Vom Weltall aus bis zur Heimatstadt – vom Mars aus bis in die Tiefe der Weltmeere – von hundert Jahren entfernt bis heute: Google Earth stellt in Form eines virtuellen Globus (3D) eine Vielzahl an Funktionen und Tools mit raumübergreifenden Möglichkeiten und Grenzen dar. Als eine in der Basisform unentgeltliche Software der Google Inc. bietet es sich heute als einfache und in vielen Bereichen geeignete Lösung auch für die Visualisierung von themati-schen raumbezogenen Informationen an. Satelliten- und Luftbilder unterschiedlicher Auflösung werden mit Geodaten überlagert und auf einem digitalen Höhenmodell der Erde gezeigt. Diese Satellitenbilder sind dabei längst nicht mehr der einzige Geodatenservice von Google (vgl. Löhr et al. 2006: 375).
Inhaltsverzeichnis
1. Übersicht – Geschichte der Google Inc., Google Maps und Google Earth
2. Funktionen und Tools
3. Daten – Bild-, Raster-, Vektor- und Selbsterstellte Daten
4. Möglichkeiten und Grenzen – Rechtliche Situation und Datenschutz
5. Ausblick – Entwicklungen in der Zukunft
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial und die Restriktionen von Google Earth als Werkzeug für geographische Anwendungen, wobei insbesondere die technologische Basis, die Datenqualität sowie rechtliche Aspekte wie der Datenschutz im Fokus stehen.
- Evolution von Google Maps und Google Earth
- Funktionsweise von Vektor- und Rasterdaten in digitalen Kartendiensten
- Rechtliche Implikationen und Datenschutzbedenken bei der Nutzung von Satellitenbildern
- Einsatzmöglichkeiten in Forschung, Lehre und Stadtplanung
- Zukunftsperspektiven virtueller Globen
Auszug aus dem Buch
3. Daten – Bild-, Raster-, Vektor- und Selbsterstellte Daten
Aufgrund der rasanten innovativen Entwicklungen der IT-Branche zählen nicht nur Satellitendaten zu den Hauptdatenquellen. Die Software Google Earth und der Web-Dienst Google Maps basieren auf nahezu identischen Datensätzen – grundlegend Raster- und Vektordaten –, wobei die Software heutzutage in einigen Bereichen eine höhere Auflösung bietet und gleichermaßen das Verkehrsnetz in Europa (Vektordaten) mit angezeigt wird. Rasterdaten hingegen fußen auf Satellitenaufnahmen verschiedener „Generationen“, die in der höchsten Zoomstufe sehr unterschiedliche Qualitäten erkennen lassen. Der detaillierte Unterschied zwischen beiden Datenformen wird im folgenden Teil genauer erläutert.
Vektordaten sind Informationen, die in die Elemente Punkt, Linie, Fläche, Text zergliedert werden können. Vektordaten beinhalten Informationen über Koordinaten (Lage/Höhe, 2D/3D), Verbindungen (Topologie), räumliche Eigenschaften (Attribute) und Darstellungsregeln (Farbe, Strichstärke, Linienart, Symbole, Flächenfüllmuster, Texthöhen usw.) Als Vektordaten gelten Darstellungen von Ländergrenzen, Ortschaften und Verkehrsnetzen.
Im Gegensatz zu Vektordaten bestehen Rasterdaten (Bilddaten, digitale Bilder) aus Rasterpunkten (Bildelemente, Pixel). Die Rasterelemente sind in der Regel quadratisch geformt und von identischer Größe. Jedem Rasterelement sind ein oder mehrere Zahlenwerte zugeordnet, wie z.B. Farbinformationen, Höhenwerte, diverse Eigenschaften der Erdoberfläche usw. Unterschiede in der Auflösung sind besonders in Europa und den USA sichtbar. Die durchschnittliche Auflösung von 15x15cm pro Pixel wird in den erwähnten Ländern auf teilweise 10x10 cm erhöht. Dabei entstehen die Bilder nicht nur im Satelliten selber, sondern ebenfalls durch Flugzeugaufnahmen. Beispiele für Rasterdaten sind Satellitenbilder, digitale Luftbilder oder digitale Geländehöhenmodelle.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Übersicht – Geschichte der Google Inc., Google Maps und Google Earth: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung von Google als Suchmaschine sowie die Entstehung der Kartendienste Google Maps und Google Earth nach.
2. Funktionen und Tools: Hier werden die vielfältigen Funktionalitäten von Google Earth, von einfachen Navigationswerkzeugen bis hin zu komplexen Erweiterungen wie Street View und Simulationsmodi, vorgestellt.
3. Daten – Bild-, Raster-, Vektor- und Selbsterstellte Daten: Das Kapitel erläutert die technischen Grundlagen der verwendeten Geodaten, insbesondere die Unterschiede und Anwendungsbereiche von Raster- und Vektordaten.
4. Möglichkeiten und Grenzen – Rechtliche Situation und Datenschutz: Es erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit den datenschutzrechtlichen Problematiken und den Nutzungseinschränkungen bei der Verwendung von hochauflösenden Satellitenaufnahmen und Street View.
5. Ausblick – Entwicklungen in der Zukunft: Das abschließende Kapitel diskutiert zukünftige Anwendungsszenarien in Bereichen wie der Luftbildarchäologie, dem Tourismus und dem Stadtmarketing.
Schlüsselwörter
Google Earth, Google Maps, Geodaten, Rasterdaten, Vektordaten, Kartographie, Datenschutz, Satellitenbilder, 3D-Visualisierung, Geoinformatik, KML, Street View, Mashups, Fernerkundung, virtuelle Globen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Google Earth als Werkzeug für geographische Fragestellungen und beleuchtet dabei sowohl die technischen Möglichkeiten als auch die praktischen Grenzen des Systems.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Google-Kartendienste, die technische Datenstruktur, rechtliche Datenschutzfragen sowie zukünftige Anwendungspotenziale.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Google Earth für fachspezifische geographische Anwendungen genutzt werden kann und welche Restriktionen dabei beachtet werden müssen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die technische Dokumentationen, Fachliteratur zur Geoinformatik und aktuelle Diskussionen zu Web-Technologien und Datenschutz zusammenführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Funktionsweise (Tools), die detaillierte Klassifizierung der Datenquellen (Raster/Vektor) sowie die kritische Reflexion über rechtliche Rahmenbedingungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Geodaten, Kartographie, Datenschutz, Satellitenbilder, 3D-Visualisierung und virtuelle Globen.
Warum ist Street View für den Datenschutz besonders kritisch?
Street View ermöglicht eine sehr detaillierte Ansicht von Straßenzügen, die mit anderen personenbezogenen Daten verknüpft werden kann, was ein erhebliches Konfliktpotenzial für Persönlichkeitsrechte birgt.
Wie gehen Entwicklungsländer mit den Grenzen von Google Earth um?
In Entwicklungsländern führen administrative Restriktionen und der mangelnde Zugang zu hochwertigen Daten oft zu einer Behinderung wissenschaftlicher Lehre, weshalb teils automatisierte Verfahren zur Bildverarbeitung entwickelt wurden, um eigene Geodaten zu generieren.
Welche Rolle spielen "Mashups" im Kontext von Google Earth?
Mashups ermöglichen die Verknüpfung von Google-Kartengrundlagen mit Drittinhalten wie YouTube-Videos, Flickr-Fotos oder Wetterdaten, wodurch eine enorme Bandbreite an thematischen Kartenmaterialien entsteht.
- Arbeit zitieren
- Claudia Gunkel (Autor:in), 2010, Google Earth: Möglichkeiten und Grenzen der Nutzung für geographische Anwendungen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/158043