Das 20. Jahrhundert, von vielen Leuten als das „Jahrhundert der Kriege“ bezeichnet, war für die USA der Schritt aus der Isolations- bzw. Neutralitätspolitik zum Aufstieg zur Supermacht. Das noch sehr junge Land, das erst 1776 seine Unabhängigkeit erlangte verknüpfte seine außenpolitische Zielsetzung und Vorgehensweise unmittelbar mit denen der Innenpolitik. Diese sind vor allem das Streben nach Sicherheit, sowie die Stärkung der eigenen Wirtschaft. Dies bedeutet, dass die Dominanz der USA als Supermacht auf militärischer und wirtschaftlicher Stärke beruht. Die Strategien der Außenpolitik nach 1945 spiegeln das wieder.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Außenpolitik der USA im 20. Jahrhundert. Der Schwerpunkt wird dabei auf den Beginn des Kalten Krieges gelegt. Betrachtet werden die außenpolitischen Strategien von Containment zu Roll Back. Ein besonderer Blick richtet sich dabei auf den Koreakrieg, welcher den ersten großen Konflikt zwischen den beiden Großmächten, der USA und der Sowjetunion, darstellt.
Um die von Traditionen der Gründerväter geprägte Außenpolitik der USA verstehen zu können ist ein Rückblick auf die Entwicklung des relativ jungen Staates von Nöten. Hierbei werden im ersten Teil der Arbeit Einschnitte für die außenpolitische Entwicklung und deren Wirkung betrachtet. Weiterhin wird hier dabei die Rolle der Präsidenten, die eine herausragende Rolle für die Außenpolitik Amerikas spielen, untersucht.
Das zweite Kapitel der Arbeit befasst sich mit der Entstehung der Containment Politik unter Präsident Truman. Hierbei wird der Unterschied zwischen dem idealistischen Denken Roosevelts und der Realität mit der sich Truman konfrontiert sah, deutlich gemacht. Ausführlich wird dabei auf die Nachkriegsordnung und das Kräfteverhältnis der beiden Großmächte USA und Sowjetunion eingegangen.
Das dritte Kapitel widmet sich der Betrachtung des ersten großen militärischen Konflikts beider Großmächte, dem Koreakrieg. Dabei wird zunächst die politische Situation Koreas, welche der Nachkriegssituation in Deutschland durchaus ähnlich war, herausgearbeitet. Danach wird auf den Koreakrieg an sich eingegangen. Dabei werden weniger der militärische Verlauf, als vielmehr die außenpolitischen Auswirkungen sowie die innenpolitischen Konflikte im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen. Im Anschluss daran werden die Folgen, vor allem die Politik der Eisenhower-Administration und der Wechsel von der Containment Politik zur roll-back Politik herausgearbeitet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Fragestellung
2. Forschungsstand
3. Die Außenpolitik der USA bis 1945: Vom Isolationismus zur Grundlegung der amerikanischen Weltmacht
3.1. Die Außenpolitik der USA bis zum Ersten Weltkrieg
3.2. Der Erste Weltkrieg und die Veränderungen der US-Außenpolitik in dessen Folge
4. Der Beginn des Kalten Krieges: Die Entwicklung der Containment policy und die Verschärfung des Kalten Krieges
5. Der Koreakrieg: der erste militärische Konflikt im Kalten Krieg
5.1. Die politische Situation Koreas
5.2. Die Reaktion der USA auf den Einmarsch der nordkoreanischen Truppen
5.3. Folgen des Koreakrieges und der Wandel in der Außenpolitik
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der US-Außenpolitik im 20. Jahrhundert mit einem Fokus auf den Übergang von der Containment-Politik zur Roll-Back-Strategie zu Beginn des Kalten Krieges, wobei der Koreakrieg als zentrales Fallbeispiel dient.
- Historische Entwicklung der US-Außenpolitik vom Isolationismus zur Weltmacht
- Genese der Containment-Politik unter der Truman-Administration
- Politische und militärische Dynamiken des Koreakrieges
- Wandel der außenpolitischen Strategie unter der Eisenhower-Administration
- Bedeutung von Ideologie und Sicherheitsinteressen in der Nachkriegsordnung
Auszug aus dem Buch
3.1. Die Außenpolitik der USA bis zum Ersten Weltkrieg
Die Grundzüge und Richtlinien der amerikanischen Außenpolitik erschlossen sich in weiten Teilen schon vor dem 20. Jahrhundert. Demzufolge ist eine kurze historische Betrachtung der Entwicklung der Außenpolitik der USA als Grundlage für weitere Teile der Arbeit unabdingbar.
Das Denken der Amerikaner über die Außenpolitik war schon durch die Gründungsväter um George Washington geprägt. Diese gründeten die Vereinigten Staaten nämlich als bewusste Zurückweisung Europas. Sie wollten kein weiterer normaler Staat sein sondern wollten eine neue Demokratie errichten, die neue Möglichkeiten menschlicher Freiheit aufzeigte. Thomas Jefferson sprach davon, dass die Vorsehung die Vereinigten Staaten dazu auserkoren habe, „ein Imperium der Freiheit“ zu schaffen.12
Dieser Glaube an eine historische Mission ist bis heute tief im den amerikanischen Denken verankert. Die Unterschiede zu Europa waren für die Amerikaner eindeutig: „Europa stand für Krieg, Machtpolitik, Tyrannei und Unterdrückung, Amerika für Frieden, Freiheit, Demokratie und Ideale.“13
Zusammenfassung der Kapitel
1. Fragestellung: Diese Einleitung skizziert den Aufstieg der USA zur Supermacht und definiert den Fokus auf die Containment-Politik sowie den Koreakrieg als erste große Konfrontation des Kalten Krieges.
2. Forschungsstand: Hier wird ein Überblick über die relevante Fachliteratur gegeben, wobei insbesondere Standardwerke zur US-Außenpolitik und Memoiren zentraler Akteure hervorgehoben werden.
3. Die Außenpolitik der USA bis 1945: Vom Isolationismus zur Grundlegung der amerikanischen Weltmacht: Dieses Kapitel behandelt die historischen Grundlagen der amerikanischen Außenpolitik von den Gründervätern bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.
4. Der Beginn des Kalten Krieges: Die Entwicklung der Containment policy und die Verschärfung des Kalten Krieges: Der Fokus liegt auf der Entstehung der Containment-Strategie, der Truman-Doktrin und der zunehmenden Blockbildung nach 1945.
5. Der Koreakrieg: der erste militärische Konflikt im Kalten Krieg: Dieses Kapitel analysiert die politische Situation Koreas sowie den Verlauf und die weitreichenden Auswirkungen des Koreakrieges auf die US-Außenpolitik.
6. Zusammenfassung: Die zentralen Erkenntnisse der Arbeit werden hier zusammengefasst und die historische Bedeutung der strategischen Weichenstellungen durch die Administrationen Truman und Eisenhower reflektiert.
Schlüsselwörter
USA, Außenpolitik, Kalter Krieg, Containment, Koreakrieg, Truman-Doktrin, Isolationismus, Supermacht, Eisenhower, Roll-Back, Sicherheitspolitik, Weltordnung, Ideologie, Sowjetunion, Marshallplan.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Entwicklung der US-amerikanischen Außenpolitik im 20. Jahrhundert, mit einem speziellen Schwerpunkt auf den Anfängen des Kalten Krieges.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Übergang vom Isolationismus zur globalen Führungsrolle, die Entstehung der Containment-Politik und der Koreakrieg als erster militärischer Stellvertreterkonflikt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die außenpolitische Strategie der USA im Kontext ihrer historischen Traditionen und unter dem Einfluss des Systemkonflikts mit der Sowjetunion zu verstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse historischer Standardwerke, Memoiren und politikwissenschaftlicher Analysen der amerikanischen Außenpolitik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung bis 1945, die Implementierung der Containment-Politik unter Truman und die Auswirkungen des Koreakrieges auf die internationale Strategie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Containment, Kalter Krieg, US-Außenpolitik, Truman-Doktrin und Koreakrieg maßgeblich bestimmt.
Welche Rolle spielte der Koreakrieg für die US-Außenpolitik?
Der Koreakrieg wird als Wendepunkt betrachtet, der die USA dazu zwang, ihre Sicherheitsinteressen global zu definieren und massiv in die Rüstung zu investieren.
Warum änderte sich die Strategie unter Eisenhower?
Unter Eisenhower erfolgte ein Wandel hin zu einer aktiveren „Roll-Back“-Politik und einem verstärkten Fokus auf nukleare Abschreckung, um Kosten zu senken und die Sicherheit gegenüber der Sowjetunion zu erhöhen.
- Arbeit zitieren
- René Ide (Autor:in), 2009, Die amerikanische Außenpolitik zu Beginn des Kalten Krieges, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/158416