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Pythagoras in der Musiktheorie des Mittelalters

Title: Pythagoras in der Musiktheorie des Mittelalters

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sascha Becker (Author)

Musicology - Miscellaneous

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Summary Excerpt Details

Der Pythagoreismus spielt in der Musiktheorie des Mittelalters eine bedeutsame Rolle. In Pythagoras sah man den Begründer der 'musica scientia', der Musiktheorie als Teilgebiet des Quadriviums (neben Astronomie, Geometrie und Arithmetik) innerhalb der 'septem artes liberales'. Obwohl über die Person dieses legendären Denkers aus dem sechsten vorchristlichen Jahrhundert kaum Gesichertes bekannt ist und von dessen eigener Hand keine Schriften überliefert sind, faszinierten seine Lehren doch über Jahrhunderte hinweg immer neue Anhänger, die sich teils in sektenähnlichen Geheimbünden zusammenschlossen.
Pythagoras wird, mehr als ein Jahrtausend nach seinem Tod, über die Rezeptions-Verstärker Platon und Boethius zu einer bis ins 16. Jahrhundert unangefochtenen Autorität in der mittelalterlichen Musiktheorie. Der pythagoreische Glaube an die Zahlenhaftigkeit der Wahrheit bestimmt im Mittelalter, befördert durch das 'ordo'-Denken und den Vorrang der 'ratio' vor den Sinnen, auch die theoretische Beschäftigung mit der Musik. Die Zahlenproportionen konsonanter Klänge, die Herleitung der Skalen ebenso wie die Erfindung des Monochords wurden Pythagoras zugeordnet.
Daraus sei zugleich ersichtlich, dass Pythagoras in dieser Arbeit nicht als authentische Person behandelt, sondern unter seinem Namen die auch im Mittelalter mit ihm assoziierten Lehren und musikologischen Inhalte erörtert werden, vor allem die pythagoreischen Intervallproportionen.

Nach einer vorsichtigen Skizze des durch die Jahrtausende undeutlichen biografischen und philosophischen Profils des griechischen Musikdenkers gibt diese Arbeit einen Einblick in den Einfluss des Pythagoreismus auf die quadriviale 'musica scientia', wobei die Konsonanzproportionen ausfürhlich dargestellt werden, die als bis heute wesentliches Erbe des pythagoreischen Denkens gelten können. Kann man doch ohne weiteres auf ihre Entdeckung den Beginn einer systematischen, exakten und rationalen Musikwissenschaft datieren. Werner Heisenberg zählte sie gar "zu den stärksten Impulsen menschlicher Wissenschaft".

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Voraussetzungen

1. Leben und Philosophie des Pythagoras

1.1 Biographisches

1.2 Abriss der pythagoreischen Philosophie

2. Das Quadrivium

2.1 Die pythagoreische Prägung des Quadriviums

2.2 Die musica scientia

2.2.1 Der mittelalterliche Musikbegriff

2.2.2 Die Schmiedelegende

2.2.3 Die Konsonanzproportionen

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rezeption und Bedeutung der pythagoreischen Philosophie sowie ihre numerisch-metaphysischen Grundlagen innerhalb der mittelalterlichen Musiktheorie. Das zentrale Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das antike Bild des Pythagoras als Begründer der Musikwissenschaft als rationale und metaphysische Autorität das mittelalterliche Verständnis von Musik als mathematische Disziplin (musica scientia) maßgeblich prägte und festigte.

  • Die historische und philosophische Einordnung des Pythagoras und seiner Lehre.
  • Die Rolle der Zahlenmetaphysik und der Tetraktys in der mittelalterlichen Kosmologie.
  • Die Bedeutung der Schmiedelegende für die Begründung der musikalischen Konsonanzlehre.
  • Die mathematische Strukturierung der Musik innerhalb des Quadriviums.
  • Der Übergang von der antiken mathematischen Spekulation zur praktischen Musiktheorie.

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Die Schmiedelegende

Diese Rolle als Stammvater der Musikwissenschaft wurde im Mittelalter durch eine weitverbreitete Legende illustriert, die durch Iamblich von Chalkis überliefert worden war (von dem wiederum erst Nikomachos und später Boethius sie übernehmen). In ihr wird geschildert, wie Pythagoras zu seiner Entdeckung inspiriert worden sein soll, dass den konsonanten Intervallen jene Relationen ganzer Zahlen zugrundeliegen, die dann die tetraktys bilden:

Bei einem Spaziergang sei er an einer Schmiede vorbeigekommen und habe aus dem Klang der Hämmer die Intervalle Oktave, Quinte und Quarte herausgehört. Das Intervall zwischen Quinte und Quarte schien ihm zwar dissonant, jedoch erkannte er, dass Quarte und Quinte zusammen eine Oktave ergeben. Er ging in die Schmiede, stellte einige Versuche an und habe erkannt, dass der Klangunterschied der Hämmer allein von ihrem Gewicht abhinge. Nach hause zurückgekehrt, habe er vier genau gleiche Saiten an einem waagerechten Pflock befestigt und sie am andern Ende mit den gemessenen Gewichten beschwert. Als er sie wechselnd zu zweit anschlug, fand er dieselben Konsonanzen und entdeckte, dass jenes Saitenpaar, das im Oktavabstand erklang, von Gewichten gespannt war, die im Verhältnis 12:6 beziehungsweise 2:1 standen.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Voraussetzungen: Dieses Kapitel erläutert die Problematik der historischen Authentizität von Pythagoras aufgrund fehlender Schriften und einer widersprüchlichen Überlieferungslage.

1. Leben und Philosophie des Pythagoras: Hier werden die biographischen Daten und die Grundzüge der pythagoreischen Philosophie, insbesondere ihre Verbindung von mathematischer Naturwissenschaft und ethischer Lebensweise, dargestellt.

2. Das Quadrivium: Das Kapitel beleuchtet die systemtheoretische Verknüpfung der Musik mit den anderen mathematischen Disziplinen und die Rolle von Boethius bei der Etablierung des Quadriviums.

3. Fazit: Die abschließende Betrachtung fasst zusammen, wie das pythagoreische Erbe durch ein geschlossenes System aus Metaphysik und Zahlenlehre die mittelalterliche Musiktheorie über Jahrhunderte prägte.

Schlüsselwörter

Pythagoras, Musiktheorie, Mittelalter, Quadrivium, Musica Scientia, Tetraktys, Konsonanzproportionen, Schmiedelegende, Zahlenmetaphysik, Boethius, Ratio, Intervall, Kosmologie, Axiomatik, Zahlensymbolik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert den Einfluss der pythagoreischen Philosophie und deren mathematisch-metaphysischer Konzepte auf die mittelalterliche Musiktheorie.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Konzepte der musica scientia, die Konsonanzlehre, die historische Rezeption der Person Pythagoras sowie das wissenschaftliche System des Quadriviums.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu verstehen, wie und warum das mathematische Erbe des Pythagoras als autoritative Grundlage für die Musiktheorie des Mittelalters fungierte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, um anhand von Quellen wie Boethius und Nikomachos die Begründungszusammenhänge der mittelalterlichen Musiklehre aufzudecken.

Welche Inhalte dominieren den Hauptteil?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der mathematischen Herleitung von Konsonanzen, der Bedeutung der Schmiedelegende und der Einordnung der Musik in das mathematisch orientierte Weltbild des Quadriviums.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Pythagoras, Musica Scientia, Quadrivium, Konsonanz und Zahlenmetaphysik definiert.

Welche Rolle spielt die "Schmiedelegende" für das Mittelalter?

Die Schmiedelegende diente als illustrativer Gründungsmythos, der Pythagoras als Entdecker der Zahlenverhältnisse in Konsonanzen legitimierte und die Mathematik als Naturwissenschaft etablierte.

Warum war das mittelalterliche Musikverständnis stark von antiken Dogmen abhängig?

Dies resultierte aus dem Mangel an experimenteller Theoriebildung und dem christlichen Bedürfnis nach einem in sich geschlossenen, hierarchischen Weltbild (Ordo), das durch Zahlen und Proportionen untermauert wurde.

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Details

Title
Pythagoras in der Musiktheorie des Mittelalters
College
University of Cologne  (Musikwissenschaftliches Institut)
Course
Einführung in die mittelalterliche Musiklehre
Grade
1,0
Author
Sascha Becker (Author)
Publication Year
2006
Pages
26
Catalog Number
V160290
ISBN (eBook)
9783640733552
ISBN (Book)
9783640734153
Language
German
Tags
Sieben Freie Künste Quadrivium Konsonanzproportionen Intervallproportionen Pythagoreismus Musikwissenschaft Neuplatonismus musica scientia
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sascha Becker (Author), 2006, Pythagoras in der Musiktheorie des Mittelalters, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/160290
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