Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Zur Shop-Startseite › Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Wir basteln uns eine Revolution

Ken Alders politische Artefakte - Technische und Soziale Aspekte von Toleranz in der Waffenproduktion im Frankreich des 18ten Jahrhunderts

Titel: Wir basteln uns eine Revolution

Essay , 2010 , 20 Seiten

Autor:in: Georg Bonfatti (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit Toleranz gewinnt man keinen Blumentopf, Honoré Blanc reduzierte Toleranzen in der Fertigung identer Gewehrschlösser auf technische Weise und sorgte damit für Zündstof in der bereits gespannten politischen Atmosphäre im Frankreich des ausgehenden 18ten Jahrhunderts. Diese Arbeit betrachtet die Herstellung von Gewehren und Kanonen für die französischen Könige sowie die Wechselwirkungen zwischen Technologie und Politik, Intrigen, Karrieren und Genies. Am Beispiel der Artillerie Royal und der Ecole Militaire lässt sich zeigen, wie unser Verständnis von Toleranz und Gleichheit mit zunehmender Disziplinierung und Uniformierung einher geht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Wie der Krieg zur Vernunft gekommen ist

1.1 Die Französische Revolution und ihre Umgebung

1.2 Der Streit um des Königs Kanonen

1.2.1 Die Erfindung des Schreibtischtäters und die Entmannung der Edelleute

1.2.2 Im Licht der Aufklärung zum Sieg

2. Die Kanone, die Unternehmer und die Seele der Ingenieure

2.1 Wie Wissen geschafft wird: Rationalität, Vernunft, Berechnung

2.2 Objektivität und Autorität

2.3 Das politische Produkt – die Produktion des Politischen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht auf Basis der Forschung von Ken Alder, wie technologische Entwicklungen in der französischen Artillerie des 18. Jahrhunderts als politische Artefakte fungierten und maßgeblich zur Entstehung gesellschaftlicher Spannungen sowie zur Französischen Revolution beitrugen.

  • Verhältnis zwischen technischer Rationalität und absolutistischer Herrschaft
  • Transformation militärischer Disziplin und Ingenieurskunst
  • Sozioökonomische Konflikte in der Waffenproduktion
  • Die Rolle von Standards und Toleranzen in Fertigungsprozessen
  • Politische Implikationen technologischer Innovationen

Auszug aus dem Buch

1.2.1 Die Erfindung des Schreibtischtäters und die Entmannung der Edelleute

Der Krieg war im 17ten und 18ten Jahrhundert zum Stillstand gekommen. Kriegszüge glichen Prozessionen des Hofstaates, Louis XIV inszenierte seine Schlachten gerne selbst. Die Familie Vallière stattete ihn mit entsprechenden Requisiten der Macht, durchschlagskräftigen und reich verzierten Geschützen aus. Der Zwist zwischen den Vallières und dem Reformer Gribeauval war ein wichtiges Moment in den Jahren vor der Revolution.

Die offene Feldschlacht brachte keine Ergebnisse, solange die Schweizer Garden mit ihren Piken nicht besiegt werden konnten, man kämpfte um Festungen, man baute Kanonen.

Louis XIV schuf ein zentral gelenktes Beschaffungsamt, das seine entscheidende Artillerie in ausreichender Menge und Ausrüstung zur Schlacht zu bringen hatte, das Corps Royal – Körper des Königs – diente dem Staat. Für ihn war der Waffengang eine Form des Parteienverkehrs. Die Artillerie Royal führte die Kräfte im Kampf und beschützte die Kanonen gegen den Feind. Am Schlachtfeld trafen die technische Kompetenz und die rechnerischen Fähigkeiten der Bürokraten auf Loyalität, Mut und das Geschick des Adels. Nachdem das Corps Royal auf direkten Befehl des Königs handelte und die Befehlskette im Ministerium bestimmt wurde, stand es nicht unter dem Befehl der Adeligen, die sich dadurch immer öfter brüskiert fühlten. Sie waren gewohnt, dass die Männer im Feld in ihrem Besitz standen. Der Körper des Königs, der Staatskörper, konnte von ihnen unmöglich berührt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Wie der Krieg zur Vernunft gekommen ist: Das Kapitel beleuchtet den historischen Kontext des französischen Absolutismus und die Spannungen, die durch die zunehmende Rationalisierung der Kriegsführung im 18. Jahrhundert entstanden.

1.1 Die Französische Revolution und ihre Umgebung: Hier wird der Zusammenhang zwischen militärischen Mythen, der Rolle der Artillerie und dem gesellschaftlichen Sprengstoff, der zur Revolution führte, analysiert.

1.2 Der Streit um des Königs Kanonen: Dieser Abschnitt beschreibt die sozio-technische Transformation durch neue Strukturen in der Rüstungsbeschaffung und den Widerstand des traditionellen Adels.

1.2.1 Die Erfindung des Schreibtischtäters und die Entmannung der Edelleute: Der Fokus liegt auf der Professionalisierung der Artillerie durch ein zentrales Beschaffungsamt und dem daraus resultierenden Konflikt mit adeligen Privilegien.

1.2.2 Im Licht der Aufklärung zum Sieg: Das Kapitel analysiert die Beiträge von Guibert und Gribeauval, die das Militärwesen durch Rationalität und technische Neuerungen grundlegend reformierten.

2. Die Kanone, die Unternehmer und die Seele der Ingenieure: Dieses Hauptkapitel befasst sich mit der Ausbildung, der Identität der Ingenieure und der Entstehung einer neuen nicht-adeligen Elite.

2.1 Wie Wissen geschafft wird: Rationalität, Vernunft, Berechnung: Der Fokus liegt auf der Entwicklung theoretisch fundierter Ausbildungsprogramme und der methodischen Optimierung der Waffenproduktion.

2.2 Objektivität und Autorität: Hier wird die Einführung von Standardisierung und Austauschbarkeit von Teilen sowie deren Auswirkungen auf die Kontrolle und den sozialen Konflikt in den Manufakturen thematisiert.

2.3 Das politische Produkt – die Produktion des Politischen: Das abschließende Kapitel analysiert die Auswirkungen der Revolution auf die lokalen Produktionsstrukturen und die veränderte Rolle der Handwerker in den neuen politischen Instanzen.

Schlüsselwörter

Französische Revolution, Artillerie, Militärtechnik, Ingenieurwesen, Absolutismus, Gribeauval, Rationalisierung, Standardisierung, Politische Artefakte, Technikgeschichte, Soziale Transformation, Waffenproduktion, Aufklärung, Zentralisierung, Machtstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Wechselwirkung zwischen technologischen Innovationen in der französischen Artillerie des 18. Jahrhunderts und den soziopolitischen Veränderungen, die schließlich in die Französische Revolution mündeten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Kernbereichen gehören die Professionalisierung der Ingenieure, der Konflikt zwischen technischer Rationalität und altem Adel, die Standardisierung der Produktion sowie die Rolle der Aufklärung in militärischen Reformen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es zu zeigen, wie Methoden und Produkte (hier: Kanonen und Musketen) zu „politischen Artefakten“ werden, die tektonische Spannungen in einer Gesellschaft manifestieren und den gesellschaftlichen Wandel mitgestalten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf die technikgeschichtliche Analyse von Ken Alder und verknüpft diese mit soziologischen und historischen Beobachtungen über staatliche Institutionen, Disziplinierungsprozesse und soziale Reformen.

Welche Inhalte prägen den Hauptteil?

Im Hauptteil wird der Wandel der Artillerie von einer höfischen Repräsentationsform zu einer rationalisierten, bürokratisch gesteuerten Militärmaschine detailliert nachgezeichnet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Französische Revolution, Artillerie, Ingenieurwesen, Rationalisierung und Technikgeschichte geprägt.

Welche Rolle spielt Honoré Blanc in diesem Kontext?

Honoré Blanc wird als Schlüsselakteur bei der Einführung austauschbarer Teile in der Musketenproduktion identifiziert, was einerseits die Präzision erhöhte, andererseits aber zu massiven sozialen Konflikten zwischen Arbeitern und staatlichen Kontrollorganen führte.

Warum wird Toleranz als technischer Begriff eingeführt?

Im Kontext der Fertigung bezeichnete „Toleranz“ nicht eine soziale Tugend, sondern die technisch akzeptablen Abweichungen bei Messwerten, was zur Standardisierung beitrug, aber die Freiheit der Handwerker einschränkte.

Wie korrespondiert die technische Rationalität mit dem Ende des Absolutismus?

Das Streben des Absolutismus nach absoluter Kontrolle durch einheitliche Methoden und technokratische Effizienz erzeugte laut Autor Gegendruck in der Gesellschaft, der den Umsturz von 1789 beförderte.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wir basteln uns eine Revolution
Untertitel
Ken Alders politische Artefakte - Technische und Soziale Aspekte von Toleranz in der Waffenproduktion im Frankreich des 18ten Jahrhunderts
Autor
Georg Bonfatti (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
20
Katalognummer
V157841
ISBN (Buch)
9783640706655
ISBN (eBook)
9783640706914
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Aufklärung Louis XIV Bourbonen Französische Revolution Waffen Industrielle Revolution Ken Alder Engineering a revolution Louis XVI Napoleon Gribeauval Ecole Militaire Toleranz Gleichheit politische Artefakte 18.Jahrhundert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Georg Bonfatti (Autor:in), 2010, Wir basteln uns eine Revolution, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/157841
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  20  Seiten
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Zahlung & Versand
  • Über uns
  • Contact
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum