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Joseph von Eichendorff: "Die Entführung" - Menschenjagd

Titel: Joseph von Eichendorff: "Die Entführung" - Menschenjagd

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2004 , 18 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Harald Kienzler (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Interpretation der Erzählung „Die Entführung“ stellt einen am Anfang vor große Probleme. Die Frage, die sich aufdrängt ist: Warum entscheidet sich Gaston für Leontine? Was lässt ihn auf einmal zu der Person zurückkehren, der er ganz am Anfang der Erzählung begegnet ist? Die Antwort auf diese Fragen findet sich wohl auf der Ebene des Discours. Hier stellt sich die Frage nach einem Bildsystem, auf das sich alle Figuren beziehen können. Die Jagd spielt in Eichendorffs „Entführung“ eine große Rolle, immer wieder wird darauf Bezug genommen. In diesem Zusammenhang ist es bedeutend, dass im Zentrum der Erzählung eine Diana steht, was auf den Diana-Mythos verweist. Die Bezüge zur Jagd sind zahlreich: Gleich zu Beginn tritt der noch namenlose Gaston als „Wildschütz“ auf, Gaston „treibt“ angeblich die Räuberbande durch den Wald, Diana selbst erlernte als Kind „Jagdkünste“, sie singt von einem „Jäger“, der sie entführen müsste, so weit nur einige der zahlreichen Stellen, die die Erzählung ganz eindeutig in den Kontext der Jagd stellen. Die Jagd bietet ein Paradigma, das sich leicht auf Beziehungen übertragen lässt. Das Gerichtet-Sein des einen auf den anderen ist damit leicht darzustellen. In der Erzählung sind aber vor allem die Unstimmigkeiten und Konflikte im Bezug auf dieses Paradigma zu beachten. Das Problem ist nämlich, dass es hier um Rollen geht, die nicht so ohne weiteres mit den Figuren der Erzählung zu identifizieren sind. Auch das Leitmotiv der Masken verweist auf Eichendorffs Spiel mit Rollen. Damit können durchaus auch Geschlechterrollen gemeint sein. Das macht die Analyse der Beziehungen zwischen den Figuren so schwierig, weil man in den entsprechenden Situationen immer nur die Gedanken einer Figur erfährt. Diese Perspektive entspricht auch der Haltung bei der Jagd, da man eben nicht Wild und Jäger zugleich sein kann. Da der Begriff der Jagd ein weitreichendes Paradigma bildet, liegt es nahe, an Jakobsons Grundgesetz zu denken, nach dem das Prinzip der Äquivalenz von der Achse der Selektion auf die Achse der Kombination projiziert wird. Es soll also deutlich werden, inwiefern die Jagd ein Paradigma darstellt mit dem man diesen Text semantisieren kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Jagd und Diana –Mythos

II. Gaston und Diana

III. Dianas Absichten

IV. Pygmalion

V. Gastons Bild von Diana

VI. Gaston und Leontine

VII. Leontine als neue Diana

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Erzählung „Die Entführung“ von Joseph von Eichendorff unter der zentralen Forschungsfrage, wie das Paradigma der Jagd als semiotisches System fungiert, um die komplexen Beziehungsstrukturen und Identitätskonflikte der Protagonisten zu deuten. Dabei wird analysiert, warum sich der Protagonist Gaston letztlich für Leontine entscheidet und inwieweit diese Wahl als Abkehr von einem radikalen, selbstzerstörerischen Freiheitsideal zugunsten einer kultivierteren Lebensform verstanden werden kann.

  • Die Funktion des Jagd-Mythos als zentrales Paradigma der Erzählung.
  • Die Analyse von Geschlechterrollen und deren symbolische Verknüpfung mit dem Diana-Mythos.
  • Die Interpretation von Gastons Liebesvorstellungen im Kontext des Pygmalion-Mythos.
  • Der Vergleich der weiblichen Identitätsentwürfe von Diana und Leontine.
  • Die Rolle der Wahrnehmung und der Interpretation von Bildern in der Kommunikation zwischen den Figuren.

Auszug aus dem Buch

I. Jagd und Diana - Mythos

Da in dieser Erzählung die Jagd eine so große Rolle spielt muss erst einmal geklärt werden, was man darunter versteht. Jagd ist nur als symbolisches Verhalten begreifbar, das weit über die reine Nahrungsbeschaffung hinausgeht. Es geht nicht um das reine Töten von Tieren, sondern darum ein besonderes Tier aus einem bestimmten Grund zu töten. Daher bedeutet Jagen auch immer, sich und sein Handeln in einen symbolischen Kontext zu stellen. Schließlich muss erst einmal bestimmt werden, welches Tier es wert ist, gejagt zu werden und warum es sterben muss. Jagd kann man nur auf ein besonderes Tier machen, das vor allem „wild“ sein muss. Der Bezug zu einem besonderen Tier eröffnet auch die Möglichkeit, die Jagd auf die Liebe und das Verliebt – Sein zu beziehen. Ein wildes Tier im Sinne des Jägers ist eines, das nicht zahm ist und nicht Teil des menschlichen Lebensraumes.

Insofern ist es sehr problematisch, dass in dieser Erzählung Jagd auf Menschen gemacht wird. Es sei denn, dass diese Menschen sich selbst außerhalb des menschlichen Bereichs befinden. Die Jagd ist eine bewaffnete Konfrontation zwischen Menschsein und Wildsein, zwischen Kultur und Natur. Da der Mensch auch zur Natur gehört ist diese Aussage natürlich problematisch. Im Lauf der Geschichte hat sich diese Verständnis aber gewandelt: Jagd kann man auch so verstehen, dass sie sich in die Ordnung der Gesellschaft einfügen muss und nicht nur gelebte Leidenschaft ist.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung problematisiert die Mehrdeutigkeit der Erzählung und etabliert das Paradigma der Jagd als zentrales Deutungssystem für die Figurenbeziehungen.

I. Jagd und Diana –Mythos: Das Kapitel klärt den symbolischen Gehalt der Jagd und die damit verbundene Verbindung Dianas zu den gegensätzlichen Polen Leben und Tod.

II. Gaston und Diana: Hier wird das Scheitern der beziehungsstiftenden Spiel-Inszenierung zwischen den Protagonisten analysiert, da Gaston und Diana grundverschiedene Jagd-Paradigmen verfolgen.

III. Dianas Absichten: Es wird untersucht, wie Diana durch ihr Lied und ihr Handeln die herrschenden Identitätskonstruktionen und das patriarchalische Rollenverständnis dekonstruiert.

IV. Pygmalion: Das Kapitel beleuchtet den Einbruch des Pygmalion-Mythos in die Erzählung und Gastons narzisstischen Versuch, Diana ein von ihm erdachtes Bild aufzuzwingen.

V. Gastons Bild von Diana: Die Analyse konzentriert sich auf Gastons Fehlwahrnehmung, die Diana als Unmenschliches außerhalb der Gesellschaft verortet und ihn in die Einsamkeit führt.

VI. Gaston und Leontine: Das Kapitel thematisiert Gastons Gesinnungswandel und die Akzeptanz einer domestizierten, kultivierteren Beziehungsform durch Leontine.

VII. Leontine als neue Diana: Es wird diskutiert, warum Leontine als "neue Diana" fungiert und Gaston eine stabilere, weniger radikale Lebensidentität ermöglicht.

Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass die Erzählung als Kritik am romantischen Freiheitsideal fungiert und die Notwendigkeit menschlicher Integration in den kulturellen Bereich betont.

Schlüsselwörter

Eichendorff, Die Entführung, Jagd-Paradigma, Diana-Mythos, Pygmalion-Mythos, Geschlechterrollen, Identitätskonflikte, Kommunikation, Symbolik, Literaturinterpretation, Gaston, Leontine, Freiheitsideal, Diskursanalyse, Romantik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Erzählung „Die Entführung“ nach der Analyse?

Die Arbeit untersucht die Erzählung als ein komplexes Beziehungsgeflecht, das wesentlich durch das Paradigma der Jagd strukturiert wird und die Unvereinbarkeit zwischen einem radikalen Freiheitsstreben und gesellschaftlicher Bindung thematisiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Jagd-Paradigma, die Bedeutung von Mythen (Diana, Pygmalion), die Konstruktion von Geschlechteridentitäten sowie die Analyse von Kommunikation und Wahrnehmungsprozessen zwischen den Hauptfiguren.

Was ist das primäre Ziel der wissenschaftlichen Analyse?

Das Ziel ist es, durch die Anwendung des Jagd-Paradigmas auf die Erzählebene des Textes zu verdeutlichen, warum Gaston Diana verliert und warum die Wahl für Leontine einen notwendigen Schritt zur Bewahrung seiner Existenz darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt Ansätze der Semiotik und Interdiskursanalyse, um den Text als ein sich ständig neu semantisierendes System von Zeichen und Begriffen zu erschließen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der mythologischen Bezüge (Diana, Pygmalion), der Fehlinterpretationen der männlichen Protagonisten bezüglich der weiblichen Figuren sowie eine Analyse der unterschiedlichen Beziehungsdynamiken zwischen Gaston und Diana bzw. Gaston und Leontine.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Kern der Arbeit zusammenfassen?

Die zentralen Schlagworte umfassen das Jagd-Paradigma, den Diana-Mythos, die Identitätsbildung, das romantische Freiheitsideal sowie die Bedeutung von Bild-Konstruktionen in der Literatur.

Warum scheitert die Beziehung zwischen Gaston und Diana in den Augen des Autors?

Sie scheitert, weil Gaston Diana lediglich als eine Statue betrachtet, die er nach seinen Vorstellungen zum Leben erwecken will, während Diana eine radikale, todesnahe Freiheit anstrebt, die jede gesellschaftliche Rollenzuschreibung ablehnt.

Welche Rolle spielt der Mythos des Pygmalion für das Verständnis von Gaston?

Der Pygmalion-Mythos illustriert Gastons narzisstische Vorgehensweise: Er verliebt sich in ein von ihm selbst konstruiertes, ideales Bild von Diana, statt die reale Person hinter dem Bild zu erfassen.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Joseph von Eichendorff: "Die Entführung" - Menschenjagd
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
2,0
Autor
Harald Kienzler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
18
Katalognummer
V160887
ISBN (eBook)
9783640739196
ISBN (Buch)
9783640739226
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Deutsch Germanistik Joseph von Eichendorff Die Entführung Romantik Jagd Gender
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Harald Kienzler (Autor:in), 2004, Joseph von Eichendorff: "Die Entführung" - Menschenjagd, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/160887
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Leseprobe aus  18  Seiten
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