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Charcots Hysterieforschungen und ihre Darstellung in "La Regenta"

Titel: Charcots Hysterieforschungen und ihre Darstellung in "La Regenta"

Seminararbeit , 2009 , 17 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Claudia Hoffmann (Autor:in)

Romanistik - Hispanistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In meiner Hausarbeit beschäftige ich mich mit den Hysterieforschungen Jean Martin Charcots, insbesondere mit seinen photographischen Arbeiten, deren Ergebnis unter dem Titel Iconographie photographique de la Salpêtrière in 3 Bänden zwischen 1876 und 18801 veröffentlicht wurde.2 Sie besteht aus einer „Sammlung exemplarischer Fallgeschichten“3 in der Charcot die hysterischen Anfälle seiner Patienten fotografisch festhält und genau beschreibt. Die ausführlichste Bildserie lieferte das Starmodell Augustine mit ihren „leidenschaftlichen Gebärden [attitudes passionelles]“4, auf die ich im dritten Kapitel genauer eingehen werde. Der Fall der Geneviève ist ein gutes Beispiel für Charcots wöchentliche Vorlesungen, die ich im zweiten Kapitel vorstellen möchte. Dort stellte er die hysterischen Attacken der Patientinnen öffentlich zur Schau. Diese Schau erfordert eine gut funktionierende wechselseitige Beziehung zwischen Arzt und Patientin. Wie aber sah so eine Vorstellung aus? Dieser Frage und wie dieses wechselseitige Spiel funktionierte werde ich in meiner Arbeit nachgehen. Das vierte Kapitel erläutert, wie der Ablauf der einzelnen Arbeiten und Maßnahmen Charcots ausgesehen haben. Schließlich möchte ich im fünften Kapitel der Frage nachgehen, inwiefern die Hysterie in dem spanischen Roman La Regenta von Clarín dargestellt wird. Um auf die Hysterieforschungen eingehen zu können, werde ich zunächst im ersten Kapitel Charcots beruflichen Aufstieg an der Salpêtrière genauer erläutern.
[...]
1 Désiré-Magloire Bourneville/Paul Regnard, Iconographie photographique de la Salpêtrière. 3 Bde., Paris: Progrès médical 1876/77, 1878, 1878-1880, http://jubil.upmc.fr (15.9.2009).
2 Vgl. dazu Sigrid Schade, „Charcot und das Schauspiel des hysterischen Körpers“, in: Silvia Baumgart/Gotlind Birkle/Mechthild Fend/Bettina Götz/Andrea Klier/Bettina Uppenkamp (Hgg.), Denkräume. Zwischen Kunst und Wissenschaft, Berlin: Reimer 1993, S. 461-484, hier S. 466.
3 Susanne Holschbach, „Vom Bild der Leidenschaften zur Aufzeichnung der Symptome. Zu den zwei Visualisierungsparadigmen in Charcots 'photographischer Klinik'“, in: Nusser, Tanja/Strowick, Elisabeth (Hgg.), Krankheit und Geschlecht. Diskursive Affären zwischen Literatur und Medizin, Würzburg: Könighausen & Neumann 2002, S. 123-142, hier S. 125.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Charcots Forschungen und seine Arbeit an der Salpêtrière

2. Die Leçons du mardi: Forschung oder Schauspiel?

3. Die Iconographie photographique de la Salpêtrière

4. Salpêtrière - „Die weibliche Hölle“

5. Die Darstellung der grande hystérie in Claríns La Regenta

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hysterieforschungen von Jean-Martin Charcot an der Pariser Klinik Salpêtrière und analysiert, wie diese medizinischen Praktiken und Inszenierungen die Darstellung weiblicher Hysterie im spanischen Roman „La Regenta“ von Clarín beeinflusst haben.

  • Methoden der klinischen Darstellung und Visualisierung von Hysterie durch Charcot.
  • Die Rolle der Patientinnen als „Starmodelle“ und deren Mitwirkung an der Inszenierung.
  • Vergleichende Analyse der „grande hystérie“ in der Medizin und der Literatur.
  • Der Übergang von medizinischer Beobachtung zu theatralischer Aufführung („Leçons du mardi“).

Auszug aus dem Buch

3. Die Iconographie photographique de la Salpêtrière

Die Hysterikerinnen spielten nicht nur ihre Rolle in den Vorlesungen, sondern beteiligten sich ebenfalls an der Herstellung von Fotografien zur Dokumentation, „indem sie den eigenen Körper bildhaft ins Spiel der medizinisch konnotierten Schaulust und deren Apparate brachten.“ Charcot schenkte diesen Frauen auf der „ideale[n] Bühne für ihre schauspielerischen Fähigkeiten“ besonders hohe Aufmerksamkeit. Dadurch wurden die Frauen zu „Mannequins der ästhetischen Inszenierung Charcots“. Doch diese Aufmerksamkeit gegenüber der Patientinnen hielt nur so lange an, wie sie auch die gewünschten Symptome „aufführ[en]“ konnten. Als bestes Beispiel gilt das 15jährige Mädchen Augustine, die „meistfotografierte und berühmteste Hysterikerin“, „der Star unter den Patientinnen“, welche 1875 in die Klinik aufgenommen wurde und welche als zuverlässigste Schauspielerin unter Charcots Patientinnen galt. Diese Schauspiellust brachte in Charcot den Verdacht auf, dass seine Patientinnen simulierten, da Charcot keine organischen Ursachen, weder bei seinen lebenden Patientinnen noch bei Autopsien der Leichen von Hysterikerinnen, fand und somit „das psychische Trauma als eine der Hauptursachen für die Entstehung der Hysterie“ diagnostizierte.

Aufgrund dieser Ereignisse wurden die photographischen Dokumente, insbesondere die von Augustine, mehr als „zeitgenössische Schauspielerportraits“ anstatt als „Fotografien von Kranken und Irren“ angesehen.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Hysterieforschung durch Jean-Martin Charcot ein und skizziert das Ziel der Arbeit, die medizinischen Inszenierungen mit der literarischen Verarbeitung im Roman „La Regenta“ zu vergleichen.

1. Charcots Forschungen und seine Arbeit an der Salpêtrière: Das Kapitel behandelt Charcots beruflichen Werdegang sowie die katastrophalen Bedingungen in der Salpêtrière, die ihn zur Erforschung der Hysterie unter dem Einfluss von visueller Beobachtung und Machtausübung führten.

2. Die Leçons du mardi: Forschung oder Schauspiel?: Hier wird die theatralische Natur der wöchentlichen Vorlesungen analysiert, in denen Charcot Hysterikerinnen vor einem internationalen Fachpublikum präsentierte.

3. Die Iconographie photographique de la Salpêtrière: Dieser Abschnitt widmet sich der fotografischen Dokumentation, bei der Patientinnen wie Augustine zu aktiven Akteurinnen einer inszenierten „photographischen Klinik“ wurden.

4. Salpêtrière - „Die weibliche Hölle“: Das Kapitel untersucht Charcots Therapiemethoden, insbesondere den Einsatz von Hypnose und mechanischem Druck, sowie seinen Vergleich zwischen Hysterikerinnen und religiös Besessenen.

5. Die Darstellung der grande hystérie in Claríns La Regenta: Hier wird analysiert, wie Clarín das klinische Krankheitsbild der Hysterie auf seine Protagonistin Ana Ozores überträgt und diese in ihrem sozialen Umfeld inszeniert.

Fazit: Das Fazit resümiert die machtvolle Rolle Charcots als Beobachter und Regisseur und stellt der rigiden Kontrolle der Medizin die literarische Freiheit gegenüber, mit der Clarín die Hysterie in der Literatur verarbeitet.

Schlüsselwörter

Hysterie, Jean-Martin Charcot, Salpêtrière, La Regenta, Clarín, grande hystérie, Hypnose, Iconographie photographique, Augustine, Medizingeschichte, Psychiatrie, Ana Ozores, Körperinszenierung, Trauma, Patientenfotografie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen den klinischen Hysterieforschungen von Jean-Martin Charcot und deren literarischer Darstellung im spanischen Roman „La Regenta“ von Clarín.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die medizinische Machtausübung, die visuelle Inszenierung von Krankheiten durch Fotografie und Vorlesungen sowie der Vergleich zwischen realen Patientinnenschicksalen und fiktionalen Charakteren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Charcot das Krankheitsbild der Hysterie durch Inszenierung „erfand“ und wie diese Konzepte das Verständnis von weiblicher Leidenschaft und Krankheit in der Literatur des 19. Jahrhunderts prägten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine literatur- und kulturwissenschaftliche Analyse, die medizinhistorische Quellen mit literarischen Textanalysen verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Charcots Methoden (Vorlesungen, Fotografie, Hypnose) und die darauffolgende Anwendung dieser Erkenntnisse auf die Analyse der Protagonistin Ana Ozores aus „La Regenta“.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Hysterie, Charcot, Salpêtrière, klinische Inszenierung und literarische Repräsentation.

Wer ist das „Starmodell“ von Charcot und warum ist sie bedeutend?

Das 15-jährige Mädchen Augustine gilt als das „Starmodell“, da ihre dokumentierten hysterischen Anfälle als Paradebeispiele für Charcots Forschung dienten und ihre Schauspiellust maßgeblich zum Erfolg seiner „photographischen Klinik“ beitrug.

Welche Rolle spielt der Roman „La Regenta“ in der Arbeit?

Der Roman dient als Fallbeispiel dafür, wie das damals moderne Wissen über Hysterie in die Literatur einfloss und wie die Protagonistin Ana Ozores die Symptome der Krankheit als Ausdruck ihrer persönlichen Not und Einschränkung nutzt.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Charcots Hysterieforschungen und ihre Darstellung in "La Regenta"
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
1,3
Autor
Claudia Hoffmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
17
Katalognummer
V158921
ISBN (eBook)
9783640723867
ISBN (Buch)
9783640724031
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Charcots Hysterieforschung Darstellung Regenta
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Claudia Hoffmann (Autor:in), 2009, Charcots Hysterieforschungen und ihre Darstellung in "La Regenta", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/158921
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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