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Zur Shop-Startseite › Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Jeanne D'Arc

Die Legitimation des französichen Königtums?

Titel: Jeanne D'Arc

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 31 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Bachelor Patrick Saal (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Geschichte der Jeanne D’Arc beschäftigt bis heute zahllose Menschen, ob nun Historiker, Freigeister, Frauenrechtlerinnen oder Filmproduzenten. Dadurch haben sich im Laufe der Zeit Theorien gebildet, die mythisch, esoterisch oder schlicht phantastisch sind. Der Auftrag, den jeder Historiker hier findet, ist das Untersuchen solcher Paradigmen auf ihren Wahrheitsgehalt.

Wer nun Jeanne D’Arc war, scheint mir hier weniger interessant als vielmehr die Frage, was die Jungfrau von Orleans eigentlich für ihre Zeit bedeutete. Ihr Auftauchen in den Wirren des 100-jährigen Krieges scheint mir dabei exemplarisch für das Gedankengut der damaligen Zeit: Ein lang andauernder Krieg, unterbrochen von einigen Phasen echten bzw. scheinbaren Friedens, in dem die eigenen militärischen Kräfte zu groß für eine Niederlage, aber auch zu gering für einen Sieg waren, schrie förmlich nach einem Helden – oder, in diesem speziellen Falle, einer Heldin. Mehr noch: Eine Magd Gottes, gekommen, um der einen Seite beizustehen und so eben jener Seite zu einem Sieg zu verhelfen. Allein ihr Auftreten als Gesandte Gottes schien doch der einen Seite zu bescheinigen, dass sie sich im Recht befand und damit den legitimen König Frankreichs zu stellen hatte.

Diese für den heutigen Zuhörer bzw. Leser abenteuerlich und absurd anmutende Sichtweise war im mittelalterlichen Frankreich nicht annähernd so abstrus wie sie heute zu sein scheint. Die Vorstellung der göttlichen Intervention durch Propheten oder Gesandte, die seinen Willen vollziehen sollten, passt sich nahezu nahtlos in die Vorstellungen einer Zeit ein, in der Könige als fast Heilige angesehen wurden und deren Wundertätigkeit jedem bekannt war. Demzufolge konnte jemand, der direkte Verbindung mit Engeln für sich beanspruchte, ein entscheidender Faktor werden – sollte er der Prüfung durch die heilige Kirche stand halten. Gerade angesichts der machtpolitischen Konstellationen und Interessen – innerhalb und außerhalb der Kirche – war aber genau diese Prüfung kein einfacher Schritt, sondern eine ernsthafte Herausforderung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Thronfolgestreit

3. Ziele und Motive der Jeanne D‘Arc

4. Einordnung der Ziele und Motivationen der Jungfrau von Orleans

4.1 Wiederherstellung des Königreichs Frankreich

4.2 Ein nationaler Krieg gegen England?

5. Der Weg des Dauphins auf den Thron

5.1 Der Dauphin

5.2 Die Krönungsstadt

5.3 Krönung und Salbung

6. Königliches Blut und Dynastie

7. Manifestation der Legitimität

8. Die Prozesse der Jeanne D’Arc

9. Literatur und Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Einfluss von Jeanne d'Arc auf die Legitimation des französischen Königtums während des Hundertjährigen Krieges, wobei insbesondere die Rolle der Krönungszeremonie in Reims und die Bedeutung ihrer Prozessprotokolle für das Verständnis von Herrschaft und Identität im Spätmittelalter analysiert werden.

  • Legitimation des französischen Königtums im 15. Jahrhundert
  • Bedeutung der Krönung und Salbung in Reims
  • Verflechtung von religiösen Motiven und politischer Macht
  • Einfluss der Prozessprotokolle auf das Bild der Jeanne d'Arc
  • Entwicklung des nationalen Bewusstseins im Hundertjährigen Krieg

Auszug aus dem Buch

4.1 Wiederherstellung des Königreichs Frankreich

Laut Marc Bloch scheinen verschiedenste Legenden zu einer Loyalität geführt zu haben, die es dem französischen Königtum ermöglichte, diese in einem an das religiöse Grenzende einzufordern. Nicht zuletzt zeigt sich das daran, dass die Stimme Gottes nicht nur als schön und demütig bezeichnet wurde, sondern ihr auch nachgesagt wurde, dass sie die „[…]Sprache Frankreichs[…]“ spräche. Dabei spielte auch der Verbund des wiedererstarkenden Begriffs der patria in Frankreich mit der Vorstellung von Frankreich als geheiligtem Boden eine wesentliche Rolle. Das führte zu einer Art Transfer des Kreuzzuggedankens auf Frankreich selber: Die Verteidigung des Landes war eine halbreligiöse Angelegenheit, da es sich, wie erwähnt, um (durch die Augen der Franzosen betrachtet) um heiligen Boden handelte, der von andersartigen Einflüssen geschützt werden musste. Das diese Haltung in den Nachwehen der Kreuzzüge aufkam, scheint mir daher durchaus plausibel. Gerade die französischen Adeligen als Verkörperung der Macht Frankreichs bedienten sich mit der Zeit immer häufiger gezielt und unverhohlen dieser Mentalität, um das Ziel eines neuen corpus mysticum (der aufkommenden Territorialmonarchie) zu erreichen. Kantorowicz beschrieb mit den Worten der Johanna von Orleans die Situation so, dass derjenige, welcher Krieg gegen Frankreich führte, gleichwohl aus der Sicht der Franzosen einen Krieg gegen den „König Jesus“ führte. Damit wurde der König zu einem Stellvertreter von Gott auf Erden erhoben – eine Stellung die eigentlich dem Papst vorbehalten sein sollte und damit vermutlich auch zu den Spannungen mit der Kirche führte und geführt hatte. Damit war aber auch gleichzeitig eine Legitimation der Kriegsführung gegen jedweden Angreifer gefunden, der wider das französische Königtum stritt: Da der König das personifizierte Frankreich darstellte und darüber hinaus von Gottes Gnaden König war, kam ein Angriff auf Frankreich einem Angriff auf alle damit verknüpften Institutionen gleich – die Kirche eingeschlossen. Es war damit die Pflicht eines jeden Franzosen bei der Verteidigung gegen die Eindringlinge zu helfen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Figur der Jeanne d'Arc ein und umreißt die Fragestellung bezüglich ihrer Bedeutung für die Legitimation des französischen Königtums im Kontext des Hundertjährigen Krieges.

2. Der Thronfolgestreit: Dieses Kapitel erläutert die komplexe politische Ausgangslage des Hundertjährigen Krieges, geprägt durch den dynastischen Konflikt zwischen Frankreich und England und den Vertrag von Troyes.

3. Ziele und Motive der Jeanne D‘Arc: Hier werden die Ambivalenz der Ziele von Jeanne d'Arc sowie ihre Verknüpfung politischer und religiöser Ambitionen in Bezug auf ihre Mission diskutiert.

4. Einordnung der Ziele und Motivationen der Jungfrau von Orleans: Das Kapitel bettet die Ziele der Jeanne d'Arc in den historischen Kontext der mittelalterlichen Herrschaftsauffassungen ein.

4.1 Wiederherstellung des Königreichs Frankreich: Es wird die Rolle der religiösen Legenden und des Konzepts eines geheiligten französischen Bodens für die Legitimation des Königtums untersucht.

4.2 Ein nationaler Krieg gegen England?: Hier wird der Wandel des Konflikts von einem Feudalstreit hin zu einer nationalen Auseinandersetzung und die Rolle Jeannes dabei analysiert.

5. Der Weg des Dauphins auf den Thron: Dieses Kapitel beleuchtet die Bedeutung der Inthronisierung und der Krönungszeremonien als zentrale Machtelemente.

5.1 Der Dauphin: Die strikte begriffliche Unterscheidung zwischen Dauphin und König verdeutlicht die notwendige religiöse Legitimation durch die Krönung.

5.2 Die Krönungsstadt: Die Bedeutung von Reims als exklusiver nationaler Gedächtnisort für die Krönungszeremonie wird dargelegt.

5.3 Krönung und Salbung: Die rituelle Bedeutung von Krönung und Salbung als Übergangsritus zur Etablierung königlicher Autorität wird erläutert.

6. Königliches Blut und Dynastie: Das Kapitel analysiert die zunehmende Bedeutung dynastischer Erbfolge gegenüber der Legitimation einer Einzelperson.

7. Manifestation der Legitimität: Hier wird die Rolle eines „Zeichens“ zur Beweisführung der Sendung Gottes durch Jeanne d'Arc in den Verhandlungen untersucht.

8. Die Prozesse der Jeanne D’Arc: Dieses Kapitel vergleicht den Diskreditierungs- und den Rehabilitierungsprozess als Instrumente politischer und religiöser Legitimationskämpfe.

9. Literatur und Quellenverzeichnis: Auflistung der im Werk verwendeten Primärquellen und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Jeanne d'Arc, Hundertjähriger Krieg, Legitimation, französisches Königtum, Krönung, Salbung, Reims, Dauphin, Herrschaft, Dynastie, Prozessprotokolle, Religion, Politik, Nationalbewusstsein, Mittelalter

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die historische Rolle von Jeanne d'Arc bei der Legitimation des französischen Königtums während des Hundertjährigen Krieges, insbesondere durch die Analyse von Prozessprotokollen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind der Thronfolgestreit zwischen Frankreich und England, die Bedeutung ritueller Krönungen in Reims, sowie die Verschränkung von politischer Herrschaft und religiöser Sendung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Einfluss von Jeanne d'Arc auf die Stabilisierung der Dynastie der Valois und die Festigung des französischen Königtums zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt primär die Analyse von historischen Prozessprotokollen sowie einen interdisziplinären Ansatz aus Geschichtswissenschaft und Mentalitätsgeschichte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Motive der Jeanne d'Arc, die Bedeutung der Krönungsstadt Reims, die Wichtigkeit der Salbungszeremonie sowie die politischen Implikationen der gegen Jeanne geführten Prozesse.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Legitimation, Sakralität des Königtums, dynastisches Denken, nationale Identität und die zwei Körper des Königs.

Warum war der Weg nach Reims für den Dauphin so entscheidend?

Laut der Arbeit war Reims der einzige Ort, der durch die Tradition der Heiligen Ampulle eine legitime Krönung ermöglichte, ohne die der Anspruch auf den Thron gegenüber den Fürsten nicht voll durchsetzbar war.

Wie spielten die Prozesse der Jeanne d'Arc eine Rolle für die königliche Legitimität?

Die Prozesse waren nicht nur gegen die Person Jeanne gerichtet, sondern dienten als politisches Werkzeug, um die Legitimität des Königs Karl VII. entweder zu zerstören (Diskreditierungsprozess) oder zu festigen (Rehabilitierungsprozess).

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Jeanne D'Arc
Untertitel
Die Legitimation des französichen Königtums?
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,7
Autor
Bachelor Patrick Saal (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
31
Katalognummer
V159715
ISBN (Buch)
9783640762774
ISBN (eBook)
9783640762835
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jeanne Legitimation Königtums
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bachelor Patrick Saal (Autor:in), 2010, Jeanne D'Arc, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/159715
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Leseprobe aus  31  Seiten
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