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Medien - Mittäter oder Mediatoren?

Eine Analyse am Beispiel des Tschetschenienkonflikts

Titel: Medien - Mittäter oder Mediatoren?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 35 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Stefanie Schumann (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Krisen und Kriege gibt es seit Menschengedenken. Doch die Berichterstattung über diese hat in den letzten beiden Jahrzehnten ungeahnte Ausmaße angenommen. Seit Beendigung des Zweiten Weltkrieges haben sich keine Kriege mehr vor den Haustüren der westlichen Industriestaaten abgespielt. Dennoch wird mittels der Massenmedien der Eindruck von Unmittelbarkeit und Aktualität erweckt. Der Medienkonsument kann sich die Kriegsschauplätze bei Bedarf im Fernsehen betrachten. Die Präsentation der Bilder in den Nachrichten zeichnet sich zumeist durch Einfachheit und Eindringlichkeit aus. Dem Rezipienten wird ein gewisser Informationsgehalt suggeriert. Doch in welchem Grade darf er sich tatsächlich informiert fühlen? Die Medien gelten zwar als vierte Instanz im Staat, der das Primat der Meinungsbildung zugesprochen wird. Aber werden sie ihrem Ruf gerecht? Was macht den Journalismus im Allgemeinen aus und inwieweit unterscheidet er sich von seinem konfliktsensitiven Pendant? Welche Funktionen können die Medien innerhalb eines Konflikts einnehmen? Durch welche Faktoren wird diese Arbeit beeinflusst? Die Analyse dieser Fragen soll schließlich zur Erkenntnis darüber führen, ob die Umsetzung eines konfliktsensitiven Journalismus als realistisch zu betrachten ist.
Um einen begrifflichen Rahmen für diese Arbeit zu stecken, sollen an dieser Stelle einige Definitionen angeführt werden: Die Begriffe konfliktsensitiver Journalismus und Friedensjournalismus werden im Folgenden synonym verwendet. Die „Krise“ ist als Kontinuum zwischen Konflikt und Krieg bzw. als zugespitzer Konflikt mit der Gefährdung dominanter Ziele und ungewissem Ausgang zu begreifen. Die Krisenberichterstattung thematisiert demnach ebenso die Vor- und Nachkriegszeit (vgl. Bilke 2008: 140f).
Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick über das doch noch recht junge Forschungsfeld des konfliktsensitiven Journalismus geben. Als herausragend sind die sehr profunden Systematisierungen zur Konzeption und Qualitätsmerkmalen des Friedensjournalismus von Nadine Bilke zu nennen. Bevor die Rolle der Medien in der Krisenberichterstattung zwischen Mittäter und Mediator, d.h. zwischen kriegsfördernd und vermittelnd zwischen Konfliktparteien, genauer diskutiert werden, erfolgt eine Analyse der Charakteristika beider Konzepte. Abschließend werden die theoretischen Ansätze am Beispiel der Tschetschenienkrise und der wechselnden Rolle der Medien in beiden Kriegen veranschaulicht und konkretisiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Journalismus in Krisenregionen

2.1 Medien

2.1.1 Charakteristika

2.1.2 Abhängigkeiten

2.2 Richtlinien und Vorbereitungen für den Einsatz in Krisenregionen

2.3 Krisenberichterstattung

2.3.1 Charakteristika

2.3.2 Rolle der Medien in der Krisenberichterstattung

2.4 Medien als Aggressoren - Militarisierung der Medien

2.5 Friedensjournalismus

2.5.1 Voraussetzungen

2.5.2 Qualitätskriterien

2.5.3 Medien als Mediatoren?

2.5.4 PECOJON als Institution des Friedensjournalismus

2.6 Die Krisenberichterstattung am Beispiel des Tschetschenien-konflikts

2.6.1 Der Erste Tschetschenienkrieg: zwischen Pressefreiheit und Restriktion

2.6.2 Das Resümee der Tschetschenienkriege

3 Zusammenfassung

4 Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die komplexe Rolle der Massenmedien in Krisen- und Kriegszeiten und analysiert, ob Journalismus als Vermittler (Mediator) zwischen Konfliktparteien fungieren oder ob er zur Eskalation beitragen kann. Anhand des Tschetschenienkonflikts wird die Wirksamkeit eines sogenannten konfliktsensitiven bzw. Friedensjournalismus unter realen, teilweise hochrestriktiven Bedingungen kritisch geprüft.

  • Grundlagen des Journalismus in Krisenregionen und die verschiedenen Abhängigkeiten von Medien.
  • Die Transformation der Medienrolle im Krieg, insbesondere die Instrumentalisierung und Militarisierung von Berichterstattung.
  • Definition, Qualitätsmerkmale und Ansätze des Friedensjournalismus.
  • Fallstudie: Analyse der Berichterstattung während des Ersten und Zweiten Tschetschenienkrieges.
  • Kritische Reflexion über die Realisierbarkeit eines konfliktsensitiven Journalismus in nicht-demokratischen Kontexten.

Auszug aus dem Buch

2.4 Medien als Aggressoren - Militarisierung der Medien

Dominikowski bezeichnete die Entwicklung von Massenmedien und Massenkrieg als einen „koevolutionären Prozess“ (Bilke 2002: 55). Es wird zwischen drei Ebenen unterschieden, in denen die Medien eine Militarisierung erfahren haben: Primär ist dabei die technologische Ebene anzuführen. Der Massenkrieg erfordert einen ständigen technologischen Fortschritt um dem etwaigen Gegner immer einen strategischen Schritt voraus zu sein (vgl. ebd.: 55). Durch Anwendung von Kommunikationsmedien kann die Koordination von militärischen Schlägen insbesondere strategisch effizienter gestaltet werden (vgl. Wiegerling 2004: 51). Im Zuge der Weiterentwicklung der militärischen Kommunikationstechnologie nutzen Journalisten in Krisenregionen diese Medien als „Neben- und Abfallprodukt von Militärtechnologie“ (Bilke 2002: 55). Beispielhaft sei an dieser Stelle das Satellitentelefon angeführt. Hilker geht so weit, eine Relation zwischen dem Soldaten und dem Journalisten, zwischen den verwendeten Waffen auf der Jagd nach dem Feind und den verwendeten medialen Hilfsmittel auf der Suche nach der nächsten Schlagzeile zu ziehen. Dabei sieht er eine Parallele zwischen Maschinengewehr und Kamera, Nitrozellulose und Film sowie Radar und Videokamera (vgl. Hilker 2006: 21).

Darüber hinaus erfolgt eine Optimierung der Waffensysteme durch kalkulierende Medien mit enormen Speicher-, Steuerungs- und Kontrollleistungen. Außerdem werden Medien im Krieg zur Beeinträchtigung gegnerischer Informations- und Überwachungssysteme genutzt. Unter Anderem erfolgt so die Täuschung gegnerischer Radaranlagen mittels falscher Informationen oder der Einschleusung von Viren auf fremde Computer (vgl. Wiegerling 2004: 51).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Forschungsfeld des konfliktsensitiven Journalismus ein und formuliert die zentrale Fragestellung zur Rolle der Medien in Krisenkontexten.

2 Journalismus in Krisenregionen: Dieses Kapitel analysiert die Rahmenbedingungen, Aufgaben und Abhängigkeiten von Journalismus in Krisengebieten sowie die verschiedenen Rollen, die Medien in Konflikten einnehmen können.

3 Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert, dass Friedensjournalismus zwar als Idealbild fungiert, seine praktische Umsetzung jedoch häufig an politischen und ökonomischen Zwängen sowie fehlenden demokratischen Strukturen scheitert.

Schlüsselwörter

Krisenberichterstattung, Friedensjournalismus, Tschetschenienkonflikt, Medienethik, Journalismus, Krieg, Konfliktsensitivität, Militarisierung, Medien, Zensur, Konfliktvermittlung, Pressefreiheit, Propaganda, Agendasetting, Politkowskaja

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Journalismus und Kriegsberichterstattung mit Fokus auf die Frage, ob Medien Konflikte eskalieren oder deeskalierend wirken können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die Rolle von Medien als Mediatoren, der Friedensjournalismus, die Militarisierung der Medien und der Einfluss von Staatsinteressen auf die Nachrichtenselektion.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird analysiert, ob die Umsetzung eines konfliktsensitiven Journalismus unter den Bedingungen von Kriegen und Krisen als realistisch zu betrachten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse der Fachliteratur sowie eine Fallstudienmethode am Beispiel der Berichterstattung über die zwei Tschetschenienkriege.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Untersuchung der journalistischen Arbeit in Krisenregionen, die Definition des Friedensjournalismus und eine empirisch orientierte Analyse des Tschetschenienkonflikts.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Krisenberichterstattung, Friedensjournalismus, mediale Instrumentalisierung, Pressefreiheit und der Tschetschenienkonflikt.

Wie unterscheidet sich die Berichterstattung im Ersten zum Zweiten Tschetschenienkrieg?

Während im Ersten Tschetschenienkrieg noch eine relative Pressefreiheit herrschte, war der Zweite Tschetschenienkrieg durch eine totale Informationssperre, staatliche Zensur und die Verstaatlichung der Medienlandschaft unter Putin gekennzeichnet.

Welche Rolle spielt die Journalistin Anna Politkowskaja in der Arbeit?

Politkowskaja dient als Beispiel für das Engagement eines konfliktsensitiven Journalismus; sie versuchte als Vermittlerin in Krisen zu agieren und zahlte für ihre Arbeit und ihre Aufklärung über politische Hintergründe in Tschetschenien mit ihrem Leben.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Medien - Mittäter oder Mediatoren?
Untertitel
Eine Analyse am Beispiel des Tschetschenienkonflikts
Hochschule
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)  (Kulturwissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Interkulturelle Konflikte und Mediation
Note
1,0
Autor
Stefanie Schumann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
35
Katalognummer
V159933
ISBN (eBook)
9783640729630
ISBN (Buch)
9783640730070
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mediation Medien Tschetschenien Krisenberichterstattung Friedensjournalismus Pressefreiheit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefanie Schumann (Autor:in), 2010, Medien - Mittäter oder Mediatoren?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/159933
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Leseprobe aus  35  Seiten
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