Während des Ausbruchs des Eyjafjallajökull im Frühjahr 2010 auf Island gab es Einschränkungen des kommerziellen Flugverkehrs.
Durch das Ausbleiben der sonst üblichen Vielzahl an Flugbewegungen in Europas Himmel verringerte sich die Anzahl der Kondensstreifen und somit künstlichen Cirrus-Wolken.
In der Arbeit wird der klimatische Einfluss in Norddeutschland beleuchtet - während einer Phase der Aussetzung des Flugverkehrs während derer gleichzeitig die Aschewolke nicht über dem Untersuchungsgebiet lag.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Besondere Einflussgrößen auf Klima und Witterung in Europa
2.1 Globale Verdunkelung
2.2 Variation der Sonnenaktivität
2.3 Schwankungen der thermohalinen Zirkulation
3 Ausbruch des Eyjafjallajökull auf Island 2010 und seine Auswirkungen
3.1 Temperaturveränderungen in Norddeutschland - Analyse (Material und Methoden)
3.2 Ergebnisse
3.3 Schlussfolgerungen / Diskussion
4 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Bachelor-Thesis untersucht die Auswirkungen des isländischen Vulkanausbruchs 2010 sowie die damit verbundenen Einschränkungen des europäischen Luftverkehrs auf die Witterung in Norddeutschland. Dabei wird analysiert, ob durch das zeitweise Ausbleiben von Kondensstreifen signifikante kurzfristige Veränderungen klimatischer Größen in den Wetteraufzeichnungen nachweisbar sind.
- Einflussgrößen auf das Klima in Europa
- Meteorologische Effekte von Vulkanausbrüchen
- Analyse von Temperaturdifferenzen (Tmax - Tmin)
- Auswirkungen des Flugverkehrs auf die Bodentemperatur
- Statistische Auswertung meteorologischer Daten des Deutschen Wetterdienstes
Auszug aus dem Buch
3.1 Temperaturveränderungen in Norddeutschland - Analyse (Material und Methoden)
Wie in Kapitel 2 gezeigt (und in Abbildung 7 zusammengefasst), tragen mehrere Faktoren, die sich zum Teil gegenseitig beeinflussen, zur langfristigen Einstellung eines bestimmten Klimas bei.
Kurzfristige Variationen können durch die genannten Faktoren die Witterung und das Wettergeschehen entgegen der durchschnittlich vorherrschenden Bedingungen verändern. Während und nach den Eruptionsphasen des Eyjafjallajökull wurde relativ schnell klar, dass gravierende Klimaveränderungen ausbleiben würden, da sich die Asche nicht großflächig in der Stratosphäre verteilte. Interessant sind daher eher kleinere und indirekte Auswirkungen wie beispielsweise das plötzliche Fehlen einer Vielzahl an Flugbewegungen in Europas Himmel (Bissolli, 2010).
Um der Fragestellung nachzugehen, ob von den Luftverkehrseinschränkungen über Europa eine ähnliche Auswirkung wie beim in Kapitel 2.1 beschriebenen Effekt in den USA nachweisbar wäre, galt es zunächst, einen passenden Zeitraum auszuwählen, in dem zwar der Luftverkehr eingeschränkt war, die Aschewolke jedoch gerade nicht über dem Untersuchungsgebiet lag.
Mithilfe der genauen Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und anderer europäischer Wetterdienste ließ sich ein Zeitfenster (17.04.-18.04.2010) ermitteln, in welchem der kommerzielle Flugverkehr eingeschränkt war, die Aschewolke jedoch nicht über Norddeutschland lag. Abbildung 8 zeigt die Verteilung von Schwefeldioxid (Grundlage: Messungen und Chemietransportmodell) am 17.04.2010:
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert den Ausbruch des Eyjafjallajökull 2010, die daraus resultierenden Flugverbote und die wissenschaftliche Relevanz, die Auswirkungen des reduzierten Luftverkehrs auf die Bodentemperatur zu untersuchen.
2 Besondere Einflussgrößen auf Klima und Witterung in Europa: Dieses Kapitel erläutert langfristige und kurzfristige Faktoren wie globale Verdunkelung, Sonnenaktivität und thermohaline Zirkulation, die das europäische Klimasystem beeinflussen.
3 Ausbruch des Eyjafjallajökull auf Island 2010 und seine Auswirkungen: Das Hauptkapitel beschreibt die methodische Analyse der Temperaturdaten aus Norddeutschland und präsentiert Ergebnisse zum Einfluss der Luftraumsperrung auf die Temperaturschwankungsbreite.
4 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass keine gravierenden klimatischen Folgen durch den Vulkanausbruch entstanden sind, hebt jedoch den messbaren menschlichen Einfluss auf Klimaelemente durch die kurzzeitige Unterbrechung des Flugverkehrs hervor.
Schlüsselwörter
Eyjafjallajökull, Vulkanausbruch, Luftverkehr, Kondensstreifen, Klimafolgen, Bodentemperatur, Norddeutschland, Globale Verdunkelung, Aerosole, Wetteraufzeichnungen, Statistik, Temperaturdifferenz, Strahlungsbilanz, Meteorologie, Strahlungsenergie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, ob der Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull 2010 und die damit verbundenen Einschränkungen des Luftverkehrs über Norddeutschland kurzfristige, statistisch nachweisbare Veränderungen der bodennahen Temperaturen verursacht haben.
Welche sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit behandelt die Wechselwirkungen zwischen atmosphärischen Aerosolen, Sonnenstrahlung, menschlichen Einflüssen durch Flugverkehr und deren Auswirkungen auf die meteorologischen Parameter, insbesondere die tägliche Temperaturamplitude.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet, ob das durch Flugverbote bedingte Ausbleiben von Kondensstreifen zu einer messbaren Veränderung der Differenz zwischen Tageshöchst- und Tiefsttemperaturen in Norddeutschland geführt hat.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine statistische Analyse der Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes, vergleicht aktuelle Beobachtungswerte mit einem Modellzeitraum (1991-2009) und wendet zur Signifikanzprüfung einen t-Test an.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Einflussgrößen auf das Klima, die Analyse von Zeitfenstern mit eingeschränktem Flugverkehr unter Verwendung von Satellitendaten sowie eine detaillierte statistische Auswertung der Temperaturdifferenzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Eyjafjallajökull, Klimafolgen, Luftverkehr, Bodentemperatur, Kondensstreifen und statistische Signifikanz charakterisiert.
Warum spielt der Januar 2010 in der Analyse eine gesonderte Rolle?
Der 27. Januar 2010 zeigte eine statistische Auffälligkeit, die jedoch auf eine spezifische meteorologische Wetterlage (Tief "Jennifer") zurückgeführt werden konnte und daher für die Analyse der vulkanischen Auswirkungen als Ausreißer gewertet wurde.
Welche Bedeutung hat der 18. April 2010 für die Ergebnisse?
An diesem Tag wurde eine hochsignifikante Abweichung der Temperaturdifferenz gemessen, die, da keine andere meteorologische Ursache wie Bewölkung vorlag, als Indiz für den Einfluss des fehlenden Flugverkehrs gewertet wird.
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- Timmy Schwarz (Author), 2010, Auswirkungen des isländischen Vulkanausbruchs (Eyjafjallajökull) 2010 auf die Witterung in Norddeutschland im Zusammenhang mit den Einschränkungen des Luftverkehrs , Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/158076