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Aufstand der Worte: Die Politische Inszenierung von Sprache im Diskurs der Zapatistischen Bewegung in Chiapas, Mexiko

Title: Aufstand der Worte: Die Politische Inszenierung von Sprache im Diskurs der Zapatistischen Bewegung in Chiapas, Mexiko

Seminar Paper , 2010 , 12 Pages

Autor:in: Anonym (Author)

Romance Studies - Spanish Studies

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Summary Excerpt Details

Die zapatistische Bewegung, welche am 1. Januar 1994 ihren Anfang nahm und seither um Autonomie und Selbstbestimmung der indigenen Bevölkerung im südmexikanischen Bundestaat Chiapas kämpft, fasziniert Menschen in aller Welt. Sie ist eine der bekanntesten autonomen Bewegungen unserer Zeit und dient für viele politisch aktive Gruppen weltweit als Projektionsfläche mit Identifikations- und Vorbildcharakter. Denn nach dem Motiv „nuestra arma es nuestra palabra“ (dt.: unsere Waffe ist unser Wort) verfolgen die ZapatistInnen in Chiapas eine alternative Form politischen Widerstandes, eine, dessen Triebfeder nicht Waffen und Gewalt sind, sondern im Bereich der Sprache liegt. In ihren Kommuniqués werden dabei Poesie und Politik, Bilder und Botschaften verschmolzen, um den zentralen Forderungen nach Gerechtigkeit, Freiheit, Würde und Autonomie, Gehör zu verschaffen und diese schließlich umzusetzen.

Diese politische Nutzbarmachung und Inszenierung von Sprache im zapatistischen Diskurs möchte ich zum Gegenstand meiner Betrachtungen machen und dabei der Frage nachgehen, welche Rolle der Sprache, bzw. dem Diskurs bei der Umsetzung sozialer Interessen zukommt. Ich werde hierfür im ersten Teil dieser Arbeit zunächst den soziopolitischen Hintergrund des Aufstandes kurz skizzieren. Dies erscheint mir notwendig, da die Untersuchung des zapatistischen Diskurses eine Kenntnis von der sozialen Realität voraussetzt, in die er eingebettet ist. Anschließend werde ich anhand der sozialwissenschaftlichen Diskurstheorie zeigen, wie Sprache, Wissen und Macht unmittelbar zusammenhängen und welche Implikationen diese Zusammenhänge für den Erfolg der zapatistischen Bewegung ergeben. Im dritten Teil werde ich das Augenmerk auf den zapatistischen Diskurs richten und diesen auf seine Funktionen und Wirkungen im gesellschaftlichen Kontext hin analysieren. Anhand ausgewählter zapatistischer Diskurselemente - kollektive Identität, Autonomie und Würde - werde ich dabei der Frage nachgehen, welche diskursstrategischen Mittel eingesetzt werden, um sich in der Öffentlichkeit zu positionieren und politische Legitimität zu erzeugen.

Das Vermögen, durch Worte Widerstand zu leisten, hat mich bereits fasziniert, als ich vor meinem Studium als Menschenrechtsbeobachterin in zapatistischen Gemeinden gearbeitet habe. Ich widme mich daher diesem Thema aus meinem persönlichen Interesse heraus, diese Erfahrung tiefergehend zu beleuchten und das Phänomen theoretisch einzuordnen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der zapatistische Aufstand

3. Sprache, Wissen und Macht: Über den Begriff des Diskurses

4. Der zapatistische Diskurs

4.1 Kollektive Identität

4.2 Autonomie

4.3 Würde

5. Schlussworte

6. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Inszenierung von Sprache im Diskurs der zapatistischen Bewegung in Chiapas. Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Zapatistas durch die gezielte Nutzung von Sprache als wirkungsmächtige Waffe soziale Interessen artikulieren, politische Legitimität erzeugen und Widerstand gegen Marginalisierung organisieren.

  • Die soziopolitischen Hintergründe des zapatistischen Aufstands
  • Diskurs- und sprachtheoretische Grundlagen (Sprachspiel, Sprechakte)
  • Die Verbindung von Sprache, Wissen und Macht
  • Konstruktion kollektiver Identität durch diskursive Mittel
  • Umsetzung von Autonomie als diskursive Praxis
  • Die Bedeutung von Würde als mobilisierendes Element im Kampf

Auszug aus dem Buch

4.1 Kollektive Identität

… „Denn das Wort das uns zu dem was wir sind machte und macht, und dorthin bringt wo wir stehen, ist das Wort ‚Wir‘.“ (Marcos 2007)

Die große Mehrheit der ZapatistInnen sind Menschen, die sich als Angehörige der indigenen, vor allem über die Sprachen definierten Gemeinschaften der Tzeltal, Tzotzil, Tojolabal, Mames, Cho’oles, Zoques, Mochos und Kakchiqueles, begreifen. Im Kontext der traditionellen Diskriminierung der Indigenen in Chiapas verlautbaren die ZapastistInnen ein neues Selbstbewusstsein wenn sie postulieren: „nunca más un México sin nosotr@s“ (dt.: niemals mehr ein Mexiko ohne uns“). Vermummt unter ihren schwarzen pasamontañas (dt.: Skimützen), welche einerseits als Schutz vor Enttarnung und Repression dienen, andererseits den kollektiven Kampf gleichwertiger Individuen symbolisieren, lehnen sie jedoch essentialistische Identitätspolitiken ab. Die Bewegung ist weniger anhand ethnischer Zuschreibungen, als vielmehr entlang ihrer sozialen Interessen organisiert und erhebt dabei den Anspruch, für alle ausgeschlossenen und unterdrückten Menschen weltweit zu sprechen: „Hinter unserem schwarzen Antlitz. Hinter unserer bewaffneten Stimme. Hinter unserem unsagbaren Namen. Hinter uns, die ihr seht, dahinter sind wir Ihr. (…). Die gleichen vergessenen Männer und Frauen. Die gleichen Ausgeschlossenen. Die gleichen Nichttolerierten. Die gleichen Verfolgten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zapatistische Bewegung ein, skizziert die Bedeutung der Sprache als zentrales Instrument ihres Widerstandes und definiert die Forschungsfrage der Arbeit.

2. Der zapatistische Aufstand: Dieses Kapitel erläutert den historischen Kontext und die Motive des zapatistischen Aufstands vom 1. Januar 1994, sowie den Übergang von bewaffnetem Kampf zu friedlicher Wortergreifung.

3. Sprache, Wissen und Macht: Über den Begriff des Diskurses: Hier werden theoretische Grundlagen wie das Sprachspiel nach Wittgenstein und das Konzept des Diskurses nach Foucault eingeführt, um Sprache als handlungsmächtige Kraft zu verstehen.

4. Der zapatistische Diskurs: Dieses Hauptkapitel analysiert konkrete diskursive Elemente und Strategien der Bewegung anhand der Konzepte von Identität, Autonomie und Würde.

4.1 Kollektive Identität: In diesem Abschnitt wird untersucht, wie die Zapatistas durch die Maskierung und die Definition eines inklusiven „Wir“ ein neues Selbstbewusstsein schaffen, das über ethnische Grenzen hinausgeht.

4.2 Autonomie: Hier wird analysiert, wie die Zapatistas durch die diskursive Abgrenzung von der „schlechten Regierung“ und die Etablierung eigener Verwaltungsstrukturen ihre Forderung nach Autonomie legitimieren.

4.3 Würde: Dieser Teil beleuchtet die Rolle der Würde als zentrales Element, das zur Bewusstwerdung der eigenen Lebenssituation und als Triebkraft des Widerstands dient.

5. Schlussworte: Die Arbeit resümiert, dass die politische Inszenierung von Sprache eine wesentliche Bedingung für die mediale Aufmerksamkeit und den politischen Erfolg der zapatistischen Bewegung darstellt.

6. Bibliographie: Das Verzeichnis listet die verwendeten Quellen, Literatur und Internetquellen auf.

Schlüsselwörter

Zapatisten, EZLN, Chiapas, Diskursanalyse, Sprache, Macht, Autonomie, Würde, kollektive Identität, sozialer Widerstand, Mexiko, indigene Bevölkerung, politische Kommunikation, Sprachphilosophie, Transformation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die zapatistische Bewegung in Mexiko unter einem diskursanalytischen Blickwinkel, wobei der Fokus darauf liegt, wie die Bewegung Sprache einsetzt, um politischen Widerstand zu leisten und soziale Ziele zu erreichen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Rolle der Sprache als Handlungsmacht, die Konstruktion von Identität, das Streben nach indigener Autonomie und der Begriff der menschlichen Würde innerhalb des zapatistischen Diskurses.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu analysieren, durch welche diskursstrategischen Mittel die Zapatistas in der Öffentlichkeit politische Legitimität erzeugen und wie ihre Sprache als „Waffe“ zur Umsetzung sozialer Interessen dient.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Autorin nutzt die sozialwissenschaftliche Diskurstheorie (unter Rückgriff auf Foucault, Wittgenstein und Austin), um die Zusammenhänge von Sprache, Wissen und Macht in den Kommuniqués der Bewegung theoretisch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil analysiert die diskursive Inszenierung der drei Motive „Kollektive Identität“, „Autonomie“ und „Würde“, um zu zeigen, wie die Bewegung mobilisierend und sinnstiftend auf ihre Anhänger und die Weltöffentlichkeit wirkt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind die zapatistische Wortergreifung, die Verbindung von Poesie und Politik, die Bedeutung von Internet-Kommunikation und der Transformationsprozess indigener Gemeinschaften.

Wie unterscheidet sich der zapatistische Diskurs laut der Autorin von der nationalstaatlichen Ideologie?

Die Arbeit stellt heraus, dass die Zapatistas nationalstaatliche Wissensordnungen ablösen, indem sie sich vom „mal gobierno“ (schlechte Regierung) distanzieren und alternative Räume wie die „Caracoles“ diskursiv legitimieren.

Welche Rolle spielt die Maskierung der Zapatistas im Kontext ihrer Identitätspolitik?

Die Maske wird als paradoxes Prinzip interpretiert: Sie schützt vor Repression, symbolisiert aber gleichzeitig eine kollektive Identität, die nicht an einzelne Personen gebunden ist, sondern für alle unterdrückten Menschen weltweit steht.

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Details

Title
Aufstand der Worte: Die Politische Inszenierung von Sprache im Diskurs der Zapatistischen Bewegung in Chiapas, Mexiko
College
University of Vienna
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2010
Pages
12
Catalog Number
V159530
ISBN (eBook)
9783640718191
ISBN (Book)
9783640718238
Language
German
Tags
Chiapas Zapatismus Diskurstheorie Sprachphilosophie Soziale Bewegungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2010, Aufstand der Worte: Die Politische Inszenierung von Sprache im Diskurs der Zapatistischen Bewegung in Chiapas, Mexiko, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/159530
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