Diese Arbeit setzt sich mit den klimatischen und hydrologischen Aspekten des Großraums Amazonien auseinander. Auf der Basis der geologischen und geomorphologischen Entstehung wird das rezente typische Klima mit dessen Einflussfaktoren dargestellt. Insbesondere die Variabilität des Niederschlags sowie die Auswirkungen werden diskutiert. Mit den Angaben über Einzugsgebiet und Niederschlag können im Folgenden die einzelnen hydrologischen Aspekte erörtert werden. Das spezielle Beispiel der Pegelschwankungen des Rio Negro in Manaus stellt den monatlichen Niederschlag dem Abflussgang gegenüber und versucht, diese in Beziehung zu setzen und die Variabilität beider Parameter zu bestimmen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Geographisch-topographische Übersicht
2.1 Einteilungen Amazoniens
3 Geologische und geomorphologische Entstehung Amazoniens
3.1 Rezente Reliefenergie
4 Klimatische Verhältnisse
4.1 Regionalklima
4.2 Niederschlag
5 Hydrologie
5.1 Gewässernetz
5.2 Abflussgang
5.3 Wasserführung
5.4 Allgemeine Wasserstandsschwankungen
5.5 Flussbreite und Strömungsgeschwindigkeiten
5.6 Hochwasserpegelstand im Überschwemmungstal
5.7 Pegelschwankungen am Beispiel von Manaus
6 Fazit
6.1 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die klimatischen und hydrologischen Aspekte des Amazonasgebiets, mit einem besonderen Fokus auf die Variabilität von Niederschlag und Abfluss. Ziel ist es, die geologischen sowie geomorphologischen Ursachen des rezenten Reliefs und des Klimas darzulegen und die komplexen Wechselwirkungen zwischen atmosphärischen Einflüssen und dem Abflussverhalten am Beispiel des Rio Negro bei Manaus zu analysieren.
- Geographisch-topographische Charakterisierung des Amazonas-Einzugsgebietes
- Geologische Entstehungsgeschichte und rezente Reliefbildung
- Analyse des regionalen Klimas und der Niederschlagsvariabilität
- Untersuchung der hydrologischen Parameter, einschließlich Abflussverhalten und Wasserstandsschwankungen
- Einfluss anthropogener Eingriffe auf das hydrologische System
Auszug aus dem Buch
3 Geologische und geomorphologische Entstehung Amazoniens
Um das Gebiet Amazoniens mit seinen spezifischen klimatischen Bedingungen und dem daraus mitunter resultierenden Gewässernetz in seiner heutigen Konstellation zu verstehen, wird im Folgenden kurz auf die geologische und geomorphologische Geschichte eingegangen, die zum rezenten Relief geführt hat.
Nördlich und südlich des Amazonas befinden sich die alten archaischen aus Graniten bestehenden Schilde, die streckenweise von Sandsteinen überlagert sind. Zwischen diesen alten Schilden erstreckt sich die Amazonassenke, die im Paläozoikum vom Meer bedeckt war und nach Westen, zum Pazifik hin, eine offene riesige Meeresbucht darstellte. Diese Konstellation entstand deshalb, da zum einen Afrika und Südamerika noch zusammenhingen und den Kontinent Gondwana bildeten, und zum anderen das Andenorogen noch nicht ausgebildet war. Die Meeresbedeckung im Paläozoikum hinterließ marine Sedimente von bis zu 3000 m Mächtigkeit. Im Karbon hingegen, also vor ca. 320 Mio. Jahren, kam es zur Regression des Meeres, so dass die Amazonasniederung im Mesozoikum zu Festland wurde.
Der „Ur-Amazonas“ muss demnach entgegengesetzt seiner heutigen Stromrichtung geflossen sein. (SIOLI 1983:15) Zwischen Trias und Jura drifteten Afrika und Südamerika auseinander, so dass der Südatlantik entstehen konnte und somit die Möglichkeit für die Ausrichtung der Entwässerung auf diese neue Erosionsbasis. Zeitgleich bildete sich der Amazonasgraben aus. Erst später, im Tertiär, begann die Andenorogenese. Die junge Gebirgskette der Anden verhinderte daraufhin die Drainage Amazoniens zum Pazifik, so dass sich die Wassermassen stauten und die Amazonassenke in eine wässrige Landschaft umgewandelt wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die klimatischen und hydrologischen Fragestellungen des Amazonasgebiets ein und benennt den Rio Negro bei Manaus als zentrales Fallbeispiel.
2 Geographisch-topographische Übersicht: Dieses Kapitel beschreibt die geographische Lage, die Ausmaße und die wesentlichen Untergliederungen des riesigen Amazonas-Einzugsgebietes.
3 Geologische und geomorphologische Entstehung Amazoniens: Es wird die historische geologische Entwicklung von der paläozoischen Meeresbedeckung bis hin zur tertiären Andenorogenese dargestellt, welche die heutige Stromrichtung begründet.
4 Klimatische Verhältnisse: Dieses Kapitel erläutert die thermischen und hygrischen Bedingungen des tropischen Tageszeitenklimas und die Faktoren der Niederschlagsbildung.
5 Hydrologie: Hier werden das dichte Gewässernetz, der Abflussgang sowie die verschiedenen Einflussparameter auf die Wasserstände und Flussbreiten detailliert analysiert.
6 Fazit: Das Fazit fasst die klimatischen und hydrologischen Steuerungsgrößen zusammen und resümiert die Abhängigkeiten zwischen Niederschlag, Abfluss und Landschaftsbeschaffenheit.
Schlüsselwörter
Amazonas, Niederschlag, Abfluss, Hydrologie, Rio Negro, Manaus, Klimatologie, Andenorogenese, Wasserkreislauf, Evapotranspiration, Pegelschwankungen, ENSO, Überschwemmungsgebiete, Einzugsgebiet, Geomorphologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den klimatischen und hydrologischen Systemen des Amazonasgebiets und analysiert deren Variabilität.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Geologie, dem regionalen Klima, dem Gewässernetz sowie den spezifischen Abflussprozessen im Amazonas-Tiefland.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen Niederschlagsereignissen und den resultierenden Pegelschwankungen sowie Abflussmengen des Amazonas zu bestimmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung hydrologischer Daten, insbesondere am Beispiel von Pegelmessungen am Rio Negro bei Manaus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die geologische Entstehung, die klimatischen Einflussfaktoren wie Passatwinde und ENSO, sowie die hydrologischen Charakteristika des Flusssystems.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Amazonas, Hydrologie, Niederschlag, Pegelschwankungen und Evapotranspiration.
Warum spielt der Rio Negro in dieser Arbeit eine besondere Rolle?
Der Rio Negro dient als konkretes Fallbeispiel, um die zeitliche Verzögerung zwischen Niederschlagsereignissen und der Hochwasserwelle präzise darzustellen.
Welchen Einfluss haben anthropogene Eingriffe auf das System?
Rodungen und Talsperrenbau könnten langfristig das komplexe hydrologische Regime stören und den regionalen Wasserkreislauf sowie die Bodenerosion negativ beeinflussen.
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- Christian Steffin (Author), 2004, Niederschlag und Abfluss im Amazonasgebiet, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/159553