Einleitung
Seit dem 15. März dieses Jahres ist es für Heimkinobesitzer und das restliche deutsche Publikum endlich soweit, 'Das Parfum – Die Geschichte eins Mörders', der teuerste deutsche Film aller Zeiten und einer der größten Kinoerfolge des letzten Herbstes, wurde auf DVD und VHS veröffentlicht. Nach jahrzehntelangem Tauziehen um die Filmrechte hatten Produzent Bernd Eichinger und Regisseur Tom Tykwer mit ihrem Team die Verfilmung des literarischen Welterfolges von Patrick Süßkind wahr werden lassen, sodass der Film, über den im letzten Jahr heftig und kontrovers diskutiert wurde, jetzt für jedermann zu erstehen ist.
Für die weltweiten Werbekampagnen wurden für das amerikanische und das deutsche Publikum verschiedene Kinotrailer verwendet. Diese unterscheiden sich auf eine bisher unbestimmte Art, die jedoch bei der ersten Sichtung sofort hervorsticht. Ich vermute hinter diesen offensichtlichen Unterschieden die Absicht der Werbeverantwortlichen, den Film über die Trailer für das jeweilige Publikum in Amerika und in Deutschland besonders ansprechend zu gestalten.
Dieser Vermutung werde ich im Verlauf dieser Hausarbeit nachgehen, indem ich den Aufbau und die verwendeten Stilmittel beider Trailer analysiere und auf den Ergebnissen das intendierte Image bzw. die intendierte Lesart interpretiere. Dabei verwende ich ein Analyseraster, das größtenteils auf einem Aufsatz Hedingers beruht. Zuvor werde ich den Ansatz Halls und ferner Fiskes, Medienanalyse auf der Theorie bzw. den Theorien der Cultural Studies zu begründen, darlegen, um diesen in die Interpretation der Trailer einbeziehen zu können. Einleitend soll jedoch die Entstehung und individuelle Entwicklung der Cultural Studies, besonders in Deutschland, aufgezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Projekt der Cultural Studies
2.1 Zur Entstehung der Cultural Studies
2.2 The Center for Contemporary Cultural Studies (CCCS)
2.3 Zur (Weiter-)Entwicklung der Cultural Studies
2.4 Cultural Studies in Deutschland
3 Medienanalyse mittels Cultural Studies
3.1 Der Kulturbegriff der Cultural Studies
3.2 Das „encoding/decoding“-Modell von Stuart Hall
3.3 Zur Diskursanalyse von John Fiske
4 Analyse & Vergleich der Kinotrailer
4.1 Begründung der Auswahl des Analysegegenstandes
4.2 Zum Film „Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders“
4.3 Beschreibung des Analyserasters
4.4 Analyse der Kinotrailer
4.5 Vergleich und Interpretation der Analyseergebnisse
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand einer vergleichenden Analyse des deutschen und amerikanischen Kinotrailers zum Film „Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders“, wie unterschiedliche Werbestrategien für denselben Film eingesetzt werden, um verschiedene Zielgruppen anzusprechen und spezifische Image-Wirkungen zu erzielen.
- Grundlagen und Entstehung der Cultural Studies
- Medienanalyse-Modelle von Stuart Hall und John Fiske
- Strukturanalyse und Wirkungsästhetik von Kinotrailern
- Vergleichende Fallstudie: Das Parfum (USA vs. Deutschland)
- Zusammenhang zwischen kulturellen Kontexten und Rezeptionsweisen
Auszug aus dem Buch
4.4 Analyse der Kinotrailer
Länge: 2,32 Minuten (deutscher Kinotrailer) / 2,26 Minuten (amerikanischer Kinotrailer, die 3 Sek. des Hinweises der Motion Picture Association of America abgezogen).
Durchschnittliche Schnittfrequenz: ca. alle 2,6 Sekunden (deutscher Kinotrailer) / ca. alle 2,1 Sekunden (amerikanischer Kinotrailer).
Ansteigen der Schnittfrequenz zum Trailerende: keine, lediglich in der Sequenz bei Zeit 1:48 – 2:00 (deutscher Kinotrailer) / vorhanden, in der letzten Minute vor dem Endtitel (1:26 – 2:18) erhöht sich die Frequenz ca. einen Schnitt pro Sekunde (amerikanischer Kinotrailer).
(Trick-)Blenden (ohne Titel und Endtitel): ca. 11 Überblendungen bzw. weiche Blenden (vor allem am Anfang zur Verortung der Handlung und zum Ende hin, beim Aufzeigen von Grenouilles Handwerk, aus Körperdüften Parfum herzustellen). ca. 12 Abblenden (auf Schwarz), überwiegend gleichmäßig verteilt (deutscher Kinotrailer) / ca. 21 Überblendungen bzw. weiche Blenden und eine Abblendung (auf Schwarz); hierbei wird oft ins Schwarze geschnitten aber nicht abgeblendet (amerikanischer Kinotrailer).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Thema der vergleichenden Filmtrailer-Analyse unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Zielgruppen in Deutschland und den USA.
2 Das Projekt der Cultural Studies: Darstellung der historischen Entwicklung, der internationalen Expansion und der spezifischen Rezeptionsgeschichte der Cultural Studies in Deutschland.
3 Medienanalyse mittels Cultural Studies: Theoretische Fundierung der Arbeit durch die Erläuterung des Kulturbegriffs sowie der Modelle von Stuart Hall und John Fiske zur Medienrezeption.
4 Analyse & Vergleich der Kinotrailer: Durchführung der praktischen Untersuchung mittels eines morphologischen Analyserasters und Vergleich der Ergebnisse zwischen dem deutschen und amerikanischen Trailer.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse hinsichtlich der unterschiedlichen Image-Bildung durch mediale Gestaltung unter Berücksichtigung kultureller Kontexte.
Schlüsselwörter
Cultural Studies, Medienanalyse, Kinotrailer, encoding/decoding-Modell, Diskursanalyse, Stuart Hall, John Fiske, Filmvermarktung, Rezeptionsforschung, Das Parfum, kultureller Kontext, Zielgruppenansprache, Image-Bildung, Wirkungsästhetik, Trailer-Struktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die mediale Gestaltung und Wirkung von Kinotrailern als Instrument der Filmvermarktung innerhalb des theoretischen Rahmens der Cultural Studies.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Cultural Studies, medienanalytische Theorien sowie die praktische Analyse filmischer Werbeformate.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Kinotrailer für denselben Film durch formale Stilmittel spezifische Interpretationen beim Publikum provozieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin verwendet ein morphologisches Analyseraster, das auf den Ansätzen von Vinzenz Hedinger basiert, ergänzt durch die theoretischen Konzepte von Stuart Hall und John Fiske.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Einbettung in die Cultural Studies und der detaillierten Gegenüberstellung von Parametern wie Schnittfrequenz, Sprecherstimme und narrativer Struktur der Trailer.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Cultural Studies, Medienanalyse, Kinotrailer, Filmvermarktung und Rezeptionsforschung.
Welcher Trailer wirkt mehr wie ein Thriller?
Der amerikanische Trailer wirkt durch die schnellere Schnittfolge, aggressivere Musik und den Fokus auf kriminelle Handlungen deutlich stärker wie ein Thriller als der deutsche Trailer.
Wie unterscheidet sich die Darstellung der Hauptfigur Grenouille?
Während der deutsche Trailer Grenouille als tragischen Charakter und "Gefangenen" seiner Triebe inszeniert, fokussiert der amerikanische Trailer stärker auf das Handwerk des Mordens und die Bedrohungssituation.
- Arbeit zitieren
- Georg Rabe (Autor:in), 2007, Kinotrailer als intendierte Simulation von Filmen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/159011