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"Die Wehmut, die mich beißt..."

Melancholie, Leid und Zweifel im Barock am Beispiel des Dichters Andreas Gryphius

Title: "Die Wehmut, die mich beißt..."

Term Paper , 2010 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Viktoria Groepper (Author)

German Studies - Modern German Literature

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Summary Excerpt Details

„Jedoch was klag ich dir? Dir ist mein Leid erkannt./ Was will ich dir entdecken,/ Was du viel besser weißt:/ Die Schmerzen, die mich schrecken,/ Die Wehmut, die mich beißt,/ Und daß ich meinem Ziel mit Winseln zugerannt?“
Das Werk des bekannten barocken Dichters und Dramatikers Andreas Gryphius ist von Schwermut - oder auch ‚Wehmut‘ - gezeichnet. Man könnte meinen, dies sei für einen Dichter des Barock nichts Außergewöhnliches, da das alles bestimmende Motiv der Epoche und seiner Dichter die Vergänglichkeit und damit das menschliche Elend ist, welches nur durch den Glauben an Gott und ein besseres Leben nach dem Tod ertragen werden kann. Immer wird bei der Interpretation von barocken Werken die Frage offen bleiben, ob und inwiefern der Dichter selbst spricht. Der Barock war eine Epoche, in der Allgemeingültigkeit, Objektivität und die Ästhetik des Geschriebenen einen sehr viel höheren Stellenwert besaßen, als unmittelbarer Gefühlsausdruck und subjektives Empfinden, wie zum Beispiel in der Romantik. Barocke Gedichte sollten eine allgemeine Aussage und Richtschnur für die Menschen darstellen, es gab zudem sehr strenge formelle und ästhetische Regeln. Selten wurden in lyrischen Werken subjektive Empfindungen ausgedrückt, durch die der Rezipient eines Gedichts den Menschen hinter dem Dichter hätte kennenlernen können. Das beste Beispiel für diese unpersönliche, strengen Regeln gehorchende Lyrik ist vermutlich Martin Opitz, der auch der Verfasser des Buches „Von der Deutschen Poeterey“, einem Regelwerk bezüglich der Poetik in der deutschen Sprache, ist. Daher ist es problematisch, durch Aussagen in barocken Gedichten auf den Autor und sein Leben, seinen Gemütszustand, rückzuschließen. Die Melancholie – welche im 20. Jahrhundert durch den Begriff der ‘Depression‘ ersetzt wurde - war im Barock, einer stark religiös geprägten Epoche, noch „vom Ödium der Sünde und der Krankheit“ belastet. Man hatte Trost in der Aussicht auf ein besseres Jenseits zu finden. Wer dies nicht tat, wer dennoch zweifelte, dessen Glaube und Hingabe an Gott waren nicht stark genug, was in der Konsequenz sicherlich zu einem umso stärkeren Zweifeln – diesmal an sich selbst – führte. Zusätzlich herrschte im Barock noch das philosophische Ideal des Stoizismus, welches...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Zeitlosigkeit von Melancholie, Leid und Zweifel

3. Leid und Zweifel in Gryphius’ Leben und Gedichten

4. Ausblick: Gryphius – ein Melancholiker?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Verbindung zwischen den lebensgeschichtlichen Erfahrungen des Barockdichters Andreas Gryphius und der in seinen Werken thematisierten Schwermut, um aufzuzeigen, inwiefern seine Lyrik als Ausdruck einer persönlichen Auseinandersetzung mit Melancholie und Vergänglichkeit verstanden werden kann.

  • Analyse des Barock-Motivs der Vanitas im Kontext von Krieg und Leid.
  • Biografische Untersuchung der Schicksalsschläge im Leben von Andreas Gryphius.
  • Gegenüberstellung von barocker Schwermut und moderner Melancholie-Definition.
  • Untersuchung der Authentizität in der barocken Lyrik am Beispiel ausgewählter Gedichte.
  • Reflektion über das Dichten als Form der Eigentherapie.

Auszug aus dem Buch

3. Leid und Zweifel in Gryphius‘ Leben und in seinen Gedichten

Der Barockdichter Andreas Gryphius hat „gelitten […], und seine allgemeinen Themata, vor allem das Memento mori und die vanitas vanitatum“9, wollte er „aus eigener Anschauung füllen […]. Seine Krankheit ist ein Ursprung vieler Klagen und eben in die rohe Stofflichkeit seiner Leiden kniet er sich fast wollüstig hinein.“10 Friedrich Gundolf scheint an dieser Stelle selbstmitleidige Tendenzen in Gryphius’ Dichtung anzusprechen, die Formulierung vom „wollüstigen Sich-Hineinknien“ in das eigene Leid macht dies unmissverständlich. Vielleicht praktizierte Gryphius jedoch eben dieses Selbstmitleid, um das Leid umso eindringlicher beschreiben zu können, um es ganz zu begreifen. In der Bezeichnung „Selbstmitleid“ liegt immer auch ein Vorwurf, der Vorwurf der Wehleidigkeit, des unbegründeten Mitleids für das eigene Ich, des „Schwäche-Zeigens“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Melancholie im Barock ein und hinterfragt, inwieweit das Werk von Andreas Gryphius als subjektiver Ausdruck persönlicher Leiden und Zweifel interpretiert werden kann.

2. Die Zeitlosigkeit von Melancholie, Leid und Zweifel: Hier wird dargelegt, dass Melancholie ein zeitloses menschliches Empfinden ist, wobei der Kontrast zwischen der religiös geprägten Barockzeit und der modernen, psychologisch definierten Depression herausgearbeitet wird.

3. Leid und Zweifel in Gryphius’ Leben und Gedichten: Dieses Kapitel verknüpft die schwere Kindheit und die traumatischen Lebenserfahrungen von Gryphius – wie den frühen Tod seiner Eltern und die Kriegswirren – direkt mit der Thematik in seinen lyrischen Werken.

4. Ausblick: Gryphius – ein Melancholiker?: Der Abschluss reflektiert die Aktualität des Dichters und stellt die These auf, dass Gryphius’ Dichten als eine Form der Eigentherapie fungierte, um seine eigene existenzielle Unsicherheit zu bewältigen.

Schlüsselwörter

Andreas Gryphius, Barock, Melancholie, Depression, Vanitas, Vergänglichkeit, Schwermut, Leid, Dreißigjähriger Krieg, Selbstzweifel, Literaturwissenschaft, Lyrik, Biografik, Existenzialismus, Weltschmerz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Werk des Barockdichters Andreas Gryphius unter dem Aspekt der Melancholie, des Leids und des Zweifels.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen das Vanitas-Motiv, die Auswirkungen historischer Traumata (Krieg, Pest) auf die Literatur sowie die Frage nach der Subjektivität barocker Lyrik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Dichter hinter dem literarischen Regelwerk des Barock sichtbar zu machen und zu prüfen, ob Gryphius' Werke als Ausdruck tiefer persönlicher Leidenserfahrung gelesen werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den biographischen Kontext des Autors mit einer inhaltlichen Interpretation ausgewählter Gedichte verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Melancholie in verschiedenen Epochen, analysiert die traumatische Biografie von Gryphius und untersucht die Darstellung von Angst und Zweifel in seinen Gedichten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Namen des Dichters sind Begriffe wie Barock, Melancholie, Vanitas und Vergänglichkeit zentral für das Verständnis der Argumentation.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Schreibens für Gryphius?

Die Autorin deutet das Schreiben von Gedichten als eine Art „Eigentherapie“, mit der Gryphius versuchte, sein persönliches Leid und seine existenzielle Not zu bewältigen.

Warum wird im Text ein Vergleich zum 21. Jahrhundert gezogen?

Der Vergleich dient dazu, die Zeitlosigkeit von Leid und Melancholie zu verdeutlichen und aufzuzeigen, dass Gryphius' Dichtung auch für heutige Leser eine bemerkenswerte Resonanz besitzt.

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Details

Title
"Die Wehmut, die mich beißt..."
Subtitle
Melancholie, Leid und Zweifel im Barock am Beispiel des Dichters Andreas Gryphius
College
University of Regensburg  (Institut für Germanistik)
Course
Barocklyrik
Grade
1,3
Author
Viktoria Groepper (Author)
Publication Year
2010
Pages
16
Catalog Number
V158320
ISBN (eBook)
9783640718320
ISBN (Book)
9783640718689
Language
German
Tags
Andreas Gryphius Gryphius Barock Leid Zweifel Melancholie Dichter Carpe Diem Memento Mori Tod
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Viktoria Groepper (Author), 2010, "Die Wehmut, die mich beißt...", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/158320
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