburten, der Vergleich verschiedener europäischer Regionen, die Auswirkungen politischer Umbrüche auf die Fertilität und die Einordnung in demographische Transformationstheorien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die vielschichtigen Ursachen für sinkende Geburtenraten in Europa aufzuzeigen und die Frage zu beantworten, inwieweit diese Entwicklung eine Herausforderung für die betroffenen Gesellschaften darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine vergleichende Analyse und wertet demographische Statistiken sowie soziologische Bevölkerungstheorien aus, um das generative Verhalten in den untersuchten Ländern zu erklären.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Analyse der deutschen Geburtenentwicklung, den europäischen Ländervergleich sowie die Vorstellung theoretischer Erklärungsmodelle zur Fertilität.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind die demographische Transformation, die totale Fruchtbarkeitsrate (TFR), das Bestandserhaltungsniveau und der gesellschaftliche Wertewandel.

Welche Rolle spielte die DDR bei den Geburtenrückgängen?

Die DDR dient als Fallbeispiel, an dem sich sowohl die kurzzeitigen Erfolge staatlicher familienpolitischer Maßnahmen als auch der drastische Einbruch der Geburtenraten nach der politischen Wende analysieren lassen.

Warum wird die Institution Ehe im Text diskutiert?

Die Arbeit beleuchtet, dass sich die Kopplung von Heirat und Geburt in vielen europäischen Ländern gelockert hat, was auf einen gesellschaftlichen Wandel und eine zunehmende Legitimation nichtehelicher Lebensgemeinschaften hinweist.

Welches Fazit zieht der Autor bezüglich politischer Maßnahmen?

Der Autor stellt fest, dass es kein einfaches Rezept für einen gezielten Geburtenanstieg gibt und staatliche Versuche zur Geburtenförderung bei Demographen umstritten sind, da die Einflüsse auf die Fertilität extrem komplex und vielfältig sind.

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Details

Title
Die jüngere Geburtenentwicklung im europäischen Vergleich
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Insitut für Geographie)
Grade
1,3
Author
Anna-Katharina Dhungel (Author)
Publication Year
2010
Pages
19
Catalog Number
V161431
ISBN (eBook)
9783640746088
ISBN (Book)
9783640861743
Language
German
Tags
Geburtenentwicklung Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna-Katharina Dhungel (Author), 2010, Die jüngere Geburtenentwicklung im europäischen Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/161431
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