Dieses Fachpraktikum stellt uns Studierende vor eine neue Herausforderung, da es jetzt nicht nur um das Unterrichten als pädagogische Disziplin, sondern vor allem auch um die konkrete fachdidaktische Verbindung geht.
Wie elementar diese intensive Auseinandersetzung ist, wurde uns durch die vertiefende Ausführung von Unterrichtsplanungen und Teilzielen bewusst, die in dem Begleitseminar des Fachpraktikums thematisiert wurde.
Leitfragen dieses Begleitseminars waren stets, was und wie viel in der Stunde gelernt werden kann und was nach der gehaltenen Stunde anders sein soll als vorher. Diese Fragen hatten wir uns bei den vorherigen Praktika nie gestellt. Wir mussten diesbezüglich unsere selbst erteilten Unterrichtsstunden aus dieser Zeit komplett in Frage stellen und hatten den Wunsch, hilfreiche Hinweise bezüglich der gezielten Unterrichtsplanung zu erhalten.
Unsere Unterrichtsanliegen sollten jetzt konkreter und zielgerichteter werden. Im Zuge des Fachpraktikums müssen wir nunmehr die Seite des Faches und unsere Position als dessen Spezialist in den Unterricht einbringen. Dabei stehen wir erneut vor der Herausforderung, die eigenen Kenntnisse sowohl zu hinterfragen und gleichfalls auszubauen, als auch einen Schritt zurückzutreten, um die Perspektive der Lernenden einzunehmen. Besonders letzterer Aspekt sollte in diesem Praktikum in den Vordergrund treten, um Lern- und Denkprozesse unserer Schüler besser nachvollziehen und verstehen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Erwartungen an das Fachpraktikum
2. Dokumentation der literalen Kompetenzen zweier Schüler
2.1 Erläuterung des Vorgehens
2.2 Kontrastive Betrachtung beider Schüler
2.3 Bezugsliteratur
3. Schriftliche Unterrichtsentwürfe
3.1 Übersicht zum Praktikumsverlauf
3.2 Erster großer Unterrichtsentwurf
3.2.1 Sachanalyse
3.2.2 Eigenheiten der Lerngruppe
3.2.3 Ziel- und Inhaltsentscheidungen
3.2.4 Didaktische Analyse
3.2.5 Analyse der zentralen Aufgabenstellung
3.2.6 Unterrichtsprägende methodische Entscheidungen
3.2.7 Reflexion
3.2.8 Bezugsliteratur
3.3 Zweiter großer Unterrichtsentwurf
3.3.1 Ziel- und Inhaltsentscheidungen
3.3.2 Didaktische Analyse
3.3.3 Analyse der zentralen Aufgabenstellung
3.3.4 Unterrichtsprägende methodische Entscheidungen
3.3.5 Reflexion der gehaltenen Stunde
3.3.6 Bezugsliteratur
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dokumentiert die Erfahrungen aus einem semesterbegleitenden Fachpraktikum im Fach Deutsch an einer Kooperativen Gesamtschule. Das Hauptziel der Arbeit besteht in der vertiefenden fachdidaktischen Auseinandersetzung mit der Unterrichtsplanung sowie der Analyse von Lernprozessen und Textkompetenzen bei Schülern der 5. Jahrgangsstufe im Kontext der Gattung Märchen.
- Dokumentation und Kontrastierung literaler Kompetenzen von Schülern
- Erstellung und kritische Reflexion von fachdidaktischen Unterrichtsentwürfen
- Sensibilisierung der Lernenden für Textstrukturen und Textsortenmerkmale
- Förderung der Lesekompetenz durch Literaturerweiterung und Methodenvielfalt
- Praktische Umsetzung schülerzentrierter Unterrichtsformen im Deutschunterricht
Auszug aus dem Buch
2.2 Kontrastive Betrachtung beider Schüler
Beide Schüler haben sich für die zweite Bildergeschichte des Aufgabenzettels entschieden. Die Aufgabe des Aufsatzes lautet, eine Geschichte zu den Bildern zu schreiben. Schülerin A. hält sich hierbei an die in den vorangegangenen Stunden erarbeiteten Vorgehensweisen, indem sie eine Überschrift wählt und ihre Geschichte in Einleitung, Hauptteil und Schluss gliedert. Bei genauer Betrachtung des Textes zeigt sich, dass sie die Geschichte aus der Sicht des Er-Erzählers schreibt. Den Hauptteil des Geschehens beschreibt sie je Bild jedoch nur mit einem Satz, wobei sie kaum Adjektive verwendet, die dem Geschriebenen mehr Lebendigkeit und Spannung verliehen hätte. Diese Aspekte zeigen, dass sich die Verfasserin noch nicht in ausreichendem Maße in der Lage befindet, Distanz zum eigenen Text zu haben. Dies gilt jedoch als eine Grundvoraussetzung für das Überarbeiten eines Textes. Hierbei befinden sich zwei Tätigkeiten, Lesen und Schreiben im ständigen Wechsel zu einander. Während der Schreiber innehalten muss, um seinen Text aus der Perspektive eines Lesers wahrzunehmen, muss er zeitgleich alternative, den Text verbessernde Formulierungsmöglichkeiten finden und verschriften. Der Verfasser eines Textes muss sich über eine Vielzahl von textrelevanten Aspekten bewusst sein. Dazu gehören unter anderem die Verständlichkeit des Geschriebenen, eine angemessene adressatenbezogene Wortwahl, richtige Anwendung orthographischer Kenntnisse sowie der korrekte Satzbau.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Erwartungen an das Fachpraktikum: Die Einleitung reflektiert die Motivation und die Zielsetzung der Praktikanten im Rahmen ihres Lehramtsstudiums an einer Gesamtschule.
2. Dokumentation der literalen Kompetenzen zweier Schüler: Dieses Kapitel analysiert kontrastiv die individuellen Schreib- und Lesekompetenzen zweier Schüler anhand ihrer Aufsätze.
3. Schriftliche Unterrichtsentwürfe: Hier werden detaillierte Planungen und Reflexionen zu zwei aufeinander aufbauenden Doppelstunden zum Thema Märchen dokumentiert.
4. Fazit: Das Fazit fasst die persönlichen Lernerfolge, die Bedeutung der fachdidaktischen Vorbereitung und die gewonnenen Erkenntnisse für die zukünftige Referendariatszeit zusammen.
Schlüsselwörter
Fachpraktikum, Deutschunterricht, Märchen, Unterrichtsplanung, Lesekompetenz, Textsorten, Literaturerweiterung, Didaktische Analyse, Schreibkompetenz, Inklusion, LRS-Förderung, Kohärenz, Sprachdidaktik, Reflexion, Unterrichtsentwurf
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Erfahrungen und Reflexionen während eines semesterbegleitenden Fachpraktikums im Fach Deutsch in einer 5. Klasse an einer kooperativen Gesamtschule.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die schriftliche Unterrichtsplanung, die Diagnose literaler Kompetenzen von Schülern sowie die didaktische Auseinandersetzung mit der Gattung Märchen und der Abgrenzung zu Sachtexten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel liegt in der vertiefenden fachdidaktischen Reflexion eigener Unterrichtsstunden sowie dem gezielten Aufbau von Basiswissen in der Fachdidaktik und Fachwissenschaft.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf teilnehmende Beobachtungen, die Erstellung schriftlicher Unterrichtsentwürfe auf Basis fachwissenschaftlicher Theorien sowie die kontrastive Analyse von Schülertexten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zwei ausführliche Unterrichtsentwürfe zur Thematik Märchen detailliert ausgearbeitet, inklusive Sachanalysen, didaktischer Begründungen und anschließender Reflexionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie Fachdidaktik, Literaturerweiterung, Unterrichtsplanung, Lesesozialisation und fachpraktische Reflexion.
Warum wurde ein isländisches Märchen für den Unterricht gewählt?
Die Wahl eines fremden Märchens diente der Literaturerweiterung und sollte die Schüler sensibilisieren, auch jenseits der bekannten Grimmschen Märchen strukturelle Merkmale dieser Gattung zu erkennen.
Wie wurde mit Schülern umgegangen, die Schwierigkeiten hatten?
Für Schüler mit besonderen Bedürfnissen wurden gesonderte Aufgaben bereitgehalten; zudem wurde durch kooperative Sozialformen und visuelle Hilfsmittel wie den „Märchen-Detektiv“ versucht, alle Leistungsniveaus zu fördern.
Welche Rolle spielte die Reflexion in diesem Praktikum?
Die Reflexion war essenziell, um das eigene Handeln als Lehrperson kritisch zu hinterfragen, die Wirkung auf die Schüler zu verstehen und die Planung für nachfolgende Stunden stetig zu optimieren.
- Arbeit zitieren
- Bettina Freude-Schlumbohm (Autor:in), 2010, Märchen im Deutschunterricht. Bericht über das Fachpraktikum an Realschulen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/158231