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Bildungsungleichheit

Eine Untersuchung der Bildungschancen in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der Thesen Bourdieus bezüglich des Kapitalbegriffs und der Sozialen Reproduktion

Titel: Bildungsungleichheit

Seminararbeit , 2010 , 32 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Tobias Engfer (Autor:in), Christiane Grunewald (Autor:in), Sabrina Baumann (Autor:in)

Pädagogik - Sonstiges

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

1. Einleitung

In Anbetracht der gegenwärtigen, wie auch zukünftigen Entwicklung sozialer Begebenheiten, ist es mehr denn je von Nöten, soziale Gesellschaftsstrukturen genau zu verfolgen, zu analysieren und Lösungsansätze zu entwerfen, mit denen den die Gesellschaft ins Verderben treibenden Tendenzen entgegen gewirkt werden kann. Heutzutage werden immer häufiger von vielen Teilen der Gesellschaft Äußerungen laut, nach denen die „Schere zwischen Arm und Reich“ mehr und mehr auseinander klafft. Die Ausprägung, mit der sich bestimmte sozio-kulturelle Ansichten in den Köpfen der Menschen verwurzelt und somit gefestigt haben, scheinen eine irreversible Ausrichtung aufzuweisen.
Ein immer wieder und häufig angeführtes Problem scheint auf politischer wie kultureller Ebene die Bildungsungleichheit in den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten zu sein. So zum Beispiel klagen sowohl Eltern und als auch deren Kinder aus sozial schwächeren Klassen über die im Bildungssystem herrschende Ungleichbehandlung von „reichen und armen“ Kindern. Nicht selten sind Sozialisationserfahrungen, aktuelle Lebensumstände in Familie, Schule und Freizeit sowie Bildungserfolge oder –misserfolge Grundlagen, auf denen Zukunftsperspektiven von Jugendlichen basieren (vgl. Zusammenfassung 15. Shell Jugendstudie – Jugend 2006, S. 1).
Es soll jedoch erwähnt werden, dass diese Umstände keineswegs ein Problem der Gegenwart sind. In den letzten Jahrhunderten wurde diese Realität durch viele Wissenschaftler erforscht. An Max Weber, Alfred Schütz und Émile Durkheim u.v.a. orientiert, war Pierre-Félix Bourdieu in der Soziologie einer der wohl bedeutendsten Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts. Er trug mit seiner Forschung und mit Hilfe seines Werkes „Entwurf einer Theorie der Praxis auf der ethnologischen Grundlage der kabylischen Gesellschaft“ im Jahr 1973 gravierend zu einer Fundierung eines neuen soziologischen Erkenntnisgegenstandes im Bereich der Praxeologie bei. Bourdieu übernahm den wichtigen Fachbegriff „Habitus“, welcher schon in den Analysen des Kunsthistorikers Erwin Panofsky zu finden war (vgl. Rehbein, B./ Fröhlich, G. 2009) und prägte unter anderen Begriffe wie „Kapital“ und „Reproduktion“.
Die von ihm gemachten Erfahrungen und durchgeführte Forschung in Algerien auf seine Studien über das Bildungssystem in Frankreich übertragen, bilden in vielerlei Hinsicht den Grundstock seiner Soziologie. Er unternahm den Versuch einer Erklärung, wonach das Bildungswesen Frankreichs an

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Pierre Bourdieu

3. Begriffsdefinitionen

3.1 Habitus

3.2 Kapital

3.3 Soziale Reproduktion

4. Kapital

4.1 Ökonomisches Kapital

4.2 Kulturelles Kapital

4.2.1 Der inkorporierte Zustand

4.2.2 Der objektivierte Zustand

4.2.3 Der institutionalisierte Zustand

4.3 Soziales Kapital

4.3.1 Eigenschaften des Sozialkapitals

4.3.2 Kosten des Sozialkapitals

4.4 Transformierbarkeit

4.5 Kritische Betrachtung

5. Soziale Reproduktion

6. Bildungsungleichheiten

6.1. Allgemeine Ursachen

6.1.1 Bildungsniveau der Familie

6.1.2 Einkommen

6.1.3 Segregation

6.1.4 Migrationshintergrund

6.1.5 Veränderte Familienformen

6.2 Folgen

7. Soziale Herkunft und Bildungsungleichheit

7.1 Der Ansatz von Boudon

7.1.1 Primäre Effekte

7.1.2 Sekundäre Effekte

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die tief verwurzelten Ursachen von Bildungsungleichheit in Deutschland und analysiert, wie soziale Herkunft und das Bildungssystem interagieren, um soziale Ungleichheit zu reproduzieren.

  • Anwendung des Habitus- und Kapitalbegriffs nach Pierre Bourdieu auf das Bildungswesen.
  • Analyse der verschiedenen Kapitalsorten (ökonomisch, kulturell, sozial) und deren Transformation.
  • Untersuchung von Bildungsungleichheiten durch soziologische Ursachen wie Segregation und Migrationshintergrund.
  • Darstellung der Mechanismen von sozialen Primär- und Sekundäreffekten nach Raymond Boudon.
  • Diskussion über die Rolle der Schule bei der Perpetuierung gesellschaftlicher Hierarchien.

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Der inkorporierte Zustand

Im Gegensatz zu den Theorien, die unterschiedlichen schulischen Erfolg entweder mit unterschiedlichen wirtschaftlichen Investitionen oder der Verschiedenheit von Begabung und Fähigkeit erklären, führt Bourdieu den Begriff des inkorporierten, also körpergebundenen kulturellen Kapitals an (Vgl. Soziale Ungleichheiten, Reinhard Kreckel S.186). über die Zeitinvestition wird das Kapital in Bildung akkumuliert und die Zeit muss vom Investor persönlich investiert werden (Vgl. Soziale Ungleichheiten, Reinhard Kreckel S.186). was zur Folge hat, dass der Erwerb dieser Form des Kapitals nicht delegierbar ist.

Neben der Zeit muss man auch eine Form von konstituierter Libido, die „libido sciendi“ investieren (Vgl. Soziale Ungleichheit, Reinhard Krecker S.186). Im Gegensatz zu einer materiell übertragbaren Sache, die als Objekt durch ein Subjekt lediglich besessen werden kann, verschmilzt in dem inkorporierten Kapital das Subjekt mit dem Objekt zu einer untrennbaren Einheit: „ Inkorporiertes Kapital ist ein Besitztum, das zu einem festen Bestandteil der „Person“, zum Habitus geworden ist; aus „Haben“ ist „Sein“ geworden.“ (Vgl. Soziale Ungleichheiten, Reinhard Kreckel S.187).

Um kulturelles Kapital zu verinnerlichen, muss man Zeit investieren, dadurch wird die Dauer des Bildungserwerbs zum wichtigsten Indikator zur Bestimmung der Kapitalform. Bourdieu sieht das inkorporierte kulturelle Kapital als einen natürlichen vorschulischen Selektionsmechanismus, d.h. Kinder wachsen in verschiedenen familiären Milieus auf, die Dauer, die Intensität und der Grad des Schulstoffbezugs der vorschulischen Bildung prägt die Chancenungleichheit bereits am ersten Schultag.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Dringlichkeit der Bildungsungleichheit in der heutigen Gesellschaft und führt Pierre Bourdieus soziologische Konzepte als theoretisches Fundament zur Erklärung dieser Problematik ein.

2. Pierre Bourdieu: Dieses Kapitel bietet einen biografischen Abriss über Pierre Bourdieu, seinen Werdegang, seine Feldforschungen in Algerien und die Entstehung seiner praxeologischen Theorie.

3. Begriffsdefinitionen: Es werden grundlegende Termini wie Habitus, Kapital und soziale Reproduktion definiert, um das theoretische Verständnis für die nachfolgenden Analysen zu schärfen.

4. Kapital: Dieses zentrale Kapitel analysiert die drei Formen des Kapitals nach Bourdieu – ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital – und erläutert deren Umwandelbarkeit sowie deren Einfluss auf soziale Chancen.

5. Soziale Reproduktion: Hier wird der Prozess der Reproduktion sozialer Systeme analysiert, wobei besonders die Rolle des Habitus bei der Aufrechterhaltung bestehender Klassenstrukturen im Bildungswesen betrachtet wird.

6. Bildungsungleichheiten: Das Kapitel untersucht diverse Ursachen wie das familiäre Bildungsniveau, Einkommensunterschiede, Segregation und Migrationshintergrund sowie deren langfristige Folgen für die betroffenen Individuen.

7. Soziale Herkunft und Bildungsungleichheit: Unter Einbeziehung des Ansatzes von Raymond Boudon werden die primären und sekundären Effekte der sozialen Herkunft auf den Bildungserfolg detailliert erläutert.

8. Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz von Bourdieus Soziologie für die heutige Zeit zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, durch gezielte Planung und politische Programme den Teufelskreis der Bildungsungleichheit zu durchbrechen.

Schlüsselwörter

Bildungsungleichheit, Pierre Bourdieu, Habitus, Kapital, Soziale Reproduktion, Kulturelles Kapital, Soziales Kapital, Ökonomisches Kapital, Chancengleichheit, Raymond Boudon, Primäre Effekte, Sekundäre Effekte, Bildungsarmut, Sozialisation, Bildungssoziologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Ursachen und Mechanismen der Bildungsungleichheit in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der soziologischen Thesen von Pierre Bourdieu.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Wirkung von Kapitalressourcen (ökonomisch, kulturell, sozial) auf den Schulerfolg, der Einfluss der sozialen Herkunft und die Prozesse der sozialen Reproduktion im Bildungssystem.

Welches primäre Ziel oder welche Forschungsfrage wird verfolgt?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Bildungssystem – oft ungewollt – dazu beiträgt, soziale Ungleichheiten zu stabilisieren, anstatt sie abzubauen, und welche Rolle hierbei der Habitus der Schüler spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung soziologischer Fachliteratur (Bourdieu, Boudon) und verknüpft diese mit aktuellen bildungspolitischen Statistiken und Studien zur Chancengerechtigkeit.

Was wird konkret im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Kapitalformen, Reproduktion), die Analyse ursächlicher Faktoren für Ungleichheit (Segregation, Migration, Einkommen) und das Modell der primären/sekundären Effekte nach Boudon.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie Kapital, Habitus, soziale Reproduktion, Chancengleichheit und Bildungsungleichheit definieren.

Warum ist die Unterscheidung zwischen inkorporiertem, objektiviertem und institutionalisiertem kulturellem Kapital so wichtig?

Diese Differenzierung ist essentiell, weil sie erklärt, warum Bildung nicht einfach beliebig übertragbar ist; während Titel (institutionalisiert) tauschbar sind, bleibt das inkorporierte Kapital an die Person gebunden und ist entscheidend für den Habitus.

Welchen Einfluss haben nach Boudon die primären und sekundären Effekte auf den Bildungsweg?

Primäre Effekte betreffen die unterschiedliche schulische Leistung aufgrund der häuslichen Förderung, während sekundäre Effekte die bewusste Entscheidung der Eltern über den weiteren Bildungsweg basierend auf ihrer sozialen Lage und ihren Erwartungshorizonten beschreiben.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Bildungsungleichheit
Untertitel
Eine Untersuchung der Bildungschancen in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der Thesen Bourdieus bezüglich des Kapitalbegriffs und der Sozialen Reproduktion
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,7
Autoren
Tobias Engfer (Autor:in), Christiane Grunewald (Autor:in), Sabrina Baumann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
32
Katalognummer
V161044
ISBN (eBook)
9783640741519
ISBN (Buch)
9783640741731
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Habitus Bourdieu Kapital Soziales Kapital Bildungsungleichheit Soziale Reproduktion Boudon Soziale Ungleichheit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Engfer (Autor:in), Christiane Grunewald (Autor:in), Sabrina Baumann (Autor:in), 2010, Bildungsungleichheit, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/161044
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Leseprobe aus  32  Seiten
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