Die Geschichte der Asienkrise 1997 hat eine Reihe von Erklärungsversuchen auf der Bühne der Wirtschaftwissenschaft gebracht. Die sogenannten Modelle dritter Generation. Meine Bemühungen die wirtschaftsmathematische Abstraktion so einfach wie möglich darzustellen mögen hier „Echo“ finden.
Kambale Kavuke
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Definitionen
2. Asienkrise
3. Das Grundmodell
3.1. Die Märkte
3.1.1. Der monetäre Sektor : Geldmarkt
3.1.2. Der Gütersektor : Gütermarkt
3.2. Das Gleichgewicht
3.3. Währungskrise und Geldpolitik
3.3.1. Flexibler Wechselkurs
3.3.2. Fester Wechselkurs
4. Kompatibilität und Kritik
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Währungskrisenmodell dritter Generation von Aghion, Bacchetta und Banerjee, um zu erklären, warum es während der Asienkrise 1997 in Ländern mit ausgeglichenen Staatshaushalten und hohen Devisenreserven zu Krisen kommen konnte. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Rolle von Finanzakzeleratoren und Kreditrationierungen in einer monetären Wirtschaft unter Berücksichtigung von Fremdwährungsschulden.
- Analyse der Ursachen von Währungskrisen jenseits klassischer Fiskalprobleme.
- Strukturelle Untersuchung des Grundmodells dritter Generation (IPLM- und W-Gleichung).
- Die Rolle der mikroökonomischen Kreditrationierung und Informationsasymmetrien.
- Effekte von Geldpolitik auf das Krisenrisiko und die Stabilität des Wechselkurses.
- Kritische Würdigung der Modellannahmen in Bezug auf die asiatische Finanzkrise.
Auszug aus dem Buch
3. Das Grundmodell
Das Modell von ABB stellt eine kleine monetäre Wirtschaft dar, die auf einem unendlichen Horizont geöffnet ist, ein einziges Gut herstellend, dessen Preis zum Anfang jeder Periode bestimmt wird und während der ganzen Dauer der Periode fest bleiben wird. Der nominale Preis ist kurzfristig also starr und kann den Anfang jeder Periode angepasst werden.
Die Autoren stellen die Hypothese, dass die absolute Kaufkraftparität (KKP) ex-ante gilt.
R = 1 = EP* / P Das Gut ist real im Inland und im Ausland gleich bewertet.
Et = Pt / Pt* (1) Implikation der Annahme der absoluten Kaufkraftparität:
Der nominale Wechselkurs ist also dem relativen Preisniveau zwischen zwei Ländern gleichgesetzt.
Es gibt in diesem Modell keine Arbitragemöglichkeit. Diese Annahme impliziert die Geltung der Zinsparität.
100€(1 + it) (a) Der Wert von 100€ am Ende der Anlageperiode t im Inland.
100€/Et * (1 + it*) * Et+1e (b) Der erwartete Wert von dem zu 100€ äquivalenten Betrag am Ende der Anlageperiode t im Ausland bewertet in inländischer Währung.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Die Einleitung stellt die Asienkrise als Ausgangspunkt dar und hinterfragt die Erklärungsansätze der ersten und zweiten Generation von Währungskrisenmodellen.
1. Definitionen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Wirtschaftskrise, Bankenkrise und Währungskrise aus volkswirtschaftlicher Sicht.
2. Asienkrise: Es wird die historische Entwicklung der Krise 1997/98 dargelegt und aufgezeigt, dass makroökonomische Standardindikatoren wie Budgetdefizite keine ausreichende Erklärung boten.
3. Das Grundmodell: Das Kapitel führt das mathematische Modell von Aghion, Bacchetta und Banerjee ein, das den Geld- und Gütermarkt sowie die Wechselkursbildung umfasst.
3.1. Die Märkte: Hier werden die Mechanismen des monetären Sektors (Geldmarkt) und des Gütersektors (Investitionen und Finanzzwänge) detailliert analysiert.
3.2. Das Gleichgewicht: Dieses Kapitel definiert das Modellgleichgewicht durch die Interaktion der IPLM- und W-Kurve und erörtert Situationen multipler Gleichgewichte.
3.3. Währungskrise und Geldpolitik: Es wird untersucht, wie eine restriktive oder expansive Geldpolitik in Krisensituationen bei flexiblen oder festen Wechselkursen wirkt.
4. Kompatibilität und Kritik: Abschließend wird die Anwendbarkeit des Modells auf die Asienkrise reflektiert und die Modellannahmen kritisch hinterfragt.
Schlüsselwörter
Währungskrise, Asienkrise, Aghion, Bacchetta, Banerjee, Drittes Generationsmodell, Geldpolitik, Finanzakzelerator, Kreditrationierung, Wechselkurs, Kapitalflucht, Kaufkraftparität, Zinsparität, Finanzmarkt, Krisenanfälligkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Währungskrisenmodell der dritten Generation von Aghion, Bacchetta und Banerjee, um die Hintergründe der Asienkrise 1997 zu erläutern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Modellierung von Währungskrisen, die Rolle des Finanzsektors, Kreditrestriktionen bei Unternehmen sowie die Auswirkungen der Geldpolitik auf die Wechselkursstabilität.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu erklären, warum Länder mit soliden Staatsfinanzen in eine Währungskrise geraten konnten, und wie das Modell dies durch Mechanismen wie den Finanzakzelerator abbildet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine theoretische Modellanalyse verwendet, bei der ein ökonomisches Gleichgewichtsmodell entwickelt und mathematisch hergeleitet wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Herleitung des Grundmodells, der Definition des Gleichgewichts unter Berücksichtigung von Schocks und der Analyse geldpolitischer Reaktionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Währungskrise, Kreditrationierung, Finanzakzelerator und das Modell von Aghion, Bacchetta und Banerjee.
Welche Rolle spielen Fremdwährungsschulden im Modell?
Fremdwährungsschulden führen bei einer Abwertung der Landeswährung zu einer Verschlechterung der Unternehmensbilanzen, was den Finanzakzelerator auslöst und die Krise verschärft.
Warum kritisieren die Autoren die klassische Fiskalpolitik-Erklärung?
Das Modell zeigt, dass die asiatischen Länder keine defizitäre Fiskalpolitik betrieben haben, weshalb Modelle erster Generation nicht zur Erklärung der Krise geeignet sind.
Was bedeutet die "IPLM-Gleichung"?
Die IPLM-Gleichung (Interest Parity Liquidity Money) ist eine mathematische Zusammenführung von Zinsparität, Kaufkraftparität und Geldmarktgleichgewicht zur Bestimmung des Wechselkurses.
Wie wirkt sich laut Modell eine restriktive Geldpolitik aus?
Eine Zinserhöhung soll den Wechselkurs stützen, kann aber durch eine Kreditklemme im Gütermarkt auch zu einem Output-Rückgang führen, weshalb das Modell eine differenzierte geldpolitische Strategie nahelegt.
- Arbeit zitieren
- Kambale Kavuke (Autor:in), 2009, Währungskrisenmodell der dritten Generation von Aghion, Bacchetta und Banerjee, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/157386