Projektarbeit ist eine vielseitige und sehr anspruchsvolle Arbeitsmethode, die auch als Theorie der Erziehung bezeichnet werden kann. Sie ist eine besondere Unterrichtsform, neben anderen Formen. Im Bildungswesen, im Kultursektor, im Unternehmen der freien Wirtschaft und im Bereich der sozialen Arbeit kommen mittlerweile die Methoden, Inhalte und Möglichkeiten moderner Projektarbeit zum Einsatz.
Lehr- und Lernmethoden sind zentrale Elemente jeder unterrichtlichen Praxis. Mangelnde methodische Kompetenzen bei Lehrern und auch Schülern können schnell zu einer Barriere für Innovation im Berufsbildungsbereich führen. Die Wirksamkeit und Attraktivität der beruflichen Bildung ist auch eine methodische Frage. Eine Methode wird nicht nur als Technik des Lehrens, in Form von Vermittlung von Wissen, Fertigkeiten und Inhalten, verstanden, sondern auch als ein pädagogisches Arrangement
angesehen. Dieses soll den Lernenden eine selbständige Auseinandersetzung mit den Unterrichtsgegenständen ermöglichen und dabei das Denken, Handeln, Entdecken und Strukturieren ermöglichen und fördern.
Berufsschullehrer, Berufsausbilder und Dozenten in der Weiterbildung sind heute mit den vielfältigen Veränderungen im Berufsalltag konfrontiert. Die Unüberschaubarkeit von Lehr- und Lernsituationen ist groß. Es müssen vor allem Strukturierung der methodischen Praxis sowie eine Sensibilisierung für die pädagogischen Situationen durch die Dozenten und Ausbilder erfolgen.
Die Arbeit versucht darauf einzugehen, was die Projektmethode und die Leittextmethode in der Erwachsenenbildung leisten kann und auf welche Besonderheiten dabei zu achten ist. Es sollen vor allem Methoden der Projektmethode angesprochen und damit gezeigt werden, wie die Qualitätssteigerung in der Erwachsenenbildung gewährleistet werden kann. Wie können die Ziele moderner beruflicher Bildung (Erwachsenenbildung), mit Hilfe der Projektmethode, verwirklicht werden? Warum ist es so wichtig selbständig tätig zu werden? Wie kann die Methode der Projektarbeit das Lernen, von Erwachsenen, verbessern? Wie gestaltet man einen Leittext? Und an welche Kriterien muss man sich dabei halten?
Inhaltsverzeichnis
1 Die Projektmethode in der Erwachsenenbildung
1.1 Was ist die Projektmethode?- Historische Einordung und Definition
1.2 Theorie für das Lernen- die Erziehung mit der Projektmethode
1.3 Merkmale der Projektmethode
1.3.1 Grundprinzipien
1.3.2 Merkmale
1.3.3 Spezielle Merkmale
1.4 Ablauf von Projekten (in der Erwachsenenbildung)
1.4.1 Vorbetrachtung- ein Versuch der Bestimmung von Erwachsenenbildung
1.4.2 Phase 1 – Vorbereitungsphase
1.4.2.1 Die Projektskizze- Projektplan
1.4.3 Phase 2 – Initiierungsphase
1.4.4 Phase 3 und 4 - Einstiegsphase und Planungsphase
1.4.5 Phase 5 – Durchführungsphase
1.4.6 Phase 6 – Präsentationsphase
1.4.7 Phase 7 und 8 - Auswertungsphase und Weiterführungsphase
1.4.8 Phase 9 – Nachbereitungsphase
1.5 Zusammenfassung: Projektarbeit
2 Die Leittextmethode in der Erwachsenenbildung
2.1 Entstehung, Ziele und Merkmale
2.2 Vorteile
2.3 Unterscheidung zur Projektmethode
2.4 Ablauf
2.5 Aufbau und Erstellung von Leittexten
2.5.1 Erstellen von Leitfragen
2.6 Zusammenfassung: Leittexte
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Projektmethode und die Leittextmethode in der Erwachsenenbildung zu analysieren, ihre Anwendbarkeit zu prüfen und Dozenten praxisorientierte Hilfestellungen für eine qualitätssteigernde Unterrichtsgestaltung zu geben.
- Historische Einordnung und theoretische Fundierung der Projektmethode.
- Detaillierte Erläuterung der verschiedenen Phasen eines Projektablaufs.
- Methodische Konzeption und Einsatzmöglichkeiten der Leittextmethode.
- Unterscheidung und Synergien beider Methoden in der Weiterbildung.
- Erstellung von praxisnahen Handlungsempfehlungen für Dozenten und Ausbilder.
Auszug aus dem Buch
1.1 Was ist die Projektmethode?- Historische Einordung und Definition
Der Begriff Projekt stammt von dem lateinischen Verb „proicere“ (vorstrecken, vorwärtswerfen) und wurde im Französischen mit „projeter“ übersetzt. Dies bedeutet so viel wie entwerfen. Im 17. Jahrhundert taucht dann der Begriff „Projektum“ (das Vorhaben) als neues lateinisches Wort auf. Projekte hat es schon immer gegeben (vgl. Wolfgang Antes, 2004, S. 8). Jedes Vorhaben auf das hingearbeitet wird, ist eigentlich ein Projekt. In der Geschichte könnte man hier den schiefen Turm von Pisa erwähnen, er war auch ein Projekt.
Der Projektansatz umfasst aber weit mehr, als in der vereinfachten Bezeichnung „Projektmethode“ enthalten ist (vgl. Eberhard Jung, 1997, S. 9). Die historischen Wurzeln liegen im Pragmatismus, der aus Amerika stammenden Philosophierichtung. Diese hat menschliches Handeln in den Mittelpunkt gerückt und nach der Bedeutung dieser Handlungsprozesse gefragt. Pragmatismus bedeutet den Wert einer Erkenntnis an dessen Nutzen zu messen und die Bedeutung für die realistische Praxis zu bestimmen. Erkenntnisse sind demnach nur relevant wenn sie auch in der menschlichen Praxis Gebrauch finden können und werden (vgl. Eberhard Jung, 1997, S: 13 - 14).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Die Projektmethode in der Erwachsenenbildung: Dieses Kapitel beleuchtet die Definition, historische Entwicklung und die zentralen Merkmale der Projektarbeit sowie den konkreten Ablauf in neun Phasen.
2 Die Leittextmethode in der Erwachsenenbildung: Dieser Teil führt die Leittextmethode als ergänzendes Instrument ein, erklärt deren Entstehung sowie Aufbau und setzt sie in Bezug zur Projektmethode.
Schlüsselwörter
Projektmethode, Leittextmethode, Erwachsenenbildung, Handlungsorientierung, Projektplanung, Dozent, Lernerfolg, Sozialkompetenz, Selbstorganisation, berufliche Weiterbildung, Phasenmodell, Projektarbeit, Lehr- und Lernmethoden, Praxisrelevanz, Qualitätssicherung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Projektmethode und die Leittextmethode als Ansätze der Unterrichtsgestaltung speziell für den Bereich der Erwachsenenbildung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die theoretische Einbettung, die praktischen Abläufe der Methoden sowie die Rolle des Dozenten bei deren Umsetzung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Dozenten und Ausbildern aufzuzeigen, wie sie diese Methoden zur Qualitätssteigerung und zur Förderung der Selbstständigkeit Lernender einsetzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, um bestehende Ansätze und Erfahrungen zur Projekt- und Leittextarbeit zusammenzuführen und in einen Kontext zur Erwachsenenbildung zu setzen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der Projektphasen (Kapitel 1) und die Darstellung der Leittextmethode (Kapitel 2).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Projektmethode, Leittextmethode, Handlungsorientierung und die Förderung von Schlüsselqualifikationen in der beruflichen Bildung.
Warum ist die Unterscheidung zwischen beruflicher und allgemeiner Weiterbildung in der Arbeit wichtig?
Sie ist relevant, da die Projektmethode je nach Setting (z.B. betrieblicher Auftrag vs. Volkshochschulkurs) unterschiedlich viel Freiraum für die Lernenden bietet.
Welche Rolle spielt der Anhang für den Leser?
Der Anhang enthält zahlreiche praktische Checklisten, Vorlagen und Leitfäden, die direkt in die Unterrichtsvorbereitung und -durchführung integriert werden können.
- Arbeit zitieren
- MA Sebastian Müller (Autor:in), 2007, Projektmethode und Leittextmethode in der Erwachsenenbildung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/158930