Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die gesetzlichen und theoretischen Grundlagen des Ratings zu erläutern, um im Anschluss daran in Kapitel 3 dieses Schema bezogen auf die Ansatz- und Bewertungsmöglichkeiten der einzelnen Positionen des HGB- und IFRS-Abschlusses anzuwenden und die Unterschiede zu vergleichen. Ergänzend hierzu werden bereits existierende Studien über die grundlegende Haltung und die Einschätzung von Kreditinstituten gegenüber den neuen IFRS-Standards sowie der Zusammenhang und die Relevanz hinsichtlich des Ratings durch Banken herangezogen. Abschliessend wird eine Zusammenfassung der relevanten Erkenntnisse kritisch gewürdigt und die Arbeit mit einem Ausblick abgeschlossen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Grundlagen IFRS
1.2. Einführung in das Thema
1.3. Aufbau und Zielsetzung der Arbeit
2. Rating
2.1. Grundlagen/Systematik
2.2. Quantitative Merkmale
2.3. Qualitative Merkmale
3. Ratingergebnisse nach HGB und IFRS
3.1. Jahresabschlussvergleich
3.2. Studien
3.3. Ausgewählte Kennzahlen
4. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Umstellung von nationaler Rechnungslegung nach HGB auf die internationalen Standards IFRS auf den Ratingprozess bei Kreditinstituten. Ziel ist es zu analysieren, ob und inwieweit diese Bilanzierungsänderungen zu veränderten Ergebnissen in der Bonitätsprüfung führen und welche Bedeutung dies für die Kreditvergabe hat.
- Grundlagen und Systematik von Ratingverfahren gemäß Basel II
- Vergleich der Ansatz- und Bewertungsvorschriften nach HGB und IFRS
- Einfluss von Bilanzdaten auf die Bonitätsanalyse durch Banken
- Analyse empirischer Studien zum IFRS-Einfluss auf Ratings
- Betrachtung relevanter Bilanzkennzahlen bei Normenwechsel
Auszug aus dem Buch
3.2. Studien
Die Umstellung der Normen zur Erstellung von Jahresabschlüssen von HGB zu IFRS und deren Auswirkungen auf die Rechnungslegungsadressaten wurde in einer Reihe von mehreren Studien untersucht. Aufgrund der bereits erläuterten historisch bedingten Abhängigkeit mittelständischer deutscher Unternehmen von Banken als Kapitalgeber wird die Einschätzung dieser zu den IFRS detaillierter hinterfragt. Als Basis eines qualitativen Ratings und somit zur Bonitätsanalyse eines Unternehmens dient Kreditinstituten zu über 90% der Jahresabschluss als wichtigste Informationsquelle. Die daraus gewonnen Erkenntnisse fliessen mit einer Gewichtung von über 50% in das Ergebnis der Bonitätsanalyse ein. Dies zeigt den hohen Stellenwert und die hohe Gewichtung von Jahresabschlussdaten auf.
Im Folgenden wird auf Erkenntnisse der Studie hinsichtlich der einzelnen Bilanzpositionen bzw. Bilanzierungsmethoden detaillierter eingegangen. Die Ansatzpflicht von immateriellen Vermögensgegenständen bei einer Bilanzierung nach IFRS und die daraus resultierende Erhöhung des Eigenkapitals wird von der Mehrheit der interviewten Banken dieser Studie im Zuge der Bilanzanalyse wieder mit dem Eigenkapital verrechnet, sodass zumindest dieser Punkt kaum eine Verbesserung des Ratings zu erwarten ist. Als Begründung hierfür wird zum einen die Schwierigkeit der praktischen Bewertung von immateriellen Vermögensgegenständen genannt, zum anderen wird die Realisierbarkeit im Falle des Verkaufs oder der Liquidation als fraglich eingestuft.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vermittlung der Grundlagen zu IFRS und Einführung in die Thematik der Ratingrelevanz im Kontext von Basel II.
2. Rating: Erläuterung der Systematik und Unterscheidung in quantitative sowie qualitative Merkmale innerhalb von Ratingprozessen.
3. Ratingergebnisse nach HGB und IFRS: Vergleich der Rechnungslegungsstandards, Analyse relevanter Studien und Untersuchung der Auswirkungen auf Kennzahlen.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Kritische Würdigung der Erkenntnisse und Einordnung der Bedeutung für die internationale Rechnungslegung.
Schlüsselwörter
IFRS, HGB, Rating, Kreditvergabe, Bonitätsanalyse, Eigenkapitalquote, Basel II, Jahresabschluss, Bilanzierung, Finanzierung, Cash-Flow, Rechnungslegung, Bankenaufsicht, Kennzahlenanalyse, Fremdkapital.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die Umstellung der Rechnungslegung von HGB auf IFRS auf die Bonitätsbewertung (Rating) von Unternehmen durch Kreditinstitute auswirkt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Grundlagen des Ratings nach Basel II, die spezifischen Unterschiede in den Bilanzierungsstandards und deren Einfluss auf die Kennzahlenanalyse der Banken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob eine Bilanzierung nach IFRS das Ratingergebnis im Vergleich zu HGB-Abschlüssen systematisch verbessert oder verschlechtert.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor verwendet eine Literaturanalyse sowie eine Auswertung bereits bestehender empirischer Studien, um die Haltung von Kreditinstituten gegenüber IFRS-Abschlüssen zu belegen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Rating-Systematik erläutert und anschließend die Bilanzierungsunterschiede (insb. bei immateriellen Vermögensgegenständen) anhand von empirischen Studien auf ihre Auswirkungen für Kreditinstitute geprüft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie IFRS, HGB, Rating, Bonitätsanalyse und Bilanzkennzahlen beschreiben.
Führt die Anwendung von IFRS laut Studien zu einer besseren Bonität?
Nein, die untersuchten Studien zeigen, dass ein Wechsel zu IFRS nicht automatisch ein besseres Rating nach sich zieht; teilweise ist sogar mit einer Verschlechterung zu rechnen.
Warum verrechnen Banken Eigenkapitalerhöhungen bei IFRS oft wieder zurück?
Da Banken die Realisierbarkeit bestimmter immaterieller Vermögensgegenstände (z. B. selbst erstellter Firmenwerte) bei einer Liquidation kritisch sehen, werden diese bei der Bonitätsanalyse oft aus dem Eigenkapital herausgerechnet.
- Arbeit zitieren
- Mathias Schuster (Autor:in), 2010, IFRS und Rating, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/158248