Ein Blick in die einschlägige Presse zeigt, dass der wirtschaftliche Wettbewerb zum einen globaler und zum anderen aggressiver geworden ist. Unternehmen wie Daimler und Renault-Nissan, die eigentlich auf dem Markt konkurrieren, gehen Kooperationen ein, die milliardenschwere Synergeieffekte nach sich ziehen sollen.
Unternehmen haben mit der Zeit gelernt, dass Benchmarking eine Lösung sein kann, um im globalen Wettbewerb erfolgreich zu sein. „Benchmarking ist die Suche nach den besten Praktiken und deren Implementierung. Die Zielsetzung des Benchmarking ist es, durch die Erhöhung der Qualität von Produkten und Dienstleistungen sowie der Optimierung von Geschäftsprozessen Marktführer zu werden.“
Ziel dieser Arbeit ist es, ein grundsätzliches Verständnis für das Thema Benchmarking zu vermitteln. Hierzu erfolgt im folgenden Abschnitt eine kurze geschichtliche Einordnung, sowie eine Anschließende Vorstellung und Bewertung von viel verwendeten Definitionen zum Thema Benchmarking. Im dritten Abschnitt werden die Benchmarking-Arten, die in der Praxis häufig Anwendung finden, erläutert. Das vierte Kapitel beschreibt den idealtypischen Benchmarkingprozess im Dienstleistungssektor. Auf die theoretische Erklärung folgt eine Fallstudie aus dem Thyssen-Konzern. Zum Ende der vorliegenden Arbeit wird das Thema im Rahmen eines Fazits kritisch gewürdigt.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. URSPRUNG UND ENTWICKLUNG
3. GRUNDTYPEN VON BENCHMARKING
3.1 INTERNES BENCHMARKING
3.2 EXTERNES BENCHMARKING
3.2.1 Konkurrenzbezogenes Benchmarking
3.2.2 Branchenbezogenes Benchmarking
3.2.3 Sektorales Benchmarking
3.2.4 Intersektorales Benchmarking
3.3 PRODUKT-BENCHMARKING
3.4 PROZESS-BENCHMARKING
3.5. STRATEGISCHES BENCHMARKING
4. BENCHMARKINGPROZESS IM DIENSTLEISTUNGSSEKTOR
4.1 INITIIERUNG UND ABGRENZUNG
4.2 OBJEKTBESCHREIBUNG
4.3 ANALYSE
4.4 IMPLEMENTIERUNG
4.5 BENCHMARKING-PROJEKTSTEUERUNG
4.6 DAUERHAFTE ETABLIERUNG EINES BENCHMARKING-SYSTEMS
5. DER BENCHMARKING-PROZESS
6. BEISPIELUNTERNEHMEN
6.1 AUSGANGSSITUATION
6.2. VORGEHENSWEISE
6.2.1 Identifikation der Benchmarking-Objekte
6.2.2 Analyse der Geschäftsprozesse
6.2.3 Prozessvergleich und das Ableiten von Verbesserungsmaßnahmen
6.2.4 Strukturierung der Verbesserungsmaßnahmen
6.2.5 Ergebnisse und Zusammenfassung
7. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, ein systematisches Verständnis für Benchmarking als Managementinstrument zu vermitteln, insbesondere mit Fokus auf den Dienstleistungssektor, um durch den Vergleich mit anderen Unternehmen Leistungslücken zu identifizieren und Verbesserungspotenziale zu erschließen.
- Grundlagen, Ursprung und geschichtliche Entwicklung des Benchmarking
- Kategorisierung der verschiedenen Grundtypen von Benchmarking
- Detaillierte Analyse der Phasen des Benchmarking-Prozesses im Dienstleistungsbereich
- Praxisnahe Fallstudie zur Durchführung von Benchmarking im ThyssenKrupp-Konzern
- Methoden zur Identifikation, Analyse und Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen
Auszug aus dem Buch
3.1 Internes Benchmarking
Internes Benchmarking ist der Vergleich ähnlicher Tätigkeiten oder Funktionen innerhalb eines Unternehmens oder eines Konzerns. Denn häufig wird an zwei oder mehreren Orten innerhalb einer Firma die gleiche Arbeit verrichtet. Wichtig ist daher, die beste Praxis im Unternehmen zu identifizieren und dies auf lange Sicht auf alle Ebenen zu übertragen. Es ist die einfachste Form des Benchmarking und wird häufig beim internen Vergleich von Methoden, Prozessen, Instandhaltung und der Logistik an verschiedenen Standorten durchgeführt. Im Rahmen des internen Benchmarking können sich Firmen mit dem Verfahren vertraut machen und die Schrittabfolge für eventuelle Aufbau-Benchmarkings nutzen. „Internes Benchmarking kann aber auch der Vergleich von aktuellen Kennzahlen und Prozessen mit solchen aus der Vergangenheit sein.“
Zwar sind die Durchführung und der Datenzugriff einfach, es ist jedoch zu befürchten, dass Erfolge hinsichtlich einer leistungssteigernden Veränderung gering sind. Denn die verschiedenen Unternehmensteile unterwerfen sich häufig gleichen kulturellen und organisatorischen Normen. Anregungen für große Veränderungen fehlen, da die Aufmerksamkeit nicht auf wirkliche Weltklasse-Leistungen gerichtet wird.
Durch die Anwendung internen Benchmarkings kann objektiv aufgezeigt werden, welche der verglichenen Abteilungen die optimale Verbesserung durchgeführt hat, ein interner Wettbewerb kann so ausgelöst werden. Dies kann den Veränderungsprozess beschleunigen und die Mitarbeiter zu neuen Überlegungen anregen. Natürlich kann Internes Benchmarking auch Nachteile mit sich ziehen. So kann es zu einer Demotivation der Abteilung führen, die sich an einer anderen orientieren muss. Andererseits kann es sein, dass die „Peer Group“, also die Mitarbeiter des internen Benchmarks ihr Know-how und ihren Wissensvorsprung nicht weitergeben möchten, da sie befürchten, ihre „Vormachtstellung“ im Unternehmen zu verlieren.
Fazit: Internes Benchmarking kristallisiert, wenn sich alle Beteiligten darauf einlassen, Stärken und Schwächen eines Unternehmens heraus und bietet die Möglichkeit der Differenzierung. Um jedoch einen Weltklasse-Status zu erreichen ist ein externes Benchmarking unverzichtbar.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet den steigenden Wettbewerbsdruck und führt Benchmarking als Instrument zur Qualitätssicherung und Prozessoptimierung ein.
2. URSPRUNG UND ENTWICKLUNG: Dieses Kapitel erläutert die Wortherkunft sowie die historische Entwicklung von Benchmarking in drei Phasen, ausgehend von frühen Ansätzen bei Henry Ford bis zur modernen Anwendung.
3. GRUNDTYPEN VON BENCHMARKING: Es werden die verschiedenen Arten des Benchmarking unterteilt in internes, externes, Produkt-, Prozess- und strategisches Benchmarking detailliert erläutert.
4. BENCHMARKINGPROZESS IM DIENSTLEISTUNGSSEKTOR: Das Kapitel beschreibt den idealtypischen Ablauf in vier Hauptphasen sowie die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Prozesssteuerung.
5. DER BENCHMARKING-PROZESS: Hier wird der vom Autor modellierte, sechsphasige Prozesskreislauf zur praktischen Durchführung einer Benchmarking-Untersuchung im Detail vorgestellt.
6. BEISPIELUNTERNEHMEN: Anhand einer Fallstudie der ThyssenKrupp Serv AG wird die praktische Anwendung von prozessorientiertem Benchmarking in einem unternehmensübergreifenden Kontext demonstriert.
7. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von Kontinuität und systematischer methodischer Vorgehensweise für den langfristigen Erfolg.
Schlüsselwörter
Benchmarking, Dienstleistungssektor, Prozessoptimierung, Qualitätsmanagement, Wettbewerbsfähigkeit, Best-Practice, ThyssenKrupp, Prozess-Benchmarking, Strategisches Benchmarking, interne Analyse, Soll-Prozesse, Leistungslücken, Geschäftsprozesse, Unternehmensführung, Innovationspotenzial.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Anwendung von Benchmarking als Instrument zur Leistungsverbesserung und Wettbewerbsstärkung, mit einem speziellen Fokus auf Dienstleistungsunternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Einordnung, der Differenzierung verschiedener Benchmarking-Typen sowie der detaillierten Beschreibung eines strukturierten Benchmarking-Prozesses.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Vermittlung eines grundlegenden Verständnisses für den Benchmarking-Prozess, um Unternehmen in die Lage zu versetzen, systematisch Leistungslücken zu schließen und Innovationspotenziale zu heben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Konzepte sowie die Modellierung eines eigenen sechsphasigen Prozesskreislaufs, ergänzt durch eine praktische Fallstudie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Vorstellung verschiedener Benchmarking-Grundtypen und die detaillierte Beschreibung der praktischen Prozessschritte von der Initiierung bis zur Kontrolle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Benchmarking, Dienstleistungssektor, Prozessoptimierung, Best-Practice und Wettbewerbsfähigkeit charakterisiert.
Welche Herausforderung stellte sich bei der Fallstudie im ThyssenKrupp-Konzern?
Die größte Herausforderung war die hohe Heterogenität der Prozesse und Strukturen zwischen den beteiligten Unternehmen, was ein unüberwindbares Hindernis hätte darstellen können.
Warum ist eine dauerhafte Etablierung von Benchmarking notwendig?
Benchmarking sollte nicht als einmalige Aktion verstanden werden, da erst die kontinuierliche Anwendung in einem sich ständig wandelnden Marktumfeld dauerhafte Wettbewerbsvorteile sichert.
- Arbeit zitieren
- Bachelor of Arts (B.A.) Stefan Horak (Autor:in), 2010, "Benchmarking" im Dienstleistungssektor. Grundlagen und Fallstudie, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/157065