In der folgenden Arbeit geht es um die Auswirkungen von Freiräumen auf die Bewohner von Quartieren am Fallbeispiel Dresden, wie sie diese nutzen, welchen Wert Freiräume besitzen sowie ob sich die Art und Weise von Freiräumen auf die Wohnungswahl wiederspiegelt. Es geht also um die zentrale Fragestellung, welche Beziehung die Bewohner zu den sie umgebenden Freiräumen besitzen und warum bestimmte Wohngebiete deshalb weniger und andere mehr bevorzugt werden. Am Ende dieser Arbeit soll aufgezeigt werden, wie Stadt- und Wohnraumplanung in Deutschland auf die entsprechenden Herausforderungen reagieren kann. Die Vielfalt an Definitionen für „Freiräume“ ist dabei mindestens genauso groß, wie die Zahl der Fachgebiete, in denen von Freiräumen gesprochen wird. Eine allgemeingültige Definition lässt sich also nur schwer konstruieren. Da die Fragestellungen insbesondere anhand Dresdner Wohngebiete erläutert werden soll, wird zunächst der historische Hintergrund zur Entstehung der Wohnviertel erläutert, bevor später im Detail auf die verschiedenen Quartiere eingegangen wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Definition von Freiräumen
2. Historischer Hintergrund
3. Funktion von Freiräumen
3.1. Nutzungsbezogene Funktion
3.2. Städtebauliche Gestaltungsfunktion
3.3. Ökologische Funktion
4. Nutzerspezifischer Anspruch an Freiräume
5. Abhängigkeit zwischen Wohnquartierswahl und verfügbaren Freiräumen
5.1. Werte von Freiräumen
5.2. Analyse von Wohnquartieren in Dresden
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen von Freiräumen auf die Bewohner verschiedener Wohnquartiere am Beispiel der Stadt Dresden. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, welche Beziehung Bewohner zu ihrem Wohnumfeld pflegen, inwiefern Freiräume die Entscheidung für einen bestimmten Wohnort beeinflussen und wie eine zukunftsorientierte Stadtplanung auf diese Bedürfnisse reagieren kann.
- Definition und theoretische Einordnung des Begriffs "Freiraum"
- Funktionsbereiche von städtischen Freiräumen (nutzungsbezogen, gestalterisch, ökologisch)
- Analyse nutzerspezifischer Ansprüche in Abhängigkeit von Alter, Geschlecht und sozialem Status
- Zusammenhang zwischen Grundstückswert, Wohnumfeldqualität und Freiraumverfügbarkeit
- Vergleichende Untersuchung verschiedener Dresdner Wohnquartierstypen
- Pilotprojekt "Kräutersiedlung" als Beispiel für erfolgreichen Stadtumbau
Auszug aus dem Buch
3.1. Nutzungsbezogene Funktion
Unter diese Funktion fallen unterschiedliche Kategorien von Freiräumen. Diese unterscheiden sich nach Art und Weise ihrer Zugänglichkeit. Allgemein öffentliche Freiräume sind Flächen, deren Zugänge jederzeit und für jedermann offen sind und damit auch jederzeit auf unterschiedlichste Weise genutzt werden können. Dies können Parks, städtische Wälder, Gewässer oder sonstige frei zugängliche städtische Grünflächen sein.
Als Spezielle öffentliche Freiräume bezeichnet man Flächen, die prinzipiell jedermann zur Nutzung offen stehen; der Zugang kann allerdings (zeitweise) eingeschränkt sein (z.B. durch Öffnungszeiten, Eintrittsgelder etc.). In diese Kategorie fallen beispielsweise Friedhöfe, Freizeitbäder, Spielplätze, Kleingärten oder auch Zoos. Private Freiräume hingegen haben immer ausschließenden Charakter und stellen somit nur schwer zugängliche Flächen dar. Dabei ist zu bemerken, dass sie diesen ausschließenden Charakter erst mit einer deutlichen Abgrenzung bzw. Einzäunung erhalten. Diese Flächen entziehen sich der Freiraumplanung, da sie von Gesetzeswegen her als Privateigentum besonders geschützt sind. Dies kann private Gärten, Höfe, Abstandsbegrünung, Balkone oder auch private Spielplätze betreffen.
Diese Kategorie wird zukünftig mehr und mehr an Bedeutung gewinnen, besonders in Hinblick auf die sich bereits andeutenden Probleme des demographischen Wandels. Die relative Zunahme der Alten am Anteil der Gesamtbevölkerung, erfordert in diesem Bereich auch eine Anpassung der vorhandenen Freiräume an die Bedürfnisse der älteren Menschen (BMVBS 2008:10ff).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Definition von Freiräumen: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung ein, definiert den Begriff Freiraum aus verschiedenen fachlichen Perspektiven und legt den Fokus auf die Untersuchung Dresdner Wohngebiete.
2. Historischer Hintergrund: Es wird die städtebauliche Entwicklung Dresdens von der Industrialisierung über die DDR-Zeit bis hin zu den Transformationsprozessen nach der Wiedervereinigung skizziert.
3. Funktion von Freiräumen: Die unterschiedlichen Funktionsweisen von Freiräumen – insbesondere nutzungsbezogene, städtebauliche und ökologische Aspekte – werden theoretisch fundiert und erläutert.
4. Nutzerspezifischer Anspruch an Freiräume: Dieses Kapitel analysiert, wie soziale Merkmale wie Alter, Geschlecht und Herkunft die Erwartungen und die tatsächliche Nutzung von Freiräumen durch die Bevölkerung prägen.
5. Abhängigkeit zwischen Wohnquartierswahl und verfügbaren Freiräumen: Die Autoren beleuchten den Zusammenhang zwischen Grundstückswerten und Grünflächen und führen eine detaillierte Analyse spezifischer Dresdner Wohnquartierstypen durch.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und Handlungsempfehlungen für die zukünftige Stadtplanung hinsichtlich der Wohnqualität und Bewohnerzufriedenheit.
Schlüsselwörter
Freiraum, Wohnqualität, Wohnquartier, Dresden, Stadtplanung, Nutzungsansprüche, Demographischer Wandel, Immobilienwert, Grünflächen, Stadtumbau, Kräutersiedlung, Wohnumfeld, Segregation, Bevölkerungsstruktur, Nachhaltigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen städtischen Freiräumen und der Wohnqualität in Dresden sowie deren Einfluss auf die Attraktivität und Wahl von Wohnquartieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition und Funktion von Freiräumen, nutzerspezifische Bedürfnisse verschiedener Bevölkerungsgruppen und der Einfluss der Wohnumfeldgestaltung auf den Immobilienwert.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Stadtplanung die Wohnqualität durch gezielte Freiraumgestaltung erhöhen kann und wie Bewohner ihre Umgebung tatsächlich wahrnehmen und nutzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer vergleichenden Analyse von Fallbeispielen und statistischen Daten zu verschiedenen Dresdner Wohnquartierstypen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Freiraumfunktionen, eine soziologische Analyse von Nutzeransprüchen und eine empirische Betrachtung Dresdner Quartiere von der Gründerzeit bis hin zu modernen Siedlungstypen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Freiraum, Wohnqualität, Stadtentwicklung, Nutzerpräferenzen, demographischer Wandel und Wohnumfeld.
Warum wird die „Kräutersiedlung“ als besonderes Beispiel aufgeführt?
Die Kräutersiedlung dient als Pilotprojekt für den erfolgreichen Stadtumbau, bei dem durch Individualisierung von Wohnraum und Freiraumgestaltung ein Leerstand von null Prozent erreicht wurde.
Welche Rolle spielt das Alter der Bewohner bei der Freiraumnutzung?
Die Analyse zeigt, dass ältere Menschen ein höheres Sicherheitsbedürfnis haben und eher offene, übersichtliche Flächen bevorzugen, während Kinder und Jugendliche stärker auf Spielmöglichkeiten und Sportangebote fokussiert sind.
- Arbeit zitieren
- David Zuk (Autor:in), 2010, Freiraum und Wohnen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/161094