Auch wenn es dem Menschen frei steht, nach Belieben Verträge zu schließen wann, wie, mit wem und worüber er will, bleibt er doch stets an feststehende Regeln gebunden, die ihn in seiner Vertragsfreiheit beschränken. Diese Regeln, welche den Rahmen bilden für das ansonsten bunte Bild vertraglicher Freiräume, unterscheiden sich sehr von Land zu Land. Im Folgenden sollen daher die normativen Hintergründe von Verträgen in Deutschland, den USA, der Chinesischen Volksrepublik und im religiösen Recht des Islam betrachtet werden, als auch die daraus folgenden jeweiligen Auswirkungen auf die Vertragspraxis. Hierbei ist anzumerken, dass jeweils der Abschluss eines innerstaatlichen Vertrages im beschriebenen Rechtssystem und nicht der Abschluss
eines internationalen Vertrages erörtert werden soll. Dargestellt werden demnach nur die unabänderlichen innerstaatlichen Konditionen, welchen die Vertragsparteien unterworfen sind und die damit einhergehend das Vertragsrecht reglementieren. Denn im Umkehrschluss aus ius cogens wird der vom Juristen ausschöpfbare Gestaltungsspielraum sichtbar.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
I. Das Ziel der Arbeit
II. Die Schwerpunkte
1. Warum das chinesische Recht?
2. Warum das islamische Recht?
B. Der Rahmen des Vertragsrechts
I. Zivilrechtsquellen in den Rechtssystemen
1. Deutschland
2. USA
3. China
4. Islamische Länder
5. Auswirkungen auf die Vertragspraxis im Rechtsvergleich
II. Rechts- und Geschäftsfähigkeit
1. Deutschland
a) Rechtsfähigkeit
b) Geschäftsfähigkeit
c) Juristische Personen
2. USA
a) Rechtsfähigkeit
b) Geschäftsfähigkeit
c) Juristische Personen
3. China
a) Rechtsfähigkeit
b) Geschäftsfähigkeit
c) Juristische Personen
4. Islamische Länder
a) Rechtsfähigkeit
b) Geschäftsfähigkeit
c) Juristische Personen
5. Auswirkungen auf die Vertragspraxis im Rechtsvergleich
III. Abwicklung von Verträgen
1. Zustandekommen
a) Deutschland
b) USA
c) China
d) Islamische Länder
e) Auswirkungen auf die Vertragspraxis im Rechtsvergleich
2. Vertretung
a) Deutschland
b) USA
c) China
d) Islamische Länder
e) Auswirkungen auf die Vertragspraxis im Rechtsvergleich
3. Einigungsmängel
a) Deutschland
b) USA
c) China
d) Islamische Länder
e) Auswirkungen auf die Vertragspraxis im Rechtsvergleich
4. Auslegungsregeln
a) Deutschland
b) USA
c) China
d) Islamische Länder
e) Auswirkungen auf die Vertragspraxis im Rechtsvergleich
5. Ansprüche bei Nichterfüllung
a) Naturalrestitution oder Schadensersatz?
b) Auswirkungen auf die Vertragspraxis im Rechtsvergleich
IV. Allgemeine Statuten zum Vertragsrecht
1. Inhaltliche Schranken
a) Verstoß gegen Verbotsgesetze
aa) Deutschland
bb) USA
cc) China
dd) Islamische Länder
ee) Auswirkungen auf die Vertragspraxis im Rechtsvergleich
b) Sittenwidrigkeit
aa) Deutschland
bb) USA
cc) China
dd) Islamische Länder
ee) Auswirkungen auf die Vertragspraxis im Rechtsvergleich
2. Treu und Glauben
a) Deutschland
b) USA
c) China
d) Islamische Länder
e) Auswirkungen auf die Vertragspraxis im Rechtsvergleich
3. Formerfordernisse
a) Deutschland
b) USA
c) China
d) Islamische Länder
e) Auswirkungen auf die Vertragspraxis im Rechtsvergleich
V. Besonderheiten familienrechtlicher Verträge
1. Deutschland
2. USA
3. China
4. Islamische Länder
5. Auswirkungen auf die Vertragspraxis im Rechtsvergleich
VI. Besonderheiten erbrechtlicher Verträge
1. Deutschland
2. USA
3. China
4. Islamische Länder
5. Auswirkungen auf die Vertragspraxis im Rechtsvergleich
C. Fazit
I. Deutschland
II. USA
III. China
IV. Islamische Länder
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die normativen Hintergründe des Vertragsrechts in Deutschland, den USA, China und im islamischen Recht, um die daraus resultierenden Auswirkungen auf die jeweilige Vertragspraxis aufzuzeigen und den Gestaltungsspielraum für Juristen in den jeweiligen Rechtssystemen zu verdeutlichen.
- Vergleich zwischen kontinentaleuropäischem Civil Law und anglo-amerikanischem Common Law.
- Untersuchung des hybriden chinesischen Rechtssystems und seiner Transformation.
- Analyse des islamischen Rechts (Scharia) als einflussreiches religiöses Rechtssystem.
- Gegenüberstellung von Rechts- und Geschäftsfähigkeit, Vertragsschluss und Auslegungsregeln.
- Einfluss von Inhaltsgrenzen wie Verbotsgesetzen, Sittenwidrigkeit und Treu und Glauben auf die Kautelarpraxis.
Auszug aus dem Buch
1. Warum das chinesische Recht?
China stellt mit ca. 1,3 Mrd. Einwohnern nicht nur das bevölkerungsreichste Land der Welt dar, es zeigt auch ein außergewöhnliches Vertragsrecht, welches das kontinental-europäische und das anglo-amerikanische Rechtssystem zu vereinen versucht. Zurückzuführen ist dies auf den Transformationsprozess, in welchem sich Chinas wirtschaftliche Struktur befindet, nachdem sich die chinesische Zentralregierung im Jahr 1992 entschlossen hat, eine sozialistische Marktwirtschaft anstelle der früheren Planwirtschaft aufzubauen. Einen großen Schritt auf dem Weg zu einem marktwirtschaftlich orientierten Normensystem hat China mit Einführung des Vertragsgesetzes von 1999 gemacht, selbst wenn gleichzeitig der sozialistische Rechtsstaat in Art. 5 der chin. Verfassung verankert wurde. Wer dies und die Entwicklungen anderer ehemals zentralwirtschaftlich organisierter Staaten hin zu liberalen, sozialen oder sozialistischen Marktwirtschaften überblickt, wird zwischen ihnen interessante Parallelen feststellen, welche es lohnenswert machen, das chinesische Vertragssystem näher zu betrachten.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, die normativen Rahmenbedingungen für Verträge in vier unterschiedlichen Rechtssystemen zu untersuchen und deren Auswirkungen auf die juristische Praxis darzustellen.
B. Der Rahmen des Vertragsrechts: Analysiert systematisch die Zivilrechtsquellen, Rechts- und Geschäftsfähigkeit, Vertragsschluss, Vertretung, Einigungsmängel, Auslegung sowie inhaltliche Schranken und Formerfordernisse in den untersuchten Rechtsräumen.
C. Fazit: Fasst die Besonderheiten der untersuchten Rechtssysteme zusammen und wagt eine Prognose über die zukünftige Entwicklung, insbesondere hinsichtlich der Harmonisierungstendenzen und der praktischen Handhabung in der Kautelarjuristik.
Schlüsselwörter
Vertragsrecht, Rechtsvergleich, Zivilrecht, Deutschland, USA, China, Islamisches Recht, Scharia, Vertragsgestaltung, Rechtsfähigkeit, Geschäftsfähigkeit, Vertragsfreiheit, Sittenwidrigkeit, Common Law, Civil Law
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem normativen Hintergrund von Verträgen in verschiedenen Rechtssystemen und analysiert, wie diese unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen die praktische Arbeit von Juristen bei der Vertragsgestaltung beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentral sind die Bestimmungen zu Vertragsschluss, Rechtsfähigkeit, Vertretung, Auslegungsregeln sowie inhaltliche Schranken wie Sittenwidrigkeit und das Prinzip von Treu und Glauben im deutschen, amerikanischen, chinesischen und islamischen Recht.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Ziel ist es, die unabdingbaren innerstaatlichen Konditionen darzustellen, denen Vertragsparteien unterworfen sind, um daraus den konkreten Gestaltungsspielraum für Kautelarjuristen in den jeweiligen Rechtssystemen abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methodik kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine rechtsvergleichende Untersuchung, die ausgewählte Rechtssysteme (Civil Law, Common Law, hybrides System Chinas und religiöses Recht des Islam) gegenüberstellt, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Vertragspraxis herauszuarbeiten.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Zivilrechtsquellen, der rechtlichen Handlungsfähigkeit, der Abwicklung von Verträgen und verschiedener allgemeiner Statuten wie inhaltlicher Schranken und Formerfordernisse in den vier genannten Rechtsräumen.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte sind Vertragsrecht, Rechtsvergleich, Rechts- und Geschäftsfähigkeit, sowie die spezifischen Rechtstraditionen wie Common Law, Civil Law und Scharia.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen dem deutschen BGB und dem US-Fallrecht eine so große Rolle für die Vertragsgestaltung?
Aufgrund des Fehlens einer strengen, allgemeinen Kodifizierung im US-Recht müssen US-Verträge wesentlich ausführlicher gestaltet werden, um alle Eventualitäten abzudecken, während sich deutsche Juristen auf das kodifizierte Recht verlassen können.
Wie beeinflusst das islamische Recht moderne Bankgeschäfte?
Durch die Verbote von Zins (riba) und Spekulation (garar) erfordert das islamische Recht alternative Konstruktionen, etwa Gebührenmodelle, um denselben wirtschaftlichen Effekt wie bei konventionellen Finanzprodukten zu erzielen, was die Entstehung eines parallelen Finanzsystems erklärt.
- Arbeit zitieren
- Kai Klebba (Autor:in), 2009, Der normative Hintergrund von Verträgen im Rechtsvergleich, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/156674