Der Qualitätsbegriff hat in den letzten Jahren vermehrt Einzug in die Soziale Arbeit erhalten. Die vorliegende Arbeit soll sich mit den Problemstellungen und Chancen beschäftigen, die durch den Einzug des Qualitätsbegriffs für die Soziale Arbeit entstanden sind. Dabei soll ebenfalls verdeutlicht werden, dass somit ökonomische Aspekte eine hohe Relevanz für die Soziale Arbeit darstellen. Als Stichworte seien hier Effektivität und Effizienz genannt. Diese Arbeit soll aufzeigen, dass es sich mit diesen Begriffen aus der Betriebswirtschaft nicht um Kolonialisierung der Sozialen Arbeit handelt, sondern dass diese vielmehr eine Chance zur Modernisierung bieten.
Um dies zu verdeutlichen vermittelt das zweite Kapitel dieser Arbeit die theoretischen und praktischen Grundlagen. Es zeigt unterschiedliche Qualitätsbegriffe auf, danach erfolgt die Bestimmung von Qualität, gefolgt von den Anforderungen, die an Einrichtungen Sozialer Arbeit gestellt werden. Im Anschluss sollen die oben genannten ökonomischen Aspekte vorgestellt wurden und um den theoretischen Teil des Kapitels abzurunden, wird auf ein praktisches Beispiel zur Anwendung in der Sozialen Arbeit eingegangen. Als Beispiel wurde die Methode des Casemanagement ausgewählt, denn mit dieser gelingt es, die gegensätzlichen Orientierungen, also Soziale Arbeit und Ökonomie in Verbindung zu bringen.
Im dritten Kapitel werden zwei gegensätzliche Qualitätsmanagementsysteme miteinander verglichen. Dieses Kapitel stellt gleichzeitig den Schwerpunkt dieser Arbeit dar. Für den Vergleich wurden die Systeme DIN EN ISO 9000:2000 ff und EFQM ausgewählt. Der Inhalt des Kapitels zu DIN EN ISO 9000:2000 umfasst den Wandel vom produktbezogenen zum kundenbezogenen Qualitätsbegriff, sowie die Entstehung und Revision, die einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Integration des Systems in die Soziale Arbeit hervorgebracht hat. Später wird die Zertifizierung aufgeführt und zum Abschluss Chancen und Grenzen des Systems ausführlicher erklärt. Der Inhalt zum Thema EFQM ist ähnlich aufgebaut, als erstes wird die Entstehung aufgeführt, danach folgt der Qualitätspreis, anschließend die Anwendungsbereiche, danach die Integration in Arbeitsprozesse und zum Ende des dritten Kapitels werden wiederum die Chancen und
Grenzen dieses Systems aufgeführt.
Im vierten Punkt wird das Fazit behandelt, dieses beendet die Arbeit und rundet sie ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Zum Begriff
2. DIN EN ISO 9000 ff.: 2000
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Integration von Qualitätsmanagementsystemen, insbesondere der DIN EN ISO 9000ff, in den Kontext der Sozialen Arbeit. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich betriebswirtschaftliche Anforderungen an Effektivität und Effizienz mit fachlichen sozialpädagogischen Ansprüchen und einer lebensweltorientierten Praxis in Einklang bringen lassen.
- Grundlagen und Definitionen des Qualitätsbegriffs
- Ökonomisierung und das Neue Steuerungsmodell in der Sozialen Arbeit
- Historische Entwicklung und Systematik der DIN EN ISO 9000 ff.
- Verknüpfung von fachlicher Intervention und betriebswirtschaftlicher Steuerung
- Bedeutung von Casemanagement als verbindendes Instrument
Auszug aus dem Buch
DIN EN ISO 9000 ff.: 2000
Der Vorläufer dieses Systems zur Normierung, MIL-Q-9858, wurde im militärischen Bereich um 1959 in den USA entwickelt. Damit wurde die Fähigkeit zur Erbringung von Qualität von Zulieferern geprüft. Dabei führten die Abnehmer der Produkte Audits in den Werken der Zulieferer durch. Dabei wurden nicht nur die Produkte, sondern auch die Tätigkeiten im Qualitätssicherungssystem auf die Erfüllung der Anforderungen durch die Abnehmer geprüft. Im europäischen Raum wurde 1979 in Großbritannien ebenfalls die Normierung im Militärbereich eingeführt, mit dem Namen 5750. Deutschland stützte man sich lange Zeit das Made in Germany-Siegel mit einem international guten Ruf.
Es etablierte sich eine hohe Zahl von branchenspezifischen Normen und anfangs wurde der Mehraufwand durch einheitliche Normierung gescheut. Dies führte langläufig zu einem Handelshemmnis, da viele Unternehmen den Anforderungen von mehreren verschiedenen Qualitätsnormen genügen mussten. Daher traten Probleme in den Unternehmensstrukturen und –prozessen auf, denn es gestaltete sich als Herausforderung, diesen Normen zu genügen. Damit wuchs der Wunsch nach Vereinheitlichung, womit die International Organization for Standardization 1987 die Normenreihe ISO 9000-9004 verabschiedete und veröffentlichte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zum Begriff: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Definitionen und Facetten des Qualitätsbegriffs im Management sowie die spezifischen Anforderungen an die Soziale Arbeit durch gesetzliche Vorgaben und ökonomische Rahmenbedingungen.
2. DIN EN ISO 9000 ff.: 2000: Hier wird die historische Entwicklung und die spezifische Ausrichtung dieser Normenreihe analysiert, einschließlich der Anpassungen durch die Revision „Vision 2000“ und deren Bedeutung für die Zertifizierung in sozialen Einrichtungen.
Schlüsselwörter
Qualitätsmanagement, Soziale Arbeit, DIN EN ISO 9000, Ökonomisierung, Effektivität, Effizienz, Neues Steuerungsmodell, Lebensweltorientierung, Zertifizierung, Casemanagement, Qualitätsbegriff, Dienstleistungsqualität, Normierung, Prozessqualität, Ergebnisqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung von Qualitätsmanagementsystemen, speziell der DIN EN ISO 9000 ff., im Bereich der Sozialen Arbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind der Qualitätsbegriff, die betriebswirtschaftliche Steuerung sozialer Dienste, Normungsprozesse sowie die Verbindung von professionellem pädagogischen Handeln mit ökonomischen Anforderungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu verdeutlichen, wie verschiedene Qualitätsmanagementsysteme in sozialen Einrichtungen genutzt werden können, um den fachlichen und betriebswirtschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie eine vergleichende Betrachtung von Qualitätsmanagementsystemen, um deren Eignung und Wirkung in der Sozialen Arbeit zu reflektieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Definition von Qualität, der kritischen Auseinandersetzung mit der Ökonomisierung und der detaillierten Analyse der Normenreihe DIN EN ISO 9000 ff.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Qualitätsmanagement, Soziale Arbeit, Ökonomisierung, Effizienz, DIN EN ISO 9000 und Casemanagement.
Wie hat sich die Definition von Qualität durch die Revision im Jahr 2000 verändert?
Der Fokus verschob sich von einer rein technischen oder mechanischen Sichtweise hin zu einer stärkeren Orientierung an den betroffenen Personen wie Kunden, Mitarbeitern und weiteren Interessengruppen.
Warum gibt es in der Sozialen Arbeit teilweise Widerstände gegen Zertifizierungen?
Widerstände entstehen oft durch die Befürchtung, dass betriebswirtschaftliche Kennzahlen und standardisierte Abläufe den individuellen, sozialpädagogischen Kern der Arbeit und die Klientenbeziehung gefährden könnten.
Welche Rolle spielt das Casemanagement in diesem Kontext?
Casemanagement fungiert als Methode, die helfen soll, Hilfeprozesse effizient und zielwirksam zu gestalten und somit sowohl den fachlichen als auch den ökonomischen Anforderungen gerecht zu werden.
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- Michael Herwig (Author), 2010, Praktische Anwendung der DIN EN ISO 9000ff, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/157131