Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Zur Shop-Startseite › Politik - Sonstige Themen

Von der Kanzler- zur Koordinationsdemokratie? Kontinuität und Wandel des Regierens am Beispiel Adenauers und Kohls

Titel: Von der Kanzler- zur Koordinationsdemokratie? Kontinuität und Wandel des Regierens am Beispiel Adenauers und Kohls

Seminararbeit , 2010 , 19 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Manuel Franz (Autor:in)

Politik - Sonstige Themen

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Auf den Kanzler kommt es an.“ Dieser Ausspruch ist nicht nur als Slogan auf Wahlplakaten sehr beliebt, er fasst auch treffend den Eindruck zusammen, den viele Beobachter des politischen Geschehens haben: Der Bundeskanzler steht oft im Zentrum des öffentlichen Interesses und nimmt in der medialen Berichterstattung eine herausgehobene Position ein. So gilt er bei vielen als zentraler Akteur im politischen System der Bundesrepublik und die aktuelle Amtsinhaberin wird sogar als „mächtigste Frau der Welt“ bezeichnet. So dauert es meist auch nicht lange bis das Wort von der Kanzlerdemokratie fällt, um die Bedeutung des Regierungschefs in Deutschland auf ein Schlagwort zu bringen.
Andere Kommentatoren wiederum halten diesen Begriff für einen Anachronismus aus den 1950er-Jahren. Sie betonen, dass es im komplexen Regierungsgefüge mittlerweile weniger auf die Machtdurchsetzung des Kanzlers im Sinne Webers als vielmehr auf die Kooperation zwischen den verschiedenen Akteuren des Mehrebenensystems Bundesrepublik ankommt. Vertreter dieser Denkrichtung sprechen daher von einer Koordinationsdemokratie.
Folgerichtig bietet sich eine politikwissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesen sich scheinbar so widersprechenden Auffassungen von der Position des Bundeskanzlers an: Was macht eine Kanzlerdemokratie aus? Inwieweit ist diese Bezeichnung für das politische System Deutschlands noch angemessen? Und ist die Theorie von der Koordinationsdemokratie zutreffend?
Zur Beantwortung der Fragen erscheint im Aufbau dieser Hausarbeit zunächst ein Blick auf die historischen und verfassungsrechtlichen Grundlagen der Kanzlerdemokratie sinnvoll, bevor eine Betrachtung der Regierungszeit Konrad Adenauers, der den Begriff prägte, folgt. Als Vergleichsgröße bietet sich im Anschluss Helmut Kohl an: Er steht mit seiner langen Amtszeit bis 1998, die in der Politikwissenschaft bereits besser erforscht ist als die seiner beiden Nachfolger, stellvertretend für das moderne Regieren im wiedervereinigten Deutschland. Zudem wurde er wegen einer Reihe von Gemeinsamkeiten mit dem Vorgänger gelegentlich als „Enkel Adenauers“ charakterisiert, was einen Vergleich noch interessanter macht. Schließlich erfolgt ein Überblick über die Theorie der Koordinationsdemokratie, um dann abschließend zu einer Antwort auf die Fragestellungen zu kommen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung: Die Debatte um Kanzler- oder Koordinationsdemokratie

II. Grundlagen der Kanzlerdemokratie

II.1. Historische Wurzeln

II.2. Verfassungsrechtliche Bestimmungen

III. Die Regierung Adenauer: Herausbildung der Kanzlerdemokratie und ihrer Strukturmerkmale

III.1. Die Dominanz des Kanzlerprinzips über Kollegial- und Ressortprinzip

III.2. Die enge Verbindung zwischen Kanzler und Kanzlerpartei

III.3. Der deutliche Gegensatz zwischen Regierung und Opposition

III.4. Das Engagement des Kanzlers in der Außenpolitik

III.5. Die starke Personalisierung und Medienpräsenz des Kanzlers

IV. Die Regierung Kohl: Kontinuität und Wandel

IV.1. Die Dominanz des Kanzlerprinzips über das Kollegial- und Ressortprinzip

IV.2. Die enge Verbindung zwischen Kanzler und Kanzlerpartei

IV.3. Der deutliche Gegensatz zwischen Regierung und Opposition

IV.4. Das Engagement des Kanzlers in der Außenpolitik

IV.5. Die starke Personalisierung und Medienpräsenz des Kanzlers

V. Die Theorie von der Koordinationsdemokratie

VI. Schlussbetrachtungen: Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Wandlung der Regierungsführung in der Bundesrepublik Deutschland, indem sie das Modell der „Kanzlerdemokratie“ (am Beispiel von Konrad Adenauer) mit der Ära von Helmut Kohl vergleicht, um zu bewerten, ob das Konzept der „Koordinationsdemokratie“ die heutigen Regierungsverhältnisse präziser beschreibt.

  • Historische Entwicklung und verfassungsrechtliche Grundlagen des Kanzleramtes.
  • Strukturmerkmale der Kanzlerdemokratie nach Konrad Adenauer.
  • Kontinuitäten und Brüche im Regierungsstil während der Kanzlerschaft von Helmut Kohl.
  • Der Einfluss veränderter gesellschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen auf die Machtstellung des Bundeskanzlers.
  • Theoretische Abgrenzung zwischen Kanzler- und Koordinationsdemokratie.

Auszug aus dem Buch

II. Grundlagen der Kanzlerdemokratie

Um die Rolle des Bundeskanzlers im politischen System der Bundesrepublik zu verstehen, ist eine Betrachtung der historischen und verfassungsrechtlichen Grundlagen unerlässlich: Erst im Kontext dieser Ausgangsbedingungen treten die persönlichen Regierungskonturen des jeweiligen Protagonisten deutlich hervor.

II.1. Historische Wurzeln

Bei einem Blick auf die Geschichte fällt auf, dass das Amt des Kanzlers bereits seit dem frühen Mittelalter eine Rolle in Deutschland gespielt hat: Die Bezeichnung ist lateinischen Ursprungs („cancellarius“) und bezeichnete seit der Karolingerzeit den höchsten Amtsgehilfen des Königs. Sie hatte bis zum Ende des Heiligen Römischen Reichs 1806 Bestand und wurde dann im Zuge der Reichsgründung 1867/1871 durch Bismarck wieder aufgegriffen. Dieser hatte trotz formaler, von der Reichsverfassung festgeschriebener Abhängigkeit vom Kaiser eine derart dominante Stellung inne, - man könnte hier von „Kanzlerautokratie“ als Gegenbegriff zur Kanzlerdemokratie sprechen - dass Wilhelm I. zu dem Ausspruch „Es ist nicht leicht unter einem solchen Kanzler Kaiser zu sein“ verleitet wurde. Bezeichnenderweise waren Bismarcks Nachfolger bis 1918 dann auch eher schwach.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Debatte um Kanzler- oder Koordinationsdemokratie: Einführung in die wissenschaftliche Debatte über die Rolle des Bundeskanzlers und Darlegung der zentralen Forschungsfrage.

II. Grundlagen der Kanzlerdemokratie: Analyse der historischen Herkunft des Kanzleramtes sowie der verfassungsrechtlichen Kompetenzen und Spielräume des Regierungschefs.

III. Die Regierung Adenauer: Herausbildung der Kanzlerdemokratie und ihrer Strukturmerkmale: Untersuchung der fünf zentralen Kategorien der Kanzlerdemokratie anhand der Ära Konrad Adenauer.

IV. Die Regierung Kohl: Kontinuität und Wandel: Anwendung des Kriterienrasters der Kanzlerdemokratie auf die Regierungszeit von Helmut Kohl zur Identifikation von Stabilität und Veränderung.

V. Die Theorie von der Koordinationsdemokratie: Diskussion über die Verschiebung der Machtverhältnisse durch gestiegene gesellschaftliche Erwartungen und Komplexität der Politikfelder.

VI. Schlussbetrachtungen: Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage zur Gültigkeit der Theorie der Kanzlerdemokratie unter modernen Bedingungen.

Schlüsselwörter

Bundeskanzler, Kanzlerdemokratie, Koordinationsdemokratie, Konrad Adenauer, Helmut Kohl, Regierungsführung, Verfassung, Exekutive, Machtstellung, politische Kultur, Parlamentarismus, Koalition, Außenpolitik, Personalismus, Systemtheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Veränderung des deutschen Regierungssystems vom Modell der „Kanzlerdemokratie“ hin zu einer „Koordinationsdemokratie“ unter Einbeziehung der Regierungsstile von Konrad Adenauer und Helmut Kohl.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Thematisiert werden die verfassungsrechtliche Stellung des Kanzlers, die Bedeutung des Kanzlerprinzips gegenüber dem Kollegial- und Ressortprinzip sowie der Einfluss von Parteienbindung, Opposition und Medien auf die Machtausübung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob die Bezeichnung „Kanzlerdemokratie“ für das moderne deutsche System noch angemessen ist oder ob das Modell der „Koordinationsdemokratie“ die aktuelle politische Realität besser abbildet.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse, basierend auf einem Kriterienraster, das die Regierungszeit von Adenauer als Vergleichsgröße nutzt, um strukturelle Merkmale auf die Ära Kohl zu übertragen und zu reflektieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der Regierungsmerkmale unter Adenauer, eine komparative Analyse der Regierungszeit von Kohl sowie eine theoretische Herleitung der Koordinationsdemokratie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kanzlerdemokratie, Koordinationsdemokratie, Regierungsführung, Machtstellung des Bundeskanzlers und die Systematik der deutschen Regierungsform sind die maßgeblichen Begriffe.

Wie unterscheidet sich der Führungsstil von Konrad Adenauer von dem Helmut Kohls?

Adenauer wird als autoritärer Kanzler beschrieben, der das Kanzleramt als Machtzentrum instrumentalisierte, während Kohl als „Generalist“ agierte, der stärker auf Konsens und Koordination in einem komplexeren politischen Umfeld angewiesen war.

Welche Rolle spielt die Wiedervereinigung für die Machtstellung Kohls?

Die Wiedervereinigung ermöglichte Kohl eine temporäre Konzentration politischer Initiative und stärkte sein außenpolitisches Prestige, was ihm eine Ausnahmestellung verschaffte, die seinen Einfluss trotz schwindender Umfragewerte gegen Ende seiner Amtszeit stützte.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Von der Kanzler- zur Koordinationsdemokratie? Kontinuität und Wandel des Regierens am Beispiel Adenauers und Kohls
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Institut für Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Basisseminar zum politischen System Deutschlands
Note
1,0
Autor
Manuel Franz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
19
Katalognummer
V161034
ISBN (eBook)
9783640741588
ISBN (Buch)
9783640741809
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Adenauer Kohl Kanzler Kanzlerdemokratie Koordinationsdemokratie Parteiendemokratie Regieren Kanzlerprinzip
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Manuel Franz (Autor:in), 2010, Von der Kanzler- zur Koordinationsdemokratie? Kontinuität und Wandel des Regierens am Beispiel Adenauers und Kohls, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/161034
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  19  Seiten
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Zahlung & Versand
  • Über uns
  • Contact
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum