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Ordnungsstrukturen in Adalbert Stifters "Granit"

Titel: Ordnungsstrukturen in Adalbert Stifters "Granit"

Hausarbeit , 2010 , 18 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Carolin Briegel (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Adalbert Stifters "Granit" ist die wohl bekannteste Erzählung aus der Sammlung "Bunte Steine". Die Bedeutung, die man selbiger zumisst, ist indes sehr unterschiedlich. Während man die Stifterschen Texte einerseits oft verharmlost und bagatellisiert oder den Erzählungen ein rein pädagogisches Anliegen unterstellt, finden sich andererseits in der Forschungsliteratur viele wissenschaftliche Positionen, die Stifter in den verschiedensten Bereichen der Literaturwissenschaft maßgebliche Bedeutung zukommen lassen.
Auch "Granit" wurde bereits unter vielen Gesichtspunkten analysiert. Oftmals wurde versucht, die Erzählung unter der Prämisse der Vorrede zu den Bunten Steinen zu lesen und das darin formulierte Sanfte Gesetz auf das Werk zu beziehen. Weniger häufig wurde der Versuch unternommen, die in der Erzählung inbegriffenen Ordnungssysteme herauszufiltern und zu interpretieren. Die vorliegende Hausarbeit wird versuchen, diese Idee aufzugreifen und auf Grundlage der innertextlichen Weltordnung einige Interpretationsansätze der Erzählung Granit hervorzuheben. Das Hauptaugenmerk wird dabei auf dem Thema der Orientierung innerhalb der Natur und des soziokulturellen Umfelds und der Analyse des in der Erzählung immer wieder thematisierten Stichworts der „Erinnerung“ liegen. Methodisch wird dabei ganz Stifters Idee zu folgen sein, dass sich das Kleine oftmals als Hinweis auf das Große offenbart. Demnach gilt es, aus dem auffälligen Detailreichtum der Stifter‘schen Erzählung Zeichen zu lesen und aus diesen einen übergeordneten Sinn zu deuten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ordnungssysteme in Stifters Granit

2.1 Die strukturelle Ordnung der Erzählung Granit

2.2 Die textinhärente Ordnung der Welt

2.2.1 Die Ordnung der Natur

2.3 Die textinhärente menschliche Ordnung

2.3.1 Die innere und innerfamiliäre Ordnung des Ich-Erzählers

2.3.2 Der Spaziergang als Initiationsweg in die gesellschaftliche Ordnung

2.4 Die geschichtliche Ordnung

2.4.1 Erinnerung und Vergessen

2.4.2 Die Geschlechterfolge

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die in Adalbert Stifters Erzählung "Granit" innewohnenden Ordnungssysteme, um ein tieferes Verständnis für die Orientierung innerhalb der Natur sowie des soziokulturellen Umfelds zu gewinnen, wobei das zentrale Erkenntnisinteresse auf der Analyse von Zeichen und dem Motiv der Erinnerung liegt.

  • Analyse der strukturellen und inhaltlichen Ordnungssysteme in "Granit".
  • Untersuchung des Spaziergangs als topographischer Initiationsweg.
  • Interpretation von Natur- und Landschaftsbeschreibungen als semantische Zeichensysteme.
  • Erörterung der innerfamiliären Ordnung und der Rolle von Generationenfolgen.
  • Reflexion über das Spannungsfeld zwischen Erinnerung, Vergessen und gesellschaftlicher Verortung.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Die Ordnung der Natur

Seine detaillierten Naturbeschreibungen sind gewissermaßen zu Stifters Markenzeichen geworden. Auch die Erzählung Granit erweist sich von selbigen als so nachhaltig geprägt, dass eben diese außergewöhnlich genaue und kleinschrittige Art der Naturbetrachtung unter Literaturwissenschaftlern sogar oftmals Anlass zur Kritik gab. Bereits die ersten Schritte des Großvaters mit seinem Enkel in die Natur werden in der Erzählung von einer Anhäufung ausschmückender Adjektive oder zumindest einem beschreibenden Nebensatz begleitet:

„Wir gingen auf dem schmalen Fußwege durch das Grün unseres Hügels auf die Straße hinab, und gingen auf der Straße fort, erst durch die Häuser der Nachbarn, auf denen die Frühlingssonne lag, und von denen die Leute uns grüßten, und dann in das Freie hinaus. Dort streckte sich ein weites Feld und schöner grüner Rasen vor uns hin, und heller freundlicher Sonnenschein breitete sich über alle Dinge der Welt. Wir gingen auf einem weißen Wege zwischen dem grünen Rasen dahin.“

Das Feld ist „weit“, der Rasen „schön“ und „grün“, der Sonnenschein „hell“ und „freundlich“. Beinahe jedes Ding, das die Spaziergänger umgibt wird durch ein oder sogar zwei Adjektive stärker positiv gefärbt, was zweifelsohne jene oft diskutierte Harmonisierung der Natur bewirkt. Gleichzeitig zeichnet diese Ausführlichkeit jedoch auch ein bestimmtes Bild, das dem Leser so nachdrücklich vorgehalten wird, als durchschreite er selbst die Landschaft. Der Erzähler liefert“, wie Claudia Albes feststellt, eine topographisch exakte und minutiöse Beschreibung des zurückgelegten Weges […]“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Erzählung "Granit" ein und erläutert das methodische Vorhaben, durch die Analyse der innertextlichen Ordnungssysteme und des Detailreichtums einen übergeordneten Sinn zu deuten.

2. Ordnungssysteme in Stifters Granit: Das Hauptkapitel analysiert die verschiedenen, ineinandergreifenden Ordnungssysteme innerhalb des Textes, angefangen bei der Erzählstruktur bis hin zu gesellschaftlichen und geschichtlichen Zusammenhängen.

2.1 Die strukturelle Ordnung der Erzählung Granit: Dieses Kapitel betrachtet die zweiteilige Binnengeschichte und den doppelten Rahmen der Erzählung als ein grundlegendes textinhärentes Ordnungssystem.

2.2 Die textinhärente Ordnung der Welt: Hier wird untersucht, wie die Welt im Text durch Strukturen geordnet und für den Protagonisten sowie den Leser erfahrbar gemacht wird.

2.2.1 Die Ordnung der Natur: Dieses Unterkapitel beleuchtet die minutiösen Naturbeschreibungen als Zeichensysteme, durch die der Enkel lernt, sich in der Natur zu orientieren.

2.3 Die textinhärente menschliche Ordnung: Dieser Abschnitt widmet sich der psychologischen und soziologischen Dimension, insbesondere wie der Mensch innerhalb der familiären Struktur und Gesellschaft eingebettet ist.

2.3.1 Die innere und innerfamiliäre Ordnung des Ich-Erzählers: Fokus liegt hier auf dem Kindheitserlebnis des Erzählers, der Störung der familiären Harmonie durch ein Missverständnis und dem Prozess der Wiederherstellung der Ordnung.

2.3.2 Der Spaziergang als Initiationsweg in die gesellschaftliche Ordnung: Analyse des Spaziergangs als pädagogisches Instrument, durch das der Enkel kulturelles Wissen erwirbt und seine soziale Identität findet.

2.4 Die geschichtliche Ordnung: Dieses Kapitel behandelt das Verhältnis von Vergangenheit und Gegenwart sowie die Rolle der Überlieferung innerhalb der Erzählung.

2.4.1 Erinnerung und Vergessen: Untersuchung des Umgangs mit dem Gedächtnis, der Verortung von Geschichte in der Landschaft und der Gefahr des Bedeutungsverlusts bei mangelnder Überlieferung.

2.4.2 Die Geschlechterfolge: Betrachtung der Generationenfolge als Teil der geschichtlichen und familiären Ordnung sowie die Rolle der patrilinearen Tradition.

3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Ordnungssysteme in "Granit" eng mit der Fähigkeit verknüpft sind, Zeichen zu deuten, und dass Stifter zur Aufmerksamkeit gegenüber den "kleinen Dingen" mahnt.

4. Literaturverzeichnis: Hier werden alle verwendeten primären und sekundären Quellen der Arbeit gelistet.

Schlüsselwörter

Adalbert Stifter, Granit, Bunte Steine, Ordnungssysteme, Naturbetrachtung, Erinnerung, Spaziergang, Initiationsweg, Generationenfolge, Zeichendeutung, Literaturwissenschaft, Kindheitserlebnis, Orientierung, Überlieferung, Pädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Erzählung "Granit" von Adalbert Stifter unter dem Aspekt verschiedener Ordnungssysteme, um aufzuzeigen, wie das Lesen von Zeichen in der Natur, der Familie und der Geschichte zur Orientierung in der Welt beiträgt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Natur- und Landschaftswahrnehmung, die innerfamiliäre Dynamik, die Rolle des Gedächtnisses und der Erinnerung sowie die Bedeutung der Generationsfolge innerhalb der sozialen Struktur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die in der Erzählung inbegriffenen Ordnungssysteme herauszufiltern und zu interpretieren, wobei der Fokus auf dem Thema der Orientierung innerhalb der Natur und des soziokulturellen Umfelds liegt.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit folgt dem hermeneutischen Ansatz, Details des Textes als Zeichen für ein größeres Ganzes zu lesen, ergänzt durch die Einbeziehung einschlägiger literaturwissenschaftlicher Forschungspositionen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Erzählstruktur, der Naturbeschreibungen als Orientierungshilfe, der psychologischen Entwicklung des Ich-Erzählers sowie der geschichtlichen und generationenübergreifenden Ordnungsstrukturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Ordnungssysteme, Initiationsweg, Zeichendeutung, Generationenfolge, Erinnerung und pädagogisches Ideal.

Welche Bedeutung kommt dem "Stein" im Kontext der Erzählung zu?

Der Stein fungiert als äußeres Rahmen-Symbol, das sowohl den Übergang in die Kindheitserinnerung markiert als auch als stummer Zeuge der Geschlechterfolge und familiären Beständigkeit dient.

Wie verarbeitet der Ich-Erzähler das traumatische Erlebnis der Pechspuren?

Der Text deutet an, dass trotz äußerer Wiederherstellung der Ordnung eine vollständige innere Heilung zweifelhaft bleibt, da der Erzähler im Schlaf von Schrecklichkeiten geplagt wird, was auf einen massiven Verdrängungsprozess hindeuten kann.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ordnungsstrukturen in Adalbert Stifters "Granit"
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Veranstaltung
PSII - Adalbert Stifter: Kürzere Erzählungen
Note
1,0
Autor
Carolin Briegel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V159391
ISBN (eBook)
9783640717620
ISBN (Buch)
9783640717651
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stifter Granit Strukturen Ordnung Erzählungen Spaziergang Erzählmodelle Natur Landschaft Enkelerziehung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Carolin Briegel (Autor:in), 2010, Ordnungsstrukturen in Adalbert Stifters "Granit", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/159391
Blick ins Buch
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