Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Einigungsprozess beider deutscher Staaten in den Jahren 1989 und 1990. Beginnend wird zunächst eine kurze Historie der politischen Rahmenbedingungen und Auszüge der Entwicklungsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland sowie der Deutschen Demokratischen Republik dargelegt.
Der Hauptfokus liegt auf den im Jahre 1990 stattfindenden Parlamentswahlen in Deutschland. Die Volkskammerwahl, die den Weg in die deutsche Einheit mitbestimmte, und die erste gesamtdeutsche Bundestagswahl Ende 1990 stellen den engeren Gegenstand dieser Arbeit dar.
Die Bedeutung der ersten demokratischen Wahlen in der DDR am 18. März 1990 als eine der politischen Determinanten für die Wiedervereinigung Deutschlands, wird anhand des Einigungsprozesses ebenso deutlich gemacht, wie der Einfluss der Bundestagswahlen desselben Jahres auf die Integration der ehemaligen DDR und die Folgenbewältigung für ganz Deutschland. In der Abschlussbetrachtung wird eine bilanzierende Bewertung vorgenommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Zusammenfassende Vorgeschichte der deutschen Teilung und Wiedervereinigung
1.1 Zwei deutsche Staaten als Folge des Zweiten Weltkrieges
1.2 Nationsbegriff und Wiedervereinigungsziel unter dem Eindruck der Teilung
1.3 Der Weg in den Zusammenbruch der DDR
2. Die Volkskammerwahl 1990
2.1 Der Niedergang der SED
2.2 Parteienlandschaft und Wahlkampf im Vorfeld der Volkskammerwahl
2.3 Die Richtungsentscheidung – Resultate der Wahl
3. Der Einigungsprozess in Auszügen
3.1 Verhandlungen im Kontext der begrenzten Souveränität
3.2 Der Vollzug der Wiedervereinigung
4. Die gesamtdeutsche Bundestagwahl 1990
4.1 Wahlkampf in einem gewandelten Parteiensystem
4.2 Die Ergebnisse der Wahl
5. Synopsis
6. Abschlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Hausarbeit analysiert den Einigungsprozess der beiden deutschen Staaten in den Jahren 1989 und 1990 mit einem besonderen Fokus auf die demokratischen Wahlen als entscheidende politische Determinanten. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwieweit die Volkskammerwahl im März 1990 sowie die erste gesamtdeutsche Bundestagswahl Ende 1990 den Einigungsweg maßgeblich beeinflusst und die Integration der ehemaligen DDR geprägt haben.
- Historische Rahmenbedingungen der deutschen Teilung und Wiedervereinigung
- Der Niedergang der SED und die Parteienlandschaft im Vorfeld der Volkskammerwahl
- Verhandlungen über Souveränität und der formale Einigungsprozess
- Wahlkampfdynamiken und das gewandelte Parteiensystem 1990
- Analyse der Wahlergebnisse und deren Auswirkungen auf die deutsche Einheit
Auszug aus dem Buch
1.1 Zwei deutsche Staaten als Folge des Zweiten Weltkrieges
Die deutsche Einheit ist das einschneidende und verändernde Ereignis der neueren Geschichte Deutschlands. Sie folgte der vierzigjährigen Teilung einer Nation, die durch das Entfachen eines der zerstörerischsten Kriege der Neuzeit zumindest mitschuldig wurde.
Die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges, Frankreich, Großbritannien, Sowjetunion und die USA hatten zu Beginn des aufkeimenden Kalten Krieges der Supermächte UdSSR und USA, eine Teilung des geschlagenen Deutschlands in Besatzungszonen vorgenommen, die in die Gründung zweier deutscher Staaten mündete. Die neu geschaffenen Staaten Bundesrepublik Deutschland (BRD) und Deutsche Demokratische Republik (DDR) wurden sukzessive immer weiter in das jeweilig dominierende Ideen- und Gesellschaftssystem eingebunden und beschritten so einen jahrzehntelangen Weg, der unterschiedlicher kaum hätte sein können. Während im Westen des vormaligen Deutschen Reiches mit vornehmlich amerikanischer Aufbauhilfe eine parlamentarische Demokratie zum Leben erweckt wurde, bestimmte im Osten Deutschlands die sowjetische Doktrin eines gelenkten Staatssozialismus die politische und wirtschaftliche Entwicklung. Die Schaffung des Warschauer Paktes 1955, als militärischer Beistandspakt zwischen der Sowjetunion und den durch sie dominierten Staaten Osteuropas einschließlich der DDR, erfolgte als Antwort auf die 1949 im Westen gegründete NATO (North Atlantic Treaty Organization).
Obwohl das Grundgesetz der BRD keine explizite Wirtschaftsordnung vorsah, entschied sich die politische Elite im Westen bereits 1948 für das System der Sozialen Marktwirtschaft, welches seit Mitte der fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts eine beispiellose Wohlstandsentwicklung zur Folge hatte. Zugute kam der alten Bundesrepublik die Einbindung in das westeuropäische Wirtschafts- und Gesellschaftssystem und umfangreiche finanzielle Hilfen im Rahmen des durch die USA initiierten Marshallplans, die an einer Stabilisierung Westdeutschlands aus strategischen Gründen großes Interesse hatten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zusammenfassende Vorgeschichte der deutschen Teilung und Wiedervereinigung: Dieses Kapitel skizziert die Entstehung der beiden deutschen Staaten als Folge des Zweiten Weltkriegs und beleuchtet den Niedergang der DDR sowie das Wiedervereinigungsziel.
2. Die Volkskammerwahl 1990: Hier werden der Zerfall der SED-Machtstrukturen, die Entwicklung einer neuen Parteienlandschaft und die Resultate der ersten freien Volkskammerwahl am 18. März 1990 analysiert.
3. Der Einigungsprozess in Auszügen: Dieses Kapitel behandelt die 2+4-Gespräche zur Wiedererlangung der Souveränität sowie die rechtlichen und administrativen Aspekte des Beitritts der DDR zur Bundesrepublik.
4. Die gesamtdeutsche Bundestagwahl 1990: Hier wird der Wahlkampf unter den Vorzeichen der vollzogenen Einheit und die Auswirkungen des Wahlsystems auf das Ergebnis der gesamtdeutschen Bundestagswahl am 2. Dezember 1990 betrachtet.
5. Synopsis: Eine zusammenfassende Betrachtung der politischen Wende in Europa, die den Weg für die deutsche Einheit unter dem Paradigmenwechsel der Sowjetunion ebnete.
6. Abschlussbetrachtung: Ein Resümee über die historische Bedeutung des Jahres 1990 und die Herausforderungen bei der Überwindung der inneren deutschen Spaltung.
Schlüsselwörter
Wiedervereinigung, Deutsche Einheit, Volkskammerwahl 1990, Bundestagswahl 1990, SED, DDR, Bundesrepublik Deutschland, Einigungsvertrag, 2+4-Gespräche, Politische Wende, Systemtransformation, Parteienlandschaft, Transformation, Souveränität, Aufbau Ost.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem deutschen Wiedervereinigungsprozess in den Jahren 1989/90, wobei der Schwerpunkt auf der politischen Transformation in der DDR und deren Auswirkungen auf die Parlamentswahlen liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die Vorgeschichte der Teilung, den Zusammenbruch des SED-Regimes, die Volkskammerwahlen vom 18. März 1990, den Prozess der staatlichen Einigung sowie die erste gesamtdeutsche Bundestagswahl im Dezember 1990.
Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Bedeutung der ersten demokratischen Wahlen in der DDR und des Folgejahres für die Wiedervereinigung sowie die Integration der neuen Bundesländer wissenschaftlich zu bilanzieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und analysierenden Auswertung historischer Quellen, Dokumente und zeitgenössischer Literatur zur deutschen Geschichte und Politik dieser Epoche.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einleitung, die Analyse der Volkskammerwahl, die Darstellung des Einigungsprozesses (inkl. 2+4-Vertrag) und eine detaillierte Untersuchung der gesamtdeutschen Bundestagswahl 1990.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wiedervereinigung, Deutsche Einheit, Volkskammerwahl 1990, Bundestagswahl 1990, SED, DDR, Transformation und Souveränität.
Welche Rolle spielte das "Zehn-Punkte-Programm" von Helmut Kohl für den Einigungsprozess?
Es fungierte als ein zentraler diplomatischer Entwurf, um in Reaktion auf die Reformerfolge in der DDR den Weg zu einer vertraglichen Annäherung und späteren Konföderation zu ebnen.
Warum war die Volkskammerwahl 1990 für den Einigungsprozess so entscheidend?
Sie lieferte die erste demokratische Legitimation durch das DDR-Volk, das sich mehrheitlich für eine schnelle Wiedervereinigung mit der Bundesrepublik aussprach, was den Prozess unumkehrbar machte.
- Arbeit zitieren
- Tobias Wolf (Autor:in), 2008, Wahlkampf und Wahlen in Ostdeutschland im März 1990 und die gesamtdeutschen Wahlen im Dezember 1990, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/160938