In dieser Seminararbeit wird das Thema „Darstellung und Beurteilung
der Anwendung von IFRS 3“ bearbeitet.Die IFRS sind international gültige Rechnungslegungsvorschriften, die die Jahresabschlüsse von Unternehmen international vergleichbar machen sollen.
Der IFRS 3 ist einer dieser Standards und behandelt den Zusammenschluss eines oder mehrerer Unternehmen. Da der Zusammenschluss von Geschäftsbetrieben einen großen Einfluss auf einen betroffenen Markt ausüben und ggf. die Wettbewerbssituation einer Branche verändern kann, ist es wichtig, dieses Thema zu behandeln.
Zu Beginn der Ausarbeitung werden in Kapitel 2 die Grundlagen zum Verständnis der International Financial Reporting Standards dargestellt, um eine Basis für die die darauffolgenden Themen zu schaffen.
In Kapitel 3 wird der IFRS 3 ausführlicher untersucht, indem der Aufbau des Standards und die grundlegenden Voraussetzungen in Form der Anwendungsbereiche, Ziele und Ausnahmen dargestellt werden. Daraufhin werden die verschiedenen Arten von Unternehmenszusammenschlüssen vorgestellt und, da ein Unternehmenszusammenschluss nur vorliegen kann, wenn ein Unternehmen mit einem Mehrheitsanteil ein anderes Unternehmen beherrscht, die Beherrschungsverhältnisse und Aufstellungspflichten aufgezeigt.
Anschließend werden anhand einiger Beispiele die Bilanzierung eines Asset-Deal und eines Share-Deal verdeutlicht und nachfolgend auf die Behandlung eines i.d.R. entstehenden Good- bzw. Badwill eingegangen.
Anknüpfend an die Beispiele aus Kapitel 3 wird in Kapitel 4 eine Kapitalkonsolidierung eines Share-Deal-Zusammenschlusses mit Hilfe der Erstkonsolidierung durchgeführt. Hier werden die einzelnen Schritte zur erstmaligen Erstellung einer Konzernbilanz aufgezeigt.
Nachdem die bilanziellen Richtlinien und Vorgänge verdeutlicht wurden, werden in Kapitel 5 die Unterschiede der IFRS zum HGB und US-GAAP dargestellt.
Den Schluss dieser Seminararbeit bilden eine kurze Zusammenfassung, sowie eine Stellungnahme zu dem erarbeiteten Thema.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen der International Financial Reporting Standards
3 IFRS 3 - Unternehmenszusammenschlüsse
3.1 Anwendungsbereiche und Ausnahmen
3.2 Arten von Unternehmenszusammenschlüssen
3.2.1 Beherrschungsverhältnisse und Aufstellungspflicht
3.2.2 Bilanzierung eines Asset – Deal
3.2.3 Bilanzierung eines Share – Deal
3.2.4 Goodwill / Badwill
4 Konsolidierung von Share – Deal Zusammenschlüssen
4.1 Erwerbsmethode
4.2 Ermittlung des Erwerbers und des Erwerbszeitpunkts
4.3 Kaufpreisallokation
4.4 Kapitalkonsolidierung im Konzernabschluss
4.5 Folgekonsolidierung
5 Unterschiede zum HGB / US-GAAP
6 Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung und kritischen Beurteilung der Anwendung von IFRS 3 bei Unternehmenszusammenschlüssen. Ziel ist es, die bilanziellen Auswirkungen und methodischen Vorgaben bei Akquisitionen unter Berücksichtigung internationaler Rechnungslegungsstandards zu erläutern und in den Kontext von HGB und US-GAAP zu setzen.
- Grundlagen und Konvergenz der International Financial Reporting Standards.
- Unterscheidung und bilanzielle Abbildung von Asset-Deal und Share-Deal.
- Methodik der Kaufpreisallokation sowie Ermittlung von Goodwill und Badwill.
- Schritte der Kapitalkonsolidierung im Rahmen der Erst- und Folgekonsolidierung.
- Vergleichende Analyse der Bilanzierungsvorschriften zwischen IFRS, US-GAAP und HGB.
Auszug aus dem Buch
3.2.4 Goodwill / Badwill
In den vorangegangenen Beispielen ist immer wieder vom sogenannten Goodwill bzw. Badwill gesprochen worden. Der Goodwill wird auch Geschäfts- oder Firmenwert genannt und entsteht als positive Differenz zwischen den ermittelten Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs und des Nettovermögens zu Zeitwerten des zu erwerbenden Unternehmens und ist als Vermögenswert in der Bilanz des Erwerbenden zu aktivieren. „Nach dem Verständnis des IASB ist der erworbene Goodwill ein immaterieller Vermögenswert, dem es an Identifizierbarkeit fehlt, der aber ansonsten alle Definitionsmerkmale eines Vermögenswerts erfüllt, was seine Aktivierung rechtfertigt.“ In den Folgeperioden darf der Goodwill nicht planmäßig über seine Nutzungsdauer abgeschrieben werden, sondern ist laut IAS 36 mindestens einmal jährlich im Rahmen des sogenannten Impairment Tests auf seine Werthaltigkeit zu überprüfen. Fällt bei diesem Test eine Wertminderung auf, so ist diese ergebniswirksam zu erfassen.
Der Erwerber bezahlt einen Goodwill, um zukünftige wirtschaftliche Vorteile zu erlangen. Diese Vorteile können verschiedenen Ursprungs sein. Bei dem sogenannten Going-Concern-Goodwill kann z.B. ein vorhandener Kundenstamm oder ein qualifiziertes Management des Erworbenen zu einem höheren Ertrag führen. Des Weiteren wird der Goodwill in einen Restrukturierungs-, Synergie- und den Strategie-Goodwill unterteilt, bei denen ebenfalls Vorteile entstehen können.
Tritt der Fall ein, dass der Zeitwert des Nettovermögens größer ist als dessen Anschaffungskosten, entsteht ein negativer Unterschiedsbetrag, der Badwill. Hat ein Unternehmen beispielsweise Liquiditätsprobleme und benötigt einen Finanzpartner, ist es evtl. bereit sein Eigenkapital unter Zeitwert anzubieten. In diesem Fall ergibt sich für den Käufer ein günstiger Kauf, auch Lucky Buy genannt. Es könnte jedoch auch sein dass bei der Bewertung der Anschaffungskosten Fehler unterlaufen sind, wodurch der Kaufpreis zu niedrig angesetzt wurde. In jedem Fall ist der Badwill in der Bilanz des Erwerbers als Ertrag zu erfassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema IFRS 3 ein und erläutert die Relevanz von Unternehmenszusammenschlüssen sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Grundlagen der International Financial Reporting Standards: Das Kapitel bietet einen Überblick über die Entstehung und Zielsetzung der IFRS sowie deren Abgrenzung zum deutschen Code Law.
3 IFRS 3 - Unternehmenszusammenschlüsse: Es werden die Anwendungsbereiche, Ausnahmen und die verschiedenen Arten von Zusammenschlüssen (Asset-Deal vs. Share-Deal) inklusive ihrer Bilanzierung erläutert.
4 Konsolidierung von Share – Deal Zusammenschlüssen: Dieses Kapitel behandelt detailliert die Erwerbsmethode, die Kaufpreisallokation sowie die technischen Schritte der Erst- und Folgekonsolidierung im Konzernabschluss.
5 Unterschiede zum HGB / US-GAAP: Hier werden die verbleibenden Differenzen zwischen den IFRS und anderen Rechnungslegungsstandards, insbesondere nach Einführung des BilMoG, dargelegt.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Konvergenz der Standards sowie die Herausforderungen in der praktischen Anwendung.
Schlüsselwörter
IFRS 3, Unternehmenszusammenschluss, Goodwill, Badwill, Erwerbsmethode, Kapitalkonsolidierung, Share-Deal, Asset-Deal, Kaufpreisallokation, Konzernabschluss, IAS 27, Impairment Test, Bilanzierung, International Accounting Standards, Konvergenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Anwendung des Standards IFRS 3 bei Unternehmenszusammenschlüssen und analysiert dessen bilanzielle Behandlung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Unternehmenszusammenschlüssen, die Bilanzierung von Goodwill und Badwill sowie die methodische Durchführung der Konzernkonsolidierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Darstellung und Beurteilung der Anwendung von IFRS 3 sowie der Vergleich mit anderen Rechnungslegungsstandards wie HGB und US-GAAP.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer literaturgestützten Analyse der Standards sowie einer veranschaulichenden Fallstudie zur bilanziellen Abbildung von Zusammenschlüssen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den Voraussetzungen von Unternehmenszusammenschlüssen, den Bilanzierungsregeln bei Asset- und Share-Deals sowie der Durchführung der Erst- und Folgekonsolidierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen IFRS 3, Goodwill, Kapitalkonsolidierung, Share-Deal, Kaufpreisallokation und Konzernabschluss.
Wie unterscheidet sich die Behandlung des Goodwills nach IFRS im Vergleich zu den US-GAAP?
Die IFRS führen den Impairment Test einstufig durch, während US-GAAP ein zweistufiges Verfahren anwenden, was zu Unterschieden in der Bewertung führt.
Welche Bedeutung hat das BilMoG für die deutsche Rechnungslegung im Kontext von IFRS 3?
Durch das BilMoG wurde das deutsche Recht an die IFRS angenähert, beispielsweise durch die Abschaffung der planmäßigen Abschreibung des Goodwills.
Was passiert bei einem "Lucky Buy"?
Ein "Lucky Buy" liegt vor, wenn der Zeitwert des Nettovermögens höher ist als die Anschaffungskosten, wodurch ein Badwill entsteht, der als Ertrag zu erfassen ist.
- Arbeit zitieren
- Andreas Corrado (Autor:in), 2010, Darstellung und Beurteilung der Anwendung von IFRS3, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/159737