Es werden in der vorliegenden Arbeit zum eigentlichen Thema hinführend zunächst die Aufgaben einer Kommune grob besprochen, bevor Haushaltsfragen zum Tragen kommen. Allgemeine Haushaltsmerkmale und die Reform von 1974/75 stehen vor dem eingehenden Vergleich der alten mit der neuen Haushaltsführung. Dazu dienen ein Blick auf das Modellprojekt Wiesloch zur praktischen Veranschaulichung der doppischen Methode sowie auf den Verlauf einer Haushaltsperiode vom ersten Rohentwurf bis hin zum Jahresabschluss.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Die Aufgaben der Kommunen
2. Merkmale des kommunalen Haushalts
3. Die Haushaltsreform 1974/75
4. NKR – Das Modellprojekt Wiesloch
4.1 Rechnungswesen
4.2 Haushaltsplanung
5. Der Handlungsablauf des Gemeindehaushalts
6. Der Jahresabschluss
Schluss
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einführung der doppelten Buchführung (Doppik) als modernes Steuerungsinstrument in kommunalen Haushalten, beleuchtet die historischen Reformbemühungen seit den 1970er Jahren und analysiert die praktischen Auswirkungen anhand des Modellprojekts der Stadt Wiesloch.
- Grundlagen kommunaler Aufgabenwahrnehmung und Finanzierung
- Entwicklung und Transformation der kommunalen Haushaltsführung
- Vergleich zwischen traditioneller Kameralistik und doppischer Buchführung
- Struktur und Instrumente des Neuen Kommunalen Rechnungswesens (NKR)
- Prozesshafte Darstellung des gemeindlichen Haushaltsablaufs
Auszug aus dem Buch
4.1 Rechnungswesen
Das Projekt „NKR – Neues Kommunales Rechnungswesen“ erwies sich in einer Übergangszeit von zwei Jahren als erfolgreich genug, um die gleichzeitige Abrechnung nach dem herkömmlichen kameralistischen System 1998 aufzugeben. Gründe für den Erfolg sind laut der Stadtverwaltung Wiesloch unter anderem „Dezentralisierung von Kompetenzen und Verantwortung, die Outputorientierung, kürzere Entscheidungswege“. Dies ist zurückzuführen auf die neue Art der Aufstellung des Haushalts am Jahresanfang. Waren bis dahin noch alle Einnahmen und Ausgaben einzeln im Haushaltsplan veranschlagt, genügt beim „Speyerer Verfahren“ die Budgetzuteilung an einzelne Kostenstellen, z.B. Ämter oder Abteilungen. Auf diese Weise wurde in Einklang mit dem Subsidiaritätsprinzip den unteren Ebenen größere Entscheidungsgewalt und mehr Selbstbestimmung zuteil. Ein Vergleich zu Unternehmen unter der „Konzernmutter“ Stadt drängt sich dabei nicht nur den Wieslochern auf.
Das Neue Kommunale Rechnungswesen besteht, solange nicht die Betriebswirtschaft entlehnte Kostenrechnung aufgenommen wurde, aus den drei Teilen Ergebnisrechnung, Vermögensrechnung und Finanzrechnung.
1. In der Ergebnisrechnung wird analog zur kaufmännischen Gewinn- und Verlust-Rechnung über Vergleich der Ausgaben mit den Einnahmen sowie der Aufwendungen mit den Erträgen verfolgt, wie sich das Eigenkapital verändert.
2. Die Höhe des Eigenkapitals weist sich in der Vermögensrechnung der Gemeinde aus, indem sie das städtische Eigentum mit den städtischen Verbindlichkeiten saldiert.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einführung erläutert die hohe Verschuldung der Kommunen und skizziert die Notwendigkeit der Modernisierung der Haushaltsführung durch die Einführung doppischer Steuerungsinstrumente.
1. Die Aufgaben der Kommunen: Es werden die gesetzlichen Grundlagen kommunaler Selbstbestimmung und die Einteilung in Pflicht-, Auftrags- und freiwillige Aufgaben dargestellt.
2. Merkmale des kommunalen Haushalts: Dieses Kapitel definiert die Funktionen des Haushaltsplans als Instrument der politischen Steuerung und Planung innerhalb der kommunalen Verwaltung.
3. Die Haushaltsreform 1974/75: Die Analyse beleuchtet das staatliche Finanzrecht der 1970er Jahre und die Einführung des Gesamtdeckungsprinzips sowie der mittelfristigen Finanzplanung.
4. NKR – Das Modellprojekt Wiesloch: Hier wird der Übergang zum Neuen Kommunalen Rechnungswesen am Beispiel Wieslochs erläutert, inklusive der Differenzierung von Ergebnis-, Vermögens- und Finanzrechnung.
5. Der Handlungsablauf des Gemeindehaushalts: Die Arbeit beschreibt die drei Phasen der Haushaltswirtschaft: Aufstellung/Beratung, Ausführung sowie Rechnungslegung und Kontrolle.
6. Der Jahresabschluss: Es wird der Unterschied zwischen kameralistischem und doppischem Jahresabschluss herausgearbeitet, wobei Letzterer als Instrument der umfassenden Lagebeurteilung hervorgehoben wird.
Schluss: Der abschließende Teil resümiert die Notwendigkeit der Transformation hin zur Doppik als überlegenes Werkzeug für kommunale Kämmerer zur Steuerung knapper Ressourcen.
Schlüsselwörter
Doppik, Haushaltsreform, Kommunalfinanzen, Kameralistik, NKR, Haushaltsplanung, Jahresabschluss, Speyerer Verfahren, Finanzrechnung, Vermögensrechnung, Ergebnisrechnung, Budgetierung, kommunale Selbstverwaltung, Haushaltsführung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation kommunaler Haushaltsführung von der traditionellen Kameralistik hin zum modernen, betriebswirtschaftlich orientierten Modell der doppelten Buchführung (Doppik).
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zentrale Themen sind die kommunale Finanzverfassung, die historische Entwicklung der Haushaltsreformen, die Struktur des Neuen Kommunalen Rechnungswesens (NKR) und die operativen Abläufe in einer Stadtverwaltung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Beweggründe für die Einführung der Doppik aufzuzeigen und zu demonstrieren, wie durch die neue Methodik eine effizientere Steuerung kommunaler Finanzen erreicht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse des geltenden Haushaltsrechts, eine Auswertung einschlägiger Literatur sowie die fallstudienartige Betrachtung des Modellprojekts in der Gemeinde Wiesloch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Aufgaben der Kommunen, eine Analyse früherer Reformen, eine detaillierte Betrachtung des NKR und die Erläuterung des Zyklus von Haushaltsaufstellung bis hin zum Jahresabschluss.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Doppik, NKR, Haushaltssteuerung, kaufmännisches Rechnungswesen, Ergebnisrechnung und kommunale Selbstbestimmung.
Wie unterscheidet sich die Doppik von der klassischen Kameralistik laut dem Text?
Die Doppik ermöglicht durch die Einführung von Ergebnis-, Vermögens- und Finanzrechnung einen ganzheitlichen Überblick, während die Kameralistik primär auf die reine Zahlungsstromkontrolle fokussiert war.
Welche Bedeutung kommt dem Modellprojekt Wiesloch zu?
Wiesloch dient als praktisches Beispiel für eine erfolgreiche Implementierung neuer Steuerungsstrukturen, die als Blaupause für andere Kommunen fungieren kann.
- Quote paper
- Florian Schippmann (Author), 2008, Die Einführung der Doppik als Steuerungsmodell in den kommunalen Haushalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/159258