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Der Prozess des Leseverstehens im Lichte neuerer psycholinguistischer Forschung

Title: Der Prozess des Leseverstehens im Lichte neuerer psycholinguistischer Forschung

Term Paper , 2002 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Daniela Kilper-Welz (Author)

Didactics for the subject French - Pedagogy, Literature Studies

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Summary Excerpt Details

Die in den siebziger Jahren von Goodman und Smith entwickelte Theorie vom Lesen als
Ratespiel oder Vorhersageprozess wird häufig als das „psycholinguistische Modell“ des
Leseprozesses schlechthin bezeichnet. Dies ist jedoch nicht korrekt, da schon Anfang der
achtziger Jahre neuere Forschungsergebnisse der Psycholinguistik über das Lesen
veröffentlicht wurden, die die Auffassung des Lesens als Prozess der Vorhersage widerlegten.
Die auf dem Gebiet der Leseerforschung sehr engagierte Wissenschaftlerin Madeline
Lutjeharms etwa, fand bei einem Versuch mit intelligenten, über ein bestimmtes Maß an
Fachwissen verfügenden, eine verwandte Muttersprache sprechenden und
fremdsprachenerfahrenen Studenten heraus, dass das kontextuelle Raten “nur auf der
Kollokationsebene und bei sehr bekannten Textinhalten“ meist erfolgreich ist. Der Rateerfolg
blieb aber eher frustrierend. Deshalb suchte und kam sie zu einer anderen Theorie des
Leseprozesses.1 Diese neue Theorie über das Leseverstehen unterstützten in mehr oder
weniger abgewandelter Form auch noch weitere Wissenschaftler und so kam es zu einem
Wandel in der Lesetheorie. In folgendem sollen nun die neuen Erkenntnisse über den
Leseprozess genauer erläutert werden. Des weiteren soll dargestellt werden, welche
Möglichkeiten und Aufgaben der fremdsprachliche Unterricht unter Berücksichtigung der
neuen Theorie über das Leseverstehen hat, dieses besser zu fördern.

1 vgl. Lutjeharms, M. “Auffassungen über das Lesen als psycholinguistischer Prozeß und die Konsequenzen für
Unterrichten und Testen der Lesefertigkeit“, in: ZD (1988) 3, S. 11f.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Leseverstehen im Lichte neuerer psycholinguistischer Forschung

1. Der Leseprozess

1.1 Die graphophonische Ebene

1.1.1 Die optische Wahrnehmung

1.1.2 Die phonologische Rekodierung

1.2. Die Worterkennung

1.2.1 Der lexikalische Zugriff

1.2.2 Die assoziative Aktivierung (priming)

1.3 Die syntaktische Analyse

1.3.1 Das Wettbewerbsmodell

1.3.2 Die Valenz

1.4 Die semantische Analyse

2. Besonderheiten des fremdsprachlichen Leseprozesses und die Förderung fremdsprachlichen Leseverstehens im Unterricht

2.1 Besonderheiten des fremdsprachlichen Leseprozesses

2.1.1 Die Worterkennung

2.1.2 Der phonologische Kode

2.1.3 Die syntaktische Analyse

2.1.4 Die Sinnentnahme

2.2 Das Unterrichten der Lesefertigkeit

2.2.1 Die Förderung des stillen Lesens

2.2.1.1 Förderung kognitiver und metakognitiver Komponenten des Leseprozesses

2.2.2 Aufgabenformen und praktische Hinweise

III. Schlussgedanke

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit verfolgt das Ziel, aktuelle psycholinguistische Erkenntnisse über den Leseprozess darzulegen und deren Konsequenzen für die didaktische Förderung des Leseverstehens im Fremdsprachenunterricht zu analysieren.

  • Wandel der Lesetheorien: Vom Vorhersageprozess zum interaktiven Modell.
  • Psycholinguistische Ebenen der Informationsverarbeitung beim Lesen.
  • Spezifische Herausforderungen beim fremdsprachlichen Leseprozess.
  • Didaktische Strategien zur Förderung kognitiver und metakognitiver Lesefertigkeiten.
  • Methoden zur Automatisierung der Worterkennung und Sinnentnahme.

Auszug aus dem Buch

1.2.1 Der lexikalische Zugriff

Das durch das Sehen und eventuell unterstützend durch das Hören wahrgenommene Zeichen erkennt der Leser als Wort einer bestimmten Sprache. Ob dabei schon der semantische Zugriff erfolgt ist unklar. Es steht aber fest, dass auch dies wieder von der individuellen Situation abhängt und bei einer Überlastung des Arbeitsgedächtnisses nicht stattfindet, d.h. die Verarbeitung somit auf der „Formebene“ stecken bleibt.

Über den Ablauf des Zugriffs zum mentalen Lexikon gibt es mehrere hypothetische Modelle. Ältere Modelle, die sich großer Beliebtheit erfreuten, sind das Logogen- und das Suchmodell. Nach Mortons Logogen-Modell von 1969 geschieht der Zugriff auf das mentale Lexikon direkt und parallel aufgrund eines bestimmten Ähnlichkeitsgrades zwischen einem Logogen und dem Stimulus. Das Logogen ist dabei eine „neurale Einheit, die über ein bestimmtes Ausgangserregungsniveau verfügt, und ein Belege sammelndes Instrument mit einer anpassungsfähigen Schwelle“. Die Aktivierungsschwelle wird entsprechend niedriger, je mehr Informationen der Stimulus enthält und je bekannter er dem Leser ist. Beim Logogen-Modell findet aber kein Suchprozess statt. Beim Suchmodell geht man davon aus, dass ein Suchprozess stattfindet und weitergesucht wird bis eine Wortrepräsentation gefunden wird, die dem Stimulus entspricht.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Wandel der Lesetheorien und begründet die Notwendigkeit, psycholinguistische Erkenntnisse für den fremdsprachlichen Unterricht zu nutzen.

II. Leseverstehen im Lichte neuerer psycholinguistischer Forschung: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Ebenen des Leseprozesses, von der graphophonischen Ebene bis hin zur komplexen semantischen Analyse.

1. Der Leseprozess: Es wird dargelegt, dass Lesen kein einheitlicher Prozess ist, sondern verschiedene Ebenen umfasst, die sowohl modular als auch interaktiv verlaufen können.

1.1 Die graphophonische Ebene: Fokus liegt auf den physiologischen und kognitiven Grundlagen der Augenbewegungen sowie der phonologischen Rekodierung beim Lesen.

1.1.1 Die optische Wahrnehmung: Erläutert die Charakteristika der Augenbewegungen (Fixationen und Regressionen) beim Erfassen von Texten.

1.1.2 Die phonologische Rekodierung: Beschreibt die Umsetzung optisch wahrgenommener Zeichen in phonologische Kodes als Unterstützung für die Gedächtnisleistung.

1.2. Die Worterkennung: Untersucht die Mechanismen des lexikalischen Zugriffs auf das mentale Lexikon.

1.2.1 Der lexikalische Zugriff: Analysiert verschiedene Modelle (Logogen- und Suchmodell) zur Identifikation von Wörtern während des Lesens.

1.2.2 Die assoziative Aktivierung (priming): Erklärt, wie kontextuelle Einbettungen den Aktivierungsprozess und damit die Worterkennung beschleunigen.

1.3 Die syntaktische Analyse: Thematisiert die strukturelle Verarbeitung von Wörtern innerhalb eines Satzgefüges.

1.3.1 Das Wettbewerbsmodell: Stellt das Modell von Bates und MacWhinney vor, das die parallele Aktivierung verschiedener Verarbeitungsebenen betont.

1.3.2 Die Valenz: Erläutert die Bedeutung syntaktischer und semantischer Valenz für die lineare Satzverarbeitung.

1.4 Die semantische Analyse: Beschreibt den bewussten Prozess der Sinnentnahme durch die Interaktion von Schemakenntnissen und Weltwissen.

2. Besonderheiten des fremdsprachlichen Leseprozesses und die Förderung fremdsprachlichen Leseverstehens im Unterricht: Diskutiert die notwendigen Anpassungen der Lesestrategien beim Erlernen einer neuen Sprache.

2.1 Besonderheiten des fremdsprachlichen Leseprozesses: Hebt hervor, dass neue sprachliche Kenntnisse erworben werden müssen, da Transferleistungen nicht immer ausreichen.

2.1.1 Die Worterkennung: Betont die Rolle der Automatisierung bei der Verarbeitung von Inhaltswörtern in der Fremdsprache.

2.1.2 Der phonologische Kode: Erklärt die Bedeutung der Aussprache und des phonologischen Arbeitsgedächtnisses beim stillen Lesen.

2.1.3 Die syntaktische Analyse: Analysiert die Herausforderung, fremdsprachliche Syntaxmuster zu erlernen und anzuwenden.

2.1.4 Die Sinnentnahme: Zeigt auf, dass Sinnentnahme bei mangelndem Vorwissen in der Fremdsprache besonders fehleranfällig ist.

2.2 Das Unterrichten der Lesefertigkeit: Gibt praktische didaktische Empfehlungen zur Unterrichtsgestaltung.

2.2.1 Die Förderung des stillen Lesens: Plädiert für die frühzeitige Förderung des stillen Lesens gegenüber lautem Vorlesen im Unterricht.

2.2.1.1 Förderung kognitiver und metakognitiver Komponenten des Leseprozesses: Erörtert Strategien wie intelligentes Raten und die gezielte Anwendung verschiedener Lesestile.

2.2.2 Aufgabenformen und praktische Hinweise: Bietet konkrete Methoden zur Unterrichtsgestaltung, wie etwa den Einsatz von Lückentexten oder das Markieren von Schlüsselbegriffen.

III. Schlussgedanke: Resümiert, dass der Leseprozess ein komplexes, individuell variierendes Phänomen bleibt, das weitere wissenschaftliche Erforschung erfordert.

Schlüsselwörter

Leseverstehen, Psycholinguistik, Leseprozess, Worterkennung, lexikalischer Zugriff, semantische Analyse, Fremdsprachenunterricht, Lesestrategien, metakognitive Fähigkeiten, Arbeitsgedächtnis, Schemakenntnisse, Inferenzbildung, Automatisierung, Lesedidaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Prozess des Leseverstehens auf Basis aktueller psycholinguistischer Forschung und leitet daraus didaktische Ansätze für den Fremdsprachenunterricht ab.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die psycholinguistische Modellierung des Leseprozesses (Worterkennung, syntaktische und semantische Analyse) sowie die spezifischen Bedingungen und Fördermaßnahmen beim Lesen in einer Fremdsprache.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Wandel in der Lesetheorie aufzuzeigen und zu analysieren, wie der fremdsprachliche Unterricht durch ein besseres Verständnis des Leseprozesses die Lesekompetenz der Lernenden gezielter fördern kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit der psycholinguistischen Literatur, die sie kritisch analysiert und auf die didaktische Praxis überträgt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil ist zweigeteilt: Zuerst werden die kognitiven Ebenen des Leseprozesses in der Muttersprache erläutert, danach werden diese Erkenntnisse auf den fremdsprachlichen Kontext angewandt und konkrete Unterrichtsstrategien (z. B. Förderung des stillen Lesens) abgeleitet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind insbesondere Leseverstehen, psycholinguistisches Modell, Worterkennung, Fremdsprachendidaktik und metakognitive Lesestrategien.

Warum wird im Text zwischen modularer und interaktiver Verarbeitung unterschieden?

Diese Unterscheidung ist entscheidend, da sie erklärt, ob und wie höhere Verarbeitungsebenen (wie semantisches Vorwissen) auf untere Ebenen (wie die Worterkennung) einwirken können, was für die Lesedidaktik unterschiedliche Konsequenzen hat.

Welche Bedeutung kommt dem "intelligenten Raten" (intelligent guessing) im Unterricht zu?

Intelligentes Raten aus dem Kontext ist ein wichtiges Element der Problemlösestrategie, das gezielt geübt werden sollte, um Lernende bei der Bewältigung von unbekanntem Wortschatz zu unterstützen.

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Details

Title
Der Prozess des Leseverstehens im Lichte neuerer psycholinguistischer Forschung
College
University of Bamberg  (Didaktik der Französischen Sprache und Literatur)
Course
Aufgabenformen im Französischunterricht
Grade
1,0
Author
Daniela Kilper-Welz (Author)
Publication Year
2002
Pages
19
Catalog Number
V15924
ISBN (eBook)
9783638209113
Language
German
Tags
Prozess Leseverstehens Lichte Forschung Aufgabenformen Französischunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniela Kilper-Welz (Author), 2002, Der Prozess des Leseverstehens im Lichte neuerer psycholinguistischer Forschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/15924
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