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Heiner Müllers "Bildbeschreibung" und die Rollen von Bildbetrachter, Autor und Rezipient

Titel: Heiner Müllers "Bildbeschreibung" und die Rollen von Bildbetrachter, Autor und Rezipient

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 18 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Nanni Harbordt (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Heiner Müllers „Bildbeschreibung“ ist 1984 als Auftragsarbeit für den „Steirischen Herbst“ in Graz, einem internationalen Festival für zeitgenössische Kunst, in Miedenkam am Chiemsee entstanden. Die Grundlage für den Text lieferte die Zeichnung einer ungarischen Bühnenbildstudentin des ersten Semesters, Emilia Kolewa.

„Der Anlass war eine Zeichnung etwas koloriert, von einer Bühnenbildstudentin in Sofia. Sie hatte einen Traum gezeichnet. Sie hatte Freud nicht gelesen, so dass das eins zu eins war, ohne jede Hemmung von Symbolen.“

Es handelt sich um eine Tuschezeichnung mit Schraffiertechnik und Wasserfarben im Format A3.
In Interviews behandelt Müller selbst den Text als einen Theatertext und bei seiner Uraufführung in Graz wurde er als eine Bewusstseinslandschaft inszeniert. Zahlreiche weitere Aufführungen zeigen stets eine fruchtbare und unterschiedliche Herangehens- und Umsetzungsweise des Textes.
Auch in der umfangreichen Sekundärliteratur lassen sich die verschiedensten Herangehensweisen an diesen recht unbequemen Text lesen.
Typische Strukturen eines Dramas, wie ein stringenter Handlungsablauf, Rollenzuweisungen und Dialogstrukturen sucht der Rezipient vergebens. Vertraute Sichtweisen, wie bei denen eines klassischen Textes, müssen somit ebenfalls in den Hintergrund rücken.
Die folgende Arbeit soll sich mit der Auseinandersetzung von Bildbetrachter, Autor und auch Rezipienten mit dem jeweils vorliegenden Medien Bild und Text beschäftigen.
Der Fokus liegt dabei auf dem Konflikt zwischen direktem und innerem Sehen, einem Wechselspiel zwischen Betrachtung, Befragung und der unermüdlichen Suche nach dem Dahinter mit auch gleichzeitiger Infragestellung dessen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Ergebnis eines ungehemmten Malstiftes

3. oder alles ist anders

3.1 Der unaufhörliche Wahn des Verstehens

3.2 Ein Drama zwischen zwei Blicken

3.3 …in einer abgestorbenen dramatischen Struktur

4. Eine doppelte „Übermalung“?

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht Heiner Müllers Text „Bildbeschreibung“ im Kontext seiner Entstehung aus einer Tuschezeichnung und analysiert die komplexe Interaktion zwischen Bildbetrachtung, Autorenschaft und Rezeption. Ziel ist es, den Konflikt zwischen direktem Sehen und innerer Assoziation sowie die damit verbundene Infragestellung linearer Deutungsmuster aufzuzeigen.

  • Die Analyse der visuellen Motivvorlage und deren Transformation in den Text.
  • Die Untersuchung der Rolle des Betrachters als handelndes Subjekt.
  • Die Dekonstruktion von Bedeutung durch ständig wechselnde Perspektiven und „Übermalungen“.
  • Die Einordnung der intertextuellen Bezüge und deren Bedeutung für die Textstruktur.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der unaufhörliche Wahn des Verstehens

Der Titel Bildbeschreibung suggeriert dem Leser eine adäquate Wiedergabe der Motivvorlage. Anfangs mag der Leser Müllers Ausführungen noch klar folgen können, denn tatsächlich beschreibt er das Bild vom Hintergrund mit Himmel, Wolken und Landschaft ausgehend, auch den Vordergrund und das Bildzentrum mit Baum, Haus, Vogel und Mann. Sein Blick beschreibt selbst Details, wie die Frau, deren Gesicht sich „sanft, sehr jung, die Nase überlang, mit einer Schwellung an der Wurzel“ zeigt und am Hals unter dem Kinn einen „ausgefransten Schatten“ besitzt. Ihr Mantel ist ein „löchriger Fellmantel […], der linke Mantelärmel hängt in Fetzen […], der Arm ist am Handansatz vom Bildrand abgeschnitten“.

Die „zitronenähnlichen Früchte“ auf dem Tisch, dieser „ein grobes Stück Handarbeit, die gekreuzten Beine sind unbehauene junge Birkenstämme“.

Bereits innerhalb der ersten Ausführungen werden jedoch Irritationen erzeugt. Wolken „wie Drahtskelette zusammengehalten, jedenfalls von ungekannter Bauart“ und „wenn es denn welche sind, schwimmen [sie] vielleicht auf der Stelle“. Auch der zuvor „preußisch blau [e]“ Himmel könnte auch nur ein „fleckig blau [es] Brett mit der willkürlichen Bezeichnung HIMMEL“ sein. Genauso der Baum im Hintergrund, denn „bei genauerem Hinsehen sind es drei verschieden hohe Bäume, pilzförmig Stamm neben Stamm“. Der Baum im Vordergrund entpuppt sich als Obstbaum, dessen „Obst ist augenscheinlich essbar, oder geeignet Gäste zu vergiften“.

Gesehenes wird durch den Betrachter kurzerhand bereits wieder in Frage gestellt, im Raum stehen gelassen und mit einer neuen Schicht übermalt, dem Erforschten folgt sogleich eine Dekonstruktion und Neuzuschreibung. In seinem Sehen scheint er verunsichert, eine Verunsicherung, die sich im Laufe des Textes beinah wahnhaft zunehmend steigert, da Eindeutigkeiten nicht zugelassen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Entstehungsgeschichte von Müllers „Bildbeschreibung“ basierend auf einer Tuschezeichnung und Festlegung der Untersuchungsschwerpunkte.

2. Das Ergebnis eines ungehemmten Malstiftes: Detaillierte deskriptive Analyse der Bildelemente und der Figurenkonstellation, die als Ausgangsbasis für den literarischen Text dient.

3. oder alles ist anders: Analyse der methodischen Dekonstruktion des Bildinhalts durch den Autor und den daraus resultierenden Wahn der Sichtweisen.

3.1 Der unaufhörliche Wahn des Verstehens: Untersuchung der Irritationsmomente und der Unmöglichkeit einer finalen Deutung im Prozess der Beschreibung.

3.2 Ein Drama zwischen zwei Blicken: Erörterung der dynamischen Beziehung zwischen Betrachter, Text und Bild sowie der Rolle der „Blickrichtungen“.

3.3 …in einer abgestorbenen dramatischen Struktur: Analyse des Todesmotivs und der repetitiven, fast endzeitlichen Stimmung des Textes.

4. Eine doppelte „Übermalung“?: Untersuchung der vom Autor explizit genannten intertextuellen Bezüge und deren Funktion als Deutungsschichten.

5. Schlussbemerkung: Reflektion über die Grenzen der wissenschaftlichen Arbeit und die abschließende Einordnung des Textes durch Heiner Müller.

Schlüsselwörter

Bildbeschreibung, Heiner Müller, Intertextualität, Dekonstruktion, Theatertext, visuelle Wahrnehmung, Motivvorlage, Emila Kolewa, Betrachterinstanz, Übermalung, Deutung, Wahrnehmung, Bild-Text-Beziehung, Endlosigkeit, Nullpunkt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Heiner Müllers Werk „Bildbeschreibung“, wobei der Fokus auf dem Prozess liegt, wie ein konkretes Bild in einen literarischen Text übersetzt und dabei fortwährend neu interpretiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Spannung zwischen direktem visuellen Eindruck und der anschließenden gedanklichen Zersetzung dieses Eindrucks, sowie das Spiel mit intertextuellen Referenzen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Müller das Bild als Ausgangspunkt für eine „Übermalung“ durch Schrift nutzt und wie dieser Prozess die Eindeutigkeit der Darstellung systematisch untergräbt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche und bildanalytische Methodik kombiniert, um die Wechselwirkung zwischen dem Originalbild von Emilia Kolewa und Müllers textueller Auseinandersetzung zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Bildbeschreibung, die Analyse der „wahnhaften“ Verstehensversuche, das Drama der Blickrichtungen sowie die intertextuellen Bezüge des Werks.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Bildbeschreibung, Übermalung, Dekonstruktion, Intertextualität, Wahrnehmungsprozesse und der Wahn des Sehens.

Inwiefern beeinflusst das Bild der Studentin den Text?

Das Bild liefert die Fixpunkte (Frau, Mann, Baum, Haus), die von Müller als „Freiräume für Phantasie“ genutzt werden, um eine komplexe, teils surrealistische Handlung zu entwerfen.

Was versteht man unter dem Begriff „Übermalung“ im Kontext der Arbeit?

„Übermalung“ bezeichnet hier den literarischen Vorgang, bei dem der Text das Ursprungsbild nicht bloß wiedergibt, sondern durch Assoziationen und neue Bedeutungen immer wieder neu gestaltet und somit faktisch „überschreibt“.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Heiner Müllers "Bildbeschreibung" und die Rollen von Bildbetrachter, Autor und Rezipient
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für Deutsche und Niederländische Philologie)
Veranstaltung
Heiner Müller
Note
1,7
Autor
Nanni Harbordt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V157574
ISBN (eBook)
9783640706822
ISBN (Buch)
9783640707065
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heiner Müller Theater Drama Bildbeschreibung Interpretation Sehen Müller Theaterstück Bild
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nanni Harbordt (Autor:in), 2010, Heiner Müllers "Bildbeschreibung" und die Rollen von Bildbetrachter, Autor und Rezipient, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/157574
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Leseprobe aus  18  Seiten
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