Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung ....................................................3
B. Hauptteil .....................................................4
1. Die Bedeutung des sozialen Umfelds im Kindesalter ........4
2. Soziale Kompetenzen ......................................6
3. Soziales Kapital .........................................7
4. Konkrete Risiken bei einem Umzug im Kindesalter .........10
4.1. Auswirkungen auf die schulischen Leistungen.10
4.2. Auswirkungen auf die Gesundheit ............11
4.3. Fallbeispiel ...............................11
C. Fazit ........................................................12
Literaturverzeichnis .................................................................14
Abbildungsverzeichnis .................................................................15
Der Terminus „soziales Kapital“ ist ein zentraler Begriff in Pierre Bourdieus Sozialisationstheorie. Bourdieu hat durch diese Theorie deutlich gemacht, dass das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in einem sozialen Umfeld weit mehr von der gesellschaftlich ungleichen Verteilung verschiedener Kapitalformen1 abhängt, als vom erzieherischen Handeln von Pädagoginnen und Pädagogen.2 Deswegen ist es wichtig, in Zusammenhang mit dem Sozialisationsprozess eines Kindes, und speziell mit dem Umzug in der Kindheit, zumindest auf eine Form des Kapitals, nämlich die des sozialen Kapitals, einzugehen.
„Während – bei gleichzeitiger Kontrolle des sozioökonomischen Status und des sozialen Kapitals innerhalb der Familie – durchschnittlich knapp 12% der Kinder, die seit der 5. Klasse nicht umgezogen sind, die Schule vorzeitig abbrechen, erhöht sich dieser Anteil bei jenen Kindern, die von einem Umzug in diesem Zeitraum berichten, auf 17%, bei zwei Umzügen auf 23%.“22
Der anhand von sozialen Kompetenzen, sozialem Kapital und den konkreten Risiken dargelegte negative Einfluss, den ein Umzug auf die Persönlichkeitsentwicklung und den Sozialisationsprozess haben kann, zeigt deutlich auf, wie risikoreich ein Wohnortwechsel sein kann. Sollte kein angemessenes Konfliktbewältigungsmuster vorliegen, kann dies erhebliche Folgen für die sozialräumliche Orientierung (z.B. soziale Kontakte knüpfen, Anpassungsfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Kritikfähigkeit, Selbstvertrauen, Eigenverantwortung) des Kindes bedeuten.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
B. Hauptteil
1. Die Bedeutung des sozialen Umfelds im Kindesalter
2. Soziale Kompetenzen
3. Soziales Kapital
4. Konkrete Risiken bei einem Umzug im Kindesalter
4.1. Auswirkungen auf die schulischen Leistungen
4.2. Auswirkungen auf die Gesundheit
4.3. Fallbeispiel
C. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die potenziellen Risiken eines Wohnortwechsels für Kinder aus einer sozialisationstheoretischen Perspektive und analysiert, wie sich der Verlust des vertrauten sozialen Umfelds auf die Entwicklung des Kindes auswirkt.
- Bedeutung des sozialen Umfelds für die Sozialisation von Kindern
- Rolle sozialer Kompetenzen bei der Integration in neue Lebenswelten
- Analyse des sozialen Kapitals nach Pierre Bourdieu im Kontext von Umzügen
- Auswirkungen von Wohnortwechseln auf schulische Leistungen und Gesundheit
- Fallbeispiel zur Verdeutlichung komplexer psychosozialer Folgen
Auszug aus dem Buch
3. Soziales Kapital
Als soziales Kapital werden Ressourcen bezeichnet, auf die Mitglieder einer sozialen Gruppe zurückgreifen können, um ein Netz von Beziehungen unterhalten zu können. Um diese Beziehungen aufrecht erhalten zu können, bedarf es laut Bourdieu einer permanenten Aktivität als Mitglied dieser sozialen Gruppe. Durch einen Umzug geht diese permanente Aktivität verloren. Es kommt somit zu einem Bruch im Sozialisationsprozess des Kindes. Hierdurch kann es zur eingangs erwähnten ungleichen Verteilung des sozialen Kapitals kommen, die dem Kind das Aufwachsen, genauer den Sozialisationsprozess, erschweren (siehe Kapitel A).
Um es mit Bourdieus Termini in Bezug auf das soziale Kapital auszudrücken - die Fähigkeiten die durch die „akkumulierte Arbeit“ und die „investierte Zeit“, die für die Entstehung und Aufrechterhaltung von zwischenmenschlichen Beziehungen im „alten“ sozialen Netzwerk aufgewendet wurde, erlernt wurden, werden in die kognitiven Strukturen des Kindes eingebaut. Der Ertrag der aufgewendeten Arbeit und Zeit, also das Beziehungs-Netzwerk, bleibt jedoch auf der Strecke, sollten die „alten“ Beziehungen nicht aufrechterhalten werden.
Hier kommt ein sehr wichtiger Aspekt ins Spiel, der schon im Kindesalter eine sehr wichtige Rolle spielt, nämlich die „Freundschaft“. „Freundschaften unter Kindern haben eine zentrale Bedeutung für die soziale Identitätsentwicklung.“ Das Risiko, das der Verlust von Freundschaften, bzw. das Aufgeben von Gruppenzugehörigkeit, mit sich bringt, lässt sich am besten evaluieren, wenn man das soziale Kapital mit dem ökonomischen Kapital vergleicht.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, dass Umzüge im Kindesalter als kritische Ereignisse betrachtet werden können, die den Sozialisationsprozess und das soziale Gefüge des Kindes massiv beeinflussen.
B. Hauptteil: Der Hauptteil erläutert theoretische Grundlagen wie die Sozialisation, soziale Kompetenzen und das soziale Kapital, um anschließend spezifische Risiken wie Leistungsabfall und gesundheitliche Probleme anhand eines Fallbeispiels zu diskutieren.
C. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass ein Wohnortwechsel zwar Chancen bieten kann, aber durch den Verlust von sozialem Kapital und Freundschaften ein signifikantes Risiko für die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes darstellt.
Schlüsselwörter
Sozialisation, Soziales Kapital, Pierre Bourdieu, Wohnortwechsel, Kindesalter, Soziale Kompetenz, Freundschaft, Identitätsentwicklung, Sozialisationsstörungen, Schulleistung, Gesundheit, Risikofaktoren, Gruppenzugehörigkeit, Ortsidentität, Sozialraum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert die Risiken, die ein Wohnortwechsel für die soziale Entwicklung und den Sozialisationsprozess von Kindern mit sich bringen kann.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf dem sozialen Umfeld, der Bedeutung sozialer Kompetenzen und dem Konzept des sozialen Kapitals nach Pierre Bourdieu.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die negativen Auswirkungen eines Umzugs auf die kindliche Identitätsentwicklung und das soziale Beziehungsnetzwerk theoretisch fundiert aufzuzeigen.
Welcher wissenschaftliche Ansatz wird verfolgt?
Es wird eine sozialisationstheoretische Perspektive eingenommen, die durch den Vergleich von sozialem und ökonomischem Kapital ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit konkret behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Sozialisation, die Bedeutung sozialer Kompetenzen bei Wohnortwechseln, das Modell des sozialen Kapitals und die Analyse konkreter Risiken wie schulische Probleme oder gesundheitliche Belastungen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Sozialisation, soziales Kapital, Wohnortwechsel, Freundschaft und soziale Identität.
Welche Rolle spielen Freundschaften für die Entwicklung des Kindes?
Freundschaften sind essenziell für die soziale Identitätsentwicklung und dienen als zentrale Quelle sozialer Unterstützung, deren Verlust bei einem Umzug tiefgreifende Folgen haben kann.
Was zeigt das Fallbeispiel von Thomas Solomon auf?
Das Beispiel verdeutlicht, wie häufige Umzüge bei einem Kind in einer Abwärtsspirale aus Verhaltensauffälligkeiten, sozialem Rückzug und schulischem Leistungsabfall resultieren können.
- Arbeit zitieren
- Matthias Köbrich (Autor:in), 2010, Herausforderung Umzug - Welches Risiko besteht aus sozialisationstheoretischer Sicht bei einem Umzug im Kindesalter, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/158621