Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Zur Shop-Startseite › Geschichte Deutschlands - Erster Weltkrieg, Weimarer Republik

Die Rassen- und Elitegehirnforschung von Oskar und Cécile Vogt und der kulturhistorische Kontext (ca. 1895 - 1933)

Titel: Die Rassen- und Elitegehirnforschung von Oskar und Cécile Vogt und der kulturhistorische Kontext (ca. 1895 - 1933)

Seminararbeit , 2009 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Ole Norhausen (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Erster Weltkrieg, Weimarer Republik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Blickwinkel der medizinisch-biologischen Disziplin Hirnforschung verschiebt sich heute immer mehr und schafft ganz neue Forschungsbereiche, wie etwa die Neurophilosophie oder Neuroethik. So wird die Wissenschaft vom Gehirn nicht zum ersten Mal in der Geschichte zur Wissenschaft vom Menschen. Sie erhebt einen ganzheitlichen Erklärungsanspruch an die menschliche Existenz - durch die Verortung geistiger Fähigkeiten im Gehirn. Dieses Faszinosum, aufgehangen an der Frage: „Ist das Ich materialisierbar“, zieht sich durch die Geschichte der Hirnforschung von ihren Anfängen bis zum heutigen Tag.
Ausnahmeerscheinungen in dieser Geschichte sind Cécile und Oskar Vogt, welche ihre Hirnforschung ebenfalls als eine Wissenschaft vom Menschen begründeten. Die Geschichte ihres Forschungsvorhabens ist eine Geschichte großer Erfolge aber auch eine Geschichte des Scheiterns und der Widersprüche. Sie waren Außenseiter in der damaligen Forschungslandschaft. Zunächst nicht nur aufgrund ihrer inhaltlichen Ansätze, sondern auch aufgrund der institutionellen Rahmenbedingungen, die sie sich für ihre Forschungsvorhaben gaben. Die Vogts verfolgten neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit auch politische Ziele. Sie bekannten sich öffentlich zur Sozialdemokratie und vertraten ein Konzept, welches Wissenschaft, Staat und Gesellschaft mit dem Ziel eines sich höher entwickelnden Gehirns verbinden sollte. Damit bewegten sie sich zwischen einem damals nicht unüblichen Spannungsfeld aus Sozialismus, Eugenik und Biologismus, Elitenlehre und wissenschaftlichem Allmachtsglauben. Im Spiegel ihres zytoarchitektonischen Forschungskonzepts gibt es einige Ansätze, die im Widerspruch zu der öffentlich vertretenen politischen Meinung stehen und die nachfolgend diskutiert werden.
Wie erklärt sich die Organisationsstruktur der Vogtschen Hirnforschungsinstitute insbesondere des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Hirnforschung, im Kontext des Forschungsvorhabens der Aufklärung über die neuroanatomischen Eigenschaften des Gehirns? Welches Menschenbild verbanden diese beiden, eine Wissenschaft vom Menschen treibenden, Forscherpersönlichkeiten damit? Die Antworten ergeben sich mehr aus einer Charakterisierung Oskar und Cécile Vogts als Menschen, die in ihrer Zeit lebten und arbeiteten, als aus der reinen Analyse ihrer wissenschaftlichen Arbeiten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Problem- und Fragestellung der vorliegenden Arbeit

2. Leben und Werk von Cécile und Oskar Vogt im wissenschaftshistorischen Kontext

2.1 Topistische Hirnforschung: Zyto- und Myeloarchitektonik

2.2 Die Institutionalisierung des Privaten: Die Vogtschen Hirnforschungsinstitute (Von 1896 bis ca. 1930)

3. Der politische und kulturhistorische Kontext - Zur Anthropologie des Menschen aus Sicht von Oskar und Cécile Vogt

4. Fazit

5. Literatur- und Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das wissenschaftliche Wirken von Cécile und Oskar Vogt im Spannungsfeld zwischen neuroanatomischer Grundlagenforschung und politisch-ideologischer Instrumentalisierung. Ziel ist es, die scheinbare Widersprüchlichkeit zwischen ihrem humanistischen Anspruch und ihrer Einbindung in rassenhygienische sowie sozialdarwinistische Diskurse zu analysieren und ihre Rolle als Teil der wissenschaftlichen Elite zu beleuchten.

  • Wissenschaftsgeschichte der Hirnforschung (Zyto- und Myeloarchitektonik)
  • Wechselwirkung zwischen wissenschaftlicher Theoriebildung und Eugenik
  • Rolle von Netzwerken und Diplomatie in der Wissenschaftsorganisation
  • Kulturhistorischer Kontext der Hirnforschung im frühen 20. Jahrhundert
  • Politische Anthropologie im Werk von Oskar und Cécile Vogt

Auszug aus dem Buch

2. Leben und Werk von Cécile und Oskar Vogt im wissenschaftshistorischen Kontext

Oskar und Cécile Vogt waren untrennbar in ihrem Leben und ihrem Werk vereint. Sie veröffentlichten ihre Arbeiten stets gemeinsam. In den Arbeiten in denen sich Wissenschaft und Politik vermischten bzw. die eine Disziplin die andere stützte, trat allerdings Oskar Vogt öfter als Verfasser auf. Im weiteren Verlauf wird nur auf die Stationen des Lebens von Oskar Vogt eingegangen, da sie für die hier behandelte Fragestellung entscheidend sind.

Oskar Vogt wurde am 6. April 1870 in Husum in Schleswig-Holstein als Sohn eines protestantisch-lutherischen Pastoren geboren. Als Schüler beschäftigte er sich bereits mit biologischen Fragestellungen und fing an, eine Hummelsammlung anzulegen, die er bis zu seinem Lebensende fortführte. Dabei sammelte er die Tiere als Jugendlicher nach Gesichtspunkten der zoologischen Systematik. Später, zu Beginn seiner wissenschaftlichen Karriere, verschob sich sein Interesse hin zu Fragen genetischer Bedingungen von Färbungsvariationen. Diese Verschiebung des Forschungsinteresses hin zur vergleichenden Morphologie ist konstituierend für im Verlauf seiner weiteren Tätigkeit entstehende Forschungsfragen. Diese behandelten evolutionsbiologische Fragestellungen der Genetik, die er in Anlehnung an die synthetische Evolutionstheorie entwickelte. Diese stellt eine um die genetische Vererbungslehre erweiterte Theorie über die Variabilität der Arten von Charles Darwin dar, von dessen Veröffentlichungen Vogt fasziniert war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problem- und Fragestellung der vorliegenden Arbeit: Einführung in die wissenschaftsgeschichtliche Bedeutung der Vogts und Skizzierung des Spannungsfeldes zwischen Forschungserfolgen, politischem Anspruch und ideologischen Widersprüchen.

2. Leben und Werk von Cécile und Oskar Vogt im wissenschaftshistorischen Kontext: Darstellung des biografischen Werdegangs von Oskar Vogt sowie der Entwicklung seiner neuroanatomischen Methoden unter dem Einfluss von Genetik und Soziologie.

2.1 Topistische Hirnforschung: Zyto- und Myeloarchitektonik: Erläuterung der von den Vogts entwickelten zytoarchitektonischen Methode und ihre Abgrenzung zu den myelogenetischen Ansätzen von Paul Flechsig.

2.2 Die Institutionalisierung des Privaten: Die Vogtschen Hirnforschungsinstitute (Von 1896 bis ca. 1930): Analyse des kaufmännischen und diplomatischen Geschicks, mit dem Oskar Vogt seine Forschungseinrichtungen, insbesondere das Kaiser-Wilhelm-Institut, durch private und staatliche Finanzierung etablierte.

3. Der politische und kulturhistorische Kontext - Zur Anthropologie des Menschen aus Sicht von Oskar und Cécile Vogt: Untersuchung der Einbettung der vogtschen Forschung in zeitgenössische Diskurse über Eugenik, Biologismus und gesellschaftliche Höherzüchtung.

4. Fazit: Kritische Würdigung der wissenschaftlichen Lebensleistung und Reflexion über die Instrumentalisierung von Wissenschaft im 20. Jahrhundert.

5. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen zur Untermauerung der Untersuchung.

Schlüsselwörter

Hirnforschung, Zytoarchitektonik, Oskar Vogt, Cécile Vogt, Eugenik, Rassenhygiene, Wissenschaftsgeschichte, Kaiser-Wilhelm-Institut, Sozialdarwinismus, Leib-Seele-Problem, Elitegehirnforschung, Wissenschaftsorganisation, Neuroanatomie, Wissenschaftsdiplomatie, Materialismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Leben und Werk von Cécile und Oskar Vogt als bedeutende Hirnforscher im Kontext der politischen und wissenschaftlichen Strömungen zwischen 1895 und 1933.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen zählen die zytoarchitektonische Hirnforschung, die Organisation von Forschungsinstituten, die Schnittstelle zwischen Biologie und Politik sowie eugenische Denkansätze in der Wissenschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist die kritische Hinterfragung, wie die Vogts wissenschaftliche Forschung und politische Zielsetzungen, insbesondere unter den Einflüssen von Eugenik und Biologismus, miteinander verknüpften.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine historische Analyse, die biografische Daten mit einer Untersuchung der fachwissenschaftlichen Konzepte (Zytoarchitektonik) und der institutionellen Bedingungen des frühen 20. Jahrhunderts verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die wissenschaftliche Ausbildung der Vogts, ihre methodische Abgrenzung zu Zeitgenossen, den Aufbau ihrer Institute durch diplomatisches Geschick sowie die Einbettung ihrer Thesen in das zeitgenössische Klima der Rassenhygiene.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Hirnforschung, Zytoarchitektonik, Eugenik, Wissenschaftsorganisation und Wissenschaftsgeschichte charakterisieren.

Welche Rolle spielte die Familie Krupp für die Forschung der Vogts?

Die Familie Krupp agierte als zentraler finanzieller Multiplikator und politischer Förderer, der es den Vogts ermöglichte, ihre wissenschaftlichen Vorhaben unabhängig von universitären Pfaden zu realisieren.

Wie bewerten die Vogts das Gehirn von Lenin?

Oskar Vogt interpretierte die zytoarchitektonische Untersuchung des Gehirns von Lenin als Beleg für dessen außerordentliche Begabung (sog. "Assoziationsathlet"), wobei er das Ergebnis stark politisch auflud.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Rassen- und Elitegehirnforschung von Oskar und Cécile Vogt und der kulturhistorische Kontext (ca. 1895 - 1933)
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg  (Wissenschaft macht Geschichte)
Note
1,0
Autor
Ole Norhausen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
22
Katalognummer
V159782
ISBN (eBook)
9783640727407
ISBN (Buch)
9783640728039
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Oskar Vogt Cécile Vogt; Wissenschaftsgeschichte; Hirnforschung Hirn und Geist
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ole Norhausen (Autor:in), 2009, Die Rassen- und Elitegehirnforschung von Oskar und Cécile Vogt und der kulturhistorische Kontext (ca. 1895 - 1933), München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/159782
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  22  Seiten
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Zahlung & Versand
  • Über uns
  • Contact
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum