Der Logistikdienstleistungsmarkt befindet sich gegenwärtig in einer Umbruch-phase. Die Unternehmen aus Industrie und Handel sind aufgrund der veränderten weltweiten Rahmenbedingung gezwungen, sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren und alleine die wertschöpfenden Prozesse in den Vordergrund zu stellen. Die Logistik spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Die in der Arbeit aufgeführten Untersuchungen zeigen, dass die Logistik durch eine effiziente und effektive Erbringung signifikant zum Unternehmenserfolg beiträgt, zum Anderen gehört sie aber in Industrie und Handel nicht zu den Kernkompetenzen.
Outsourcing bietet hierfür die Möglichkeit beide Faktoren zu berücksichtigen. Durch die sorgfältig geplante und durchgeführte Auslagerung der Logistik an einen spezialisierten Logistikdienstleister können die Kosten für die Logistik deutlich reduziert, die Qualität der Leistung erhöht und somit der Unternehmenserfolg gesteigert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Grundlagen
1.1 Definition Logistik
1.2 Definition Outsourcing
2. Nutzen- und Gefahrenpotenziale des Outsourcing
2.1 Nutzen des Outsourcings für ein Unternehmen
2.1.1 Konzentration auf die Kernkompetenzen
2.1.2 Steigerung der Qualität der Leistung
2.1.3 Kostensenkung durch Outsourcing
2.2 Gefahren des Outsourcing für ein Unternehmen
2.2.1 Gefahr der Abhängigkeit und des Know-how Verlustes
2.2.2 Sinkende Qualität der Leistung
2.2.3 Kostensteigerung
3. Relevanz des Outsourcing im logistischen Kontext
3.1 Unternehmenslogistik als strategischer Faktor
3.2 Die optimale Logistiktiefe
3.3 Besonderheiten des Logistik- Outsourcing
3.4 Schwerpunkt der ausgelagerten Dienstleistungen
4. Kostenunterschiede von Eigen- zur Fremderstellung
4.1 Kostendifferenzierung durch Skaleneffekte
4.1.1 Statische Skaleneffekte
4.1.2 Dynamische Skaleneffekte
4.2 Kostendifferenz durch verschiedene Tarif-Verträge
5. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit analysiert die strategische Relevanz des Outsourcings im Bereich der Logistikdienstleistungen. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, unter welchen Bedingungen die Auslagerung logistischer Prozesse zu Wettbewerbsvorteilen führt, welche Risiken dabei entstehen und wie eine optimale Abgrenzung zwischen Eigen- und Fremderstellung gelingt.
- Strategische Bedeutung der Logistik im Unternehmenserfolg
- Nutzen- und Gefahrenanalyse von Outsourcing-Entscheidungen
- Analyse der optimalen Logistiktiefe
- Kostenvergleich zwischen Eigen- und Fremderstellung
- Einfluss von Skaleneffekten und Tarifstrukturen auf Outsourcing-Kosten
Auszug aus dem Buch
2.1.3 Kostensenkung durch Outsourcing
Der mögliche Kostenvorteil wird bis heute in der Praxis als das bedeutendste Motiv für eine Entscheidung hin zum Outsourcing gesehen. Die betriebswirtschaftliche Forschung hingegen präferiert seit Anfang der 90er Jahre zunehmend die strategische Implikation des Outsourcings.18
Durch das Outsourcing bedingte Kostenvorteile ergeben sich für das Unternehmen nur, wenn von einer günstigeren Kostenposition eines spezialisierten Dienstleisters profitiert werden kann. Geringere Leistungserstellungskosten externer Dienstleister können auf unterschiedlichen Gründen basieren, beispielsweise Betriebsgrößenvorteile, die sich aus der Bündelung der Nachfrage mehrerer Abnehmer ergeben. Zusätzlich existiert bei externen Dienstleistern häufig Lern und Spezialisierungsvorteile, die ein Resultat durchlaufender Lernprozesse darstellen. Diese können sich in Prozessverbesserungen und Effizienzsteigerungen kostenreduzierend manifestieren. Spezialisierungsvorteile ergeben sich daraus, dass ein Prozess in Teilprozesse unterteilt wird und durch speziell ausgebildete Mitarbeiter und/oder Spezialmaschinen mit höherer Produktivität und geringeren Personalkosten erbracht werden kann.19
Einen senkenden Einfluss auf die Kosten des auslagernden Unternehmens können darüber hinaus durch die Wandlung von fixen in variable Kosten entstehen. Die primären Kostenblöcke sind hierbei die Betriebsmittel- und Personalkosten, die bei interner Erbringung einer Leistung als Fix Kosten anzusehen sind. Dagegen verhalten sich die bei einer Auslagerung entstehenden Kosten für Betriebsmittel und Personal im Idealfall direkt proportional zur erbrachten Leistungsmenge. Leerkosten für ungenutzte Kapazitäten bzw. Zusatzkosten bei hoher Auslastung (z. B. für Überstunden) können somit vermieden werden.20
In Zusammenhang mit dem Outsourcing steht auch häufig ein Abbau von Anlagevermögen, d. h. eine Verminderung des insgesamt gebundenen Kapitals. Auch dieser Faktor kann eine positive Wirkung auf Verschuldungsgrad bzw. Rentabilität haben, insofern höher verzinste Alternativinvestitionen zur Verfügung stehen. 21
Zusammenfassung der Kapitel
1. Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Logistik und Outsourcing im Kontext der wissenschaftlichen Literatur und Praxis.
2. Nutzen- und Gefahrenpotenziale des Outsourcing: Hier werden die strategischen Vorteile, wie Konzentration auf Kernkompetenzen, sowie die Risiken wie Abhängigkeitsverhältnisse und Know-how-Verlust detailliert gegenübergestellt.
3. Relevanz des Outsourcing im logistischen Kontext: Dieses Kapitel beleuchtet die strategische Bedeutung der Logistik und diskutiert die Bestimmung der optimalen Logistiktiefe unter Berücksichtigung spezifischer Marktanforderungen.
4. Kostenunterschiede von Eigen- zur Fremderstellung: Hier erfolgt eine ökonomische Analyse von Kostenunterschieden, wobei insbesondere statische und dynamische Skaleneffekte sowie unterschiedliche Tarifvertragsmodelle untersucht werden.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer sorgfältig geplanten Outsourcing-Strategie, um den Unternehmenserfolg nachhaltig zu steigern.
Schlüsselwörter
Logistik, Outsourcing, Kernkompetenzen, Logistiktiefe, Kostensenkung, Wettbewerbsvorteile, Skaleneffekte, Fremderstellung, Eigenleistung, Prozesskostenrechnung, Supply Chain Management, Logistikdienstleister, Fixkostendegression, Effizienzsteigerung, Unternehmenserfolg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Strategien und Auswirkungen der Auslagerung von Logistikdienstleistungen an externe Dienstleister und bewertet die ökonomischen sowie strategischen Konsequenzen für Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören die Definition von Kernkompetenzen in der Logistik, die Identifikation von Kostenpotenzialen sowie die Analyse von Risiken bei der Zusammenarbeit mit Logistikdienstleistern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu schaffen, unter welchen Bedingungen Outsourcing den Unternehmenserfolg fördert und welche Faktoren bei der Entscheidung zwischen Eigen- und Fremderstellung maßgeblich sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse betriebswirtschaftlicher Kennzahlen, um logistische Outsourcing-Prozesse theoretisch und empirisch zu begründen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Chancen und Gefahren, die strategische Relevanz der Logistik sowie eine tiefgehende Analyse der Kostendifferenzen durch Skaleneffekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Logistik, Outsourcing, Kernkompetenzen, Skaleneffekte, Kosteneffizienz und Logistiktiefe.
Was sind statische im Gegensatz zu dynamischen Skaleneffekten?
Statische Skaleneffekte beziehen sich auf Kostenersparnisse durch höhere Leistungsmengen in einer bestimmten Periode, während dynamische Skaleneffekte kumulierte Lerneffekte über einen längeren Zeitraum betrachten.
Welchen Einfluss haben Tarifverträge auf die Outsourcing-Kosten?
Logistikdienstleister unterliegen oft anderen Tarifstrukturen als Industrieunternehmen, was ihnen Kostenvorteile bei der Leistungserbringung verschafft und somit eine günstigere Fremdvergabe ermöglichen kann.
- Arbeit zitieren
- U. Manfred Leicht (Autor:in), 2008, Analyse und Bewertung der Outsourcing-Möglichkeiten von Logistikdienstleistungen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/160956