Die heutige Zeit ist durch ein wachsendes Tempo gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen, einen rasanten technischen Fortschritt und die zunehmende Globalisierung gekennzeichnet. Die Veränderungen in der Welt finden unaufhaltsam und in immer kürzeren Abständen statt. Planungen in die Zukunft sind damit schwerer möglich. So sind die Unternehmen mehr denn je von ihrem äußeren Umfeld abhängig. Andererseits ist es für den Erfolg eines Unternehmens im immer schärfer werdenden Wettbewerb um so wichtiger, Chancen und Risiken rechtzeitig erkennen und mögliche Entwicklungen und Tendenzen auf dem Markt abschätzen zu können. In die Planung einer Unternehmensentwicklung müssen, neben innerbetrieblichen Faktoren, also vor allen Dingen Umfeldfaktoren einbezogen werden, damit Veränderungen kalkulierbar werden. Deshalb werden Prognosen erstellt. Anhand dieser Prognosen werden Entscheidungen getroffen und Strategien erstellt, die dann mit Maßnahmen unterlegt werden.
Ziel dieser Arbeit ist es, intuitive Prognosemethoden - ihre Handhabung und Durchführung, wesentliche Anwendungsgebiete, ihre Stärken und Schwächen - aufzuzeigen und daraus die entsprechenden Schlussfolgerungen zu ziehen. Es geht um die Frage, wofür intuitive Prognosemethoden geeignet sind, wo ihre Möglichkeiten und Grenzen liegen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Begriffsbestimmungen
2.1 Herleitung des Begriffs der intuitiven Prognose und ihrer Methoden
2.2 Charakterisierung
3. Intuitive Prognosemethoden
3.1 Übersicht über intuitive Prognosemethoden und Versuch ihrer Einteilung
3.2 Vorstellung ausgewählter Methoden der intuitiven Prognose
3.2.1 Die Analogie-Methode
3.2.2 Die Delphi-Methode
3.2.3 Die Szenario-Methode
3.3 Möglichkeiten und Grenzen intuitiver Prognosemethoden
4. Schlussbemerkungen/Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, intuitive Prognosemethoden in ihrer Handhabung, Durchführung sowie in ihren wesentlichen Anwendungsgebieten, Stärken und Schwächen zu analysieren, um fundierte Schlussfolgerungen für ihren Einsatz in der Praxis zu ziehen.
- Grundlagen und Definition der intuitiven Prognose
- Klassifizierung und Übersicht der Prognosemethoden
- Detaillierte Analyse der Analogie-, Delphi- und Szenario-Methode
- Diskussion der Möglichkeiten und Grenzen intuitiver Verfahren
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Die Delphi-Methode
Die Delphi-Methode wurde in der Mitte des letzten Jahrhunderts als ein anonymes Verfahren zur Gruppenkommunikation unter Experten entwickelt mit dem Ziel, ein Gruppenergebnis, einen Konsens, bereinigt von Gruppenzwängen, zu erhalten. Die Befragung der Experten erfolgt dabei mittels eines strukturierten Fragebogens; die Experten selber bleiben während der Befragung und danach untereinander anonym.
Es gibt verschiedene Unterformen der Delphi-Methode, die grundsätzlich alle auf dem Standard-Ansatz beruhen. Unter Bezug auf die Ausführungen von Peter Umminger wird die Grundstruktur dieser Methode erläutert.
Zum Beginn wird eine Projektgruppe (bzw. nur ein Projektleiter) festgelegt, welche für die Durchführung, Koordination und Entscheidungsfindung der Delphi-Befragung verantwortlich ist. Von ihr wird das Prognoseproblem genau herausgearbeitet, möglichst eng gefasst sowie zweckmäßige Fragen (mind. 10 bis max. 50) erstellt. Anschließend werden geeignete Experten ausgewählt (mind. 7 bis max. 100/150) und ihnen die Teilnahme an der Befragung angeboten. Sobald genügend Kandidaten zugesagt haben, wird die Expertengruppe gebildet. Es erfolgt nun die Versendung des ersten Fragebogens an die Experten. Nachdem ihre Antworten eingegangen sind, werden sie ausgewertet und ein statistisches Gruppenurteil (Median, 1. und 3. Quartil) für jede Frage ermittelt.
Danach erhalten die Experten einen zweiten Fragebogen sowie als Rückkopplung der ersten Befragungsrunde das statistische Gruppenurteil zu jeder Frage. Nach erneuter Beantwortung des Fragebogens durch die Experten sowie der erfolgten Begründung extremer Urteile (und geübter Kritik an den Urteilen anderer Experten) erfolgt wiederum die Auswertung durch die Projektgruppe. Dieser Prozess wird solange wiederholt, bis eine weitgehende Übereinstimmung der Meinungen der Experten bzw. eines der vorher festgelegten Abbruchkriterien erreicht ist. Ziel ist es, durch den iterativen Befragungsprozess mit der Begründung stark abweichender Antworten Sachlichkeit und Rationalität zu erreichen und im Endeffekt eine Übereinstimmung anzustreben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die zunehmende Bedeutung von Prognosen in einem dynamischen Unternehmensumfeld und definiert das Ziel der Arbeit.
2. Begriffsbestimmungen: Herleitung des Prognosebegriffs sowie Abgrenzung und Charakterisierung qualitativer bzw. intuitiver Methoden.
3. Intuitive Prognosemethoden: Umfassende Darstellung und Analyse der Analogie-, Delphi- und Szenario-Methode sowie deren Möglichkeiten und Grenzen.
4. Schlussbemerkungen/Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Anwendbarkeit intuitiver Prognosemethoden in Management und Marketing.
Schlüsselwörter
Intuitive Prognose, Prognosemethode, Delphi-Methode, Szenario-Methode, Analogie-Methode, Unternehmensplanung, Marketingforschung, Expertenbefragung, Trendprojektion, Zukunftsforschung, Qualitative Prognose, Managemententscheidung, Innovationsplanung, Risikomanagement, Prognosegenauigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit Methoden der intuitiven Prognose, deren Durchführung, Anwendungsgebieten und kritischer Beurteilung im wirtschaftlichen Kontext.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung intuitiver Prognosen, die Vorstellung ausgewählter Standardmethoden und deren praktische Anwendung in der Unternehmensführung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die Handhabung intuitiver Prognosen zu vermitteln und aufzuzeigen, wo deren Möglichkeiten liegen und wo sie an ihre Grenzen stoßen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden zur Prognoseerstellung verwendet?
Die Arbeit fokussiert sich auf qualitative Ansätze wie die Analogie-Methode, die Delphi-Methode und die Szenario-Technik, die auf Expertenwissen und Heuristiken basieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Beschreibung der Vorgehensweise bei den drei gewählten Prognosemethoden sowie eine Diskussion über deren Kombination und Validität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem intuitive Prognose, Delphi-Methode, Szenario-Methode, qualitative Verfahren und Unternehmensplanung.
Was macht die Delphi-Methode zu einem besonderen Verfahren?
Das Besondere ist der iterative, anonyme Befragungsprozess unter Experten, der dazu dient, Gruppenzwang zu minimieren und einen rationalen Konsens zu finden.
Wie unterscheidet sich die Szenario-Methode von anderen Ansätzen?
Die Szenario-Methode beschreibt komplexe künftige Entwicklungen anhand von Projektionen und Störereignissen, um Entscheidungsträger für Chancen und Risiken zu sensibilisieren.
- Arbeit zitieren
- Ines Träder (Autor:in), 2008, Methoden der intuitiven Prognose: Methoden, Einsatzgebiete, Beurteilung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/158955