Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Zur Shop-Startseite › Politik - Region: Westeuropa

Der Mythos von Rapallo

Entstehung und Folgewirkung eines außenpolitischen Traumas am Beispiel der britischen Deutschlandpolitik 1989/90

Titel: Der Mythos von Rapallo

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 31 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Florian Rühmann (Autor:in)

Politik - Region: Westeuropa

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit dem deutsch-russischen Vertragsabschluss in Rapallo am 16. April 1922 war der Grundstein für ein lang anhaltendes außenpolitisches Trauma gelegt, welches die europäischen Staaten und streckenweise auch die USA nach und nach erfassen sollte. Die westlichen Regierungen sahen einer Zusammenarbeit von Deutschland und dem sowjetischen Revolutionsstaat beunruhigt entgegen. Das Abkommen erbrachte aus ihrer Sicht den Nachweis für die Wankelmütigkeit deutscher Außenpolitik, sowie deren steter Neigung, zwischen West und Ost zu lavieren. Der daraus resultierende Rapallo-Komplex überdauerte mehrere Generationen und bleibt bis in die heutige Zeit ein wirkungsmächtiges Schlagwort, um Bedenken gegen eine allzu enge Kooperation zwischen Deutschland und Russland zu äußern.

In dieser Arbeit soll daher untersucht werden, inwieweit der Rapallo-Mythos einen Einfluss auf die britische Deutschlandpolitik 1989/90 gewinnen konnte und die Entscheidungsträger in Downing Street No. 10 sowie im Außenministerium in ihrer Haltung zur Wiedervereinigung beeinflusste. Dazu gilt es jedoch zunächst, die Entstehungsgeschichte des Rapallo-Vertrages zu beleuchten, um den Wurzeln dieses außenpolitischen Traumas nachzuspüren. Denn wie konnte Rapallo über die historische Dimension hinaus zu einer politischen Bekenntnisfrage avancieren, die auch Jahrzehnte nach der Vertragsunterzeichnung immer wieder neu gestellt wurde? Waren die getroffenen Vereinbarungen zwischen Russland und Deutschland wirklich so bedeutsam, dass ein Rückgriff auf die Rapallo-Politik noch heute als europäisches Schreckensszenario gelten kann? Oder kam es erst in der historischen Rückschau zu jener Legendenbildung, die Rapallo als den Sündenfall deutscher Außenpolitik erscheinen lässt? Ließ sich die britische Politik tatsächlich von einem Rapallo-Komplex leiten, als die Frage nach der deutschen Wiedervereinigung in den Jahren 1989/90 konkret wurde? Gab es unterschiedliche Positionen innerhalb des Regierungslagers oder sahen sowohl Premierministerin Margaret Thatcher als auch ihr Außenminister Douglas Hurd die Gespenster von Rapallo? Ist mit Beendigung des Kalten Krieges dieses alte Trauma nun endgültig seiner Strahlkraft beraubt oder hat der Mythos von Rapallo seinen Schrecken im 21. Jahrhundert noch immer nicht vollends verloren?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Vertrag von Rapallo im Spiegel seiner Zeit

2.1 Die Weltwirtschaftskonferenz von Genua 1922

2.1.1 Vertragsschluss abseits der Konferenz – Der Pakt der Parias

2.1.2 Die Reaktion der Alliierten

2.2 Der deutsche Weg nach Rapallo als Forschungskontroverse

2.3 Rapallo: Der Geburtsort eines langlebigen Mythos (Zwischenfazit)

3. Angst vor einem neuen Rapallo? – Die britische Regierung und die Frage der deutschen Wiedervereinigung

3.1 Downing Street No. 10 unter Margaret Thatcher

3.1.1 Das Chequers-Seminar: Ressentiments gegenüber Deutschland

3.1.2 Die Nicholas Ridley-Affäre: Furcht vor einem ökonomischen Rapallo

3.2 Das Foreign Office und seine Beurteilung der Deutschlandfrage

3.3 Thatcher vs. Hurd: Die deutsche Einheit und das gespaltene Kabinett

4. Rapallo Quo Vadis? – Ein Mythos und seine Folgewirkung (Schlussbetrachtung)

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit der historische „Rapallo-Mythos“ als außenpolitisches Trauma die britische Deutschlandpolitik während des Wiedervereinigungsprozesses 1989/90 beeinflusst hat und welche Rolle dabei die divergierenden Einschätzungen in Downing Street No. 10 und dem Foreign Office spielten.

  • Entstehungsgeschichte und Mythenbildung des Rapallo-Vertrags von 1922.
  • Die Wahrnehmung deutscher Außenpolitik durch Margaret Thatcher und ihr Umfeld.
  • Interne politische Differenzen zwischen der britischen Regierungschefin und ihrem Außenministerium.
  • Analyse der britischen Ängste vor einem ökonomischen oder politischen „neuen Rapallo“.
  • Fortwirken des Rapallo-Traumas bis in die Gegenwart der europäischen Sicherheitspolitik.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Mit dem deutsch-russischen Vertragsabschluss in Rapallo am 16. April 1922 war der Grundstein für ein lang anhaltendes außenpolitisches Trauma gelegt, welches die europäischen Staaten und streckenweise auch die USA nach und nach erfassen sollte. Die westlichen Regierungen sahen einer Zusammenarbeit von Deutschland als der potenziell stärksten kontinentaleuropäischen Macht und dem sowjetischen Revolutionsstaat beunruhigt entgegen. Das Abkommen erbrachte aus ihrer Sicht den Nachweis für die Wankelmütigkeit deutscher Außenpolitik, sowie deren steter Neigung, zwischen West und Ost zu lavieren. Der Mythos von Rapallo war geboren und erhielt in den Folgejahren immer neue Nahrung. Ob dieses diffuse Angstgefühl bereits bei Vertragsschluss gerechtfertigt war, erscheint aus heutiger Sicht jedoch eher fraglich. Denn auch wenn kritische Betrachter im Rapallo-Vertrag revisionistische Tendenzen angelegt sehen, wird die deutsch-russische Übereinkunft in der Rezeption überwiegend als ein erster Schritt der beiden Staaten zur souveränen Rückkehr auf das klassische Feld der Außenpolitik gewürdigt. Gleichwohl überdauerte der Rapallo-Komplex mehrere Generationen und bleibt bis in die heutige Zeit ein wirkungsmächtiges Schlagwort, um Bedenken gegen eine allzu enge Kooperation zwischen Deutschland und Russland zu äußern.

In der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, inwieweit der Rapallo-Mythos einen Einfluss auf die britische Deutschlandpolitik 1989/90 gewinnen konnte und die Entscheidungsträger in Downing Street No. 10 sowie im Außenministerium in ihrer Haltung zur Wiedervereinigung beeinflusste. Dazu gilt es jedoch zunächst, die Entstehungsgeschichte des Rapallo-Vertrages zu beleuchten, um den Wurzeln dieses außenpolitischen Traumas nachzuspüren. Denn wie konnte Rapallo „über die historische Dimension hinaus zu einer politischen Bekenntnisfrage“ avancieren, die auch Jahrzehnte nach der Vertragsunterzeichnung immer wieder neu gestellt wurde? Waren die getroffenen Vereinbarungen zwischen Russland und Deutschland wirklich so bedeutsam, dass ein Rückgriff auf die Rapallo-Politik noch heute als europäisches Schreckensszenario gelten kann? Oder kam es erst in der historischen Rückschau zu jener Legendenbildung, die Rapallo als den Sündenfall deutscher Außenpolitik erscheinen lässt? Ließ sich die britische Politik tatsächlich von einem Rapallo-Komplex leiten, als die Frage nach der deutschen Wiedervereinigung in den Jahren 1989/90 konkret wurde?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung des Rapallo-Vertrags ein und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich des Einflusses dieses Mythos auf die britische Politik während der deutschen Wiedervereinigung.

2. Der Vertrag von Rapallo im Spiegel seiner Zeit: Das Kapitel beleuchtet die historischen Rahmenbedingungen der Weltwirtschaftskonferenz von Genua 1922 sowie die Debatten über die deutsche Außenpolitik und die Entstehung des Rapallo-Mythos als Trauma.

3. Angst vor einem neuen Rapallo? – Die britische Regierung und die Frage der deutschen Wiedervereinigung: Hier wird analysiert, wie die britische Führung 1989/90 auf die deutsche Einheit reagierte, wobei insbesondere die Differenzen zwischen Margaret Thatchers ablehnender Haltung und der pragmatischeren Diplomatie des Foreign Office im Vordergrund stehen.

4. Rapallo Quo Vadis? – Ein Mythos und seine Folgewirkung (Schlussbetrachtung): Die Schlussbetrachtung bilanziert, dass der Rapallo-Mythos trotz des Endes des Kalten Krieges als wirkmächtiges, wenn auch oft irrationales Trauma die deutsch-russischen Beziehungen und die Wahrnehmung deutscher Interessen durch Nachbarstaaten weiterhin prägt.

Schlüsselwörter

Rapallo-Vertrag, Deutschlandpolitik, Wiedervereinigung 1989/90, Margaret Thatcher, britische Außenpolitik, Außenpolitisches Trauma, Sowjetunion, Foreign Office, deutsch-russische Beziehungen, Geschichte, Mythosbildung, Europäische Integration, Geopolitik, Kalter Krieg, Diplomatie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die historische Bedeutung und die psychologische Nachwirkung des deutsch-russischen Rapallo-Vertrags von 1922 als ein außenpolitisches Trauma, das die britische Deutschlandpolitik während des Wiedervereinigungsprozesses 1989/90 beeinflusste.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Das Werk behandelt die Genese des Rapallo-Mythos in der Zwischenkriegszeit, die Haltung Großbritanniens gegenüber Deutschland Ende der 1980er Jahre sowie die Frage nach der Fortdauer nationaler Ängste innerhalb europäischer Entscheidungsprozesse.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Studie?

Das Ziel ist es, zu ergründen, ob und inwiefern der „Rapallo-Komplex“ die britische Regierung unter Margaret Thatcher und das Foreign Office dazu verleitete, die deutsche Wiedervereinigung mit Misstrauen zu betrachten oder gar zu behindern.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine quellenkritische Analyse durch, wobei er primär auf offizielle britische Akten (Foreign Office), Dokumente des deutschen Auswärtigen Amtes, Memoiren sowie auf eine fundierte Auswahl an geschichtswissenschaftlicher Sekundärliteratur zurückgreift.

Was ist der inhaltliche Schwerpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Jahre 1989/90 und arbeitet die unterschiedlichen Positionen innerhalb der britischen Regierung heraus, insbesondere den Kontrast zwischen Thatchers antideutscher Rhetorik und der sachlicheren Einschätzung des Außenministeriums.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?

Wesentliche Begriffe sind Rapallo-Mythos, deutsche Einheit, britisches Misstrauen, politische Legendenbildung, europäische Sicherheitspolitik und das Verhältnis zwischen Deutschland, Russland und Großbritannien.

Welche Rolle spielt Margaret Thatcher bei der Interpretation des Rapallo-Traumas?

Thatcher nutzte das Trauma von Rapallo als politisches Instrument, um Ängste vor einem wiedervereinigten Deutschland zu schüren, und unterstellte den Deutschen eine historische Neigung zur Neutralität und Schaukelpolitik zwischen Ost und West.

Warum war das Foreign Office in seiner Haltung gespalten im Vergleich zur Premierministerin?

Während Thatcher in alten Mustern der Vorkriegszeit dachte, verfolgte das Außenministerium eine eher realpolitische Strategie, da man erkannte, dass eine Behinderung der Wiedervereinigung britische Interessen und das Verhältnis zu den USA eher schädigen als nützen würde.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Mythos von Rapallo
Untertitel
Entstehung und Folgewirkung eines außenpolitischen Traumas am Beispiel der britischen Deutschlandpolitik 1989/90
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Institut für Geschichtswissenschaft)
Veranstaltung
Hauptseminar: Deutsch-britische Beziehungen 1870-1945
Note
1,0
Autor
Florian Rühmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
31
Katalognummer
V159308
ISBN (eBook)
9783640754250
ISBN (Buch)
9783640754625
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mythos Rapallo Trauma Gespenst Geist Wiedervereinigung Deutsche Frage deutsche Einheit Margaret Thatcher Foreign Office Vertrag Versailler Vertrag Llyod George Chequers-Seminar Deutschlandfrage Großbritannien britische Deutschlandpolitik Komplex Reflex Rapallo-Mythos Mythos von Rapallo Thatcher Douglas Hurd Russland Sowjetunion Reparationszahlungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Florian Rühmann (Autor:in), 2010, Der Mythos von Rapallo, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/159308
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  31  Seiten
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Zahlung & Versand
  • Über uns
  • Contact
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum