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Die Christenverfolgung unter Nero

Ursachen und Rechtsgrundlagen

Titel: Die Christenverfolgung unter Nero

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 17 Seiten

Autor:in: Matthias Zein (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Unter Nero begegnet uns der erste größere Konflikt zwischen Christentum und römischem Staat. Wenn Chadwick hierzu meint, dass dies weniger einer „Prinzipienfrage von grundlegender Bedeutung“ als einem „unglücklichen Zufall“ geschuldet sei, so trifft dies vielleicht in Bezug auf den Auslöser der Geschehnisse zu, wird aber sicher nicht den Ursachen gerecht. Schließlich muss man doch klar sagen, dass in Rom schon eine Stimmung vorgeherrscht haben muss, die Nero den Nährboden lieferte, dem Volk die Christen als Verantwortliche für den Brand Roms oder zumindest als Sündenböcke unterzuschieben. Auf die verschiedenen ursächlichen Momente, die die noch junge Religion in eine solch exponierte Position bringen und schließlich zum Ziel von Verfolgung werden lassen, wird im Weiteren noch einzugehen sein.
Für die christliche Tradition wird Nero mit seinen Taten zum Inaugurator der staatlichen Verfolgung von Christen, eine Sichtweise, die auch in der modernen Literatur vertreten wird. So ist man versucht gewesen, die systematische Verfolgung von Anhängern des christlichen Glaubens auf eine lex des letzten julischen Kaisers zurückzuführen, eine Hypothese die mit Vehemenz verteidigt, beziehungsweise angefochten wird. Auf welchen rechtlichen Grundlagen die neronische Verfolgung fußte, ob und welche Auswirkungen sie für die zukünftige Behandlung der Christen hatte, wird uns ebenso interessieren wie die Frage nach der Existenz eines institutum neronianum.
Über die Motivation, Ernsthaftigkeit und die Auswirkungen der neronischen Verfolgung mag gestritten werden, dennoch findet sie in jeder Biographie des Kaisers und jedem kirchengeschichtlichen Handbuch ihren Platz.
Die Interpretation der Motivlage, die Analyse der rechtlichen Grundlage und auch der exekutiven Maßnahmen sind somit entscheidend, um einen Ausblick auf die weitere Behandlung der nach Tacitus, Sueton und Plinius so ungeliebten superstitio externa zu geben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Ursprung und Motivation der Verfolgungen

III. Verlauf und Anklage

IV. Das Vorgehen der Behörden

V. Institutum Neronianum? - Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und rechtlichen Grundlagen der Christenverfolgung unter Kaiser Nero. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, ob es sich um eine staatlich systematisierte Repression handelte oder um eine situative Reaktion auf den Brand Roms, um Sündenböcke für die aufgebrachte Bevölkerung zu finden.

  • Historische Analyse der neronischen Christenverfolgung
  • Untersuchung der Motive antiker Autoren wie Tacitus und Sueton
  • Rechtliche Einordnung der behördlichen Maßnahmen (coercitio vs. formale Gesetze)
  • Die Rolle der öffentlichen Stimmung und des Vorwurfs der *flagitia*
  • Kritische Reflexion der Hypothese eines *institutum neronianum*

Auszug aus dem Buch

II.

Vom taciteischen Bericht abgesehen ist Sulpicius Severus der einzige, der einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Brand Roms und der Verfolgung der Christen herstellt. Allerdings kann man hier davon ausgehen, dass der spätantike Autor Tacitus nutzt bzw. diesen fast ausschreibt. So bleibt Tacitus als einzige der wenigen paganen Quellen, die ein etwaiges Motiv liefert. Die Mehrheit der Berichte über die Christenverfolgungen findet sich bei den Anhängern der neuen Religion, für die ein solcher topos natürlich von besonderer Bedeutung war. Aber auch sie machen meist nur eine ungenaue Angabe über die Gründe von Repressionen, die vor allem Furcht und Neid gegenüber dem erstarkenden Christentum beinhalten. Dass wir so wenig aus heidnischen Quellen über das Thema der Verfolgungen erfahren, mag am anfänglichen Desinteresse oder möglicherweise an dem späteren großen Einfluss der Christen liegen, so dass solcherlei Schriften der damnatio memoriae anheim fielen.

Sueton als weiterer paganer Autor berichtet zwar über die Hinrichtungen von Christen unter Nero, gibt keine konkreten Gründe für diese Maßnahmen an, lässt jedoch keinen Zweifel daran, dass er die Todesurteile für gerechtfertigt und sinnvoll hält: afflicti suppliciis Christiani, genus hominum superstitionis novae ac maleficae. Interessant ist hier die Wortwahl Suetons. So wird dem an sich schon problematischen Faktum eines neuen Glaubens oder eines neuen Kultes, wobei die superstitio eindeutig negativ konotiert ist, durch die Konstruktion mit ac das nachdrücklich wichtigere Merkmal maleficus angeknüpft. Ebenso ordnet Sueton diese Maßregel Neros nach seiner eigenen Bucheinteilung unter die positiven Unternehmungen des princeps, so dass hier eine Interpretation der Beurteilung des Kaiserbiographen nicht schwer fällt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Dieses Kapitel führt in den historischen Kontext ein und skizziert die Problematik, Nero als Initiator der ersten staatlichen Christenverfolgung zu bewerten.

II. Ursprung und Motivation der Verfolgungen: Hier werden die antiken Quellen und die Rolle der Stimmung in der Bevölkerung Roms untersucht, die dazu führte, Christen als Sündenböcke für den Brand Roms zu instrumentalisieren.

III. Verlauf und Anklage: Dieses Kapitel analysiert die Art der Bestrafungen und diskutiert die Schwierigkeit, die historischen Berichte hinsichtlich der tatsächlichen Opferzahlen und der Anklagepunkte zu verifizieren.

IV. Das Vorgehen der Behörden: Es wird die These erörtert, ob die Verfolgung auf formalen Gesetzen basierte oder im Rahmen einer außerordentlichen *cognitio extra ordinem* durch die staatliche *coercitio* erfolgte.

V. Institutum Neronianum? - Fazit: Das Fazit kommt zu dem Schluss, dass die Hypothese eines spezifischen "Institutum Neronianum" als Gesetzesgrundlage eher unwahrscheinlich ist und die Verfolgung situativen, politischen Motiven entsprang.

Schlüsselwörter

Nero, Christenverfolgung, Brand Roms, *superstitio*, *coercitio*, Tacitus, Sueton, Sündenbock, *flagitia*, *institutum neronianum*, *cognitio extra ordinem*, römisches Recht, Christen, Antike, Märtyrer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Hintergründe und die rechtliche Einordnung der ersten größeren Verfolgung von Christen unter der Herrschaft von Kaiser Nero in Rom.

Welches ist die zentrale Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob die Verfolgung der Christen auf einer systematischen gesetzlichen Grundlage (*institutum neronianum*) beruhte oder ob es sich um eine durch Neros persönliche Motive und die Stimmung des Volkes nach dem Stadtbrand von Rom getriebene willkürliche Maßnahme handelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die historisch-kritische Quellenanalyse, indem sie primäre pagane und christlich-apologetische Berichte vergleicht und in den Kontext der modernen Forschung stellt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören das Bild Neros in der antiken Historiographie, die juristische Praxis des römischen Strafrechts gegenüber neuen religiösen Bewegungen und die soziale Wahrnehmung der frühen Christen in Rom.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Berichte von Tacitus und Sueton, untersucht die Vorwürfe gegen die Christen (wie *flagitia* und *odium humani generis*) und diskutiert die administrative Durchführung der Verfolgung durch römische Magistrate.

Welche Rolle spielt der Brand Roms in der Untersuchung?

Der Brand dient als auslösender Moment, in dem die Christen dem Volk als Sündenböcke präsentiert wurden, um von den Gerüchten einer kaiserlichen Schuld abzulenken.

Wie bewertet der Autor das "Institutum Neronianum"?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass es sich dabei vermutlich um keine feste juristische Einrichtung handelte, sondern dass die Annahme tertullianischer Quellen in der Forschung kritisch hinterfragt werden muss.

Warum war das Christentum laut den antiken Quellen verhasst?

Der Hass resultierte aus der Abgeschlossenheit der christlichen Kultgemeinschaft, ihrem Proselytentum und der generellen gesellschaftlichen Ablehnung der *superstitio*, die oft mit moralischen Vergehen (*flagitia*) in Verbindung gebracht wurde.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Christenverfolgung unter Nero
Untertitel
Ursachen und Rechtsgrundlagen
Autor
Matthias Zein (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
17
Katalognummer
V160662
ISBN (eBook)
9783640739301
ISBN (Buch)
9783640739592
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Christenverfolgung Nero Ursachen Rechtsgrundlagen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Matthias Zein (Autor:in), 2010, Die Christenverfolgung unter Nero, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/160662
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Leseprobe aus  17  Seiten
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